Dicke Luft im Büro

Schüler schläft im KlassenraumDicke Luft kann auf zwei Arten beseitigt werden: 1. Man spricht sich aus und schafft eine bessere Stimmung oder 2. durch den Einbau einer Lüftungsanlage. Ja, zugegeben, das war eine vergleichsweise platte Einleitung ins Thema, aber sie war auch nicht ganz falsch. Speziell in großen Räumen, die von vielen Menschen mit sehr individuellen Behaglichkeitsgrenzen gemeinschaftlich und über eine längere Zeit genutzt werden, ist solch ‚dicke Luft‘ ohne gut wirkende Lüftungstechnik kaum zu vermeiden. In Großraumbüros bzw. generell in Arbeits- oder Lernstätten hat die Qualität der Luft zudem einen großen Einfluss auf das Konzentrationsvermögen und damit auf die Produktivität.

Neben dem Sauerstoffgehalt sind dabei auch Anteile von Schadstoffen bzw. Giftstoffen entscheidend für die Qualität der Raumluft. Führt man sich vor Augen, dass der Mensch etwa 100 mal mehr Kohlendioxid ausatmet als er einatmet, kann man sich leicht vorstellen, dass der Sauerstoffgehalt in einem Büro oder Klassenzimmer mit 20 Menschen und mehr, die bei ruhiger Tätigkeit jeweils runde 500 Liter Luft pro Stunde ein- und wieder ausatmen, nicht allzu lange auf einem zuträglichen Niveau von 21% liegen wird. Computer, Drucker, Licht etc. haben ebenso einen Teil an der Schuld für schlechte Luft. Als Folge davon muss dem Innenraum Frischluft zugeführt werden.

Diese ‚Herausforderung‘ hat man früher durch das simple Öffnen von Fenstern gelöst. Das ist heute nicht mehr so einfach, will der Gesetzgeber doch den Verbrauch von Heizenergie in unseren Gebäuden zur Schonung von Ressourcen und Umwelt verringern. Auch das individuelle Wohlbefinden der Kollegen ist selten aufeinander abgestimmt, so dass die ersten Zugerscheinungen schnell als Ursache für die nächste Lungenentzündung herhalten müssen. Frei nach dem Motto: Lieber ersticken als erfrieren.

Um die Folgen dieser und ähnlicher Aussagen zu entschärfen, wird Frischluft heute sowohl in Eigenheimen als auch in Büros und vielen anderen Gebäudenutzungstypen also automatisch, oft kontinuierlich und fast immer angenehm vorgewärmt zugeführt. Das geschieht entweder durch sogenannte freie Lüftung oder durch erzwungene Lüftung. Bei der freien bzw. natürlichen Lüftung werden Öffnungen in der Gebäudehülle ganz gezielt eingesetzt, um Luft alleine durch den Auftrieb von warmer Luft zu bewegen. Das Öffnen und Schließen solcher Lüftungsöffnungen erfolgt dabei vorzugsweise automatisch, damit nicht allzu viel Energie verschwendet wird.

Für den anderen Fall können lüftungstechnische Anlagen zum Einsatz kommen. Egal ob zentral oder dezentral verwendet, diese Anlagen übernehmen in den meisten Fällen eine oder mehrere der folgenden 5 Aufgaben:

  • Erneuerung
  • Erwärmung
  • Kühlung
  • Befeuchtung
  • Entfeuchtung

Die Investition in eine Lüftungsanlage zur Erneuerung der Luft alleine sollte für jeden Firmenchef und Besitzer von Büroräumen keine ernsthafte Frage sein. Durch die Gewährleistung einer ausreichend hohen Luftqualität kann wissenschaftlichen Untersuchungen entsprechend die Produktivität um bis zu 10% gesteigert werden. Dies liegt im Wesentlichen an einer direkten Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit. Doch auch gesundheitliche Folgen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen oder gar krankheitsbedingte Ausfallzeiten können deutlich verringert werden.

Beim Einsatz von Lüftungsanlage muss man jedoch zwei Faktoren beachten, die durchaus als kontraproduktiv angesehen werden können. Zum einen darf die Luft durch den Austausch nicht zu trocken werden, da dies auch wieder gesundheitliche Probleme hervorrufen kann. Zum anderen sollte man berücksichtigen, dass Menschen in Büros vornehmlich sitzende Tätigkeiten ausführen und sich (leider) zu wenig bewegen. Deshalb sollte die Temperatur der zugeführten Frischluft nicht zu gering sein, um die mangelnde Produktion von Körperwärme kompensieren zu können.

Aber vermutlich geht eine Verbesserung der Luftqualität durch Lüftungssysteme auch mit einer Verbesserung der Stimmung der Kollegen in einem Großraumbüro her. Damit wäre dann ‚dicke Luft‘ in allen Varianten ausgeschlossen.

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3 Kommentare

  1. Julian sagt:

    Ja, die Luft lässt wirklich im Büro sehr sehr oft zu wünschen übrig.

  2. Marco Engels sagt:

    Wir haben in unserem Büro jetzt endlich auch wieder frischere Luft. Die Sanierung und Umstellung auf den Energiesparmodus hat zwar etwas gedauert aber jetzt endlich wieder durchatmen mit neuer Lüftungsanlage!

  3. Tim sagt:

    Kann mich noch gut an die Zeit bei meinem alten Arbeitgeber erinnern. Da war es einem Herrn immer zu kalt und die Fenster nach kurzer Zeit wieder verschlossen. Teilweise unerträglich, weshalb das Thema Luftqualität oft das dominierende Thema war. Arbeite jetzt in einem schicken Neubau mit neuer Luftungsanlage. Das macht einiges aus.

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