Wandregale für Schwerlasten

SchwerlastwandregalKlingt gewichtig, oder? Ist es auch, wenn man sich vorstellt, mit wie vielen Kilogramm Regale manchmal belastet werden. Hierfür muss man nicht einmal in die Werkstätten und Gewerbegebiete des Landes schauen, auch in den Werkkellern privater Haushalte kommt einiges zusammen. Insbesondere bei Stehregalen sind 100 kg für den laufenden Meter noch eine Leichtigkeit. 250 Kilogramm pro Regalboden können hier bei speziellen Schwerlastregalen ganz locker getragen werden. Doch wie schaut es bei Wandregalen aus? Wie schwer darf man diese belasten, wenn sie als Regal, Tisch, Bank oder Ablage genutzt werden sollen?

Bei Wandregalen gibt es keine direkte Lastabtragung durch Stützen. Hier werden alle Belastungen inklusive Kragwirkung (Biegemoment) von den Regalbrettern über Konsolen und deren Befestigungen direkt in den Wandbaustoff eingeleitet. Für die korrekte Dimensionierung dieses Regaltyps muss man selbstverständlich auf die Biegesteifigkeit der Regalböden achten. Darüber hinaus geht es aber auch um die Stabilität der Tragkonsolen bei schweren Lasten und nicht zuletzt um die Belastbarkeit der Verankerung in der Wand.

Der generelle Vorteil von Wandregalen gegenüber Stehregalen liegt jedoch direkt auf der Hand: die Flexibilität. Über der Werkbank, über einem Fenster oder über anderweitig genutztem Platz kann man nur Wandregale anbringen. Stehregale finden hier erst gar keinen Stehplatz. Außerdem bieten gerade für schwere Lasten Wandregale mit Schwerlastkonsolen das gewisse Extra, wenn man die Breite des vorhandenen Raumes ausnutzen will. Stehregale gibt es zwar in allen Baumärkten zu billigem Geld zu kaufen, aber hier ist die Breite vorgegeben und damit oft zu begrenzt. Die Breite von Regalböden kann bei Wandregalen hingegen zwischen den beiden Tragkonsolen individuell und nahezu frei gewählt werden. Das ist ein großer Vorteil für Wand-zu-Wand Installationen.

Bei der maximalen Belastung eines solchen Wandregals muss man allerdings ein paar Einschränkungen in Kauf nehmen. Die erste liegt bei der maximalen Breite des Regalbodens. Diese wird durch den gewählten Werkstoff sowie dessen Dicke definiert. Natürlich kann man eine Küchenarbeitsplatte zwischen die Konsolen legen, aber das macht weder optisch noch finanziell viel Sinn. Die hieraus resultierende mögliche Begrenzung der Breite eines Regalbodens kann aber mit einer entsprechenden Erhöhung der Anzahl von Konsolen wieder gut gemacht werden.

Die Tragkonsolen von Wandregalen selber erreichen erstaunliche Tragfähigkeiten. Naja, so erstaunlich vielleicht auch wieder nicht, denn sie bestehen oft aus Stahl und dann ist es nur eine Frage der Materialdicke, um höhere Traglasten anbieten zu können. 400 Kilogramm Traglast und mehr sind bei 50 cm Auflagertiefe möglich. Autoreifen mit Felge können hierauf leicht gelagert werden.

Allerdings muss man in diesen Größenordnungen wiederum auf die Möglichkeiten der Verankerung der Tragkonsolen im vorhandenen Wandbaustoff achten. Bei letztgenannten Belastungen und Kragarmen – und auch schon weit darunter – kommen nicht nur auf die tragenden Schrauben, Dübel und Bolzen hohe Belastungen zu. Auch der Wandbaustoff selber muss diese aufnehmen können.

Bei massiven Wandbaustoffen, insbesondere bei verhältnismäßig schweren Baustoffen wie Beton oder Kalksandstein, sollte dies wenig Probleme bereiten. Doch schon bei Leichtbaustoffen wie Porenbeton kann eine Verankerung schwierig werden. Besteht die Wand aus dünnwandigen Bauprodukten wie Gipskartonplatten oder Hochlochziegeln, muss die maximale Belastung pro Regalboden bzw. Tragkonsole unter Umständen erheblich reduziert werden. Hier helfen dann auch keine Spezialdübel mehr und Injektionsverankerungen werden zu teuer. Auch in diesem Fall bleibt nur noch die Möglichkeit, die Breite der Regale zu reduzieren.

Wie man es auch dreht und wendet, es gibt prinzipiell gute Möglichkeiten auch Wandregale zusammen mit hohen Lasten nutzen zu können. Dies macht aber im Allgemeinen nur dort Sinn, wo die Flexibilität und Individualität der Ausführung dieser Regalart gefragt ist. In den anderen Fällen und bei weniger vorteilhaften Wandbaustoffen sind die oft günstigeren Stehregale in Standardformat sicherlich besser geeignet.

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