Verlängerung von Dachüberständen

Will man die Außenwände eines Hauses gegen Wärmeverluste dämmen, macht man dies in den meisten Fällen auf der Außenseite der Wand. Innendämmungen werden nur bei bestimmten Voraussetzungen eingesetzt. Doch die Dämmung von außen bietet einen großen Nachteil: die Außenwände werden dicker. Dadurch kann es zum Beispiel Probleme mit der Position der Fenster in der Fassade aber auch mit der Länge des Dachüberstandes an Traufe und Ortgang geben. Man will ja die Dachrinne nicht auf dem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ablegen. Darum muss man den Dachüberstand bei Applikation einer Außenwanddämmung häufig verlängern. Bei einer solchen Vergrößerung sind jedoch einige Aspekte zu beachten.

Auf der einen Seite ist dort die veränderte Statik der Dachkonstruktion interessant, die sich aus einer Verlängerung des Dachüberstandes ergeben. Daraus ergibt sich für viele Dachdecker, die mit der Aufgabe der Vergrößerung eines Dachüberstandes betraut werden, leider eine Herausforderungen, da sie im Gegensatz zu Zimmerleuten kein ausreichendes Wissen über die Statik eines Dachstuhles besitzen. Das ist einfach nur selten Teil der Ausbildung.

Wichtig ist bei einer Vergrößerung des Dachüberstandes am Ortgang durch Verlängerung des Dachlattung die Position des letzten wirksamen Auflagers. Dieses stellt vielen Fällen der letzte Dachsparren auf der Innenseite der Giebelwand dar. Doch dieser kann nach einer energetischen Sanierung der Giebelwand durch ein WDVS schon einen knappen halben Meter hinter der Vorderkante des Außenputzes liegen. Das ist dann jedoch der auskragende Abstand, über den die relativ dünne Dachlattung die Dachdeckung tragen muss. Denn das WDVS oder dessen Putzschicht wirken nicht tragend.

Darüber hinaus gibt es auch rechtliche Faktoren zu berücksichtigen. Da geht es im Wesentlichen um den verkürzten Abstand der Dachkante zur Grundstücksgrenze, die man sich mit dem Nachbarn teilt. Hier sind unter Umständen Mindestwerte einzuhalten. Solche Grenzabstände sind in den Landesbauordnungen oder der Gemeindeordnung geregelt. Teilweise dürfen dort Bauteile in den Grenzbereich eines Grundstückes hineinragen, teilweise nicht. Beachtet man die entsprechenden Vorschriften nicht, können die Behörden den Rückbau – also den Abriss – der Konstruktion verlangen.

Nicht zuletzt kann der geänderte Anschluss am Ortgang einer frisch gedämmten Fassade eine nette, kleine Wärmebrücke an der Mauerkrone darstellen. Diese gilt es natürlich zu vermeiden, insbesondere wenn zuvor schon das Dach gedämmt wurde. Der Einsatz einer Aufsparrendämmung stellt hier eine wirkungsvolle Lösung dar, da diese oberhalb der Sparrenebene ohne Unterbrechung bis über die Mauerkrone des Giebel geführt werden kann. Eine alleinige Zwischensparrendämmung reicht selten aus, da dann nur noch die Lattungshöhe von etwa 40 mm für das Einlegen einer Wärmedämmung zur Verfügung steht. Obwohl diese Lösung laut Energieeinsparverordnung (EnEV) ausreichend ist, sollte generell laut über den Einsatz einer Aufsparrendämmung nachgedacht werden – nicht zuletzt um die Energieeinsparung über das Dach bei geringen Sparrenhöhen zu verbessern.

Im Zweifelsfall sollte man einen Blick in die Fachregel für Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen werfen, die im Dezember 2012 neu überarbeitet und veröffentlicht wurden. Dort werden nicht nur Zusatzmaßnahmen für Regensicherheit und Windsogsicherung beschrieben, sondern auch etliche Anschlussdetails im Dachbereich mit Zeichnungen ausgiebig dokumentiert sowie der Ein- und Ausbau technischen Anlagen wie Solarkollektoren, Photovoltaikanlagen, Antennenanlagen oder Belichtungssystemen dargestellt.

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2 Kommentare

  1. Wolf sagt:

    Was für ein hübscher Volksverdummungsblock. 🙂

    Fassadendämmung ist bekannterweise absoluter Unsinn und nutzt nur der Bauindustrie. Und wenn ich hier lesen muss, dass man mit neuen Fenstern 75 % der Heizenergie einsparen kann, dann komme ich aus einem Lachanfall gar nicht mehr raus.

  2. Stefan sagt:

    Ich fühle mich im Gegenzug immer königlich unterhalten, wenn ich die phantasievollen Thesen über den Unsinn von Wärmedämmung lese.

    Im Übrigen hat Fassadendämmung wenig mit der Energiebilanz von Fenstern zu tun. Oder gibt es in Ihren Breitengraden schon transluzente Dämmstoffe, die einigermaßen erschwinglich am Markt verfügbar sind? Und wer ein wenig mitdenkt, wird schnell erkennen, dass man mit neuen Fenstern nicht den Jahresheizwärmebedarf eines Gebäudes um 75% senken kann.

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