EnerPHit – Altbauten PHit gemacht

Logo zur Zertifizierung von Altbauten nach den EnerPHit-KriterienDas Passivhaus-Institut (PHI) stellte auf der 14. Internationalen Passivhaustagung sein neues Energie-Zertifikat vor: „EnerPHit – Qualitätsgeprüfte Modernisierung mit Passivhaus-Komponenten“ steht für Qualitätssicherung und dient als Nachweis der erreichten Energiekennwerte bei Gebäuden, die mit Passivhaus-Komponenten saniert wurden. Prof. Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Institutes in Darmstadt, dazu:

In der Regel lassen sich (bei) Altbauten (…) die gleichen Komponenten wie bei Passivhaus-Neubauten einsetzen und damit sowohl der Bautenschutz als auch die Nachhaltigkeit entscheidend verbessern. Mit einem vorausdenkenden Gesamtplan kommt so jedes einzelne Gebäude auf einen erheblich besseren Standard. Diesen besonderen Umständen des Bauens im Bestand wird das neue „Altbau-Zertifikat“ des PHI gerecht.

Die Verwendung von Passivhaus-Komponenten in der Altbaumodernisierung führt zu weitgehenden Verbesserungen hinsichtlich Behaglichkeit, Wirtschaftlichkeit, Klimaschutz und Bauschadensfreiheit. Eine Verringerung des Heizwärmebedarfs um ca. 90% wurde inzwischen in einer Vielzahl von Projekten erreicht. Der Passivhaus-Standard ist für Altbauten allerdings nicht immer ein realistisches Ziel – unter anderem weil die Kellerwände nach der Sanierung als kaum vermeidbare Wärmebrücke verbleiben.

Das EnerPHit-Zertifikat fordert daher entweder einen Heizwärmebedarf von maximal 25 kWh/(m²a) unter Einsatz einer kontrollierten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und dem Einbau von Dreischeibenverglasung mit gedämmten Fensterrahmen oder alternativ die durchgängige Verwendung von Passivhaus-Komponenten nach den Anforderungen der Bauteilzertifizierung des Passivhaus Instituts. Der mit dem PHPP berechnete Heizwärmebedarf, sowie die Wärmeschutzqualität der Einzelbauteile werden auf dem Zertifikat dokumentiert. Für modernisierte Altbauten, welche die ursprünglichen Passivhaus-Kriterien einhalten, ändert sich dagegen nichts. Sie können weiterhin nach dem gleichen Verfahren wie Passivhaus-Neubauten zertifiziert werden.

Im Mai 2010 lief eine Pilotphase mit ersten ausgewählten Projekten an. Während dieser Phase werden Zertifizierungen nur vom PHI durchgeführt. Im zweiten Schritt ist die Ausweitung auf alle authorisierten Zertifizierer geplant. Die Zertifizierungskriterien sind auf der Internetseite des PHI veröffentlicht. Zum Download: Zertifizierungskriterien. Interessant dürfte in diesem Zusammenhang auch das Handbuch zur Altbaumodernisierung mit Passivhaus-Komponenten sein, in dem auf über 300 Seiten wertvolle Hinweise zur Modernisierung von Altbauten gegeben werden.


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Ein Kommentar

  1. Die EnerPHit-Zertifizierung ist eine super Sache und erreicht den größten Markt der Zukunft im Bauen- die Sanierung von Gebäuden auf zukunftsfähige Standards (Sanierung Faktor 10).
    Die hohe Planungs- und Produktqualität, die Qualitätsanforderungen an Handwerker und die unbedingte Notwendigkeit integraler Planungsprozesse und von Qualitätssicherungsssystemen, wie sie im zertifizierten Passivhaus erfoderlich sind, finden jetzt auch Anwendung in der Sanierung. Im Wohnbau und vor allem auch im Nichtwohnbau, ergeben sich hier für Bauherren und Investoren Sicherheiten, daß ihr investiertes Geld auch Mehrwert, mehr Komfort und Nutzerzufriedenheit, gesicherte Wirtschaftlichkeit und Bauqualität schafft.
    Wir haben eines der ersten Gebäude EnerPHit zertifizieren lassen und werden eines der ersten im Alpenraum zertifizieren.
    Warum Sanierungen mit schlechteren Standards machen als Neubauten? Die zertifizierten Planer, Handwerker und Produkte sind aus dem Passivhausneubau bereits da, die EnerPHit-Zertifizierung führt das ganze bei der Sanierung zusammen und zu gesicherten Ergebnissen.

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