Vorhangfassaden

Vorhangfassaden (engl.: curtain walls) sind heute gar nicht mehr so unüblich. Insbesondere in vielgeschossigen Bürogebäuden sind sie in den letzten Jahr(zehnt)en in Mode gekommen, wenn der Architekt trotz seines Drangs zum transparenten Bauen mit viel Glas einen gewissen Energiespareffekt erzielen möchte. Nicht zu verwechseln sind Vorhangfassaden allerdings mit vorgehängten hinterlüfteten Fassaden, die eigentlich nur dem Schutz der dahinter liegenden Fassadenschichten dienen.

Rahmenkonstruktionen von Vorhangfassaden bestehen häufig aus Stahl- oder Aluminiumprofilen, die großflächig und meist geschossübergreifend mit Glas oder anderen flächigen Elementen ausgefacht sind. Sie werden an einer Unterkonstruktion am Tragwerk des Gebäudes aufgehängt und in vertikaler Richtung nur durch ihr Eigengewicht belastet. Eine Vorhangfassade kann als Pfosten-Riegel-Fassade oder als Elementfassade realisiert werden. Im Unterschied zu Elementfassaden werden bei Pfosten-Riegel-Fassaden die einzelnen Bauteile (Pfosten, Riegel, Verglasung) auf der Baustelle zusammengesetzt und befestigt. Erst danach wird die Verglasung eingesetzt.

Bei Vorhangfassaden, die als Doppelfassaden aus geführt sind, wird eine zweite Glashülle mit einem Abstand von 0,5 bis 1 Meter um das Gebäude herum angeordnet. Die Glashülle ist mit steuerbaren Öffnungen versehen, durch welche die Außenluft in den Zwischenraum der Doppelfassade ein- und ausströmen kann. Die Diskussionen über Sinn und Unsinn von Doppelfassaden werden zum Teil sehr kontrovers geführt. Vorteile liegen sicherlich in einem verbesserten Schallschutz, dem Schutz von Sonnenschutzeinrichtungen im Zwischenraum und geringeren Wärmeverlusten im Winter. Nachteilig wirken sich höhere Investitions- und Betriebskosten sowie der Verlust von Nutzfläche aus.

Als zeitgemäße Weiterentwicklung von Doppelfassaden sind heute so genannte Multifunktionsfassaden auf dem Markt. Damit sind Fassadenelement mit hohem Vorfertigungsgrad gemeint, in denen elektronische Komponenten wie Photovoltaik oder Sonnenschutz integriert sind. So werden beispielsweise auf schwenkbaren Lamellen angeordnete Photovoltaikmodule genutzt, um Strom für die Energieversorgung des Gebäudes zu produzieren. Auch dezentrale Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung können integriert werden. Solche Fassadentypen werden zur Zeit unter anderem von Schüco (E2 Fassade), Akotherm (z.B. AT 500 F), Kawneer (AA 235) oder Wicona (TEmotion) angeboten.

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2 Kommentare

  1. Multifunktionsfassaden sind eine feine Sache. Sollten immer mehr gefördert werden.

  2. Stefan sagt:

    Meinen Sie eine finanzielle Förderung?

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