Fassaden – Gesichter des Hauses

Fassade des Zollhofes in Düsseldorf, von Frank O. GehryFassaden prägen das Äußere des Gebäudes im gleichen Maße wie dessen Form: sie sind das „Gesicht“ des Hauses, wie die Fenster dessen Augen sind. Im Gegensatz zur Hausform bietet die Fassade aber auch eine vergleichsweise einfache Möglichkeit der optischen Veränderung. Doch hat sich eine Fassade früher oder später einem Lifting zu unterziehen, in diesem Fall also einer Sanierung. Hierbei hat der Bauherr einige Punkte zu beachten, wenn er ästhetisch und energetisch richtig handeln möchte.

Ursprünglich stammt das Wort „Fassade“ aus dem Lateinischen (facies) und bedeutet so viel wie „Angesicht“. Schon im alten Rom erkannten die Architekten, dass eine Fassade für die den Stil eines Gebäudes sehr bedeutend ist und sogar Rückschlüsse auf den Besitzer eines Hauses zulässt. So konnten besonders wohlhabende Menschen ihre gesellschaftliche Stellung in schon mit dem Äußeren ihres Wohnhauses zeigen. Vor allem auch in der Renaissance wurden prunkvolle Fassaden ausgeführt, um den ästhetischen Ansprüchen der Bauherren gerecht zu werden. Später verlor die Fassade dann an Bedeutung und es wurde mehr Wert auf das Innere eines Gebäudes gelegt.

Grundsätzlich ist die Fassade aber auch heute noch natürlich der Blickfang eines Gebäudes und vermittelt durch ihre Gestaltung eine ganz bestimmte Wirkung. Die Einbindung von Fenstern, Türen und Balkonen ist ebenso wichtig für den Gesamteindruck einer Fassade wie auch deren Farb- und Oberflächenstruktur. Die Definition einer Fassade auf dem Online-Lexikon Wikipedia klingt da schon ein wenig trockener:

Die Fassade ist ein gestalteter, oft repräsentativer Teil der sichtbaren Hülle oder Außenhaut eines Gebäudes.

Bei der Gestaltung der Fassade bieten sich dem Bauherren vielfältige Möglichkeiten. Er kann beispielsweise zwischen Holz, Ziegeln, Klinker oder Putz als Oberflächenmaterial wählen. Weitere Gestaltungsmöglichkeiten liegen in der Begrünung von Fassaden durch Blumenkästen oder Efeubewuchs. Bei der Fassadenkonstruktion gibt es verschiedene Möglichkeiten. So ist bei Doppelfassaden zum Beispiel vor dem tragenden Mauerwerk eine äußere Wetterschutzschicht angebracht, die über ein Zwischenraum von den inneren Schichten getrennt ist. Ist der Zwischenraum gedämmt, ist gleichzeitig eine energiesparende Konstruktion und der Schutz vor äußeren Witterungseinflüssen gewährleistet. Bestenfalls hält die Fassade also Regen, Wind oder Feuchtigkeit vom Gebäudekern fern, doch auch die Wahl der tragenden Materialien kann zur Wärmedämmung beitragen und kann so helfen, Energie zu sparen.

Fassaden halten lange, aber nicht ewig. Daher muss man die Oberfläche einer Fassade gelegentlich auch erneuern. Dabei kann es vorkommen, dass mehr als ein neuer Anstrich fällig wird. Laut Experten der LBS Bausparkasse haben Fassaden eigentlich eine sehr lange Lebensdauer. So hält ein Außenputz um die 30 Jahre, der Außenanstrich bis zu 10 Jahre und Klinkerverkleidungen sogar bis zu 100 Jahre. Früher oder später steht also eine Sanierung an, die dann Möglichkeiten einer neuen Hausgestaltung bietet.

Schmutz und Feuchtigkeit auf der Fassade gehören jedoch zum Alltag eines jeden Immobilienbesitzers. Paradoxerweise werden gut gedämmte Außenwände auf deren Außenseite leichter feucht als klassisches Mauerwerk. Grund hierfür ist die Wärmedämmung, die den Wärmeaustausch wie geplant reduziert und dadurch für geringere Temperaturen auf der Fassadenoberfläche sorgt. So kondensiert die Luftfeuchtigkeit vor allem in nassen und kalten Monaten. Das bringt Pilze und Algen auf Trab.

Wind und Wetter hinterlassen also früher oder später ihre Spuren auf der Fassade. Die ersten Verwitterungen sind zwar meist noch kein Problem. Aber spätestens wenn die ersten Beschädigungen auftauchen, wird es Zeit, die Fassade zu sanieren und so dem Haus wieder ein schönes – und möglicherweise auch neues – Äußeres zu verleihen. Dabei können neue Gestaltungsmöglichkeiten ausprobiert und die Fassade energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Damit die Fassade schön und gleichzeitig energieeffizient ist, muss sie laut Experten sechs Kriterien erfüllen. Zu achten ist bei der Renovierung der Fassade daher auf folgende Punkte:
  • Sicheren, lang anhaltenden Witterungsschutz
  • Pflegeleichte Fassade
  • Sehr guter Schallschutz
  • Langjährige, reparaturfreie Lebensdauer
  • Wasserdampf-Diffusionsfähigkeit
  • Einhaltung der Energieeinsparverordnung (EnEV)

Also, packen wir’s an!


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Ein Kommentar

  1. […] architektonisches Element in der Fassade. Für moderne Fenster […]

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