Stand der Heizungstechnik

Es tut sich ja einiges auf dem Heizungsmarkt in Bezug auf Neuentwicklungen, Effizienzverbesserungen und Umweltfreundlichkeit. Wärmepumpen, solare Unterstützung der Warmwasserbereitung, Erdwärmetauscher oder Holzpellets sind alles Stichworte, die in den letzten Jahren immer wieder von den Medien als Lösungen für die Heizungstechnik der Zukunft angepriesen wurden. Doch wie ist der Stand der Dinge? Welche dieser Lösungen konnten sich am Markt behaupten, ja vielleicht sogar durchsetzen? Hierzu hat neulich der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) verlässliche Zahlen präsentiert, die sowohl den Bereich der Neubauten als auch der Bestandsgebäude abdecken.

Traditionell wird in Deutschland hauptsächlich Erdgas als Energiequelle für die Heizungstechnik verwendet. So wurden 2012 nahezu die Hälfte (49,2%) der knapp 40 Millionen bestehenden Wohneinheiten durch diesen Energieträger beheizt. An dieser Tradition scheint sich auch in den kommenden Jahren nicht viel ändern zu wollen, da auch im Jahre 2012 etwas mehr als 48% der Neubauten mit einer Erdgasheizung ausgestattet wurden.

Schaut man sich die weiteren Energieträger an, so zeichnen sich dort eindeutige Trends ab. Liegt der bundesweite Durchschnitt für die Nutzung von Heizöl in allen Gebäuden bei 29%, wird dieser Energieträger 2012 nur in weniger als 1% aller Neubauten verwendet. Waren in den vergangenen Jahrzehnten noch Nachtspeicherheizungen der Renner unter den Stromheizungen, so werden diese langsam aber sicher von Wärmepumpen abgelöst, die 2012 schon knapp 24% aller Heizsystem mit Energie belieferten – im Vergleich zu konventionellen Stromheizungen (weit weniger als 1%). Fernwärme konnte 2012 ebenfalls ein paar Prozentpunkte zulegen und wurde in knapp 19% aller Neubauten eingesetzt, wobei der Bestandsdurchschnitt nur bei knapp 13% liegt. Ein ähnlicher Trend gilt für Heizungen, die Holzpellets verbrennen.

Der BDEW mahnt jedoch an, dass sich in Deutschland nur 25% der Heizsysteme auf einem akzeptablen energetischen Niveau befinden. Insgesamt hält man 12 Millionen Wohngebäude in Deutschland für sanierungsbedürftig, was aber nicht nur die Heizungstechnik betrifft.

Der aktuelle Heizspiegel zeigt, dass die veraltete Heizungstechnik ein echtes Problem ist. Neben dem strengeren Winter waren es insbesondere Energiepreissteigerungen, die dem Verbraucher im Jahr 2012 insgesamt 9% mehr aus der Haushaltskasse genommen haben. Der Preistreiber Heizöl schlug mit 9% zu Buche, Erdgas und Fernwärme ’nur‘ mit 5%. Die jährlichen Mehrausgaben in einer 70 m² kleinen Wohnung in einem größeren Mehrfamilienhaus betrugen damit zwischen 770 und 990 Euro im Vergleich zu 2011. Das sind Tendenzen, die auch für das erste Halbjahr 2013 gelten.

Wer jetzt allerdings der Meinung ist, dass das Loch in der privaten Haushaltskasse zu groß sei, um Investitionen in Bereich der Energieeffizienz zu tätigen, der sollte sich nach Ansicht des Deutschen Mieterbundes (DMB) besser noch einmal gründlich über die Möglichkeiten und Einsparpotentiale informieren. Hier kann man nicht nur durch den klassischen Wärmeschutz eines Gebäudes viel Geld sparen, sondern auch durch eine effizientere Wärmeerzeugung – inklusive der Wahl des richtigen Energieträgers – und eine Wärmeverteilung, die dem Stand der Technik entspricht. Schon alleine der kostengünstige hydraulische Abgleich der Heizanlage führt zu nennenswerten Einsparungen.

Zurück zur Startseite >>>

Ein Kommentar

  1. Sebastian sagt:

    Der Heizungsmarkt ist wirklich in Bewegung. Als Nicht-Fachmann ist es da nur noch schwer zu folgen. Ich bin deswegen ziemlich froh gewesen, dass ich von unserem Haustechnik-Fachmann so umfassend beraten wurde. Am Ende haben wir uns dann für ein Ölbrennwertgeräte entschieden und ich bin wirklich begeistert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*