Rollladen im Eigenbau

Vorsatzrolllade für Fenster‚Geht nicht gibt’s nicht‘ hieß es einmal in der Werbung einer ehemaligen Baumarktkette. Ob die Macher dieses Werbespruchs sich auch auf den Einbau von Rollladen in Eigenregie bezogen haben, ist leider nicht überliefert. Ich hätte vor einiger Zeit noch gesagt, dass man den Einbau eines Rollladens besser einem Profi überlässt. Nur so zur Sicherheit, damit alles passt und auch ziemlich lange so hängen bleibt, wie es montiert wurde. Allerdings gibt es Möglichkeiten, wie man sich den Weg zum Handwerker und dessen Rechnung sparen kann.

Über die vielen Vorteile, die ein Rollladen vor dem Fenster bringt, hatte ich ja bereits geschrieben. Wer sich davon überzeugen lässt und handwerklich ein wenig geschickt ist, kann einen Rollladen mit einer gebührenden Portion Sorgfalt auch selber montieren. Voraussetzung ist allerdings eine ausführliche Montageanleitungen für Rollläden. Seriöse Bezugsquellen sollten im Internet schon leichter zu finden sein.

Vor dem Kauf eines Rollladens (irgendwie finde ich die ’neue‘ Schreibweise mit 3 „l“ immer noch blöd…) müssen zunächst einmal dessen Abmessungen bestimmt werden. Diese sind natürlich abhängig von der Positionierung des Rollladens: auf dem Außenwand oder in der Fensterleibung. In allen Fällen bestimmt man zuerst die Breite und Höhe der vorhandenen Wandöffnung als lichtes (= freies) Lochmaß.

Soll der Rollladen innerhalb der Fensterleibung – also auf einem Fensterrahmen oder in der seitlichen Leibung – befestigt werden, sollte man von den gemessenen Werten ca. einen halben Zentimeter für Messtoleranzen abziehen, damit alles reibungslos in die Öffnung passt. Will man den Rollladen auf einer bestehenden Außenwand montieren, muss man für dessen korrekte Höhe noch den Rollladenkasten über dem Fensterloch und eventuell die Schräge der Fensterbank berücksichtigen. In der Breite muss dem Maß der Fensteröffnung die Breite der Führungsschienen zugeschlagen werden.

Wichtig für die Bestimmung der notwendigen Abmessungen bei der Montage auf dem Untergrund ist die Einhaltung des minimalen Randabstandes der Befestigungsmittel für die Führungsschienen und den Rollladenkasten im jeweiligen Untergrund. Dieser wird über die bauaufsichtliche Zulassung des Befestigungsmittel geregelt, sollte aus den Produktinformationen des Schraubenherstellers hervorgehen und soll verhindern, dass Kanten des Untergrundes bei der Befestigung oder bei nachfolgender planmäßiger Belastung ausbrechen. Bei Untergründen aus Mauerwerk sollte die Befestigung der Bauteile zudem außerhalb von Lagerfugen erfolgen.

Letzteres kann man während der Montage jedoch leicht anpassen, indem man die Löcher, die später der Aufnahme der Befestigungsmittel dienen, an passenden Stellen der jeweiligen Bauteile außerhalb der Lagerfugen vorbohrt. Größe und Anzahl der Bohrungen richten sich nach der Größe des zu montierenden Rolladen (sieht mit nur 2 „l“ doch viel natürlicher aus, oder?) sowie nach dessen Belastung und sollte vom Lieferanten vorgegeben werden. Wichtig ist in dieser Phase der Montage die waagerechte Lage des Rollladenkastens sowie die senkrechte Ausrichtung der Führungsschienen.

Die erste ernsthafte Hürde kommt bei der Bohrung für die Durchführung des Bedienungsmechanismus durch die Wand. Auf der einen Seite ist es sinnvoll die Bohrung mit dem erforderlichen Durchmesser von außen durchzuführen, damit das Loch für die Gurtdurchführung oder für eine elektronische Bedienung korrekt positioniert ist. Auf der anderen Seite – in diesem Fall ziemlich wörtlich zu nehmen – riskiert man bei dieser Bohrrichtung ein recht groß ausgebrochenes Bohrloch auf der Innenseite der Außenwand, wenn man hier in Bohrlochhöhe zum Beispiel durch ein Brett keinen flächigen Gegendruck erzeugt.

Ein wenig kniffelig wird es dann, wenn der Gurt montiert werden soll. Hier ist den Anweisungen des Herstellers bzw. des Lieferanten ziemlich genau Folge zu leisten, um die Vorspannung des Gurtes im Gurtwickler nicht unkontrolliert freizusetzen. Details zur Montage des Gurtwicklers sind von dessen Bauform abhängig und sollten vom Heimwerker bei Planung und Ausführung beachtet werden.

Ansonsten scheint das Vorhaben der erfolgreichen Montage eines Rollladens durch einen Heimwerker nur an mangelnder Sorgfalt bei Aufmaß und Durchführung scheitern zu können. Technisch gesehen gibt es hier kein ‚Geht nicht‘.

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