Preise von Holzpellets

Haus aus Geldscheinen steht auf HolzpelletsNachdem ich ja vorgestern über die Vorteile von Solarkollektoren philosophiert hatte, will ich doch auch noch ein paar Worte über eine weitere zur Zeit sehr gern genutzte Energiequelle verlieren: Holz in Form von Pellets. Dabei soll es nicht so sehr darum gehen, wie man am besten mit solchen Holzpellets sein Haus beheizt (das Thema hatten wir schon…), sondern vielmehr um die immer wieder mal diskutierte Frage, wie sich denn die aktuell recht attraktiven Preise von Holzpellets in Zukunft im Vergleich zu herkömmlichen Energiequelle wie Öl oder Erdgas entwickeln können.

Holzpellets bestehen aus ohne chemische Bindemittel zusammengepressten Sägespänen und anderen Holzresten, die beispielsweise in Sägewerken oder anderer Holz verarbeitender Industrie anfallen. Mit ihrer zylindrischen Form sind sie sogar EU-weit genormt und dürfen demnach nicht länger sein als 4 cm bei einem Durchmesser zwischen 6 und 8 mm. In Deutschland werden heute etwa 100.000 Feuerstätten mit Holzpellets betrieben, in denen jährlich ungefähr 1,5 Millionen Tonnen Holzpellets verfeuert werden. Doch die Produktionskapazität liegt mit 3 Millionen Tonnen wesentlich höher als der heimische Verbrauch.

Vor etwa 5-6 Jahren begannen die Beheizung von Gebäuden mit Holzpellets auch in Deutschland interessant zu werden. Grund hierfür waren nicht nur die guten Umweltwerte bei der Verbrennung von Holzpellets, sondern in vielen Fällen auch der damals unschlagbar günstige Preis des Brennstoffes, der sogar höhere Anschaffungskosten für eine Pelletheizung rechtfertigte. Damals fragte man sich nur: Wie lange wird der Preis sich auf diesem Niveau halten können? Immerhin wurden nur Holzabfälle zu Pellets verarbeitet, wodurch sich der Preis in Grenzen halten musste. Doch was würde passieren, wenn plötzlich viele nach Holzpellets verlangen würden? Konnte man dann immer noch zu niedrigen Preisen die Nachfrage aus Abfällen befriedigen?

Wie man jedoch beispielsweise am Preisindex unter Pelletheizung.info sehen kann, sind diese Sorgen ziemlich unbegründet gewesen. Im Vergleich zu Erdgas oder Heizöl, dessen Preis sich in den letzten Jahren nahezu verdreifacht hat, liegt die Teuerungsrate der Holzpellets mit etwas mehr als 20% im gleichen Zeitraum noch im Rahmen der allgemeinen Inflation. Zudem liegt das Preisniveau deutlich unter dem fossiler Brennstoffe und Preisschwankungen sind nicht so extrem wie beim Energieträger Heizöl. Man muss also nicht befürchten, dass der Energiepreis von einem Monat zu anderen ein Loch in die Haushaltskasse reißt.

Eine sichere Investition, solch eine Pelletheizung – sollte man also meinen. Ja, davon kann man nun mit einiger Erfahrung ausgehen. Da der Verbrauch in den letzten Jahren genauso moderat und gleichbleibend gestiegen ist wie die Produktion und die Produktionskapazität, sollte man hier in den nächsten Jahren nicht von einer Verknappung und damit Verteuerung des Brennstoffes Holzpellets ausgehen – vorausgesetzt, dass sich nicht ein paar 10.000 Hausbesitzer nun aufgrund der positiven Nachrichten in der Bau-Praxis eine Pelletheizung anschaffen… was zwar wünschenswert aber doch eher unwahrscheinlich ist 😉

Im Gegenteil erwarten Kenner der Branche bei vorsichtigen Schätzungen sogar, dass mit dem in Deutschland verfügbaren Holzresten etwa 250.000 Einfamilienhäuser in den nächsten Jahren mit der Energie aus Holzpellets beheizt werden könnten, ohne dass die Preise übermäßig steigen.

Aktuell liegen die Pelletpreise bei etwa 240 Euro pro Tonne. Wer aber Nachschub an Holzpellet benötigt, sollte antizyklisch denken. Im Juni kostet eine Tonne Pellets im Durchschnitt über 10% weniger als im beliebten Heizmonat Dezember. Natürlich ist die kurzfristige Entwicklung der Pelletpreise eng mit dem Wetter verbunden. Kältere Temperaturen führen eben zu einer kurzfristigen Erhöhung der Preise. Zum einen bestimmt die Nachfrage also den Preis. Zum anderen macht sich hier bemerkbar, dass etwa 40% des Endpreises von Holzpellets auf Kosten des Rohstoffes Holz gehen, der im Winter nur begrenzt zur Verfügung steht. Die verbleibenden Kosten gehen zu etwa gleichen Teilen in die Produktion und in die Logistik.

Auch regional gibt es Preisunterschiede. So bezahlen Besitzer von Pelletheizungen in Süddeutschland oder gar in Österreich weniger für ihren Brennstoff als ein Norddeutscher. Das liegt an der größeren Verbreitung von Holzpellets im Süden und dem damit verbundenen größeren Konkurrenzkampf einer größeren Zahl von Pelletlieferanten. Und wer richtig sparen möchte, kauft groß ein. ‚Groß‘ heißt hier aber nicht, dass sackweise angeliefert wird sondern mit dem Tankwagen.

Wer ansonsten mehr über das richtige Heizen mit Pellets wissen möchte, dem sind die 10 Heiztipps für günstige und umweltfreundliche Wärme aus dem Infoblatt für Heiztipps ans Herz gelegt, das vom Deutschen Pelletinstitut (DEPI) herausgegeben wurde.

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