Bottrop ist "InnovationCity Ruhr"

Ortseingangsschild von Bottrop, der InnovationCity RuhrEs tut sich was im Pott. Nachdem das zentrale Ruhrgebiet mit der Stadt Essen als Zugpferd als Europäische Kulturhauptstadt 2010 der UNESCO für die Region werben konnte, hat der Initiativkreis Ruhr nun ein weiteres Highlight aus der Taufe gehoben. Es wurde ein Wettbewerb ausgelobt, bei dem sich Städte des Ruhrgebietes als InnovationCity Ruhr bewerben konnten. Ziel der Aktion ist die Reduktion des Energiebedarfs einer Stadt um 50% bis zum Jahr 2020. Hierbei geht es um Energie in Gebäuden, Verkehr und Industrie. Letzte Woche wurde der Gewinner bekanntgegeben: Bottrop. Bottrop wird somit zur Klimastadt der Zukunft.

Gesucht wurde ein „typisches Stück Ruhrgebiet“, das als Modellstadt eine Vorbildfunktion für die Erneuerung des gesamten Ruhrgebiets übernimmt. Bei der umfassenden energetischen Sanierung eines 2500 Hektar großen Teiles im Süden des Stadtgebietes mit immerhin knapp 50.000 Einwohnern wollen Politik und Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft eng zusammenarbeiten und gemeinsam mit den Bürgern an einem Strang ziehen. Langfristig soll nicht nur die ausgewählte Pilotstadt, sondern das gesamte Ruhrgebiet energieeffizient umgebaut und auf diese Weise nach und nach grüner, schöner, attraktiver und lebenswerter werden.

Mit der InnovationCity Ruhr wurde also das energetische Städtebau-Leuchtturmprojekt Masdar City, an dem der bekannte Architekt Sir Norman Foster federführend mitarbeitet, aus den Arabischen Emiraten nach Deutschland geholt. Nur dass man es sich im Ruhrgebiet ungleich schwerer macht, da man den Energieverbrauch einer bestehenden Stadt drastisch senken will. Zur Erreichung dieses Zieles sind Kosten von 2,5 Millarden Euro (= 2.500.000.000 Euro!) veranschlagt. Um diesen Betrag aufbringen zu können (die Bewohner sollen ja nicht in Vorkasse treten müssen…), werden allgemein bestehende Fördermöglichkeiten von Bund, Land und Europäischer Union genutzt. Eine Investition, mit der die traditionelle Industrieregion die Chance hat, weltweit Vorreiter für Klimaschutz und umweltfreundliche Technologien zu werden. Auch profitiert zum Beispiel das örtliche Bauhandwerk durch neue Aufträge und der Geldbeutel jedes einzelnen Bürgers wird spürbar entlastet, weil seine privaten Heiz- und Stromkosten spürbar sinken.

Bottrop bietet sich als Pilotprojekt dabei eher an als Nachbarstädte. Zum einen hat Bottrop mit dem Gewinn des European Energy Award eea vor einigen Jahren bereits gezeigt, was hier im Rahmen von Energieerzeugung und -nutzung alles möglich ist, zum anderen gehört Bottrop bereits jetzt zu den Spitzenreitern, wenn es um die effektive Nutzung von Energie in einer europäischen Stadt geht. Zu den bereits laufenden Modellprojekten zählen der Zero Emission Park und weitere Klimaschutz- und Energieeffizienzprojekte. Als Energieträger der Zukunft sollen z.B. Wasserstoff, Biomasse, Photovoltaik, Geothermie und Windenergie effektiv genutzt werden.

Darüber hinaus werden vorhandene Häuser mit neuesten Energiespartechnologien in attraktive Wohnquartiere umgebaut, kommunale Einrichtungen wie Hallenbäder oder Kindergärten mit kostengünstigen, CO2-armen Energien geheizt und Firmen mit einem „grünen Profil“ angesiedelt. Auch in der Elektromobilität will die InnovationCity Ruhr mit umweltfreundlichen E-Autos und E-Fahrrädern eine Vorreiterrolle übernehmen. Auf diese Weise wird das Stadtquartier quasi auf halbe Energie gesetzt. Alleine durch eine Verbesserung der Energieeffizienz soll so die Emission von 160.000 Tonnen CO2 vermieden werden.

Wenn das Projekt wirklich durchgeführt wird, wird es das Musterbeispiel für eine zukunftsorientierte Bau-Praxis. Glückwunsch bis hierhin und viel Glück weiterhin!


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