Heizen mit Eis

Einsspeicher in der Ansicht von InnenNun, die Idee mit der in Eis gespeicherten Wärmeenergie zu heizen ist an sich nicht neu. Schon seit einigen Jahren sind Eisspeicher als innovative Alternative zu konventioneller Wärmetechnik auf dem Markt erhältlich. Das Konzept bietet eine effiziente Lösung für die Herausforderung, die Wärmeenergie des Sommers langfristig speichern und im Winter wieder freigeben zu können. Die Übernahme der für die Entwicklung des Systems verantwortlichen Firma durch den Heiztechnikproduzenten Viessmann und die Möglichkeit der finanziellen Förderung solcher Systeme durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) scheint dem Konzept aktuell mehr Rückenwind zu geben.

Eine Eisheizung ist nicht nur im Neubau, sondern auch in Bestandsgebäuden einsetzbar. Energieeffizientes Bauen und Sanieren hat – neben den bereits bekannten Technologien – mit der Eisheizung also eine neue, interessante und innovative Alternative bekommen. Eine Eisheizung nutzt ein bekanntes physikalisches Prinzip. Sobald sich der Aggregatszustand eines Stoffes ändert, wird Energie frei. Wenn Wasser zu Eis erstarrt, kristallisiert es. Diese Kristallisation setzt Energiemengen frei, die in etwa einem Erwärmungsvorgang von Wasser auf 80°C entsprechen.

Wer im Winter Taschenwärmer nutzt, weiß wovon die Rede ist. Die Funktion einer Eisheizung ist ähnlich. Im Handwärmer befindet sich ein Gel, das durch Knicken eines Metallpäckchens kristallisiert. Dadurch verändert sich der Aggregatzustand und die gespeicherte Wärme wird abgegeben. Beim Taschenwärmer wie bei der Eisheizung ist es möglich, die Energie immer wieder zuzuführen, um sie später bei Bedarf abzurufen.

Wenn Eis schmilzt, speichert das Wasser Wärmeenergie. Bei Bedarf kann diese Wärme dem Wasser entzogen werden. Hierzu ist eine Wärmepumpe erforderlich. Diese wird durch elektrischen Strom betrieben. Hat ein Haus nun eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, dann wird der benötigte Strom sogar selbst produziert. Das ist der einzige laufende Kostenpunkt, der bei der Eisheizung im Betrieb zu Buche schlägt. Ist es sonnig, nimmt die Photovoltaikanlage die Energie auf und speichert sie im Wasserreservoir der Eisheizung. Der Speicher wird auf die Größe des Hauses angepasst. Wird es draußen kälter, kann die eingespeiste Energie wieder abgerufen werden. Dadurch wird ein funktionierender Energiekreislauf geschlossen.

Unabhängige Experten wie das Institut für Energie-, Kälte- und Klimatechnik (InEKK) bezeichnen die Eisheizung als eine der wichtigsten Entwicklungen auf dem Energie-Effizienzmarkt der letzten Jahre. Auch das ARD-Ratgebermagazin Bauen und Wohnen empfiehlt die Eisheizung als zukunftsfähige Technologie.

Die Vorteile von Eisspeichern liegen auf der Hand:

  • Wärme kann auf niedrigem Temperaturniveau nahezu verlustfreie und langfristig gespeichert werden
  • Die Sprengwirkung des Eises ist durch eine patentierte Wärmetauscheranordnung ausgeschlossen
  • Energiekostensenkung können um ca. 50% im Heizbetrieb und ca. 99% im Kühlbetrieb gegenüber konventionellen Systemen gesenkt werden
  • Tiefenbohrungen entfallen genauso wie Kosten für ein Bodengutachten oder eine Genehmigung der Anlage
  • Eisheizungen sind nach vorliegenden Erfahrungen nahezu wartungsfrei

Demgegenüber steht, dass für die effiziente Nutzung einer Eisheizung eine Solaranlage installiert sein muss, damit der Inhalt des Eisspeichers erwärmt werden kann. Da der Eisspeicher unterirdisch eingebaut werden muss, wir die Überbauung beeinflusst. Die meisten Kunden lassen den Eisspeicher unter der Garage ein. Dort stört er niemanden und kann seinen energetischen Dienst verrichten.

Der Preis für eine innovative Eisheizung beginnt bei 20.000 Euro. Damit sind Montage- und Installationskosten komplett abgedeckt. Es lohnt sich dabei eine Vergleichsrechnung zur Amortisation durchzuführen. Denn ob und wann ein Heizungssystem sich amortisiert, hängt von individuellen Faktoren ab. Dazu gehören das zu beheizende Gebäudevolumen, die Qualität der Dämmung und die Dämmstoffe selbst, das Heizverhalten und die durchschnittlichen Jahrestemperaturen. Im Zweifel können Interessierte einen Energieberater hinzuziehen, der eine sinnvolle Entscheidung durch Vergleichsberechnungen stützen kann.

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