Das Haus von der Stange

Wer einen Architekten mit dem Entwurf und der Planung seines neuen Hauses beauftragt, kann sich nahezu sicher, dass das Ergebnis seinen individuell Wünschen entspricht. Doch diese Lösung ist nicht unbedingt die günstigste, da hat schon die HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) ein paar Paragrafen entgegenzusetzen. Aber das soll heute nicht das Thema sein. Es geht vielmehr um die Möglichkeit, für einen gewissen Grad an Individualität für die Planung seines eigenen Hauses ein wenig weniger Geld bezahlen zu müssen. Dass es dabei um ein ‚Haus von der Stange‘ gehen muss, wie der Titel aussagt, ist nicht einmal notwendig. Denn diese Stange ist durchaus flexibel und lässt sich den Wünschen der Bauherren anpassen. In Fachkreisen wird sie auch Fertighaus genannt.

Fertighäuser sind zwar nicht der Weisheit – sprich Individualität – letzter Schluss, aber sie bringen den weniger betuchten Bauherren schon ein ganzes Stück weiter. Ob Stadtvilla, Bungalow oder Doppelhaus, ob barrierefrei oder schlüsselfertig, ob mit Keller oder mit Pultdach, vieles lässt sich realisieren. In Modulbauweise von der Stange. Die Module sind vom Anbieter so vorgeplant, dass sie sich problemlos und relativ kostengünstig miteinander kombinieren lassen.

Die große Frage liegt allerdings für viele Interessenten nicht in den Kombinationsmöglichkeiten, sondern in der generellen Qualität der Materialien und der Ausführung. Hierfür haben fast alle Anbieter von Fertighäusern mittlerweile kleinere Dörfer errichtet, in denen der Kunde Musterhäuser besichtigen kann. Oder aber es werden baugleiche Häuser in einer neu entstehenden Siedlung für die Besichtigung frei gegeben. So kann der Bauherr über schwarz-weiße Zeichnungen hinaus mit mehr als einem Sinn erfahren, worin er/sie möglicherweise bald wohnen könnte.

Ein wenig Vorsicht ist hier natürlich geboten, denn solch repräsentative Musterhäuser sind sicherlich nicht von Lehrlingen gebaut. Durch die Vielzahl an Besuchern müssen sie zudem auch einem hohem Abnutzungspotential widerstehen können. Da das auf der realen Baustelle etwas anders aussehen mag, sollte man sich nicht nur von Prospekten und Versprechen des Anbieters locken lassen, sondern wenn möglich auch den Kontakt zu anderen Kunden suchen und über deren Erfahrungen sprechen. In diesem Fall sagt ein Wort mehr als 1000 Bilder.

In der Regel werden Fertighäuser als günstige Basismodelle zu günstigen Basispreisen angeboten. Diese kann der Bauherr dann gegen Aufpreis nach seinen Wünschen und Vorlieben erweitern bzw. modifizieren. Ein Glaspartie am Eingang? Gerne. Gaube statt Dachflächenfenster? Möglich. Parkett in der Küche? Kein Problem. Die Dachziegel in königsblau? Lässt sich machen. Formen, Farben und Fabrikate sind wählbar.

Wem die eigenen Extrawünsche zu große Löcher ins Budget schlagen, der kann oft Geld durch das Erbringen von Eigenleistungen sparen. Beliebt ist der Innenausbau bzw. der Ausbau des Dachbodens in Eigenregie. Tapezieren, streichen, dämmen, Bodenbeläge verlegen oder gar Leitungen für die Elektrik verlegen sind hier ziemlich beliebt. Warum auch nicht, wozu ist man schließlich unerschrockener Heimwerker?

Der Traum vom eigenen Eigenheim kann mit etwas Nachdenken also auch von der Stange kommen; wenn dies bei all diesen Möglichkeiten überhaupt der richtige Ausdruck ist.

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