Mut zur Baulücke

Schließung einer Baulücke in Moskau mit einem freischwebenden Bürogebäude mit durchsichtiger FassadenelementenWenn es darum geht, Mut zur Lücke zu beweisen, sind einige Architekten ganz vorne mit dabei. Manche gehen sogar noch einen Schritt weiter und beweisen Mut zur Baulücke. Ein beeindruckendes Projekt zur Schließung einer solchen Baulücke lieferten za bor architects in der russischen Hauptstadt Moskau im Rahmen der diesjährigen Architekturbiennale ARCH MOSCOW.

Spontan fällt mir hierzu eine ganze Bandbreite von Attributen ein; von witzig über fehlplatziert bis hin zu interessant. Letzteres natürlich nur im bautechnischen Sinne.

Die Lücke zwischen zwei Wohnhäusern in der Moskauer Innenstadt gab den Architekten Anlass, einen 230 Quadratmeter großen Parasiten zu platzieren. Das dreistöckige Bürogebäude, das über der Straße schwebt, sollte nicht nur aufgrund seiner polygonal geformten Fenster und Wände, sondern auch der transluzenten Polycarbonat-Fassade wegen vor allem nachts einen markanten Blickfang bilden. Die hofseitige Gebäudefassade ist hingegen flach und durchgehend verglast. Im Inneren gestalten sich die Räume entsprechend offen und durchlässig. Das Gebäude kann man originellerweise entweder über eine Treppe von der Straßenebene oder über die Dachebene des Nachbargebäudes betreten.

Der dynamisch wirkende Körper ist ein gelungenes Beispiel, das der „Mangelware Bürofläche“ in Moskau auf die Sprünge helfen soll. Aber auch die Politik Moskaus ist nicht untätig. So umfasste das städtische Investitionsprogramm für Bauvorhaben im Jahre 2010 noch „nur“ 206 Milliarden Rubel (knapp 5 Milliarden Euro), soll aber für 2011 bereits auf 360 Milliarden Rubel (knapp 8,5 Milliarden Euro) erhöht werden. Dabei wird Wert auf den Einsatz neuer Technologien als Mittel zur Kostensenkung gelegt. Speziell bei der Schaffung von Büroflächen belegt Moskau im Vergleich zu anderen europäischen Großstädten wie London, Berlin oder Paris einen unangefochtenen ersten Platz. Die Gesamtfläche aller Geschäftszentren, die in Moskau gebaut werden, nähert sich 2,1 Millionen Quadratmetern. Viele Bürogebäude werden dabei schlüsselfertig gebaut.

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2 Kommentare

  1. Watzmann sagt:

    Lücke? Für mich sieht das so aus, als ob da eine ganz normale Strasse verläuft. Nennt man das jetzt „Baulücke“? Das kann ja noch was werden, wenn wir „bald“ nur noch unter schwebenden Häusern flanieren.

  2. Stefan sagt:

    Eine Lücke, in der gebaut werden kann, ist in Russland scheinbar eine Baulücke. Anders kann ich mir das nicht erklären.

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