Ein Haus für 300 Dollar

Skizze zum 300 Dollar HausArmut ist ein enorm wachsendes Problem, insbesondere in Großstädten. Menschenwürdiger Wohnraum ist hier Mangelware und nur wenige Bewohner der Slums dieser Welt werden jemals in den Genuss fließenden Wassers oder einer stabilen Stromversorgung kommen. Vijay Govindarajan, Business-Professor an der Tuck School of Business in Dartmouth, hat sich nun diesen Problems angenommen und meint, dass er eine Lösung gefunden hat: das 300-Dollar-Haus.

Das Haus soll das Leben von Hunderten von Millionen armer Menschen verändern. Fremde werden zu Nachbarn und Slums zu Nachbarschaften. Fließendes Wasser und Elektrizität sind inklusive. Computer und Internet sowie Telefonen und Wasserfilter, Solarenergie und saubere Öfen sind ebenso Teil dieses Angebotes für 300 Dollar. Klingt unglaublich, wo es es in unseren Breiten doch schon fast so viel kostet, einen Internetvertrag abzuschließen. Aber nach Ansicht von Vijay Govindarajan werden die Häuser zu einem gesünderen und sichereren Leben beitragen und auch den Zugang zu Bildung erleichtern.

Bisher existiert das Low-Cost-Haus doch nur als Konzept, als Gedankenspiel. Ein Gedankenspiel, das zu folgenden Fragen Stellung nehmen will:
  • Wie können mit ökologischen und selbst konstruierten Slum-Siedlungen Grundbedürfnisse lebenswerten Wohnraums erfüllt werden?
  • Wie genau wird ein solches Haus für die Armen aussehen?
  • Wie können Weltklasse-Ingenieurwesen und -Design zur Lösung der Probleme nutzbar gemacht werden?
  • Was können die Teilnehmer aus einem solchen Reverse-Innovation-Projekt lernen?
  • Wie können Arme ein solches Haus erwerben?
Govindarajan stellt sich das Haus generell als Einzimmer-Struktur vor. Herunterziehbare Raumteiler sorgen für ein Mindestmaß an Privatsphäre. Das Mobiliar besteht aus Schlaf-Hängematten und Klappstühlen. Auf dem Dach wären kostengünstige Solarzellen angebracht. Solarbatterien sorgten für Licht und Strom für Handy und Computer. Außerdem wäre im Haus ein günstiger Wasserfilter eingebaut.

Das Ziel ist es ein Gebäude zu entwerfen, zu bauen und zu nutzen, dass eine Familie vor der Witterung schützt, ihnen Schlaf in der Nacht ermöglicht und ihnen ein wenig Würde gibt. Govindarajan will den Armen eine Chance geben, sicher zu leben und ein Ökosystem um sich herum aufzubauen, das sauberes Wasser, sanitäre Anlagen, Gesundheitsdienste, Familienplanung, Ausbildung und Mikro-Unternehmen beinhaltet. Er hofft so, die Krankheit Armut lindern zu können. Durch die Bildung dieses Ökosystems sollen Firmen Gewinn machen können, die den Armen ihre Leistungen zu erschwinglichen Kosten anbieten. Denn die Armen haben eine Chance verdient, eine wahre Chance, damit sie den Weg aus der Armut schaffen.

Ach ja, zur Zeit suchen Vijay Govindarajan und sein Partner Christian Sarkar noch Investoren für das Projekt. Mehr Infos gibt es hier.

Ich für meinen Teil, halte die Idee wirklich für sehr lobenswert… sonst hätte ich kaum darüber berichtet. Doch glaube ich nicht daran, dass man für diesen Preis ein Haus – so einfach es auch gebaut sein mag – planen und bauen kann, wenn die Kapitalisten dieser Welt noch ihren Reibach machen können sollen. Ich lasse mich in diesem Fall aber gerne eines Besseren belehren!

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