Garagentore

Garagen sind sicherlich eine nützliche Erfindung. Garagentore damit auch. Doch wer will heute noch ein Garagentor haben, dass er mit Hand öffnen muss? Raus aus dem Auto, Schlüssel nicht vergessen, Garagentor aufschließen, Tor mit Muskelkraft öffnen, wieder rein in des Deutschen liebstes Kind und losgefahren. Und das alles bei Wind und Wetter, bei Regen und Schnee. Brrr. Wofür gibt es denn Fortschritt? Und warum sollte das Auto einen Motor haben, den man dem Garagentor verwehrt?

Die einfachste Art sein Auto nicht im Regen stehen zu lassen ist sicher der Carport. Ein Dach drauf und Regen und Schnee lassen das Auto in Ruhe. Doch wenn das Auto wirklich immer noch der Deutschen liebstes Kind ist, sollte man dieses auch entsprechend von den Seiten her schützen. Nicht nur gegen die Witterung, sondern auch gegen Tiere, die sich nur zu gerne in Schläuche und Kabel verbeißen. Und vor allem gegen ungebetene Besucher, die nicht nur das Auto sondern auch das dazu gehörige Werkzeug und der unbenutzte Satz Winterreifen interessieren könnte. Eine Garage mit einem Tor ist also nicht die dümmste aller Ideen.

Die ersten Garagen gab es bereits vor langer Zeit. Pferdekutschen wollten schließlich auch irgendwo untergebracht werden. Als man dann von einer oder zwei Pferdestärken auf ein Vielfaches überging, änderte sich aber an der Form der ‚Garage‘ und des Garagentores wenig. Holzverschläge wurden meist mit zwei Flügeltoren oder einem Schiebetor verschlossen, ebenfalls aus Holz, die nur ein mühsamen Öffnen und Schließen zuließen. Zudem musste man damit rechnen, dass Scharniere und Metallbeschläge rosten. Ein Hoch an dieser Stelle auf galvanisierten bzw. rostfreien Stahl!

Erst 1921 wurde dann das Kipptor erfunden. Nutzbarer Raum musste nicht mehr durch weit schwingende Tore verschwendet werden und Stahlteile konnten im korrosionsgeschützten Innenraum der Garage untergebracht werden. Dann kam irgendwann das Schwingtor. Die Führung auf Schienen und mit Stahlfedern machte das Öffnen zwar noch immer nicht kinderleicht (ich erinnere mich da nur ungern an das Gewicht des Stahltores in der Garage meiner Eltern), aber ein Anfang war gemacht. Eine erste erhebliche Verbesserung lag in der Änderung des Materials, aus dem das Tor bestand, zu etwas leichterem. Sektionaltore aus Stahl oder Fiberglas sind heute wohl die anwenderfreundlichste Art ein Tor zu bauen. So man denn auf einen Motor verzichten möchte.

Wer das nicht möchte, dem wird heute eine Menge Komfort durch einen Garagentorantrieb geboten. Über den schon erwähnten Schutz des Nutzers einer Garage vor unwägbarer Witterung hinaus bieten nicht nur funkgesteuerte Garagentorantriebe auch die Möglichkeit des sicheren Verschlusses der Garage. Garagentoren werden fast ausschließlich von Elektromotoren angetrieben, die heute mit einer Geschwindigkeit arbeiten, die stundenlanges Warten vor dem Tor überflüssig macht. Dieser Antrieb kann mittlerweile auch netzunabhängig über Akkus betrieben werden, die ihre Kraft über Solarzellen erhalten. Er kann dabei traditionell an der Decke aber auch flexibel an der Wand angebracht sein. Antriebsriemen bestehen heute zudem nicht mehr aus eingeölten Stahlketten, die überschüssiges Schmiermittel auf Garagenboden und Autodach verteilen, sondern aus fast wartungsfreien Material wie beispielsweise Kevlar. Und wer will, kann auch die Außenbeleuchtung mit der Funksteuerung bedienen.

Garagentore mit Antrieb sind ihren manuell geöffneten Vettern beim Thema Verletzungssicherheit ebenfalls ein Stück voraus. Was bremst denn bitte ein sich unbeabsichtigt in Bewegung befindliches Tor ohne Antrieb, wenn ein Mensch darunter steht? Der Kopf, die Schultern? Autsch! Garagentore mit Antrieb besitzen mittlerweile fein abgestimmte Sensoren, die sofort auf Widerstände reagieren und sogar den Rückwärtsgang einschalten. Gut, Kratzer am Auto lassen sich nicht vermeiden, wenn Stahl auf Lack trifft, aber der Haut bleiben blaue Flecken oder Schlimmeres erspart.

Und das Schönste ganz zum Schluss: Garagentorantriebe können bei den meisten Garagentoren auch nachgerüstet werden. Preislich ist das Ganze sogar recht überschaubar und wer wirklich im Regen keine Lust hat, das Auto zu verlassen, findet diese Investition sogar sicher sinnvoll.

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6 Kommentare

  1. Thore sagt:

    Ich wunder mich immernoch, dass fernbediente Tore noch als Luxus gelten.

  2. Stefan sagt:

    Tja, die alten Tore ohne Antrieb halten eben zu lange und warum sollte ein Gewohnheitstier sich ändern, wenn das alte Tor seinen Dienst noch tut?

  3. Bernd sagt:

    Es gibt mittlerweile bereits sehr günstige Komplettangebote – sprich: Garagentor+Antrieb+Handsender!

  4. Stefan sagt:

    Warum sollte man die Sachen auch einzeln kaufen wollen?

  5. meintor24 sagt:

    Super Beitrag und gute Recherche.
    Garagentore müssen wirklich nicht mehr sehr teuer sein, vor allem wenn man sie selber einbaut, damit spart man sich die teuren Montagekosten.

  6. Osman sagt:

    Billig und gut verträgt sich normalerweise nicht, oder „Wer billig kauft, kauft zweimal (oder ärgert sich)“. So meine allgemeinen Erfahrungen… Teuer muß aber auch nicht immer gut bedeuten.
    Gerade bei Garagentore würde ich im Zweifelsfall lieber einen namhaften Hersteller wählen

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