Technische Isolierung jetzt auch mit CE-Zeichen

Anbringen von Wärmedämmung aus Steinwolle / Mineralfaser an RohrleitungenDie Harmonisierung der Bauvorschriften in der EU wird weiter voran getrieben. Nachdem seit einigen Jahren bereits „normale“ Wärmedämmung in der EU nur mit einem sogenannten CE-Kennzeichen vertrieben werden darf, sind durch die Veröffentlichung von Produktstandards im Amtsblatt der Europäischen Union nun auch die Weichen gestellt, um die Anforderungen an Dämmstoffe für die technische Isolierung auf dem europäischer Markt zu vereinheitlichen. Genauer gesagt geht es hierbei um „Dämmstoffe für die technische Gebäudeausrüstung und für betriebstechnische Anlagen in der Industrie“ – um diesen schönen amtsverschimmelten Namen für diese Dämmanwendung einmal verwendet zu haben.

Erste technische Isolierungen, die eine CE-Kennzeichnung tragen dürfen, werden voraussichtlich Anfang 2011 angeboten. Nach Ablauf einer Übergangsperiode bis August 2012 dürfen innerhalb der Europäischen Union dann nur noch technische Isolierungen vertrieben werden, die den verbindlichen europäischen Produktstandards entsprechen und das besagte CE-Zeichen tragen.

Man ist sich einig, dass die CE-Kennzeichnung den Handel technischer Isolierungen in Europa positiv beeinflussen wird. Für die wesentlichen Produkteigenschaften technischer Dämmstoffe – wie Wärmeleitfähigkeit, Wasserdampfdiffusionswiderstand, Brandverhalten, Maßtoleranzen usw. – wurde mit den erarbeiteten Normen erstmals ein verbindlicher Rahmen festgelegt. Damit wurde ein stabiles und einheitliches Fundament für alle Marktteilnehmer geschaffen. Die hierdurch gewonnene Transparenz ermöglicht Planern, Verarbeitern und letztendlich auch Kunden einen direkten und schnellen technischen Vergleich der angebotenen Produkte:
  • Für Anwender technischer Isolierungen bringen die europäischen Produktstandards darüber hinaus Vorteile hinsichtlich der Produkthaftung. War es in der Vergangenheit für die Gerichte bei Schäden oft schwierig, die Einhaltung der zugesagten Eigenschaften nachzuvollziehen, wird diese Frage nun einfacher zu beantworten sein.
  • Für Handwerksbetriebe bedeutet das bessere Chancen, Recht zu bekommen. Das gilt gleichermaßen für Versicherungsfälle.
  • Händler der Produkte sollten ihr Geschäft zukünftig effektiver gestalten können, ohne von nationalen Regelungen behindert zu werden.
  • Fachverarbeiter und Planer werden Vorteile darin finden, ihre Expertise leichter über Grenzen hinweg anbieten und einsetzen zu können.
  • Und Hersteller haben erstmals die Chance, Produkte für den gesamten europäischen Markt zu entwickeln, die über Ländergrenzen hinweg vertrieben werden können.
Im Einzelnen handelt es sich um Normen für die folgenden 9 Produkte bzw. Wärmedämmstoffe: Mineralwolle, flexible Elastomerschäume, Schaumglas, Kalziumsilikat, expandiertes Polystyrol (EPS), extrudiertes Polystyrol (XPS), Polyurethan- und Polyisocyanurat-Hartschaum (PUR und PIR), Polyethylenschaum und Phenolharzschaum.

Obwohl gemäß den neuen europäischen Normen die wesentlichen Produkteigenschaften überprüft und überwacht werden, ist das CE-Zeichen kein Güte- oder Qualitätssiegel. Es ist Ausdruck und sichtbares Zeichen der Übereinstimmung des Produktes mit den Anforderungen der Bauproduktenrichtlinie. Die unterschiedlichen nationalen Regelungen, die z.B. Sicherheitsniveaus oder Energieeinsparvorgaben definieren, werden ihre Gültigkeit behalten. Auch die Zulassung der Bauprodukte durch die jeweiligen nationalen Zulassungsstellen (z.B. durch das Deutsche Institut für Bautechnik) wird trotz CE-Kennzeichnung zunächst (leider) nicht entfallen können.


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