Polyurethan

Polyurethane (PUR) wurde 1937 zum ersten Mal entwickelt und 1957 erstmals beim Bau von Schiffen eingesetzt. Als Dämmstoff gibt es PUR seit 1964. Ausgangsstoffe sind Erdöl sowie Polyole, die auch in Zuckerrüben, Mais oder Kartoffeln vorkommen. Als Treibmittel kommen meistens Pentan oder CO2, aber teilweise auch HFCKW zum Einsatz. Bromierte oder chlorierte Verbindungen dienen als Brandschutzmittel. Die Grundstoffe werden vermischt und schäumen nahezu auf das 25-fache ihrer Ursprungsgröße auf. Polyurethan kann auch mit Vliesen oder Aluminiumfolie kaschiert oder in Verbundelementen mit Stahltrapezblech oder Dichtungsbahnen als Außenschicht verwendet werden. Das Reaktionsgemisch kann auch als so genannter Ortschaum im Spritzverfahren oder im Gießverfahren auf der Baustelle eingebracht werden.
PUR-Dämmstoffe gibt es als Platten, Formteile oder als Ortschaum. Verwendet werden sie häufig auf Dächern, in Wärmedämm-Verbundsystemen, als Kern- oder Perimeterdämmung, unter Bodenplatten und schwimmendem Estrich, auf Industrieböden und Parkdecks, in Hohlräumen und in Sandwichelementen.
Plattenware ist leicht zu verarbeiten, PUR-Ortschaum sollte jedoch nur von Fachfirmen verwendet werden. Platten aus PUR werden mit Kalt- oder Heißbitumen verklebt sowie mechanisch befestigt. Polyurethan ist gegen die meisten am Bau vorkommenden Chemikalien beständig, sollte jedoch wie EPS und XPS vor UV-Strahlung geschützt werden. PUR ist aber generell alterungsbeständig, wurzelfest sowie wasserabweisend. Dämmstoffe aus PIR sowie andere Spezialprodukte weisen höhere Widerstände sowohl gegenüber tiefen als auch hohen Temperaturen auf.
Die Herstellung von Polyurethandämmstoffen ist verbunden mit dem Einsatz von Zwischen- und Nebenprodukten, die für den menschlichen Organismus hochgiftig sind, wie z.B. Isocyanate. Generell sollten während der Verarbeitung von PUR entstehende Stoffe nicht eingeatmet werden. PUR brennt unter starker Rauchentwicklung und beim Brand werden giftige Chemikalien wie z. B. Isocyanate oder Blausäure freigesetzt. Im eingebauten Zustand sind aber keine physiologisch wirksamen Emissionen zu erwarten.

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