Handwerker und der Umgang mit ihnen

Handwerker eilt herbei mit WerkzeugkastenWie immer im Leben kommt es auch bei der Arbeit mit Handwerkern auf den richtigen Umgangston an. Dabei geht es in erster Linie darum, Missverständnissen vorzubeugen und böse Überraschungen zu vermeiden. Immerhin werden Handwerker für ihre Arbeit bezahlt und der Kunde darf sicherlich eine einwandfreie Ausführung der Arbeit erwarten. Hierzu sollten allerdings schon Vorfeld der Zusammenarbeit gewisse Umgangsregeln definiert sein. Letzten Endes als Sicherheit für Handwerker und Kunden.

Die Kontrolle über Handwerkerarbeiten beginnt bereits vor der Beauftragung eines Handwerkers und seiner eigentlichen Arbeit mit dem Einholen von Kostenvoranschlägen. Diese sind nicht nur bei teureren Arbeiten sinnvoll und werden vom Handwerker meistens kostenlos angeboten. Für den Kunden hat ein Kostenvoranschlag natürlich den Vorteil der Planungssicherheit, da er sich auf die Handwerker gemachten Angaben verlassen kann – so letzterer diese nicht ausdrücklich „ohne Gewähr“ ausgestellt hat. Dann sind geringfügige Überschreitungen der aufgeführten Kosten zulässig. Bei größeren Abweichungen ist der Auftraggeber vorher über diese zu informieren, wonach dieser von einem abgeschlossenen Vertrag zurücktreten kann.

Der Vertrag ist – neben guten Erfahrungen mit einem speziellen Handwerker oder Lieferanten – vielleicht der wichtigste Baustein einer reibungslosen Zusammenarbeit. Die verbindliche Festlegung von Mindeststandards sollte also schon in diesem Vertrag festgehalten sein. Hierbei geht es beispielsweise um die Güte von verwendeten Baumaterialien oder die Angabe spezifischer Produktwünsche. Je genauer diese Informationen gemacht sind, desto besser ist es. Es können also durchaus auch Markennamen oder Artikelnummern verwendet werden. Aus dem Auftrag eines Handwerkers sollte dann hervorgehen, dass der vereinbarte Vertrag gültig ist. Deutsche und europäische Normen (DIN und DIN EN) sind somit als Ausführungsrichtlinien anzusehen. Ein nicht genau formulierter oder unklarer Auftrag kann den Kunden hinterher teuer zu stehen kommen.

Ohne als Spion in den eigenen 4 Wänden aufzutreten, sollte der Kunden den Handwerker während der Arbeit ein wenig auf die Finger schauen. Die regelmäßige Anwesenheit auf der Baustelle ist durchaus ratsam. Dabei geht es nicht in erster Linie um die Kontrolle des Handwerkers sondern vielmehr um die Möglichkeit rechtzeitig Absprachen treffen zu können, ohne die es leicht zu Missverständnissen und Fehlentscheidungen kommen kann. Kann man als Laie die Qualität der ausgeführten Arbeit nicht selber bewerten, sollte man einen Fachmann wie einen Architekten oder einen Bausachverständigen hinzuziehen, der eine objektive Einschätzung der Situation abgibt. Natürlich ist dessen Beauftragung nicht kostenlos, aber möglicherweise macht sie sich am Ende bezahlt.

Werden trotz aller guten Ansätze Mängel konstatiert, ist der Handwerker so schnell wie möglich und schriftlich darüber in Kenntnis zu setzen. Es muss dem Handwerker dann eine angemessene Frist zur Beseitigung des Mangels eingeräumt werden. Wird die Frist nicht eingehalten, kann der Kunde dem Handwerker weitere Arbeiten verweigern und einen Dritten mit der Ausbesserung beauftragen, dessen Arbeitskosten vom ursprünglich beauftragten Handwerker zu tragen sind. Das sollte ein effektives, aber natürlich auch das letzte Mittel darstellen, um nachlässige Handwerker zu ordentlicher Arbeit zu bewegen. Aber keine Bange; gute Handwerker verstehen aufmerksame Kunden, die allerdings nicht kleinlich wirken sollten, und nehmen konstruktive und berechtigte Kritik vom Kunden durchaus ernst.

Es ist eben niemand unfehlbar. Noch nicht einmal das goldene Handwerk. Wer damit lernt umzugehen, hat einfach mehr vom Leben.


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