Polystyrol, extrudiert (XPS)

Extrudiertes Polystyrol (XPS) wurde während des 2. Weltkrieges von Dow Chemicals im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums als Material für Schwimm- und Auftriebskörper entwickelt. Danach wurde dieses blaue XPS unter dem Markennamen „Styrofoam“ auch als Dämmstoff vertrieben. BASF reagierte 1964 und etablierte das hellgrüne „Styrodur“ auf dem deutschen Markt. Der Marktanteil von XPS betrug 2003 etwa 5%, was einer Menge von etwa 1,5 Millionen m³ entspricht.
Die Herstellung von XPS erfolgt auf Basis des perlenförmigen Polystyrolgranulates, das auch die Grundlage für die Herstellung von EPS darstellt. Im Gegensatz zu EPS wird XPS jedoch aufgeschmolzen und danach erst mit einem Treibmittel (meist CO2) sowie mit Flammschutzmitteln behandelt. Es wird dann als homogener, geschlossenzelliger Dämmstoff aus einer so genannten Breitschlitzdüse heraus gepresst.
XPS gibt es eigentlich nur als Plattenware. Eingesetzt wird es überall dort wo hohe Druckfestigkeiten oder Wasserdichtigkeit gefordert sind: auf Dächern, als Perimeterdämmung, unter Bodenplatten und schwimmendem Estrich, auf Industrieböden und Parkdecks oder in Kühlhäusern. Wie für EPS gilt auch für XPS, dass es gut zu verarbeiten ist, aber bei längerer UV-Strahlung versprödet und nicht mit Teerprodukten, Kraftstoffen, Heißkleber oder Klebern, die Lösungsmittel enthalten, in Kontakt kommen sollte. XPS ist kein Nährboden für Mikroorganismen, kann nicht schimmeln, faulen oder verrotten, ist wasserabweisend und frostbeständig.
XPS ist für den Menschen genauso (un-)gefährlich wie EPS, insbesondere im Brandfall. Wiederverwendbares XPS kann z.B. als Frostschutzschicht im Straßenbau genutzt werden. Saubere Abfälle können an zum Teil vorhandenen, regionalen Rückgabestellen gesammelt werden.

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