Massive Außenwände

Chinesische MauerAußenwände sind das Skelett eines jeden Gebäudes. Sie tragen, sie stützen, sie schützen. Sie dämmen, sie dämpfen und sie dichten. Alles, um die Bewohner von unerwünschten Einflüssen aus der Umwelt abzugrenzen. Damit diese technisch teilweise tückischen Aufgaben von einer Außenwand auch zufrieden stellend erfüllt werden können, sind im Laufe der letzten Jahrhunderte in der Bautechnik verschiedene Konstruktionsarten entwickelt worden, die heute zum Einsatz kommen. Grundsätzlich lassen sich diese übergeordnet in leichte und massive Außenwände unterteilen.

Die einfachste Form einer massiven Außenwand ist wohl die einschalige oder monolithische Konstruktion. Diese enthält eine statisch tragende Schicht, die beidseitig mit Putz beschichtet sein kann. In Anbetracht der aktuell geforderten Wärmedämmstandards ist eine solche Konstruktion nur mit einem Material auszuführen, dass sowohl statische als auch dämmtechnische Aufgaben übernehmen kann. Hier sind vor allem Hochlochziegel zu nennen, die mit ihren luftgefüllten Hohlräumen insbesondere bei kleineren Gebäuden beide Anforderungen erfüllen können. In den letzten Jahren sind Ziegelhersteller vermehrt dazu übergegangen, die Ziegelhohlräume mir Dämmstoffen wie Perlite oder Steinwolle zu füllen, um noch bessere Dämmeigenschaften erreichen zu können. Dabei wird immer wieder ein optimaler Kompromiss zwischen Tragfähigkeit und Dämmwirkung der Ziegel gesucht. Außenwände aus Ziegelmauerwerk sind heute eine kostengünstige Art mehrere technische Anforderungen zu berücksichtigen.

Hergestellt aus tonhaltigem Lehm und mit einer Menge Luftporen versehen, nimmt der Feststoff des Ziegelmauerwerks Feuchtigkeit aus Innenräumen gut auf und puffert diese. Er trocknet danach aber auch problemlos wieder aus. Der Schallschutz von Außenwänden, die mit Hochlochziegeln errichtet wurden, ist allerdings im Vergleich zu anderen massiven Außenwandkonstruktionen nicht sehr gut, da hier besonders die Masse der verwendeten Baustoffe gute Ergebnisse liefert. Und gut wärmedämmende Ziegel sind eben deutlich leichter als deren massive Verwandten.

Nicht zuletzt bieten aber auch mehrschalige Konstruktionen die Möglichkeit, die bereits genannten Anforderungen zu erfüllen. Allerdings übernehmen hier die unterschiedlichen Schichten verschiedene Aufgaben. Durch die Zuweisung spezieller Aufgaben an die jeweiligen Baustoffe kann dann der Materialverbrauch und damit die Bauteildicke einer Außenwand verringert werden. Allerdings stellen mehrschichtige Konstruktionen hohe Anforderungen an die Abstimmung der einzelnen Baustoffe aneinander. Hier kann es insbesondere im Bereich des Feuchteschutzes zu Problemen kommen.

Eine der Varianten für mehrschalige Konstruktionen ist die Kerndämmung. Hierbei ist eine Dämmschicht zwischen zwei festen Mauerwerksschalen einer zweischaligen Außenwand angebracht. Die Dämmung füllt dabei den vorhandenen Hohlraum vollständig und muss in jedem Fall wasserabweisend sein. Organische Materialien können unter Umständen verrotten. Daher werden als Kerndämmung häufig Schaumdämmstoffe (EPS, XPS, Polyurethan) oder Dämmstoffe aus Mineralfasern verwendet. Die Dämmung kann sowohl als Matten eingelegt oder speziell bei der Renovierung von Altbauten in den Hohlraum zwischen den Schichten eingeblasen werden. Im regenreichen Nordwesten Deutschlands und auch in weiten Gebieten unserer Nachbarländer (Niederlande, Belgien, Dänemark) hat sich die Variante der zweischaligen Außenwand mit Verblendmauerwerk als stabile und optisch ansprechende Wandkonstruktion durchgesetzt. Außer zwischen Mauerwerksbaustoffen kann Kerndämmung auch in Betonfertigteilen eingesetzt werden.

Darüber hinaus gibt es noch einige andere Arten mehrschaliger massiver Außenwandkonstruktionen. Zu nennen wären hier hinterlüftete Vormauerschalen (im Aufbau der Kerndämmung recht ähnlich, jedoch mit einer Luftschicht auf der Außenseite der Dämmung), Außenwände mit Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) oder anderen Arten von Wärmedämmung und auch erdberührte Außenwände mit Perimeterdämmung bzw. Abdichtungsschichten.

Im Großen und Ganzen also ein vielfältiges Thema. Mal sehen, vielleicht schreiben wir in den nächsten Wochen noch ein paar vertiefende Beiträge über ein- und mehrschalige Außenwände, sowohl leicht als auch massiv.


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Ein Kommentar

  1. Marius Feldermann sagt:

    Außenwände sind in der Tat das Skelett des Hauses!! Nicht den Fehler machen, die tragenden Außenwände verkommen zu lassen. Wenigstens bei älteren Bauten sollte die Notwendigkeit einer nachträglichen Kellerabdichtung geprüft werden, denn Wände die im Boden stehen, sind vor Feuchte oftmals kaum geschützt. Ein Sanierung lohnt sich, selbst wenn sie teuer ist, immer mehr als ein Gebäude, das für den Abriss bestimmt ist. Da eine Kellerabdichtung nicht zwangsweise günstig ist, sollte entweder ein unabhängiger Berater eingesetzt werden oder ein Vergleichsangebot eingeholt werden. Kellerabdichter finden man super über die Gelben Seiten, weil viele noch keine eigene bzw. aufzufindende Webseite haben. Ich kann es jedem wirklich nur empfehlen

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