Wahnsinn Wärmedämmung

Unter dem Titel „Wahnsinn Wärmedämmung“ wurde gestern Abend ein Beitrag über den Sinn und Unsinn von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) im NDR ausgestrahlt. Ein interessanter Beitrag, der die typischen Herausforderungen beim Einsatz von verputzter Wärmedämmungen aufgreift. Themen wie Feuchtigkeit, Risse, Feuer, Standsicherheit oder Energieeinsparungspotential werden hier näher unter die Lupe genommen und von größtenteils ernst zu nehmenden Fachleuten kommentiert. Was im Beitrag des NDR ein wenig untergeht, ist leider die Tatsache, dass durch ein WDVS in der Regel keine Probleme entstehen, wenn es richtig geplant und ausgeführt ist.

Vogel schaut aus seinem Nest in einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

Ob man dabei den preiswerten Weg über Polystyrol (EPS) einschlägt oder den teureren aber dafür offensichtlich sichereren mit Steinwolle, sei dem Bauherrn überlassen. Der Gesetzgeber sieht beide Möglichkeiten gleichberechtigt. Die Wärmedämmung gilt generell als wichtiger Baustein für die Ziele des Klimaschutzes, die sich unser Staat gesetzt hat. Kritiker stellen jedoch in Frage, ob die nach den Regeln der Energieeinsparverordnung (EnEV) errechneten energetischen Einsparungen wirklich durch Wärmedämmung gesichert werden können. Hier scheint es Nachholbedarf in der Gesetzgebung und den Berechnungsverfahren bzw. den diesbezüglichen anzuwendenden Randbedingungen zu geben.

Ach ja, Herr Fischer, ein guter Anwender der Thermografie stellt sich im Übrigen nicht „um drei Viertel Neun, also anderthalb Stunden nach Sonnenuntergang“ vor Gebäudefassaden und interpretiert Gründe für den farblichen Unterschied von gedämmten und ungedämmten Fassaden. Ein ernstzunehmender Fachmann steht dafür früh morgens auf, wenn die Fassaden durch die Sonne nicht gerade erwärmt worden sind.

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4 Kommentare

  1. Konrad Fischer sagt:

    Lieber „Stefan“,
    da Sie mich persönlich ansprechen, erlaube ich mir die persönliche Antwort: Natürlich kenne ich die „Geheimnisse“ der Thermographie. Der NDR hat meine diesbezüglich umfangreichen Erläuterungen leider nicht vollständig senden können. Sie hätten die mittags durchgeglühte Dämmfassade auf meinen Wärmebildern sehen sollen! Nebenbei war zum Aufnahmedatum keine Heizperiode, die Fassaden zeigten also ganz sicher nur den Einfluß bzw. abends den Abflußstatus der tagsüber aufgenommenen Solarwärme.

    Und wie jeder Interessierte von entsprechenden Publikationen der Fraunhoferinstituts für Bauphysik oder eigenen Messungen oder eben auch meiner Webseite weiß, hält das ausreichend dicke Massivmauerwerk die Solarwärme über die ganze Nacht und bleibt deshalb über dem Taupunkt und kondensatfrei. Im Unterschied zu allen Dämmstoffen an der Außenhülle des Gebäudes. Und genau deswegen kommt der Schwindelthermograph nur dann, wenn sein Dämmstoff maximal runtergekühlt (und ggf. patschnaß angetaut) ist. Um dann zur noch warm abstrahlenden Massivfassade zu sagen: „Schlecht gedämmt!“

    So einfach ist das, und trotzdem noch lange nicht von jedem verstanden.

    Besten Gruß
    Konrad Fischer
    Altbau und Denkmalpflege Informationen

  2. Stefan sagt:

    „Durchgeglüht“? Ich nehme an, dass Sie von der Fassade reden.

  3. Konrad Fischer sagt:

    Wäre Ihnen „angeglüht“ lieber gewesen? Denn so – wie auf Ihrem Thermobild hier oben – sah die WDVS-Wand (bei entsprechender Justierung der Wärmebild-Anzeigeempfindlichkeit) – im Unterschied zum „kühlen“ Massivbau mittags aus. Und so bekommt man sie leider, leider auf Nacht- und Morgenbildern sommers wie winters nie zu sehen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt … 😉

    Allet chlor?

  4. […] dieses interessanten Themas angenommen, das die Bau-Praxis und andere Medien bereits mehrfach im Auge hatten. […]

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