Was ist eigentlich ein Ökohaus?

Haus mit Rasen bedecktMan kennt das Passivhaus, das Niedrigenergiehaus und auch das KfW-70-Effizienzhaus. Doch Ökohaus… was ist das? Die Vorsilbe ‚öko‘ steht im allgemeinen Sprachgebrauch für Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit. Ein Ökohaus muss demnach ein Haus sein, das sich, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen, in seine Umwelt einfügt. Was so logisch klingt, ist aber gar nicht so leicht zu definieren. Denn anders als beim Plus- oder Nullenergiehaus gibt es keine gesetzlich festgesetzten Standards für das Ökohaus.

Doch selbst wenn der Begriff ungeschützt ist und frei verwendet werden kann, zielt er in der Regel auf einen ganzheitlichen Ansatz ab. Das bedeutet, dass ein reines Energiesparhaus nicht automatisch ein Ökohaus ist, da möglicherweise Kunststoffe oder andere nicht natürliche Baustoffe zum Einsatz gekommen sind. Erst die Kombination aus ökologischen, klimaneutralen Baumaterialien sowie einer energieautarken Bauweise macht aus einem Haus ein Ökohaus.

Wie bereits erwähnt, lässt sich eine ökologische Bauweise nicht anhand gesetzlich geregelter Merkmale festmachen. Allerdings gibt es gewisse Charakteristiken, die ein Ökohaus aufweisen sollte, um auch als solches bezeichnet werden zu können. Einige dieser Merkmale sind:

Doch nicht nur die Bauweise und die Baustoffe, sondern auch die Wahl des Standortes sowie die Ausrichtung des Hauses leisten ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit. Wer noch weiter gehen möchte, der kann auch bei der Innenausstattung ökologisch verträgliche Möbel und natürliche Baumaterialien (z.B. Farben ohne Schadstoffe) wählen.

Ökohäuser sind also besonders umweltfreundlich und fügen sich nachhaltig in ihre Umgebung ein. Der einzige Haken an der Sache liegt für viele Bauherren in den höheren Investitionskosten im Vergleich zu Häusern, die nur gesetzlich vorgeschriebene Grenzwerte einhalten. Schließlich nutzt man moderne und teilweise recht neue Technologien. Auch die natürlichen Baumaterialien sind nicht immer eine günstige Alternative. Durch den geringeren Wasser- und Energieverbrauch und durch Ausnutzung der Einspeisevergütung für Solarstrom amortisieren sich die zusätzlichen Kosten jedoch und die Investition lässt sich mit etwas längerem Atem stemmen.

Hinzu kommt, dass eine ökologische Bauweise genauso wie eine energieeffiziente Bauweise von vielen Stellen finanziell gefördert wird. Am bekanntesten ist sicherlich die Förderung der KfW-Bank. Viele Bauherren, die ein Effizienzhaus nach den KfW-Richtlinien errichten lassen, erhalten zinsverbilligte Darlehen und Tilgungszuschüsse, deren Höhe sich nach dem Effizienzgrad des Hauses richten. Über diesen staatlichen Zuschuss hinaus lohnt es sich bei den Bundesländern und den Kommunen selbst nach Förderprogrammen Ausschau zu halten.

Doch wie kann ein solch ökologisches Haus in der Praxis aussehen? Oft bildet das Konzept vom Plusenergiehaus die Grundlage. Das bedeutet, dass es mehr Energie produziert als es verbrauchen kann und überschüssiger Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann. Zusätzlich wird man auf natürliche Materialien beim Hausbau setzen. Die Gebäudehülle kann hier beispielsweise durch Schiefer geschützt werden. In der Regel zeigen positive Energiebilanzen von Ökohäusern auch, dass eine energiesparende Konstruktion tatsächlich mit ökologischen Baustoffen realisiert werden kann.

Wer nun meint, dass man bei Interesse für das Thema lange nach einem passenden Ökohaus suchen muss, der täuscht sich. So bieten beispielsweise Fertighaushersteller eine recht große Auswahl an Ökohäusern an, die auch architektonisch durchaus variabel sind.

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Ein Kommentar

  1. Ein überaus hoooochinteressantes Themenfeld, welches verstärkt zu bearbeiten gilt.

    In dem Sinne,
    mit freundlichem Gruß und bis dann,-
    Ihr Meister Kaiser Karl Johann
    Restaurator und Kirchenmaler

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