EnEV-Frage: Was ist eine Vorhangfassade?

Im Rahmen der Definition des Referenzgebäudes der EnEV 2009 werden unter anderem Anforderungen an die Ausführung von Vorhangfassaden gestellt. Auf welche Konstruktion beziehen sich aber diese Anforderungen?

Die EnEV hebt mit der Begrifflichkeit der „Vorhangfassade“ auf die entsprechenden europäischen Normen ab. In diesem Sinne sind also maßgebend:
  • DIN EN 13830 als Produktnorm und
  • DIN EN 13947 zur Bestimmung des U-Wertes.
Im Sinne von DIN EN 13830 wird eine Vorhangfassade wie folgt definiert:

… besteht in der Regel aus vertikalen und horizontalen, miteinander verbundenen, im Baukörper verankerten und mit Ausfachungen ausgestatteten Bauteilen, die eine leichte, raumumschließende ununterbrochene Hülle bilden, die selbstständig oder in Verbindung mit dem Baukörper alle normalen Funktionen einer Außenwand erfüllt, jedoch nicht zu den lastaufnehmenden Eigenschaften des Baukörpers beiträgt.

Als Konstruktionen werden dort unterschieden:
  • Pfosten-Riegel-Bauweise
  • Elementbauweise
  • Brüstungsbauweise
Neben der Tatsache, dass Vorhangfassaden in vielen Fällen der Tragkonstruktion des Gebäudes vorgelagert sind (woraus sich auch der Name ableitet), besteht der wesentliche Unterschied einer Vorhangfassade zu einer Fensterkonstruktion darin, dass – unabhängig von den in der Regel zusätzlich vorhandenen Rahmensystemen – vertikale und horizontale Tragelemente vorhanden sind, die bei der U-Wert-Berechnung berücksichtigt werden müssen und die auch wärmebrückentechnische Relevanz haben. Dementsprechend aufwändig gestaltet sich auch die U-Wert-Berechnung für ein solches System, weswegen die Berechnung in der Regel softwaregestützt durch den Hersteller erfolgt.


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