Schweizer Offiziersmesser „Giant“

Ein Schweizer Offiziersmesser aus dem Hause Wenger ist nun eigentlich keine Erwähnung wert. Schon gar nicht in einem Blog, der sich mit dem Bauwesen im Allgemeinen und Besonderen beschäftigt. Wenn es sich allerdings um das Taschenmesser mit den trefflichen Namen „Giant“ handelt, und man sich die Bewertungen bei Amazon einmal näher durchliest, versteht man besser, warum auch ein Bau-Blog über dieses Messer berichten muss. Anbei also das Bild des Taschenmessers. Bei einem Klick auf das Bild kann man auch alle weiteren Rezensionen lesen.

Hier also eine kleine Auswahl der technischen Alltagserfahrungen von Kunden des Taschenmessers „Giant“ (psst, lachen ist erlaubt und von Größenwahn kann keine Rede sein!):
  • An sich ist das Giant Offiziersmesser ja ein durchaus nützliches Produkt mit einigen nützlichen Eigenschaften, wie ich beim Bau meines Wolkenkratzers feststellte. Turmkran, Betonmischer, Bestechungsgelder und der obligatorische Richtfestkranz, alles enthalten.
  • Der U-Bahn-Tunnelbohrer ist mir bei auftretenden Starkgeröll aus der Verankerung gesprungen.
  • Die 2. Version des Giants ist wegen der neuen Umweltgesetze nicht mehr mit Kernkraftreaktor sondern mit Windrad oder Solarzellen ausgestattet. Gegen einen Aufpreis kann auch eine Biogasanlage den nötigen Strom liefern.
  • Mit dem Spiegelteleskop bin ich nicht zufrieden. Statt einer in dem Handbuch versprochenen Sichtweite von 8 Mrd Lichtjahren ist aufgrund der kompakten Bauweise des Spiegels (5 m Durchmesser) grade mal 5,5 Mrd Lichtjahre möglich.
  • Die mobile Disco ist ein Highlight. Die 16 2000-Watt-Boxen sind perfekt auf den bis zu 500 Leute fassenden Saal abgestimmt. Einzig die Brandschutzmaßnahmen sind nicht ganz okay. Die 700 Discolichter sind nicht GS-geprüft und die Notausgänge nicht gut ausgeschildert.
  • Der Pizza-Steinofen ist recht solide gemacht, nur der Dunstabzug hätte bei bis zu 12 Pizzen gleichzeitig etwas großzügiger ausfallen können.
  • Sehr gut finde ich die mobile Bushaltestelle. Das aufstellen vor der Haustür erspart mir viel Laufarbeit und der Bus fährt nie wieder einfach nur vorbei.
  • Der begehbahre Bierkühlschrank ist natürlich ein Zugeständnis an die Männerwelt. Und ja, er ist großartig!!! Einzig die zu kleine LKW-Zufahrtsrampe stört den Genuß, wenn er mal leer ist.
  • Mir fehlt eine eingebaute Atomuhr. Das hat die Konkurrenz schon längst.
  • Ein Hydraulikstempel zum Stoppen tektonischer Verschiebungen ist grundsätzlich eine gute Idee, aber die Feinjustierung des seismographischen Frühwarnsystems verdient meiner Meinung nach ihren Namen nicht.
  • Die Klimaanlage ist wirklich ausgezeichnet, vor allem zum Kühlen von Getränken. Der Energieverbrauch des Taschenmessers steigt dann allerdings merklich, um ca. 22 L Diesel pro Stunde, im Kernreaktorbetrieb hab ich’s noch nicht ausprobiert.
  • Im Grunde bin ich mit diesem Tool recht zufrieden, sind der Fluxkompensator, die Teleporationseinrichtung und die umfangreiche integrierte Bibilothek durchaus brauchbar.
  • Lediglich 10 Prozent der vorhandenen Funktionen sind überhaupt an die Weiblichkeit gerichtet. Weder ist ein elektrischer Fleischwolf integriert, noch funktioniert die Waschmaschine zufriedenstellend – enormer Wasserverbrauch, im Leben nicht die angegebene Effizienzklasse A. Der begehbare Kleiderschrank ist viel zu klein, und die doch eigentlich täglich benötigte Frisierkommode, sowie Fön, Glätteisen und/oder Lockenstab fehlen gänzlich.
  • Der eingebaute McGyver war ganz amüsant.
  • Der Bau eines Raumschiffs war Dank integriertem Warpantrieb, Deflektorschild und ähnlichem denkbar einfach. Als ich mich jedoch anschickte, im Weltraum einige planetarische Erkundungen zu unternehmen, musste ich entsetzt das Fehlen eines Handbuchs feststellen.
  • Ich finde das Ding ist ganz praktisch, aber es dauert viel zu lange das Laserschwert auszuklappen. Außerdem ist es mit 50 cm viel zu kurz.
  • Wirklich klasse ist das integrierte Einpropellerflugzeug. Dank Straßenverkehrszulassung und aktueller HU-Plakette darf es auch mit einem Führerschein der Klasse B (normale PKW) geflogen werden.
  • Der eingebaute Golfplatz ist mit sieben Abschlägen leider etwas klein, findet dafür aber auch in kleineren Wohnsiedlungen noch genügend Platz zum Aufbau.
  • Auf Familienfeiern sehr beliebt ist der aufklappbare Kinderspielplatz mit optionaler Hüpfburg. Hier haben gerade die Kleinen viel Spaß. Aber auch so ist für Unterhaltung gesorgt: Der integrierte Alleinunterhalter (Werkzeug 41 auf der linken Seite) bietet ein abwechslungsreiches Programm für jung und alt.
  • Aufgrund der aktuellen Proteste zu Stuttgart 21 wird das Taschenmesser jetzt leider ohne den unterirdischen Durchgangsbahnhof mit ICE-Haltepunkten ausgeliefert. Dafür gibt es jetzt einen international angeschlossenen Flughafen mit zwei längs- und höhenverstellbaren Start- und Landebahnen.
  • Vorsicht: Wenn Sie in Urlaub fliegen, können Sie dieses Taschenmesser nicht im Handgepäck mit sich führen, da der integrierte Swimmingpool mit Wasser gefüllt ist und Flüssigkeiten ja bekanntermaßen nicht an Bord genommen werden dürfen.
  • Gleich bei Erhalt musste ich feststellen, dass der Singularitätsgenerator ein Leck hatte, sodass in der Umgebung immer zufällig irgendwelche Raumzeit-Anomalien auftraten.
  • Die Firmware sollte man bei Erhalt doch lieber updaten, ansonsten könnte man mit dem schweizerischen Dialekt bei der Sprachausgabe Schwierigkeiten bekommen.
  • Bei Tätigkeiten wie Holzfällen oder der Buchhaltung sollte man darauf achten, auf Flugmodus umzustellen, sodass andere elektronische Geräte keine Störung kriegen.
  • Nachdem das Taschenmesser ausgepackt ist, lässt sich die Schatulle wunderbar als Wohnraum nutzen.
  • Die Satellitenschüssel kann etwa 35.000 Programme empfangen. Auf dem winzigen 65 Zoll 3D-Plasma-TV können die Inhalte aber nicht überzeugend dargestellt werden.
  • Die Lupe bringt nicht, was Sie verspricht. Eine Vergrößerung von 1:1.000.000 schafft selbst mein Elektronenmikroskop locker. Schade bei dem Preis!
  • Der Braunkohlebagger ist verbesserungswürdig. Zwar ist er einfach ausklappbar aber trotzdem ist er mit knapp 200.000 Tonnen Abbaumaterial die er pro Tag bewegen kann eher was für Hobbybuddler.
  • Das Giant hat viele nette Gadgets. Den Flugsimulator, den Teilchenbeschleuniger, das U-Boot, den Windkanal, den Zahnstocher und den Muldenkipper finde ich allerdings überflüssig. Außerdem habe ich immer noch nicht herausgefunden, wofür dieser kleine silberne Stab mit einem Kreuzrelief auf der einen Seite gut sein soll.
  • Ich trage das Messer nun seit fast einem Jahr ständig in meiner Hosentasche und benutze es mehrmals täglich. Zum Beispiel wie heute, wo ich im automatisch aufklappenden Internetcafé (Werkzeug 67 auf der rechten Seite) sitze, um diese Rezension zu schreiben.

In diesem Sinne… viel Spaß beim Ausprobieren 🙂

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Ein Kommentar

  1. Jens said:

    Dieses Messer ist wirklich der Hammer. Wobei man ja schon eher von einem Werkzeugkasten, als von einem Taschenmesser reden muss. Das Teil steht nicht zu Unrecht seit seiner Erscheinung im Guinness Buch der Rekorde als Taschenmesser mit den meisten Funktionen.

    Für mich als Sammler natürlich sehr interessant, aber leider etwas außerhalb meiner Preisklasse. Dann doch lieber einen schönen Urlaub einmal jährlich machen.

    Schöne Grüße
    Jens

    5. April 2013

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