Politiker helfen Bürgern bei hohen Energiepreisen

Jaja, wofür unsere Volksvertreter nicht alles gut sind. Jetzt wollen sie sogar den Bürger finanziell dabei unterstützen, Energie zu sparen. Ganz uneigennützig. Oder vielleicht doch nicht? Fakt ist auf jeden Fall, dass etwas passieren muss, denn die Energiepreise sind nach einer Erhebung des Energiedienstleisters techem im letzten Jahr wieder einmal ziemlich gestiegen. Zusätzlich muss der Bundesbürger auch noch wegen des harten Winters tiefer in die Tasche greifen. Da kommt die Ankündigung von Bundesbauminister Peter Ramsauer über steuerliche Anreize für eine energetische Sanierung von Gebäuden doch gerade richtig. Mann könnte natürlich auch sagen, dass die Politik die steigenden Energieausgaben als Entschuldigung nutzt, endlich etwas für eine vernünftige Energie- und Sanierungspolitik zu tun. Aber das könnte auch einfach nur als ketzerische Aussage angesehen werden…

Auf jeden Fall gibt es keinen besseren (und keinen späteren) Zeitpunkt für die Politik aktiv zu werden. Nach einer Steigerung der privaten Energieausgaben von durchschnittlich 18% im letzten Jahr sind steuerliche Vergünstigungen ein willkommener Ausgleich für geschundene Haushaltskassen. Der harte Winter gab seine knappen 8% dazu, unbegründbare Preiserhöhungen die restlichen etwas über 10%. Hinzu kommen noch um fast 20% gestiegene Nebenkosten. Besonders hart getroffen hat es das Ruhrgebiet und den Niederrhein, wo die Ausgaben für Heizöl in den Großstädten Köln, Essen und Düsseldorf weit über 25% gestiegen sind. Der Osten Deutschland ist noch am glimpflichsten dabei weg gekommen. Schwerin und Leipzig bilden hier die positiven Schlusslichter. Insgesamt sind jedoch Kiel (14,61 Euro/m²), Stuttgart (14,37 Euro/m²) und Düsseldorf (14,27 Euro/m²) Spitzenreiter der Energiepreisliste.



Bundesbauminister Ramsauer sieht jedoch gute Chancen, dass die Mitte 2011 auslaufende Förderung energetischer Sanierungen doch verlängert wird und 500 Millionen Euro extra für entsprechende Projekte bereit gestellt werden. Ein wichtiger Punkt für die Politik soll sein, dass die Förderung nun endlich auch einen Anreiz für Mieter schafft, die Bausubstanz zu verbessern. Bisher liegt die Bürde der Entscheidung einer Sanierung und damit auch die finanzielle Belastung ausschließlich beim Vermieter bzw. Eigentümer eines Gebäudes. Das könnte sich also bald ändern. Dabei ist es aber nicht geplant, Maßnahmen zwingend vorzuschreiben.

Und die Politik greift noch ein letztes Mal in die Trickkiste, um sich in ein gutes Licht zu stellen: Die Mehreinnahmen aus der Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken sollen direkt in die Förderung erneuerbarer Energien und das Einsparen von Energie investiert werden.

Ach, unsere geliebten Volksvertreter. Wie selbstlos sie doch sein können und so rücksichtsvoll der Umwelt gegenüber. Ich bin zutiefst gerührt!

PS: Die aktuelle Ausgabe der von techem jährlich erstellten Studie zum Heizenergieverbrauch kann im Übrigen für 25 Euro mit der Angabe der Kennziffer „9982074“ bei energiekennwerte@techem.de bestellt werden.


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