Förderdschungel Bau

Fördermittelcheck, Förderungsratgeber, Subventionsdatenbanken, Förderprogramme. Google wirft zu schreibender Stunde nicht weniger als 850.000 Treffer für die Stichworte „Fördermittel Bau“ aus. Ich weiß nicht, wie Sie es sehen, aber der normalsterbliche Häuslebauer muss sich bei diesem Thema doch wie in einem Dschungel vorkommen. Da gibt es Förderung auf europäischer und nationaler Ebene, auf Landesebene, in Kommunen, aus öffentlicher Hand, von Banken. Alles von Zuschüssen über Steuer- und Einspeisevergütungen bis Niedrigzinsdarlehen.

Wir haben seit Bestehen dieses Blogs im letzten Jahr schon 5 mal über das Thema Förderung berichtet und ich muss ehrlich gestehen, dass ich seitdem nicht unbedingt klüger geworden bin. Dafür ist das Dickicht des Dschungels einfach zu undurchsichtig und es wächst und gedeiht nahezu im Wochentakt. Immer wieder kommen neue Angebote hinzu, bestehende Möglichkeiten ändern sich oder Fördermittel werden schlicht gestrichen, weil… ja, warum genau das passiert, wissen wohl nur sehr wenige Menschen in den Chefetagen von KfW, BAFA, BMWi und BMU.

Doch ein Bauwilliger braucht nun einmal Geld für den Bau oder den Umbau eines Gebäudes. Leihsummen für einen Kredit bewegen sich nicht selten im 5- oder 6-stelligen Bereich. Da ist der Bauherr sicherlich glücklich, wenn er den einen oder anderen Euro sparen kann. Die passende Förderung ist jedoch immer abhängig von der Art der durchzuführenden Baumaßnahme wie Neubau, Sanierung, Einsatz regenerativer Energien oder Verbesserung der Wärmedämmung. Und dann beginnt das große Suchen nach den Fördermöglichkeiten und man kann eigentlich nur noch durchblicken, wenn man sich mit einem der vielen Berater zusammen tut, die sich auf das Gebiet der Baufinanzierung spezialisiert haben. Aber warum gibt es da kein einfacheres System?

In Großbritannien ist es beispielsweise so, dass die Aufgabe der Finanzierung von energiebezogenen Baumaßnahmen den Energieversorgern übertragen wurde. Diese bewerten das Energieeinsparpotential der Maßnahme, schießen das nötige Kapital vor und wickeln die Rückzahlung über die Energieabrechnung bzw. die Energieeinsparungen ab. Da der Energieversorger sicherlich daran interessiert sein dürfte, seine Ausgaben möglichst schnell wieder einzunehmen, wird mit dieser Methode sicher gestellt, dass der Kunde/Bauherr die bestmöglichen Konditionen erhält. Denn die Kontrolle liegt in den Händen des Verbrauchers, der mit seiner Energieabrechnung die Rückzahlungen direkt beeinflussen kann.

Warum sollte man dieses System denn nicht auch flächendeckend in Deutschland einführen können? Und dann nicht nur für energiesparende Maßnahmen, sondern für alle Baumaßnahmen. Oder würde das Abholzen dieses Förderdschungels nicht mit der grünen Politik des Staates konform gehen?

Nachtrag: Die Ingenieurakademie Hessen bietet am 15. August 2011 in Zusammenarbeit mit der KfW-Bankengruppe ein Seminar mit dem Titel „KfW aktuell – Förderprogramme“ an, in dem für Fachleute die wohnwirtschaftlichen Förderprogramme „Modernisieren“, „Altersgerecht umbauen“ und „Sanieren“ sowie die gewerblichen Förderprogramme „Investitionen zur Energieeinsparung“ und „Erneuerbare Energien“ erläutert und an praktischen Beispielen dargestellt werden. Das scheint eine gute Möglichkeit für einen Einstieg in’s Thema zu sein.

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