Grüne Gebäude in neuen Höhen

Hochhäuser mit Bäumen auf den BalkonenAuch wenn der Taipei 101 unter anderem wegen seines geringen Energieverbrauches neulich mit einem LEED-Zertifikat in Platin ausgezeichnet wurde, ist dieses Gebäude doch kein Beispiel für die grünen hohen Gebäude, die mit „echtem“ Grün gebaut werden können. Dass auch hier neue Höhen erreicht werden können, zeigt eindrucksvoll das ambitiöse Beispiel wirklich grüner Hochhäuser in der Gegend von Porta Nuova in Mailand. Und beim Bosco Verticale – also dem vertikalen Wald – ist nicht nur die Rede von Dachbegrünungen.

Die Architekten von Boeri Studio haben zwei Hochhäuser entworfen, an deren Fassaden über die gesamte Höhe Bäume wachsen. Die beiden grünen Hochhäuser befindet sich nun im Bau. Bäume wie die Steineiche, die Flaumeiche, Manna-Esche, Felsenbirne, Blasenesche, Wilde Birne, Erdbeerbäume, Weißdorn, Geißklee oder Flieder sollen im Sommer Schatten spenden und damit die sommerlich Erwärmung der Innenräume und deren Klimatisierung verringern. Die bis zu 9 Meter hohen grünen Riesen sollen aber auch gegen Wind, Partikelbelastung und Lärm schützen. Die Pflanzen wurden speziell entsprechend ihrer Wuchshöhe und ihrer Position an der Fassade ausgewählt.

Weil nur Laubbäume gepflanzt werden, die im Winter ihre Blätter verlieren und dann keinen Schatten mehr spenden, kann die Wintersonne durch die nackten Zweigen hindurch dringen und die Wohnungen der Hochhäuser kostenfrei erwärmen, wenn die Unterstützung der Sonne am meisten benötigt wird. Die Bäume erhalten Wasser und Nährstoffe über eine enormes Bewässerungssystem, das das Brauchwasser der Hochhäuser wieder verwendet. Die Architekten betonen dennoch, dass die Baukosten nur 5 Prozent über denen liegen, die sonst ohne diese Maßnahmen entstanden wären. Die beiden 111 und 79 Meter hohen grünen Hochhäuser werden durch einen Hektar Waldfläche eingepackt. Insgesamt sollen bis zu 900 Bäume gepflanzt werden, dazu 16.000 weitere Pflanzen und Büsche.

Der Komplex, in dem die Gebäude errichtet werden, beherbergt Wohnungen, Geschäfte, Büros, ein Hotel, Sozialeinrichtungen, Kulturzentren, kreative Zonen sowie große Flächen für Ausstellungen, für Grünzonen und für Fußgänger oder Radfahrer auf 160.000 Quadratmetern. Sogar in der Financial Times werden die beiden Hochhäuser als einer der interessanten Hochhausprojekte unserer Zeit angesehen.

Ach ja, LEED-Zertifzierungen sind natürlich für alle Gebäude geplant. Und Bosco Verticale ist entsprechend den Plänen von Architekt Stefano Boeri nur der erste Teil des 6-stufigen Plans BioMilano, um Mailand ein wenig mehr Grün zu schenken.

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3 Kommentare

  1. Elisa sagt:

    Es sehr ist toll.
    Dass kostenfrei Wärme gemacht wird, finde ich ziemlich geschickt.
    Ich wünsche euch viel Glück beim Bau.
    Ich hoffe,dass ich mal im Hochhaus eine Wohnung haben kann.

    Viele Grüße
    Elisa

  2. Jens sagt:

    Diese Hochhäuser sehen ja wirklich spitze aus! Wäre toll, wenn bald die Städte weltweit mit ihnen geziert werden würden!

  3. Stefan sagt:

    Ja, das ist schon pfiffig. Aber ob sich das irgendwann mal durchsetzt?!?

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