Holzwerkstoffe

Holzwerkstoffe Span Sperr Furnier OSB FaserHolz ist noch lange nicht gleich Holz. Aus Holz kann man beispielsweise Holzwerkstoffe fertigen, die zum Teil ganz andere mechanische Eigenschaften haben als das Ausgangsmaterial und die diesem natürlichen Baustoff damit den Weg zu ganz neuen Anwendungsgebieten erschließen. Welche Holzwerkstoffe aber können aus zerspantem oder zerkleinertem Holz außer Spanplatten und Sperrholzplatten noch zusammengefügt werden? Und welche Eigenschaften haben sie? Wo können Holzwerkstoffe eingesetzt werden? Welche Grenzen und welche Möglichkeiten gibt es? Viele Fragen und im weiteren gibt es dazu wie immer viele Antworten.

Grundstoff für Holzwerkstoffe ist natürlich Holz. Holzwerkstoffe werden aus gerichteten und ungerichteten Holzfasern, Spänen, Furnieren oder anderen Holzschnittprodukten in der Regel mit Bindemittel zu Platten zusammengepresst. Dazu werden in großem Umfang Reste der holzverarbeitenden Industrie sowie Schwachholz verwendet – nicht zuletzt um die Produktionskosten für Holzwerkstoffe niedrig zu halten. Darüber hinaus kann man bei diesem Rohstoff nahezu sicher sein, dass es keine Schwierigkeiten mit dem Nachschub gibt. In der Regel kommt das Holz für Holzwerkstoffe dann auch aus Deutschland.

Wurde früher noch viel Formaldehyd zum Binden von Holzwerkstoffen eingesetzt, konnte der Einsatz dieses vermutlich krebserregenden Stoffes bei der Produktion so verringert werden, dass die Belastung der Raumluft durch Formaldehyd heute häufig geringer als 0,1 ppm ist. Dies entspricht der Emissionsklasse E1, die meist mit der Perforator-Methode nach DIN EN 120 nachgewiesen wird. Holzwerkstoffe, die Formaldehyd-Emissionen oberhalb dieser Grenze aufweisen, dürfen in Deutschland in Gebäuden nicht verwendet werden.

Holzwerkstoffe für eine Verwendung im Bauwesen sind nach DIN EN 13986 als europäisch harmonisierte Norm hinsichtlich wesentlicher Eigenschaften, Prüfverfahren zur Bestimmung dieser Eigenschaften und Kennzeichnung geregelt. Das CE-Kennzeichen auf Holzwerkstoffen dokumentiert darüber hinaus die Übereinstimmung (Konformität) eines Produktes mit den Mindestanforderungen der in Europa anzuwendenden Normen oder Zulassungen. Geprüft wird dies in Deutschland seit 2005 unter anderem durch die Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe. Kauft man also eine Spanplatte aus dem europäischen Ausland, auf der sich ein CE-Zeichen befindet, darf man diese Platte auch in Deutschland in und an Gebäuden einsetzen. Bei Fragen kann man sich aber auch an den Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI) wenden.

Holzwerkstoffe bieten eine Vielzahl interessanter Anwendungsmöglichkeiten, da sie eine ganze Reihe von Vorteilen gegenüber ’normalen‘ Massivholz haben. Zu nennen sind hier zunächst ein höhere Formbeständigkeit und mechanische Stabilität, die nicht zuletzt aus einem geringeren Einfluss von Imperfektionen wie Astlöchern oder Rissen resultieren. Hinzu kommt, dass Holzwerkstoffe häufig leichter sind als Massivholz und damit wertvolles Material am Bau gespart werden kann. Auch in der Verarbeitung gibt es Vorteile, lassen sich Holzwerkstoffplatten präziser und schneller schneiden oder mit holzfremden Oberflächen laminieren. Die möglichen Anwendungen reichen damit auch von Deckenbalken über Beplankungen und Möbeln bis hin zu Küchenarbeitsplatten.

In den kommenden Wochen werden wir hier ein paar der gebräuchlichsten Holzwerkstoffe vorstellen und dabei genauer auf Produktionsmethoden, Einsatzmöglichkeiten sowie generelle Vorteile und Nachteile eingehen:

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