Elektroosmose

Unter Osmose versteht man die Bewegung von Molekülen durch eine durchlässige Schicht, vorzugsweise ausschließlich durchlässig für ausgewählte Moleküle. Moleküle bewegen sich dann also unter osmotischem Druck durch ansonsten undurchlässige Schichten hindurch. Darunter fallen dann sicherlich auch Wassermoleküle, die in der Gebäudesanierung so berüchtigten H2O’s. Wenn man also Mauerziegeln erklären könnte, dass diese nur Wassermoleküle durchlassen sollten, wie wäre es dann also mit einer Austrocknung von feuchten Wänden ohne große Sanierungsmaßnahmen? Nur durch Osmose.

Ist das eigene Haus von feuchten Wänden heimgesucht, und hat man alle anerkannten Austrocknungsverfahren erfolglos bzw. verzweifelt ad acta gelegt, verspürt man kurz darauf den unwiderstehlichen Drang auch weniger bekannte Verfahren anzuwenden. Immerhin kann Feuchtigkeit in Wänden die Bausubstanz nachhaltig schädigen und den Menschen krank machen. Gerne greift man dann auch zu rettenden Strohhalmen. Unter die Strohhalmkategorie fällt im Bereich der Austrocknung von Mauerwerk sicherlich auch die Osmose. Oder die in den letzten Jahren immer wieder genannte Elektroosmose.

Bei der Elektroosmose wird im Mauerwerk eine elektrische Spannung angelegt. Diese bildet an der Oberfläche der Flüssigkeit eine etwa ein Nanometer dicke Schicht aus, die sogenannte elektrochemische Doppelschicht. Durch die von der Spannung erzeugte Kraft kommt es dann zu einer Strömung in der Flüssigkeit. Durch die geringe Dicke der Doppelschicht ist die Wirkung der Elektroosmose allerdings auch nur in sehr dünnen Poren (Kapillaren) zu beobachten, genauer gesagt in Poren mit einem Durchmesser im Bereich von Nanometern und Mikrometern.

Damit hat das Verfahren der Elektroosmose leider zwei gravierende Nachteile für den Verbraucher. Erstens kosten Geräte, die eine elektroosmotische Bewegung des in Wänden vorhandenen Wassers hervorrufen sollen, mehrere Tausend Euro, teilweise sogar im fünfstelligen Bereich. Und zweitens helfen diese Geräte nicht, jedenfalls nicht dem Verbraucher bei der erwünschten Trocknungsarbeit. Im Gegenteil wird in Fachkreisen sogar befürchtet, dass man durch das Anlegen elektrischer Spannung die Bausubstanz sogar schädigen könne.

Belegt werden diese doch eher werbefeindlichen Aussagen durch Gerichtsurteile, die unsachliche Werbung mit diesen Geräten untersagen, oder auch durch wissenschaftliche Untersuchungen, zum Beispiel an den Universitäten von Wien oder Wismar. Bei Letzteren geht man davon aus, dass für die typische Porenverteilung von herkömmlichen Mauerwerk wesentlich größere Spannungen und ebenso wesentlich kleinere Abstände der Elektroden nötig sind, um bei Trockenlegungsmaßnahmen als unterstützend oder gar brauchbar eingestuft werden zu können. Eine erfolgreiche Trockenlegung sei demnach mit elektroosmotischen Verfahren prinzipiell nicht möglich.

Dies lasse ich dann erst einmal so im Raume stehen. Ich denke, dass sich hier jeder sein eigenes Urteil bilden kann. Auch ohne Gericht.

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66 Kommentare

  1. Tester sagt:

    Mit Datum vom 4.2.2013 konnte durch die Öffentlichkeitsarbeit nun ein Vergleich mit der Firma abgeschlossen werden und die komplette Summe wird zurück überwiesen und die Anlage wird entfernt.
    Vielen Dank

  2. Fachberater sagt:

    Wie kann man seriöse Elektroosmose-Anbieter einfach erkennen?
    Indem man diesen Test kennt und auf diesen Nachweis beim einbau besteht:
    http://www.gratis-pressemitteilung.com/2014/01/09/elektroosmose-ein-anerkanntes-verfahren-wenn-da-nicht-einige-betrueger-waeren/

  3. Fachberater sagt:

    Hallo Stefan,hier nun mal ein echter alter Fachbeweis das die Elektroosmose funktioniert, keine Erfindung der Neuzeit ist sondern ein verfahren was gezielt verschwiegen werden sollte…..Ich hoffe du lässt fairer weise diesen Beitrag in deinem Forum zu.
    https://www.facebook.com/media/set/?set=a.620809231324077.1073741834.132232863515052&type=1

  4. Fachberater sagt:

    Der Fachfilm mit den wichtigen technischen Details:

  5. Peter sagt:

    Hallo wusste gar nicht, dass es Elektroosmose gibt. Beschäftige mich bis jetzt nur mit Osmose und Umkehrosmose in Verbindung mit Wasser.

  6. Stefan sagt:

    Und um genau das geht es hier auch. Osmose in Verbindung mit Wasser… und Elektrizität eben.

  7. Marco Kusch sagt:

    Als abschließenden Eintrag möchte ich mit dem unteren Link nochmal auf all die unwirksamen Zauberkästchen und Zwischenversionen am Markt hinweisen und das Bundesbauministerium erklärt nun mal hier die einzig wirksame Methode – die aktive Elektroosmose – als funktionsfähig und anerkannt.http://www.bbr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/BMVBS/KostenguenstigQualitaetsbewusstBauen/Downloads/FeuchteBauwerk.pdf?__blob=publicationFile&v=2

  8. Stefan sagt:

    Naja… ganz so kategorisch ist die „Erklärung“ vom BBR auch wieder nicht, man macht da schon Einschränkungen (s. S. 33ff):

    Fazit: Lediglich das aktive elektrophysikalische Verfahren scheint unter bestimmten Voraussetzungen für eine Feuchtesanierung geeignet

    „Aktive Verfahren“ Höchste Wahrscheinlichkeit einer Entfeuchtung unter den elektophysikalischen Verfahren

    Aber ok, die Aussagen des BBR berufen sich auf eine einzige Quelle aus den Jahr 2001.
    Halten wir mal dagegen, dass sich in 15 Jahren etwas verbessert haben kann.

  9. justizfreund sagt:

    Ich habe mittlerweile einiges zum Thema Aquapol zusammengetragen

    Das Gerät funktioniert auch durch Anwaltsschreiben mit denen die Kunden eingeschüchtert werden.

  10. Marco Kusch sagt:

    Eine aktive Elektroosmose oder überhaupt das gesamte Thema Elektroosmoseverfahren hat nichts mit den Zauberkästchen und deren mafiösen Vertriebspraktiken zu tun.
    Hier kann man alles notwendige nachlesen, wenn gewünscht:

    https://www.facebook.com/Mauertrockenlegung-mit-aktiver-Elektroosmose-132232863515052/

  11. Marco Kusch sagt:

    Wie prüft man die Funktion und was sollte man bei baufreien Angeboten beachten?
    https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1402669063138086.1073741859.132232863515052&type=3

  12. Marco Kusch sagt:

    Und wieder gibt es einen neuen und bereits am 6.12.2016 vom VSW Berlin abgemahnten Scharlatan unter uns, der den Leuten erneut eine angeblich ÖNorm konforme Elektroosmose per „“funkendem Zauberkästchen““ verkaufen will, verbunden mit den bekannten vielen schönen goldenen Verkaufs-Versprechen.
    http://www.freimuth-mauerentfeuchtung.de/?gclid=CJnA6cDXpNQCFQu4GwodRycCEQ
    Vorsicht und Finger weg vor diesem Schwindel.Es ist weder wissenschaftlich bewiesen, noch wären die Funkwellen in der Lage eine Elektroosmose auszulösen.Dafür sind ganz andere Spannungen nötig und verbaute Elektroden nötig. Keine einzige dieser Funkwellen wird im Mauerwerk halt machen und auch nur einen Wassertropfen beeinflussen.
    Vor dem schaden Klug sein…

  13. Hallo Herr Kusch,
    liebe Community,

    ich bin doch immer wieder erstaunt, dass Leute und Verbände (so auch der VSW) es schaffen sich ein Bild von der Funktionsweise eines Gerätes machen, dass sie selbst weder in den Händen gehalten noch getestet haben.

    Hier geht es offensichtlich um eine Rufschädigung um eigene Produkte besser dastehen zu lassen, denn Herr Kusch vertreibt nunmal auch ein Gerät zur Mauerentfeuchtung – sollte zu denken geben.

    Nicht ohne Grund haben wir im Rahmen unserer Geld-zurück-Garantie keinen einzigen Reklamationsfall. Außerdem lassen wir uns aktuell von mehreren unabhängigen Institutionen die Wirksamkeit bestätigen.

    Viele Grüße,
    Björn Freimuth

  14. Stefan sagt:

    Dann freue ich mich doch auf eine konstruktive Diskussion. Konstruktiv und sachlich.
    Und auch über Erfahrungen von Anwendern der verschiedenen Systeme aus erster Hand. Ebenso sachlich bitte.

  15. Marco Kusch sagt:

    Hallo Herr Freimuth,
    Sie können gern den unlauteren Verkauf Ihrer abgemahnten Technik drehen wie Sie wollen…, es ändert nichts an den wahren Gründen der gegen Ihre Firma vorliegenden Wettbewerbsklage des VSW nach dem UWG ( Unlauters Wettbewerbsgesetz)
    Ihrem Produkt fehlt eben:
    1. Die allgemeine wissenschaftliche Anerkennung
    2. Die Zugehörigkeit zum Stand der Technik
    3. Der Funktions-bzw.Wirkbeweis zu all Ihren unlauteren Werbe-Behauptungen zur Vorteilsbeschaffung
    Es fehlt überhaupt schon mal generell die behaupteten Önorm-Zugehörigkeit zur Elektroosmose, denn eine Elektroosmose nach ÖNORM funktioniert mit dem festen Einbau fortlaufender Elektrodentechnik im Mauerwerk und einer daran angeschlossenen selbstregelnden Gleichspannung von bis zu 15 Volt.
    Und wenn man heute wie Sie eben trotz genügender wissenschaftlicher Untersuchungen der Fachinstitute wie Dahlberg und Fraunhofer ..immer noch behauptet, eine Elektroosmose funktioniere jetzt auch per Funkwelle, dann muß man diesen Beweis beim Verkauf auf den Tisch legen und nicht nur mit getürckter Werbung den Kunden blenden.Eigentümer anderer Produkte, ob in der Medizin oder sonstwo müssen diesen Nachweis auch erbringen, bevor Sie Ihre Vermarktung beginnen.
    All diese fehlenden Fakten sind in Ihren eigenen vergoldeten Werbetexten, dem ÖNORM Stempel und allem anderen den Kunden verdummenden Quatsch ersichtlich, den wir seriösen Wettbewerber mit zugelassener Technik nun schon Jahre von allen Zauberkästchenvertretern ertragen mussten.Und genau deshalb werden wir demnächst unsere UWG Rechte nutzen und solche unseriösen Wettbewerber offenlegen.
    Die Gerichte haben dies nun zum Schutz der Kundschaft abgestellt mit entsprechenden Urteilen. Hier ist mal eines von vielen….
    http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2015-N-03407?hl=true

    Sie können mir noch hunderte negative Einträge im Net machen, stört mich nicht….Die Kunden wissen nun längst schon was eine zugelassene aktive Elektroosmose ist und ich werde auch weiterhin aufklärend dies tun um Sie vor Scharlatanerie zu schützen. Alle anderen Fakten kann man im Net oder in der ÖNORM B3355-2 nachlesen.

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