Lexikon

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A

A/V-Verhältnis
Die Kompaktheit von Baukörpern wird durch das Verhältnis der wärmeübertragenden Hüllfläche (A) zum beheizten Volumen (V) angegeben, dem sogenannten A/V-Verhältnis. Je kleiner das A/V-Verhältnis, desto geringer ist der spezifische Energiebedarf pro m³ beheiztem Raum bei sonst gleichen Bedingungen. Primär ist das A/V-Verhältnis von der absoluten Größe des Baukörpers, sekundär von dessen Ausformung abhängig. Typische A/V-Verhältnisse im Bauwesen sind für freistehende Einfamilienhäuser 0,7 bis über 1,0, Doppelhäuser 0,6 bis 0,9, Reihenhäuser 0,4 bis 0,6 und Mehrfamilienhäuser 0,3 bis 0,5.

Abdichtung
Als Abdichtungen im Bauwesen kommen je nach Anwendungsfall z.B. Beschichtungen, Folien, Bahnen oder Profile zum Einsatz. Sie verhindern, dass Feuchtigkeit, Flüssigkeit oder auch Luft (Zugluft) in Gebäude, Bauteile, Bauelemente und Baustoffe eindringt und hierdurch Schäden oder bauphysikalische Mängel entstehen. Schadhaft ausgeführte Abdichtungen sind nach übereinkommender Meinung von Fachleuten die häufigsten und kostenintensivsten Mängel im Baubereich.

Abgleich, hydraulisch
Mit dem hydraulischen Abgleich wird sichergestellt, dass jeder Heizkörper von einem optimalen Heizwasserstrom durchflossen wird und so mit der Wärmemenge versorgt wird, die für den jeweiligen Raum notwendig ist. Ohne hydraulischen Abgleich kann die Heizungsanlage nicht optimal arbeiten, da Heizkörper mit dem geringsten Abstand zum Kessel überversorgt werden. Entfernte gelegene Heizkörper werden hingegen unterversorgt, da Heizwasser hier nur mit zu wenig Druck ankommt.

Abluft
Unter Abluft versteht man die Luft, die einem Gebäude durch ein Lüftungsgerät entzogen wird. Die Abluft hat meist die Temperatur der Raumluft der Ablufträume. Sie kann energetisch mit einer Wärmerückgewinnungsanlage (WRG) genutzt werden. Die Lage einer Abluftöffnung hat meist nur einen geringen Einfluss auf die Luftströmungen im Raum. Vorzugsweise wird in thermisch hoch belasteten Räumen die Abluft an der Decke oder direkt an den Wärmequellen abgesaugt.

Abluftfassade
Die Abluftfassade ist ein Sonderfall der Doppelfassade. Bei ihr stehen die Luft des Fassadenzwischenraums und des zu belüftenden Innenraums über Öffnungen in der innenliegenden Fassade in Verbindung miteinander. Die Höhe des durchlüfteten Bereichs erstreckt sich in der Regel über jeweils ein Geschoss. Die Abluft wird vertikal über den Fassadenzwischenraum mechanisch (Wärmetauscher) abgeführt.

Abminderungsfaktor, solar
Reduziert man die solare Einstrahlung in ein Gebäude, wird dies durch den solaren Abminderungsfaktor berücksichtigt. Gute Abminderungsfaktoren werden von außenliegendem Sonnenschutz erreicht und ermöglichen einen guten sommerlichen Wärmeschutz. Der Abminderungsfaktor für Sonnenschutzvorrichtungen wird mit FC bezeichnet.

Abschattung
Wird ein Teil einer solartechnischen Anlage von einem Objekt (z.B. Baum, Schornstein, Antenne etc.) verdeckt, dann spricht man von Abschattung oder auch von Verschattung. Da sich dadurch in der Regel die Leistung der Solaranlage reduziert, sollten Abschattungen möglichst vermieden werden. Der Schatten einer Antenne kann die Leistung bereits um 30% vermindern.

Absorber
Solarkollektoren wandeln die einfallende Sonnenwärme in nutzbare Wärmeenergie um. Der Absorber überträgt die Wärme an die Solarflüssigkeit, die durch eine auf der Absorberfläche aufgelötete Rohrschlange fließt. In der Regel sind Absorber-Oberflächen mit einer mattschwarzen Farbe versehen, da diese ein sehr hohes Absorptionsvermögen besitzen. Mit einem hochwertigen Absorber können heute bis zu 90% der Sonneneinstrahlung genutzt werden. So bereitet die kostenlose Sonnenenergie warmes Wasser zum Nulltarif.

Absorption, akustisch
In der Akustik ist Absorption die Umwandlung von Schall in Wärme. Dieser Vorgang wird auch als Dissipation bezeichnet und ist in offenporigen Stoffen, etwa in Faserdämmstoffen, besonders ausgeprägt, weswegen diese als poröse Absorber speziell zu Zwecken der Schallabsorption eingesetzt werden. Quantifiziert wird die Absorption von Schall in Bauteile durch den Schallabsorptionsgrad αw.

Absorption, solar
Als Absorption bezeichnet man die Umwandlung von Strahlung in Wärme beim Auftreffen auf Oberflächen und beim Durchgang durch transparente oder transluzente Körper. So wird z.B. auf Kollektoren, Fassaden und Möbel auftreffende Sonnenstrahlung absorbiert. Ein Maß für die Absorption ist der Absorptionsgrad. Je dunkler eine Oberfläche ist, desto höher ist der Absorptionsgrad und desto mehr Strahlung wird absorbiert. Ein matter, schwarzer Körper absorbiert fast das gesamte auf ihn fallende Licht, ein weißer Körper nur sehr wenig. Neben Absorption tritt an Oberflächen auch Reflexion und bei transparenten oder transluzenten Körpern auch Transmission auf. Tritt Licht im optisch sichtbaren Spektralbereich durch Glas, geht ein sehr großer Teil hindurch (Transmission, ca. 85 – 90%), ein Teil des Lichtes wird durch Absorption im Glas zurückgehalten und erwärmt dabei das Glas, ein weiterer Anteil wird durch Reflexion an den Grenzflächen zurückgeworfen (ca. 4% je Oberfläche). Mit Einfärbungen oder Beschichtungen können Absorptionsgrade vergrößert werden.

Acrylglas
Acrylglas ist ein transparenter Kunststoff und eine organische Verbindung, die chemische Bezeichnung lautet Polymethylmetarcylat (PMMA). Plexiglas ist der bekannte Handelsname für das Material. Acrylglas ist aufgrund der geringeren Dichte nur etwa halb so schwer wie anorganische Gläser. Dafür ist das Material kratzempfindlicher als Glas.

adiabat
Die Grenze eines thermodynamischen Systems wird als adiabat bezeichnet, wenn kein Temperaturunterschied zwischen System und Umgebung besteht. Beispiel: Die Rohrdämmung verringert bzw. verlangsamt den Wärmeaustausch zwischen Rohr und Umgebung. Wäre der Wärmeaustausch gleich Null, so läge ein adiabatisches System vor.

Aerogel
Siehe Dämmstoffe > Aerogel

Agraffe
Als Agraffe werden nicht sichtbare Befestigungen z.B. bei hinterlüfteten Fassadenplatten bezeichnet. Sie können sehr unterschiedliche Formen aufweisen, bestehen aber in der Regel aus Aluminium.

Akustik
Akustik ist die Lehre vom Schall. Sie beschäftigt sich mit der Erzeugung, der Ausbreitung, der Reflexion und der Absorption von Schallwellen. Schallwellen sind mechanische Schwingungen in festen, flüssigen und gasförmigen Medien wie Mauern, Wasser oder Luft. Je nach Medium, unterscheidet man zwischen Luftschall, Körperschall und Flüssigkeitsschall. Der Schall wird in Dezibel (db) gemessen und setzt sich aus Tönen unterschiedlicher Frequenzen (Tonhöhen) zusammen.

Alkalität
Alkalität bezeichnet die Stärke einer Base. Je höher die Basizität, desto höher ist auch die Stärke der Base. Als basisch gelten Milieus mit pH-Werten über 7.

Altlasten
Altlasten sind Schadstoffe, die im Gebäude oder Baugrund eingebunden sind. Hierbei kann es sich um Öle, Produkte aus chemischen Prozessen, aber auch um bitumenhaltige oder steinkohlenteerpechhaltige Baustoffe handeln. Derartige Altlasten zählen zu den Gefahrenstoffen, dürfen nur unter besonderen Schutzmaßnahmen ausgebaut und nur auf zugelassenen Deponien gelagert werden.

Aluminium
Die besonderen Eigenschaften wie geringe Dichte, geringes Gewicht (nur 1/3 von Stahl) oder die Möglichkeit der Oberflächengestaltung haben Aluminium zu einem beliebten Werkstoff werden lassen. Je nach Verwendung können durch Zusatz von Mangan, Magnesium, Silizium und Zink, Legierungen hergestellt werden deren Festigkeit, Bearbeitbarkeit, Korrosionsverhalten und Anodisierbarkeit besonders günstig sind. Auf Grund der thermischen Ausdehnung im praxisrelevanten Temperaturbereich sollte bei Aluminium jedoch auf zwängungsfreie Konstruktionen besonders geachtet werden.

Amortisation
Investitionsgüter wie Heizungen, Wärmedämmungen, Solaranlagen usw. haben eine bestimmte technische Lebensdauer, bis sie ersetzt werden müssen. Für Überlegungen zu der Wirtschaftlichkeit von Investitionen wird die wirtschaftliche Lebensdauer (Amortisationszeit) verwendet, in welcher die Anlage abgeschrieben wird. Die technische Lebensdauer ist meist größer als die Amortisationszeit (= Return of Investment = ROI). Die Amortisationszeit ist die Zeitspanne, nach der Investitionsausgaben durch nachfolgende Erträge unter Berücksichtigung der Inflation gerade ausgeglichen sind.

Anergie
Energie-Anteil, der im Gegensatz zur Exergie nicht umwandelbar ist und so keine mechanische Arbeit zu leisten vermag. Beide Teile zusammen (Anergie und Exergie) sind konstant. Wärme aus elektrischer Energie (= Anergie) kann beispielsweise nicht mehr rückgewandelt werden.

Anhydritestrich
Der wesentliche Bestandteil dieses Estrich-Typs ist Anhydrit. Als so genannter Anhydritbinder aufbereitet wird er als selbst nivellierender Fließestrich verlegt. Vorteil des Anhydrit- oder Calciumsulfat-Estrichs ist seine frühe Belastbarkeit (1-2 Tage). Zudem ist er spannungsarm, so dass es nur zu geringen Schwindungen und Wölbungen beim Austrocknen kommt. Besonders gut geeignet ist ein Anhydritestrich in Verbindung mit einer Fußbodenheizung, da er über eine optimale Wärmeleitfähigkeit verfügt. Dagegen sind Anhydritestriche durch ihre Gips-Basis sehr empfindlich gegen einwirkende Feuchtigkeit und somit für Nass- und Außenbereiche ungeeignet.

Anker
Anker werden bei zweischaligen Wandkonstruktionen eingesetzt, um die nichttragende Außenschale an der Tragschale zu befestigen. Üblicherweise werden Mauerwerksanker in Drahtform als sogenannte Drahtanker verwendet.

Anlagenaufwandszahl
Die Anlagenaufwandszahl ist eine wesentliche Kenngröße, die bei der Berechnung des Primärenergiebedarfs eines Gebäudes nach DIN V 4701-10 gebildet wird und kennzeichnet die energetische Effizienz der gesamten Energieversorgungskette von der Ressourcenentnahme aus der Natur bis zur Wärmeübergabe durch Heizkörper oder andere Wärmeübertrager. Die Anlagenaufwandszahl eP ist definiert als der Quotient des Primärenergiebedarfs eines Gebäudes bezogen auf die Summe aus Heizwärme- und Trinkwarmwasserbedarf. Sie entspricht damit dem Kehrwert des Anlagenwirkungsgrades. Je niedriger die Anlagenaufwandszahl, um so effizienter arbeitet das Heizsystem.

Anlagenkennlinie
Für eine (Heizungs-)Anlage charakteristische Kennlinie, welche die eigentliche statische Energiehöhe und auch dynamische Reibungsverluste durch Armaturen und Formstücke, beinhaltet.

Anlaschen
Anlaschen oder auch Beilaschen bezeichnen das statische Verstärken von Sparren oder Holzbalken durch seitliche Balken oder Bretter. Sie werden häufig beidseitig des Bestandsbalkens aufgedoppelt und mit dem Bestandsbalken verschraubt. Sie können sowohl im Dachbereich zur Sparrenverstärkung eingesetzt werden als auch im Deckenbereich um die Holzbalken zu verstärken. Eine Beilasche kann durch einen entsprechenden Überstand eine neue gerade Ebene herstellen.

Annuität
Als Annuität wird die Rückzahlungsrate einer Finanzierung (z.B. Darlehen) bezeichnet. Die Annuität setzt sich aus Tilgung und Zinsen zusammen. Diese Anteile verändern sich je nach erreichter Laufzeit. Am Anfang werden mehr Zinsen als Kapital zurückgezahlt. Am Ende der Laufzeit fallen durch das gesunkene Restdarlehen nur noch geringe Zinslasten an und die Annuität dient hauptsächlich der Kapitalrückzahlung.

Anschluss
Unter dem Begriff Anschluss versteht man die Ausbildung der Abdichtung an angrenzende und durchdringende Bauteile oder Bauelemente. Bei Dächern bis 5° Dachneigungen muss die Anschlusshöhe mindestens 15 cm betragen, darüber sind 10 cm ausreichend (gemessen ab Oberkante Belag bzw. Kiesschüttung). Ab einer Anschlusshöhe von 35 cm sollte, ab einer Höhe von 50 cm muss der Anschluss zusätzlich mechanisch (Klemmschiene) befestigt werden, damit er nicht abrutscht bzw. durch Windsogkräfte losgelöst wird. Auch bei Terrassentüren ist auf die Anschlusshöhe zu achten, damit kein Niederschlagswasser über die Türschwelle eindringt.

Anschlussfuge
Diese Fugenart stellt die Verbindung zwischen Belagsflächen aus unterschiedlichen Materialien dar. Die Ausbildung von Anschlussfugen muss mit elastischen Dichtstoffen oder beweglichen Fugenprofilen erfolgen. Da es zwischen den einzelnen Bauteilen zu unterschiedlichen Längendehnungen kommt, hätte eine starre Verfugung unweigerlich einen Abriss der Fuge zur Folge.

Anti-Reflexionsschicht
Die Anti-Reflexionsschicht ist eine auf der Vorderseite von Solarzellen aufgebrachte Materialschicht, die die Reflexion der Sonnenstrahlung reduziert und somit die Effizienz der Solarzellen steigert.

Antritt
Als Antritt wird die erste Stufe eines Treppenlaufes nach Verlassen der Geschossebene bezeichnet.

Apertur
Die Aperturfläche eines Sonnenkollektors ist die maximale Projektionsfläche der äußersten Kollektoröffnung, durch die unkonzentrierte Sonnenstrahlung in den Kollektor eintritt.

Aquiferspeicher
Umweltkälte bzw. -wärme kann auf verschiedene Arten sehr effektiv zur Klimatisierung von Gebäuden genutzt werden. In Aquiferspeichern kann Solarwärme oder auch Abwärme aus Blockheizkraftwerken saisonal vom Sommer für den Winter gespeichert werden. Ebenso kann aber auch die Kälte der Wintermonate für den Sommer eingespeichert werden. Diese Kälte bzw. Wärme wird dann nach Bedarf in der jeweiligen anderen Jahreszeit wieder entnommen.

Arbeitsfuge
Die Arbeitsfuge wird auch Tagesansetzfuge genannt. Sie wird bei großen zu betonierenden Flächen (z.B. Estrichen) am Ende eines Arbeitstages als Abschluss der bereits ausgegossenen Fläche angesetzt, woran am nächsten Tag direkt angearbeitet wird.

Argon
Argongas existiert als farb- und geruchloses Edelgas und bildet mit anderen Stoffen keine chemischen Verbindungen. Es wird unter anderem als Füllgas für Glühlampen und Leuchtstoffröhren eingesetzt. Wird das Edelgas im Scheibenzwischenraum von Isolierglasscheiben verwendet kann der U-Wert der Scheiben um ca. 0,3 W/m²K gesenkt werden.

Armaturen
Armaturen sind haustechnische Geräte, mit denen Rohrleitungen geöffnet und geschlossen werden können.

Asbest
Asbest wurde früher meistens als Brandschutz- und Dichtungsmaterial verwendet. Aber auch in Nachtspeicheröfen und bei Wärme- und Schalldämmungen könnte Asbest verwendet worden sein. Die Verwendung von Asbest ist heute in Deutschland verboten. Asbest kann bei Menschen Asbestose und Krebs in Lunge, Rippen und Bauchfell auslösen. Daher muss Asbest von Fachleuten entfernt und entsorgt werden.

Atrium
Atrien sind Innenräume in der Mitte von Häusern, von denen aus umliegende Räume zugänglich sind. Sie werden heute auch häufig als witterungsgeschützte Verkehrsfläche oder bei entsprechender Größe zur Belichtung und Belüftung angrenzender Nutzräume eingesetzt. Sie sind nach oben meist mit Glas eingedeckt und sollten im Sommer gut durchlüftet werden, um Überhitzung zu vermeiden.

Attika
Unter einer Attika versteht man eine wandartige Erhöhung bzw. Aufkantung am Dachrand, meist von Flachdächern. Abdichtungsbahnen werden im Normalfall bis zur Außenkante der Aufkantung hochgeführt und befestigt.

Aufbauhöhe
Die Aufbauhöhe beschreibt die gesammte Schichtdicke von horizontalen Konstruktionen. In vielen Fällen sind dies Bodenkonstruktionen, wobei dann die Höhe zwischen Bodenbelag und tragendem Untergrund gemeint ist.

Aufdampfen
Beschichtungen aus Silber, Zinn oder Indium können zur Herstellung von Wärmeschutzglas oder Sonnenschutzglas auf die Scheiben aufgedampft werden.

Auflast
Eine Auflast ist eine auf einer Abdichtung aufgebrachte Schicht, die die Dachschichten gegen Windsog sichert.

Auflattdämmung
Im Gegensatz zu den Aufsparrendämmungen, bei denen Konterlattung und Dachlattung oberhalb der Dachdämmung angeordnet werden, wird bei Auflattdämmsystemen die Dachlattung direkt auf den Sparren befestigt. Die Dachdämmung wird anschließend in diese Latten eingehängt und auf ihnen fixiert. Meist wird hier Polystyrol als Dämmstoff verwendet, da die Oberseite gleichzeitig als Unterdach verwendet wird.

Aufmaß
Wesentlicher Punkt bei der Vorbereitung einer Altbaumodernisierung ist die messtechnische Bestandsaufnahme. Sie ist Voraussetzung für die Erstellung von Bestandsplänen.

Aufputzarmatur
Eine Aufputzarmatur ist auf der Wand an die dafür vorgesehenen Rohrleitungen zu montieren. Das Wasser wird in der Armatur vor der Wand gemischt. Der Abstand zwischen den Installationspunkten ist genormt, so dass auch alte Aufputzarmaturen problemlos durch eine neue Armatur ersetzt werden können.

Aufputzinstallation
Kabel, Leitungen oder Rohre werden direkt auf den Putz oder mit Abstandsschellen über dem Putz verlegt. In feuchten Räumen wird sie auch Feuchtrauminstallation bezeichnet, bei Bündelung der Kabel auch Bündelinstallation.

Aufsparrendämmung
Aufsparrendämmungen werden vorwiegend dort eingesetzt, wo die Dachkonstruktion von innen sichtbar bleiben soll oder wo eine geringe Sparrenhöhe keine ausreichenden Dämmstoffdicken zwischen den Sparren zulässt. Die Aufsparrendämmung wird meist auf Holzpaneele gelegt, mit einer luftdichten Dampfbremse als Zwischenlage. Die Konterlattung ist bei Aufsparrendämmsystemen üblicherweise größer dimensioniert als bei herkömmlichen Konstruktionen, da über diese den Dachaufbau getragen muss. Verbindungsschrauben dürfen daher auch nicht senkrecht zum Sparren eingeschraubt werden, sondern in einem vorgegebenen Winkel. Aufsparrendämmsysteme haben den Vorteil, über die Außenwände und Sparren wärmebrückenfrei geführt werden zu können.

Auralisation
Der Begriff Auralisation oder „Hörbarmachung“ bezeichnet eine raumakustische Computersimulation, die es erlaubt, bereits in der Planungsphase in Räume unter Berücksichtigung ihrer geometrischen und akustischen Eigenschaften hineinzuhören. Dazu werden zunächst Sprache oder Muskik nachhallfrei aufgezeichnet. Es lässt sich dann ein realistischer Höreindruck des Raumes erzeugen, der genaue Rückschlüsse über die raumakustischen Maßnahmen zulässt.

Ausbau
Ergänzungen bzw. Veränderungen an Gebäuden zur Sicherung einer vorgegebenen Nutzung.

Ausblühungen
Ausblühungen sind durch den Feuchtetransport von Salzen aus dem Inneren von Bauteilen an deren Oberfläche bedingt. Sie entstehen durch Ablagerung gelöster Salze beim Verdunsten des Wassers an der Oberfläche. Entfernt werden Ausblühungen mechanisch mit einer groben Drahtbürste oder einem entsprechenden Schleifer. Bei Karbonat (=Kalk) ist oft eine vorsichtige, punktuelle Absäuerung der effektivere Weg. Allerdings sollte vorher überprüft werden, ob der Untergrund säurefest ist.

Ausdehngefäß
Warmwasserheizungen werden heute nahezu ausschließlich als geschlossene Anlagen ausgeführt, in denen das Heizwasser keinen Kontakt mit der Atmosphäre hat. In offenen Anlagen erfolgt die wärmebedingte Ausdehnung des Wassers in einem offenen Ausdehngefäß. Hierbei handelt es sich um einen am höchsten Punktes im Rohrnetz angeordneten Behälter. Durch Kontakt des Wassers mit der Atmosphäre kommt es hier jedoch zur Aufnahme von Luftsauerstoff, der Korrosion im System begünstigt.

Ausdehnungskoeffizient
Siehe Wärmeausdehnungskoeffizient

Außeneinheit
Die meisten Split-Klimageräte sind in eine Außen- und eine Inneneinheit aufgeteilt. Diese sind über einen Kältekreislauf miteinander verbunden. Das Kältemittel fließt mit der aus dem Innenraum aufgenommenen Wärme gasförmig zur Außeneinheit, wo es die Wärme an die Außenluft abgibt. Dort verflüssigt sich das Kältemittel wieder und fließt zur Inneneinheit zurück, wodurch der Kreislauf wieder von vorne beginnt.

Außenluft- und Abluftöffnung
Zentrale Wohnungslüftungsgeräte saugen von außen frische Luft an und führen die Abluft wieder nach außen ab. Die Ansaug- und Austrittsöffnungen für Außenluft und Abluft sollen so angeordnet werden, dass keine unmittelbare Wiederansaugung (Kurzschluss) auftreten kann. Außenluftansaugöffnungen werden deshalb meist in die Außenwand eingebaut, während der Abluftauslass über das Dach geführt wird. Mit Wärmetauschern ausgestattete Lüftungsanlagen entnehmen der Abluft ihren Wärmegehalt, bevor diese als Fortluft abgeführt wird.

Ausgleichsschicht
Um vor Rauhigkeiten und chemischen Einwirkungen aus Unterkonstruktionen zu schützen, ist vor allem bei einer Abdichtung von Flachdächern aus Kunststoffbahnen eine (Trenn-) und Ausgleichsschicht vorzusehen. Sie kann aus lose verlegten Polyethylenfolien, Polyestervliesen (teilweise durch unterseitige Kaschierung der Abdichtungsbahnen), Schaumstoffmatten o.ä. bestehen.

Ausnutzungsgrad
Der Ausnutzungsgrad ist ein Maß dafür, wie gut interne und solare Gewinne die Heizung bei ihrer Arbeit unterstützen können. Üblicherweise können diese Gewinne über die Heizperiode gesehen nicht zu 100% genutzt werden, da sie nicht immer zu den Zeiten anfallen, in denen sie benötigt werden. Beispielsweise kommt es gerade in der Übergangszeit mittags öfters zu Überhitzung, und das Energieangebot der Sonne muss weggelüftet oder gar gekühlt werden. Der Ausnutzungsgrad schwankt zwischen annähernd 100% (alte Steinmauern, kleine Fenster) und etwa 85% (Leichtbauten mit großen Verglasungen).

Ausstakung
Darunter versteht man eine der ältesten Formen der Ausfachung von Fachwerkwänden. Zwischen die waagrechten Fachwerkhölzer werden in einem Gefach mehrere schwache Hölzer, so genannte Staken, in Nuten übereinander verkeilt und zwischen diese ebensolche senkrechte Hölzer so ineinander gesteckt, dass eine Art rudimentäres „Gewebe“ entsteht. Dieses Geflecht wird dann mit Lehmmörtel ausgeschlagen bis eine dichte Wandoberfläche erreicht wird.

Aussteifung
Aussteifende Bauteile sind flächig (z.B. Decken, Wände, Gebäudekern) oder stabförmig (Fachwerke, Rahmen). Sie dienen der Sicherung gegen Horizontalkräfte wie Wind, Erddruck oder Lotabweichung sowie Verkehrsbelastung (z.B. Kranbahnen), Erdbeben und Haltekräfte gegen das Kippen von Gebäuden.

Austritt
Als Austritt wird die letzte Stufe eines Treppenlaufes als ebenbündiger Anschluss an die Geschossebene bezeichnet.

Azimutwinkel
Winkel zwischen der geographischen Nordrichtung und dem Vertikalkreis durch den Sonnenmittelpunkt (0° bis 360°).

B

Balkenkopf
Als Balkenkopf wird das Enden eines Holzbalken bezeichnet. Besonders dort, wo diese Balkenköpfe Feuchteeinwirkung ausgesetzt sind, ist ihrem Zustand besondere Beachtung zu schenken. Hier ist der Balkenkopf über das freie Hirnholz besonders stark durch eindringende Feuchtigkeit gefährdet. Die Gefahr von Schädlingsbefall wird dadurch größer.

Bau-Furniersperrholz
Bau-Furniersperrholz wird durch kreuzweises Anordnen und Verleimen von geschälten Holzfurnieren hergestellt. Oberflächen können glatt, sägerau oder gebürstet sein. Als Fassadenmaterial sollten nur die Sperrholzplatten eingesetzt werden, die für eine Anwendung im Außenbereich geeignet sind.

Bauakustik
Die Grundlage der Bauakustik bildet die Schalldämmung. Diese verhindert, dass Schall von außen in einen Raum oder ein Gebäude eindringt oder sich zwischen Räumen verbreitet.

Baufeuchte
Unter Baufeuchte versteht man den Wassergehalt von Bauteilen bzw. Bauteiloberflächen, der während ihrer Herstellung entsteht oder eindringt.

Baumwolle
Siehe Dämmstoffe > Baumwolle

Bauprodukt
Entsprechend dem Bauproduktengesetz besteht ein Bauprodukt aus Baustoffen und Bauteilen, die in einem Werk hergestellt werden.

Bauproduktengesetz
Das Bauproduktengesetz (BauPG) regelt das „Inverkehrbringen von Bauprodukten und den freien Warenverkehr mit Bauprodukten von und nach den Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zur Umsetzung der Richtlinie 89/106/EWG“.

Bauproduktenrichtlinie
Grundlage der so genannten Bauproduktenrichtlinie (BPR) ist die Aussage über die Gebrauchstauglichkeit von Bauprodukten, die in sechs Kernbereiche gegliedert ist: I. Mechanische Festigkeit und Standsicherheit, II. Brandschutz, III. Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz, IV. Nutzungssicherheit, V. Schallschutz und VI. Energieeinsparung und Wärmeschutz.

Bauregelliste
Das Baurecht, festgelegt u.a. in Landesbauordnungen, unterscheidet zwischen geregelten Bauprodukten, nicht geregelten Bauprodukten und sonstigen Bauprodukten. Die Bauregelliste A wird vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) bekannt gemacht und enthält im Teil 1 technische Regeln für geregelte Bauprodukte und im Teil 2 nicht geregelte Bauprodukte, deren Verwendung nur mit einem Ü-Zeichen zulässig ist. Für nicht harmonisierte und nach der Bauregelliste geregelte Bauprodukte ist ein Einzelverwendbarkeitsnachweise für das Inverkehrbringen und Anwenden notwendig.

Bauschaden
Ein Bauschaden liegt dann vor, wenn ein Bauteil eines Gebäudes die Fähigkeit verliert eine ihm zugeordnete Aufgabe zu erfüllen.

Baustoffklasse
Baustoffe werden hinsichtlich ihrer Brenn- und Entflammbarkeit in die europäischen Baustoffklassen A1, A2 (nicht brennbar) sowie B bis F (brennbar) eingeteilt. Weitere Unterteilungen untersuchen Brandnebenerscheinungen wie Rauchentwicklung (s = smoke, Klassen s1, s2 und s3) oder brennendes Abtropfen/Abfallen (d = droplets, Klassen d0, d1 und d2) von Baustoffen. Bodenbeläge sind in besondere Klassen (fl = floorings) unterteilt. Früher waren in Deutschland die Klassen A1, A2, B1, B2 und B3 gebräuchlich.

Bauteilaktivierung
Als thermische Bauteilaktivierung oder Betonkernaktivierung wird die Nutzung von Gebäudemassen zur Temperaturregulierung verstanden. Bauteilaktivierung ist zur Raumheizung bzw. -kühlung geeignet. Durch große Übertragungsflächen können Durchflusstemperaturen niedrig gehalten werden, was den Einsatz energieeffizienter Niedertemperatursysteme ermöglicht, z.B. Wärmepumpen oder die Kühlung über Grundwasser.

Bedachung
Bedachungsarten werden im Sinne des Brandschutzes unterschieden. Als harte Bedachung werden Dachabdichtungen bzw. -konstruktionen bezeichnet, die nach ihrer Bauart und den verwendeten Bauprodukten widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme ist. Das gilt für Dächer aus Beton und Ziegeln sowie mit Belag aus Metall, Kies oder (zweilagigen) Bitumenbahnen. Weiche Bedachungen bestehen aus Holzschindel, Stroh, Reet, Schilf oder unbesandeter Pappe.

Behaglichkeit
Für den Menschen gibt bevorzugte Umgebungszustände, in denen er sich besonders behaglich fühlt. Das Behaglichkeitsempfinden wird wesentlich bestimmt durch die Kälte- und Wärmerezeptoren des menschlichen Körpers, die dessen Wärmehaushalt steuern. Dabei reagieren die Rezeptoren deutlich bei Über- bzw. Unterschreitung von Schwellentemperaturen. Aber auch Zugluft und Luftfeuchtigkeit können die Behaglichkeit beeinflussen.

Beleuchtungsstärke
Die Beleuchtungsstärke Lux (Kurzzeichen: lx) ist als das Verhältnis des auf eine Fläche fallenden Lichtstroms zur Größe dieser Fläche definiert. Je größer die Strahlungsmenge pro Flächeneinheit ist, umso größer ist die Beleuchtungsstärke.

Belüftung
Grundsätzlich unterscheidet man bei Lüftungskonzepten die natürliche Lüftung und die mechanische Lüftung. Die Möglichkeit der natürlichen Belüftung wird maßgeblich von Lärm, Wind, Thermik, Schallübertragung und Umwelteinflüssen wie Schmutz beeinflusst.

Beschichtung
Wärme- und Sonnenschutzgläser werden beschichtet, um beispielsweise die Emissivität von Glasoberflächen zu reduzieren. Dabei werden dünne Schichten aus Edelmetallen und/oder Metalloxiden auf klaren oder eingefärbten Scheiben im sogenannten Hard- bzw. Soft-Coating-Verfahren aufgebracht.

Bestandsaufnahme
Wichtigste Voraussetzung der Altbaumodernisierung sind die technische Bestandsaufnahme und die maßliche Bestandsaufnahme. Sie bilden die unabdingbare Voraussetzung für eine sorgfältige und qualifizierte Planung.

Beton
Beton ist im Wesentlichen ein Gemisch aus Zement, Gesteinskörnung bzw. Betonzuschlag (Sand und Kies oder Splitt) und Anmachwasser. Der Baustoff kann zwar hohen Druck aushalten, versagt aber schon bei niedrigen Zugbeanspruchungen. Man legt daher auch Bewehrungsstahl zur Armierung ein, um zugfesteren Stahlbeton zu erzeugen.

Betonfertigteil
Fertigteile aus Beton werden in einer Fabrik hergestellt, dort gelagert, auf die Baustelle geliefert und dann montiert. Aus großformatigen Fertigteilen werden Decken, Wände und Dächer hergestellt. Fertigteilkonstruktionen aus Stützen und Balken sowie fertige Sanitärzellen gehören mit zum Bauprogramm. Sogenannte Systemhäuser werden im Zuge des Rohbaus komplett aus Betonfertigteilen gefertigt.

Betonkernaktivierung
Siehe Bauteilaktivierung

Betriebspunkt
Der Betriebspunkt einer Heizungspumpe ist der Punkt im Q-H-Diagramm, wo sich der Förderstrom Q und die Förderhöhe H entsprechend der Drosselung mittels Druckleitungs-Drosselschieber einpendeln. (Schnittpunkt der Pumpenkennlinie mit der Anlagenkennlinie).

Bewegungsfuge
Eine Bewegungsfuge ist ein geplanter Zwischenraum zwischen Bauteilen und Baukörpern, um unabhängige Bewegungen infolge Temperaturänderungen, Setzungen und Schwinden zu ermöglichen und Bauteilspannungen abzubauen. Die Ausbildung erfolgt je nach Anwendungsfall durch konstruktive Gestaltung der Bauteilränder, Verschluss mit elastischem Dichtstoff, Überbrückung durch bandförmig vorgefertigten Dichtstoff, Profile oder Offenlassen der Fugen.

Bewehrung
Als Bewehrung bezeichnet man meist Stahl, der in Beton eingelegt ist und Zugkräfte aufnimmt. Zur Verlegung der Bewehrung wird ein Bewehrungsplan erstellt. Die Bewehrung kann sowohl zur Aufnahme von Zugkräften (meistens aus Biegung – Biegezug) als auch von Druckkräften (Stützen) angeordnet werden. Wird der Stahl mechanisch vorgespannt und unter dieser Spannung eingebaut, spricht man von Spannbeton. Die Verwendung von Glasfaser- oder Kunstfasergeweben ist in der Entwicklung und wird verstärkt eingesetzt.

Bindemittel
Bindemittel sind im plastischen Zustand verarbeitbare anorganische oder organische Substanzen, die im Laufe einer bestimmten Zeit erhärten und dabei andere Stoffe fest miteinander verbinden.

Bindemittel, hydraulisch
Hydraulische Bindemittel sind Materialien, die durch eine chemische Reaktion mit Wasser aushärten. Dadurch können sie sich auch „unter Wasser“ verfestigen. Die Härtung erfolgt dabei irreversibel. Das Material ist damit wasserbeständig.

Biomasse
Ein breites Spektrum von Energieträgern beschreibt der Begriff Biomasse. Er umfasst alle Stoffe, die durch Pflanzen oder Tiere entstehen. Dazu gehört abgestorbene, aber noch nicht fossile Pflanzenmasse oder organischer Hausmüll, Pflanzenöle, Biogas. Aus energetischer Sicht lässt sich Biomasse in Primär- und Sekundärprodukte unterteilen: Zu ersteren gehören beispielsweise Holz, Gräser und Stroh, zu den Sekundärprodukten aufbereitete Energieträger wie Hackschnitzel, Holzpellets oder Pflanzenöl.

Bitumen
Bitumen ist ein viskoelastisches Erdöldestillat zur Herstellung von Bitumenbahnen und -klebemassen. Der Werkstoff wird schon seit 3000 v.Chr. zur Abdichtung von Dächern eingesetzt. Es ändert seine Konsistenz bei steigender Temperatur, d.h. es wird vom harten und zähen Zustand durch Erwärmung weich, zähflüssig und zwischen 150 und 200°C dünnflüssig. Bei weiterem Temperaturanstieg verliert Bitumen seine plastischen Eigenschaften.

Bitumenbahn
Bitumenbahnen bestehen aus einer Trägereinlage mit beidseitigen Deckschichten aus Bitumen.

Blähglas
Siehe Dämmstoffe > Blähglas

Blähton
Siehe Dämmstoffe > Blähton

Blendrahmen
Herkömmliche Fenster bestehen aus einem Blendrahmen und einem Flügelrahmen. Der Blendrahmen ist dabei der Teil des Fensters, der fest mit der Außenwand verbunden ist. In diesem Rahmen befinden sich dann ein oder mehrere Flügelrahmen, welche zu öffnen sind.

Blendschutz
In Räumen in denen der Sehkomfort durch Störeinflüsse beeinträchtigt werden, z.B. an Bildschirmarbeitsplätzen, ist ein Blendschutz zu ratsam. Obwohl oftmals in der Praxis für unterschiedliche Anforderungen die gleichen Systeme eingesetzt werden, muss zwischen Blendschutz und Sonnenschutz unterschieden werden. Typische innen liegende Blendschutzsysteme sind Jalousien, Folien oder Gewebe, perforierte Raffstoffe oder beweglicher Blendschutz im Isolierglas.

Blockheizkraftwerk (BHKW)
Blockheizkraftwerke (BHKW) sind Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK), die der kombinierten Erzeugung von Strom und Wärme dienen. BHKWs werden mit fossilen Brennstoffen (Öl oder Gas) oder erneuerbaren Treibstoffen (Biogas, Biodiesel) betrieben. Die bei der Stromproduktion erzeugte Abwärme wird dann zur Beheizung von Gebäuden genutzt. Durch diese doppelte Energieausnutzung erhöht sich die Brennstoffausnutzung auf ca. 85%.

Blockverband
Beim Blockverband wechseln sich Binder- und Läuferschichten ab. Die Stoßfugen der Binderschichten und die Stoßfugen der Läuferschichten liegen vertikal übereinander. Der Blockverband wird bei Wanddicken größer als 24 cm verwendet.

Blower-Door-Test
Mit dem Blower-Door-Test können Undichtigkeiten in der Gebäudehülle festgestellt werden. Ein zu starker Luftaustausch erhöht die Wärmeverluste und führt zu einer Durchfeuchtung der Konstruktion. Meist wird für den Test ein abgedichteter Rahmen mit einem Ventilator in der Haustür eingebaut, der im Haus einen Druck von 50 Pa erzeugt. Luftbewegungen können an undichten Stellen in der Gebäudehülle z.B. mit Rauch sichtbar gemacht werden. Die nachgeführte Luftmenge ist das Maß für die Luftdichtheit. Niedrigenergiegebäude sollten eine Luftwechselrate von unter 1 erreichen, dass heißt, das im Gebäude befindliche Luftvolumen wird bei 50 Pa Druck einmal pro Stunde ausgetauscht.

Bodenplatte
Bodenplatten werden meist auf einem Streifenfundament aufgelegt. Hierbei hat die Platte aber selten statische Anforderungen zu erfüllen, sondern dient mehr der Abtrennung des Hauses vom Erdreich. Ist die eine Anforderung, muss die Bodenplatte dicker und mit mehr Bewehrung ausgeführt werden. Für die Ausführung der Bodenplatte gibt es unterschiedliche Ansätze. Bei gut gedämmten Häusern und Passivhäusern wird häufig eine Dämmung auf dem Fundament aufgelegt und darauf die Bodenplatte „schwimmend“ betoniert.

Brandabschnitt
Ein Brandabschnitt ist der Teil eines Gebäudes, der gegenüber anderen Gebäudeteilen oder anderen Gebäuden durch Brandschutzkonstruktionen wie z.B. Brandwände mit Brandschutztüren oder feuerbeständige Geschossdecken (ggf. mit feuerbeständig geschützten Öffnungen) begrenzt ist, um eine Brandübertragung für eine definierte Zeit sicher zu verhindern.

Brandlast
Die Brandlast (auch Brandbelastung) wird in kWh/m² angegeben und ist das auf eine bestimmte Grundfläche (z.B. Brandabschnittsfläche in m²) bezogene Wärmepotential aller auf ihr vorhandenen brennbaren Stoffe.

Brandschott
Beim Brandschutz ist ein Schott oder eine Abschottung eine brandschutzgerechte Versiegelung eines Durchbruches oder einer Fuge in einer Wand oder Decke, um die durch das Loch entstandene Minderung der Brandrate des Bauteiles wiederherzustellen.

Brandschutz
Die Gesamtheit aller Maßnahmen, Mittel und Methoden zur Verhütung von Bränden, zur Begrenzung der Brandausbreitung, zur Brandbekämpfung sowie zum Schutz von Personen und Sachwerten vor den von Bränden ausgehenden Gefahren.

Brandschutz, baulich
Zusammen mit dem anlagentechnischen Brandschutz bildet der bauliche Brandschutz einen spezifischen Bestandteil des vorbeugenden Brandschutzes. Er umfasst die Gesamtheit aller bautechnischen, konstruktiven, materialtechnischen, gestalterischen und funktionsplanerischen Maßnahmen, Mittel und Methoden, mit denen die Brandausbreitung und die Brandübertragung reduziert oder verhindert werden, die Rettung von Personen und die sichere Tätigkeit der Feuerwehr garantiert und der Zerstörungs- und Schädigungsgrad an Gebäuden, Anlagen und Ausrüstungen gering gehalten werden.

Brandschutz, vorbeugend
Der vorbeugende Brandschutz umfasst alle Maßnahmen, Mittel und Verhaltensweisen, die der Entstehung eines Brandes entgegenwirken. In Ergänzung zu den Maßnahmen des baulichen Brandschutzes und anlagentechnischen Brandschutzes beinhaltet er auch Nutzungshinweise, Arbeitsmethoden, Lagervorschriften, Verhaltensweisen usw., die dazu dienen, einer Brandentstehung entgegenzuwirken und die Brandausbreitung zu begrenzen.

Brandschutzklasse
Die Brandschutzklasse ist eine auf der Grundlage der erforderlichen Feuerwiderstandsdauer bestimmbare Größe. Sie wird im Industriebau beispielsweise zur Bestimmung der Feuerwiderstandsklasse der Bauteile bzw. zur Bestimmung der zulässigen Geschossfläche eingeschossiger Brandbekämpfungsabschnitte (Industriebaurichtlinie) herangezogen.

Braunfäulepilz
Braunfäulepilze gehören zur Gruppe der pflanzlichen Schädlinge, die insbesondere Holzbauteile befallen können.

Brenner, atmosphärischer
Gasbrenner, bei dem die Verbrennungsluft durch die Injektion des Gases transportiert wird, werden atmosphärische Brenner genannt. Bei dem Injektionsprinzip wird das Gas mit hoher Geschwindigkeit durch eine Düse in ein größeres Rohr eingeblasen, das die Düse umgibt. Die Luft in diesem Rohr wird durch den Unterdruck in die Verbrennungszone transportiert.

Brennstoff, fossil
Erdöl, Erdgas, Braun- und Steinkohle gehören zu den fossilen Brennstoffen. Sie entstanden vor Millionen von Jahren aus toter Biomasse, die durch geologische Prozesse umgewandelt wurde. Ihre Nutzung zur Energiegewinnung ist zeitlich begrenzt. Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe wird Kohlendioxid freigesetzt.

Brennstoffzelle
Brennstoffzellen erzeugen gleichzeitig Wärme und Strom, nicht durch eine thermische sondern durch eine chemische Reaktion. Die nutzbare Energie wird durch Umwandlung von Erdgas zu Kohlendioxid und Wasserstoff freigesetzt. Bei der Reaktion von Wasserstoff mit Luftsauerstoff entstehen dann Wärme und Gleichstrom. Die gewonnene Wärme kann zur Beheizung von Gebäuden verwendet werden.

Brennwert
Der Brennwert ist die Wärmemenge eines Brennstoffs, die bei der vollkommenen Verbrennung frei wird. Der Brennwert gibt an, wie viel Wärmeenergie bei der Verbrennung einschließlich der im Wasserdampf enthaltenen Verdampfungswärme insgesamt frei wird. Der Energiegehalt des Wasserdampfs bleibt beim Heizwert dagegen unberücksichtigt.

Brennwertkessel
Brennwertkessel sind mit Gas oder Öl betriebener Wärmeerzeuger, bei denen der in den Abgasen enthaltene Wasserdampf kondensieren darf und soll. Die Kondensationswärme lässt sich dadurch zusätzlich nutzen und der Wirkungsgrad kann verbessert werden. Die Wirkungsgradverbesserung beträgt je nach Brennstoff etwa zwischen 5 und 10% verglichen mit herkömmlichen Niedertemperaturkesseln.

Brüstung
Die Brüstung ist der Bereich der Außenwand, der zwischen dem Fußboden und der Fensteröffnung verbleibt.

Brutto-Grundfläche (BGF)
Die Brutto-Grundfläche ist die Summe aller Geschossflächen, die aus deren Außenabmessungen (äußeren Begrenzungen) ermittelt werden. Äußere Begrenzung heißt in diesem Zusammenhang inklusive Verputz oder Oberflächenverkleidung, also nicht nur Rohbaumaß. Im Unterschied zur Nettofläche oder zur Wohnnutzfläche sind alle Wände enthalten.

C

Candela
Candela ist die Einheit der Lichtstärke. Sie wird durch einen Lichtstrom pro Raumwinkel beschrieben. Das Kurzzeichen für Candela lautet „cd“.

CE-Zeichen
Das CE-Zeichen ist kein Prüfzeichen. Es ist ein Verwaltungskennzeichen und dokumentiert die Konformität des Produktes mit den geltenden EU-Richtlinien. Damit erklärt der Hersteller des Produktes eigenverantwortlich, dass die Anforderungen europäischer Richtlinien erfüllt sind.

Chlorkohlenwasserstoff (CKW)
Zu den Chlorkohlenwasserstoffen (CKW) gehören z.B. die auch für den Menschen sehr giftigen Insektizide Lindan oder DDT sowie Dioxine und Furane, die etwa bei der Verbrennung von Kunststoffen frei werden und in Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Schließlich kommen die sogenannten aliphatischen CKW als Lösungsmittel (z.B. bei Anstrichen und Klebstoffen) zum Einsatz. CKW kann von der Natur kaum oder gar nicht abgebaut werden, gelangt in die Nahrungskette und reichert sich im Menschen an. Chlorkohlenwasserstoffe sind eine der Hauptursachen von berufsbedingten Krankheiten.

CO2
CO2 (Kohlendioxid) ist ein Treibhausgas, das bei Anreicherung in der Atmosphäre zur globalen Erwärmung beiträgt. Aus diesem Grund sollte die Entstehung von zusätzlichem CO2 in der Atmosphäre vermieden werden. CO2 wird in zunehmendem Maß durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle oder Erdgas freigesetzt. Dies geschieht nicht nur im Haushalt zur Bereitstellung von Heizenergie, sondern auch in großem Maß durch Produktion von Strom in Kraftwerken.

Coefficient Of Performance (COP)
Mit dem „Coefficient Of Performance“, kurz COP, wird der thermische Wirkungsgrad von Wärmepumpen bezeichnet. Der COP entspricht dem in Deutschland häufiger verwendeten Begriff Leistungszahl.

D

Dach, belüftet
Das Kaltdach ist eine belüftete Konstruktion, bei der die Dachhaut von den wärmegedämmten Schichten der darunterliegenden Räume durch eine bewegte Luftschicht getrennt ist. Die Vorteile einer solchen Konstruktion liegen im Abtransport von Feuchtigkeit durch die ständige Lüftung und damit der Vermeidung von Tauwasser und Durchfeuchtung sowie im Abtransport von Wärme und damit in geringeren Temperaturspannungen in der Dachhaut.

Dach, nicht belüftet
Das Warmdach ist eine nicht belüftete Konstruktion, bei der die Wärmedämmung entweder zwischen oder über den Sparren angeordnet wird. Um eine Durchfeuchtung der Dämmung durch Tauwasser o.ä. zu vermeiden, ist die innenseitige und unbedingt luftdichte Anbringung einer Dampfsperre unbedingt erforderlich. An der Oberseite wird die Dämmung mit Hilfe einer diffusionsoffenen Unterspannbahn gegen Flugschnee und Sprühwasser geschützt.

Dachabdichtung
Die Dachabdichtung ist die flächig aufliegende wasserundurchlässige Schicht zum Schutz eines Daches gegen Eindringen von Feuchtigkeit. Sie verläuft über die gesamte Dachfläche einschließlich ihrer Anschlüsse, z.B. an Ventilationsöffnungen, und Abschlüsse, z.B. an der Attika. Ein geneigtes Dach wird im Gegensatz zum Flachdach zusätzlich mit einer Deckung geschützt.

Dachbegrünung
Die Dachbegrünung ist eine besondere Art der Dachflächennutzung mit Bepflanzung, die je nach Art der Begrünung in extensiv (mit niedrigem, pflegearmen Bewuchs wie Sedumpflanzen, Moosen, Gräsern) oder in intensiv (mit anspruchsvollerem und pflegeintensiverem Bewuchs wie Gräsern, Stauden, Sträuchern und Bäumen) unterschieden wird.

Dacheindeckung
Man unterscheidet zwischen „weichen“ (z.B. Rohr, Stroh und Reet) und „harten“ (z.B. Ziegeln, Dachsteinen oder Holzschindeln) Bedachungen sowie zwischen kleinteiligen und großformatigen Bedachungsmaterialien. Die Verwendung o.g. Materialien ist nicht nur unter gestalterischen Gesichtspunkten wichtig, sondern ebenfalls von der Dachneigung abhängig. Bei der Modernisierung sind Aspekte wie Wärmedämmung, konstruktive Verstärkungen, Feuchteschutz und neue Dacheindeckung zu beachten.

Dachfirst
Der Dachfirst stellt den obersten Punkt einer Dachkonstruktion dar. Neben einem wetterfesten, beweglichen „Zusammenschluss“ der Dachflächen wird hier die Entlüftungsebene von Kaltdächern mit hinterlüfteter Dachhaut angeordnet.

Dachflächenfenster
Dachflächenfenster kommen meist im Wohnungsbau zum Einsatz, wenn Gauben zu teuer sind bzw. die baurechtlichen Bestimmungen diese Möglichkeiten der Beleuchtung eines Dachraumes mit Tageslicht nicht zulassen.

Dachneigung
Die Dachneigung wird heute im allgemeinen in Grad angegeben. Früher erfolgte die Angabe der Dachneigung unter den Handwerkern als Verhältnis von Firsthöhe zu halber Hausbreite. Als flach geneigtes Dach bezeichnet man Dächer, die eine Dachneigung zwischen 3° und 20° besitzen, als Steildach Dächer mit einer Neigung >20°. Daraus resultiert die Verwendung bestimmter Materialien für die Dacheindeckung bzw. die Konstruktionsweise des entsprechenden Dachstuhls.

Dachstein
Dachsteine gehören neben den Dachziegeln zu den traditionell am häufigsten anzutreffenden Dacheindeckungen. Im Unterschied zu Dachziegeln erfolgt die Trockung von Dachsteinen bei Temperaturen von ca. 60°C über mehrere Stunden und einer anschließenden vierwöchigen Aushärtung an der Luft.

Dachstuhl
Der Dachstuhl ist der tragende Teil eines Daches. Bei hölzernen Dachkonstruktionen beschreibt der Begriff den gesamten Aufbau, der für das Tragen der Sparren notwendig ist. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Sparrendächern und Pfettendächern sowie bei letzteren zwischen stehenden und liegenden Dachstühlen, die dort ausgebildet werden, wo auf ein Pfettendach nicht verzichtet werden kann, der Dachraum jedoch stützenfrei ausgebildet werden sollen. Hier werden auch Hängewerke oder Sprengwerke eingesetzt.

Dachziegel
Der Ziegel ist weit verbreitetes Material zur Eindeckung von schrägen Dächern. Tonziegel gibt es in einer großen Vielfalt an Formen, Formaten und Farben. Sie bestehen in der Regel aus Lehm mit einem Tongehalt von 40-60 % und lassen sich einfach verarbeiten und entsorgen. Unterschieden werden Flachziegel, Pfannenziegel, Falzziegel, Großflächenziegel oder Schmuckziegel.

Dämmstoff, anorganisch
Anorganische Dämmstoffe bestehen meist aus mineralischen Stoffen, die sowohl natürlich als auch künstlich hergestellt sein können. Weiterhin wird zwischen natürlichen anorganischen Dämmstoffen (u.a. Blähton, Perlite) und künstlichen anorganischen Dämmstoffen (u.a. Mineralwolle, Schaumglas, Aerogel) unterschieden. Im Gegensatz zu den anorganischen bestehen organische Dämmstoffe meist aus Kohlenstoffverbindungen, die einerseits in pflanzlichen Materialien (u.a. Hanf, Zellulose) und andererseits in Dämmstoffen aus Mineralöl (u.a. EPS, PUR) vorkommen können. Die Unterscheidung von organischen und anorganischen Dämmstoffen folgt also nicht dem herkömmlichen Gebrauch der Begriffe organisch und anorganisch.

Dämmstoff, organisch
Organische Dämmstoffe werden nach den Ausgangstoffen der jeweiligen Dämmungen in zwei Gruppen unterschieden: natürliche Rohstoffe (u.a. Flachs, Getreidegranulat, Hanf, Holzfaser, Holzspäne, Holzwolle, Kokosfaser, Kork, Schafwolle, Schilfrohr, Stroh, Wiesengras und Zellulose) und synthetische Rohstoffe (u.a. Melaminharz-Hartschaum, Polyesterfasern, Expandiertes Polystyrol (EPS), Extrudiertes Polystyrol (XPS), Polyurethanschaum (PUR)).

Dampfbremse
Eine Dampfbremse stellt wie auch die Dampfsperre die Luftdichtheit des Hauses her und kann den Tauwasserausfall in Konstruktionen verhindern. Im Unterschied zur Dampfsperre wird die Dampfdiffusion jedoch nur „gebremst“ (abgemindert) und nicht verhindert. Dampfaustausch (Feuchteausgleich) durch Diffusion wird von vielen Bauökologen positiv beurteilt. Als Dampfbremse können z.B. beschichtete oder imprägnierte Kraftpapiere und Pappen eingesetzt werden (sd-Wert > 5 bis 10 m). Diffusion ist grundsätzlich ein sehr langsamer Vorgang und beeinflusst nicht die Dichtigkeit eines Gebäudes!

Dampfbremse, feuchteadaptiv
Eine raumseitige Dampfbremse ist zur Vermeidung von Bauschäden und Tauwasserausfall in vielen Fällen notwendig. Konventionelle dampfbremsende Folien mit konstantem Diffusionswiderstand haben jedoch den Nachteil, dass sie im Sommer die Austrocknung der Konstruktion raumseitig verringern und etwaige Feuchtigkeit nur nach außen abtrocknen kann. Bei der feuchteadaptiven Dampfbremse wird die Größe des Diffusionswiderstandes in Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit (also eigentlich jahreszeitlich) angepasst. Es kann im Winter also weniger Feuchtigkeit in eine Konstruktion eindiffundieren, die im Sommer aber zu beiden Seiten angeführt werden kann.

Dampfsperre
Dampfsperren sind definitionsgemäß diffusionsdichter als Dampfbremsen und verhindern nahezu jeglichen Diffusionstransport von (Wasser-)Dampf. Als Dampfsperren werden oft Folien aus Aluminium (sd-Wert > 1500 m) oder Polyethylen (PE, sd-Wert > 15 m) verwendet. Es ist beim Einbau darauf zu achten, dass in den Folien keine Löcher entstehen. Auch sind Folienstöße dauerhaft dicht zu verkleben.

Deckenfluter
Siehe Uplight

Deckungsgrad, solar
Der solare Deckungsgrad drückt aus, wieviel Warmwasser durch Sonnenenergie bereit gestellt werden kann. Bei Warmwassersolaranlagen ist z.B. ein Deckungsgrad von 50 bis 70% durchaus möglich, wobei also bis zu 70% des Warmwasserbedarfs von der Solaranlage geliefert werden und 30% aus anderen Quellen stammen (meist vom Heizsystem).

Dehnungsfuge
Siehe Bewegungsfuge

Denkmal
Einem Denkmal im bautechnischen Sinn wird durch den Wandel der Zeit ein höherer Wert zugemessen, der seinen Schutz für die Nachwelt sinnvoll macht. Dabei wird die Anwendung dieses Begriffes – da er eng mit dem jeweiligen Zeitgeist verknüpft ist – immer kontrovers definiert werden können. An der Erhaltung von Denkmälern besteht in der Regel ein öffentliches Interesse, welches sich durch den staatlich sanktionierten Denkmalschutz festgelegt wird.

Dezibel (dB)
Schall wird in Dezibel gemessen. Das angehängte „A“ – dB(A) – gibt an, dass der gemessene Schalldruckpegel mit Hilfe einer Bewertungskurve der Wahrnehmung des menschlichen Ohrs für verschiedene Frequenzen angepasst wurde. Die Maßeinheit Dezibel ist ein logarithmisches Maß. Eine doppelt so hohe Lautstärke entspricht hier einer um 3 dB höheren Angabe. Das Ohr nimmt diese Verdoppelung jedoch nicht als doppelte Lautstärke wahr. 50 dB entsprechen etwa der Lautstärke einer normalen Unterhaltung, 80 dB und mehr erreicht Straßenverkehr und in Diskotheken sind durchaus über 100 dB messbar.

Diameter nominal (DN)
DN ist die Abkürzung für Diameter nominal, der internationalen Bezeichnung für die deutschen Ausdrücke Nennweite oder lichte Weite. Man versteht daruntern die ungefähre lichte Weite oder Nennweite der Rohrleitung.

Dichtband
Dichtbänder dienen zur Überbrückung kritischer Anschlussbereiche von Bauteilen. Es handelt sich häufig um elastische Kautschukbänder, die im Außenbereich in der Regel gegen Witterungseinflüsse geschützt werden müssen.

Dichtstoff
Dichtstoffe sorgen für eine Trennung von Raum- und Außenklima (Dampfbremse, Windsperre, Wetterschutz). Als Dichtstoffe stehen die herkömmlichen Bauabdichtungsbahnen, spritzbare Dichtstoffe (Silikon-Dichtstoffe, Acrylat-, Polysulfid- und Polyurethan-Dichtstoffe) sowie dauerelastische und vorkomprimierte Dichtbänder (VK-Bänder) zur Verfügung.

Dichtungsebene
Auf nur eine einzelne Dichtungsebene in der Fassade sollte man sich nicht verlassen, auch wenn die äußere Dichtungsebene versagt, darf kein Wasser ins Innere des Gebäudes eindringen. Bei zweischaligen Wandaufbauten, wie z.B. einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade, wird davon ausgegangen, dass Wasser hinter die äußere Fassadenhaut dringen kann. Dieses muss jedoch sicher aus dem hinterlüfteten Bereich herausgeführt werden, ohne auf die innere Wandseite zu diffundieren.

Diffusion
Unter Diffusion versteht man einen sehr langsamen Vorgang, bei dem Gasmoleküle Materie (Gase oder Festkörper) durchdringen. Treibende Kraft für diesen Prozess ist ein Unterschied in der Konzentration. So kommt es beispielsweise im Winter zu einer Wasserdampfdiffusion durch eine Außenwand von innen nach außen, weil der Dampfdruck im Winter normalerweise innen höher ist als außen. Der Widerstand, den ein Baustoff der Diffusion entgegensetzt, wird durch den Diffusionswiderstand (μ-Wert, sprich „mü-Wert“) angegeben. Ist dieser hoch, ist der Diffusionsprozess langsam. Faserdämmstoffe wie Mineralwolle haben einen μ-Wert von 1 (diffusionsoffen), Beton hat einen μ-Wert von etwa 100, Aluminium ist diffusionsundurchlässig.

Diffusstrahlung
Als Diffusstrahlung wird Strahlung bezeichnet, die durch Streuprozesse oder durch Absorption in und Emission von Körpern entsteht. Im Gegensatz zu Direktstrahlung ist Diffusstrahlung ungerichtet. Diffuses Sonnenlicht kommt also nicht nur aus Richtung der Sonne, sondern aus allen Himmelsrichtungen. Zusammen mit der Direktstrahlung bildet die Diffusstrahlung die Globalstrahlung.

Direktschall
Der Direktschall ist der Schallanteil in einem geschlossenen Raum, der bei seinem Eintreffen am Hörort oder am Messort als erstes eintrifft, ohne zwischenzeitlich Schallreflexionen erfahren zu haben. Das Einfallen der ersten Wellenfront als Direktschall ist für die Richtungsbestimmung, also die Lokalisation einer Schallquelle durch das Gehör mit unseren beiden Ohren maßgeblich.

Direktstrahlung
Direktstrahlung ist Strahlung (z.B. Sonnenlicht), die ohne zwischengelagerte Streu- oder Absorptionsprozesse von der Strahlungsquelle auf eine Wand, ein Fenster oder einen Kollektor trifft. Systeme zur aktiven und passiven Sonnenenergienutzung müssen den Sonnenstand im Tages- und Jahresverlauf berücksichtigen, wenn sie Direktstrahlung nutzen wollen. Zusammen mit der Diffusstrahlung bildet die Direktstrahlung die Globalstrahlung.

Doppelfassade
Doppelfassaden bestehen aus einer wärmedämmenden Glasfassade und einer zweiten Verglasungsebene, die je nach Konzept hinter oder vor der primären Fassade angeordnet wird. Gegenüber konventionellen, einschaligen Glasfassaden bieten Doppelfassaden einen wirkungsvollen Schallschutz, reduzieren Transmissionswärmeverluste im Winter und schützen den Sonnen- und Blendschutzes vor Witterungseinflüssen. Zudem erlauben sie die Fensterlüftung auch in hohen Gebäuden.

Doppelstegträger (TJI)
Ein Doppelstegträger (manchmal auch Leichtbau-, „TJI-“ oder „Masonite-“ Träger genannt) ist im Prinzip ein I-Träger aus Holz. Zwei Preßholzplatten oder OSB-Platten werden durch einen dünnen Steg verbunden. Hierbei lassen sich Konstruktionen mit hoher Tragfähigkeit, geringem Materialverbrauch, hohen Dämmstoffstärken sowie geringen Wärmebrückenverlusten erzeugen. Im Passivhausbau sind Wand- und Deckenkonstruktionen mit Doppelstegträgern immer häufiger zu finden.

Downcycling
Erreicht ein Material nach einem Recyclingprozess nicht mehr die ursprüngliche Qualität wie zuvor, wird diese Abwertung als Downcycling bezeichnet. Dies ist beispielsweise bei Kunststoffen der Fall. Aus hochwertigen Plastikartikeln kann nicht wieder das gleiche Produkt hergestellt werden, da Kunststoffabfälle nicht sortenrein gesammelt werden.

Drahtanker
Drahtanker werden bei zweischaligem Mauerwerk zum Zusammenhalt der beiden Scheiben verwendet. Die beiden Enden werden dabei zur besseren Endverankerung in der Mörtelfuge üblicherweise abgewinkelt.

Drahtglas
Drahtglasscheiben, d.h. Glasscheiben mit einer Einlage aus einem dünnen Drahtgeflecht, werden häufig aus optischen Gründen eingesetzt, sind aber aufgrund der Glaseigenschaften nicht als Sicherheitsgläser eingestuft. Das eingelegte Drahtnetz erschwert nicht das Brechen der Gläser, sondern erleichtert es sogar!

Drainage
Um Staunässe an oder in Bauteilen, z.B. Balkonen, Terrassen oder Kellern, zu verhindern, ist dort die Möglichkeitn einer Entwässerung zu installieren. Die dauerhafteste Lösung ist dabei eine Drainage. Damit ist ein verknüpftes System (vertikal ebenso wie horizontal) aus Rohren oder Rinnen zu verstehen, das über ein Gefälle anfallendes Wasser zu einem ungefährdeten Ort abführt.

Drainagematte
Drainagematten sind spezielle formstabile Kunststoffmatten, die als Rollenware leicht zu verlegen sind und zudem ein geringes Gewicht haben. Sie werden z. B. beim Balkonbau zwischen Abdichtung für den tragenden Betonuntergrund und dem Estrich verlegt. Die offene Struktur gewährleistet dabei ein flächendeckendes Kanalsystem, über das Wasser abgeführt werden kann.

Drehfenster
Flügel von Drehfenstern können durch einen vertikal angebrachten Beschlag gedreht werden. Weil sich der Fensterflügel beim Öffnen bis zu 90° drehen lässt, können beide Seiten der Verglasung gut gereinigt werden.

Drehkippfenster
Drehkippfenster sind eine Kombination aus Drehfenster und Kippfenster, wo der Flügel sowohl gedreht als auch in Kippstellung gebracht werden kann. Die Kippstellung gilt als vorteilhaft zum Lüften, da hier der Innenraum keinen Witterungseinflüssen auszusetzen ist. Jedoch sind die Energieverluste bei Dauerlüftung sehr hoch.

Dreifachverglasung
Zur Reduktion von Transmissionswärmeverlusten sind Fenster in Passivhäuserndreifach verglast: sie lassen die Sonne herein und die Kälte draußen. Um die Transmissionswärmeverluste wirksam zu reduzieren, muss zudem der Fensterrahmen besonders gute Dämmeigenschaften aufweisen.

Drei-Liter-Haus
Als 3-Liter-Haus wird üblicherweise ein Haus bezeichnet, das einen jährlichen Energiebedarf von weniger als 30 kWh/m² aufweist, was in etwa dem Energiegehalt von 3 Litern Heizöl entspricht. Dabei ist jedoch niemals ganz klar, ob hier vom Primärenergiebedarf, vom Endenergiebedarf oder gar nur vom Heizenergiebedarf die Rede ist. Bei der Verwendung dieses Begriffes ist also Sorgfalt geboten, da zwischen den einzelnen Bedarfszahlen gut ein Faktor 4 liegen kann.

Drempel
Der Fußpunkt eines Daches mit Ausbildung eines erhöhten Widerlagers bzw. die Aufmauerung der obersten Decke über der Außenwand ist der Drempel. Dieser wird je nach Region auch Kniestock genannt.

Drosselkurve
Die Drosselkurve – auch Q-H-Kurve oder Pumpenkennlinie genannt – beschreibt die Änderung des Förderstromes (Q) einer Pumpe von der Förderhöhe (H). Im Allgemeinen fällt der Förderstrom mit steigender Förderhöhe ab.

Druckfestigkeit
Die Druckfestigkeit – üblicherweise in N/mm² angegeben – stellt die maximal aufnehmbare Druckspannung eines Bauteils oder Baustoffes dar. Mauersteine werden in Deutschland in sog. Druckfestigkeitsklassen. Analog werden auch Mörtel, Beton oder Holz klassifiziert.

Dübel
Ein Dübel ist ein aus Metall oder zunehmend Kunststoff bestehendes Verbindungsmittel. Es werden Einlassdübel und Einpressdübel unterschieden, wobei bei ersteren eine entsprechende Vertiefung vorbereitet ist und bei letzteren eine solche Vertiefung erst während des Verbindungsvorgangs erzeugt wird.

Dünnbettmörtel
Anstelle synthetischer Kleber kann im Dünnbettverfahren auch ein klassischer Mörtel als Bett (bis 4 mm Dicke) ausgelegt werden. Dünnbettmörtel sind einfache Zementmörtel, wobei feinster Sand als Gesteinskörnung dient. Dünnbettmörtel bedürfen jedoch eines ausreichend ebenen Untergrundes, da Unebenheiten nur bedingt ausgleichen werden können. Vorteilhaft ist die längere Einlegezeit für die Verlegung von z.B. Fliesen und auch die Standfestigkeit unter Feuchtigkeitseinwirkung.

Dünnschichtzelle
Dünnschichtsolarzellen werden nicht aus Silicium hergestellt, sind kostengünstig und sehr dünn. In automatisierten Verfahren werden Einzelzellen durch Abscheidung dünner Schichten von gasförmigem amorphem Silicium oder anderen Halbleitermaterialien direkt und ohne sichtbare Leiterbänder auf ein Trägermaterial wie Glas aufgebracht. Vorteile von Dünnschichtzellen gegenüber anderen Solarzellen sind die geringere Anfälligkeit bei Verschattungen und die höhere Formflexibilität.

Durchflussbegrenzer
Durchflussbegrenzer oder Perlatoren dienen zur Regulierung des Wasserstrahls bei Armaturen. Durch das Beimischen von Luft wird die Durchflussmenge des Wasser reduziert, was zu einem geringeren Wasserverbrauch führt. Angaben von Sanitärherstellern zufolge sind Einsparungen von 30 bis 50% möglich. Der Wasserstrahl wird weicher und fließt gleichmäßig ohne zu spritzen aus der Armatur. Ein effektiver Beitrag für die Begrenzung von Wasserverbrauch.

Durchlauferhitzer
Hiermit kann Trinkwasser direkt beim Durchlauf durch das Rohrsystme auf die gewünschte Auslauftemperatur erwärmt werden. Durchlauferhitzer werden elektrisch oder mit Gas beheizt und haben üblicherweise eine Leistung von 18-28 kW. Zur Erzielung einer möglichst guten Konstanz der Auslauftemperatur wird zunehmend eine elektronische Regelung verwendet.

Duroplast
Duroplaste oder auch Duromere genannte Materialien gehören zu der Gruppe der synthetischen Kunststoffe und bestehen aus harten, glasartige Polymerwerkstoffen. Sie verfügen über die Eigenschaft, sich nach der ersten Aushärtung nicht mehr zu verformen.

Duschbatterie
Die Hauptarmatur der Wasserverteilung bei Duschen wird als Brause- oder Duschbatterie bezeichnet. Bei energieeffektive Batterien kann die Wassertemperatur unabhängig von der Durchflussmenge über ein separates Bedienelement festgelegt werden.

DWD-Platte
DWD-Platten sind alle dampfdiffusionsoffenen und winddichten Wand- und Dachplatten unterhalb der Konterlattung. In der Regel kommen hierfür MDF-Platten oder Holzfaserleichtbauplatten zum Einsatz.

E

Edelstahl
Edelstahl bzw. nicht rostender Stahl enthält mindestens 11,8 % Chrom und je nach Verwendung Nickel bzw. Molybdän. Edelstahl hat ein Gewicht von 7,9 g/cm³. Er kann ohne weitere Beschichtungen im Freien eingesetzt werden, sofern keine besonderen Korrosionsbelastungen auftreten. Die Feuerbeständigkeit von Edelstahl ist höher als die normaler Stahlsorten.

Effektivität
Die Effektivität beschreibt den Grad der Realisierung von Benutzerzielen.

Effizienz
Die Effizienz beschreibt den Aufwand des Nutzers, der zum Erreichen einer bestimmten Effektivität eingesetzt werden muss. Das Maß lässt sich z.B. aus dem Zeitaufwand für die Erledigung einer bestimmten Aufgabe ermitteln.

Effizienzhaus
Der Begriff Effizienzhaus ist ein Qualitätszeichen, das von der Deutsche Energieagentur (dena) zusammen mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und der KfW-Bankengruppe entwickelt wurde. Die Zahl nach dem Begriff gibt an, wie hoch der Primärenergiebedarf im Vergleich zu einem Neubau nach Energieeinsparverordnung (EnEV) sein darf. Ein KfW-Effizienzhaus 85 verbraucht zum Beispiel höchstens 85% der Primärenergie eines entsprechenden Referenzgebäudes nach EnEV. Je kleiner die Zahl, desto niedriger und besser das Energieniveau.

Einbaufeuchte
Bei der Erstellung von Neubauten werden häufig Baustoffe mit erhöhtem Feuchtegehalt verarbeitet. Ob Massivbau, Lehm oder Konstruktionsholz, die Gesamtmenge an Feuchtigkeit wird häufig unterschätzt. Bei Regenschauern, Estrich– und Verputzarbeiten und bei Bautätigkeiten im Winter ist der Feuchteeintrag häufig höher als die schimmelkritische Feuchtigkeit von über 20%. Werden diese Baukonstruktionen dann diffusionsdicht verschlossen, kann es zu Bauschäden und Schimmelbildung kommen.

Einrohrsystem
Bei den Einrohrsystemen wird das Heizungswasser über eine Ringleitung zu den Heizkörpern geführt, die in Reihe zum Wärmeerzeuger geschaltet sind, wobei an die Ringleitung Heizkörper wiederum in Reihe geschaltet sein können. Der große Nachteil bei beiden Systemen ist, dass kein Heizkörper einzeln reguliert werden kann, da er immer abhängig von der Rücklauftemperatur des Vorgängers ist. Der Vorteil dieser Anlagen ist die einfache und kostensparende Rohrführung.

Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG)
Einscheiben-Sicherheitsglas ist ein thermisch vorgespanntes Glas, das mechanisch und thermisch stärker als „normales“ Glas belastet werden darf. Es wird als Sicherheitsglas bezeichnet, weil bei einem Bruch der Scheibe keine scharfkantigen Splitter entstehen, sondern stattdessen kleine und oft stumpfkantige Stückchen, an denen man sich kaum verletzen kann.

Einspeisevergütung
Die Einspeisevergütung bezeichnet den Betrag, den die Netzbetreiber einem (z.B. privaten) Anlagenbetreiber für den in ihr Netz eingespeisten Strom zahlen müssen. Für regenerativ erzeugten Strom gelten Mindestsätze, die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt sind.

Elastomer
Elastomere sind formfeste, aber elastisch verformbare Kunststoffe, in denen geknäulten Polymerketten auf Zugbelastungen mit einer Streckung bzw. Entflechtung der Ketten reagieren. Ein bekanntes Beispiel ist Gummi, das heute überwiegend aus synthetischem Kautschuk hergestellt wird.

Elastizitätsmodul (E-Modul)
Der Elastizitätsmodul ist ein Materialkennwert aus der Werkstofftechnik, der den Zusammenhang zwischen Spannung und Dehnung bei der Verformung eines festen Körpers bei linear elastischem Verhalten beschreibt.

Elektrochromie
Der Begriff Elektrochromie bezeichnet die Fähigkeit von Molekülen und Kristallen, ihre optischen Eigenschaften durch ein äußeres lokales elektrisches Feld zu ändern. Elektrochrome Schichten bestehen aus Materialien, die den Lichtdurchlass je nach angelegter Gleichspannung ändern. Die mikroskopisch dünne Beschichtung (meistens Wolframoxid, Polyanilin) wird durch Schwachstrom aktiviert und ändert so die Farbe, verbleibt aber durchsichtig.

Elektroheizung
Bei Elektroheizungen unterscheidet man zwischen der elektrischen Direkt- und der Speicherheizung. Die Direktheizung zeichnet sich durch geringe Investitions- und hohe Betriebskosten aus. Sie besteht hauptsächlich aus einer elektrischen Heizwendel, die die Wärme direkt an die Raumluft abgibt. Für Speicherheizungen siehe Elektro-Speicherheizung.

Elektrolumineszenz
Beim Anlegen einer Spannung werden einige Materialien direkt zum Aussenden von Licht angeregt. Dazu zählen z.B. in LED (Lumineszenzdioden) verwendete Halbleiter und spezielle Kunststoffe in Form von mehrschichtig aufgebauten Folien (OLED). Im Vergleich zu gebräuchlichen Lichtquellen ist der Wirkungsgrad der Elektrolumineszenz groß, die Leuchtdichte jedoch gering.

Elektrosmog
Unter Elektrosmog versteht man die Abstrahlung elektrischer Wechselstromleiter in Form eines elektromagnetischen Feldes. Ohne Elektrosmog wäre allerdings das Telefonieren mit dem Handy oder der Empfang eines Radiosenders unmöglich. Hochfrequente Felder haben zweifelsohne schädlichen Einfluss auf Zellen, die Schädigung durch die uns umgebenden Felder (z.B. von Hochspannungsleitungen verursacht) ist allerdings nicht nachgewiesen.

Elektro-Speicherheizung
Hierunter fallen z.B. die bekannten Nachtspeicheröfen, die vornehmlich zur Beheizung von einzelnen Räumen eingesetzt werden. Elektrische Heizelelemente in den Speicherheizungen geben Wärme an einen nach außen isolierten Steinkörper ab, dieser speichert die Wärme und gibt sie bei Bedarf an den Aufstellungsraum ab, indem die Raumluft mit Hilfe eines Ventilators durch den Steinspeicher geleitet wird. Sie fallen vor allem durch ihre geringe Flexibilität auf, wenn nicht genügend Wärme gespeichert wurde.

Eloxierung
Die anodische Oxidation von Aluminium wird Eloxierung genannt. Eloxal ist die Kurzbezeichnung für Elektrolytische Oxidation von Aluminium, sie stellt eine künstliche Verstärkung der Oxidschicht dar, die normalerweise bei Bewitterung entsteht und vor Korrosion schützen soll. Sie findet Anwendung bei Fassaden, Fensterprofilen, Türprofilen und anderen Bauelementen.

Emission
Emission (lat. emittere – aussenden) bedeutet allgemein Austrag, zum Beispiel von Schadstoffen, Reizstoffen, aber vor allem von Lärm, Licht, Strahlung oder Erschütterungen, aus/von einer entsprechenden Quelle (= Emittent). Beispiele sind gasförmige Schadstoffemissionen aus Autos oder Schornsteinen, flüssige Emissionen aus Altlasten, staubförmige Emissionen von Halden oder Lärmemissionen.

Emissionskoeffizient
Das Emissionsvermögen für langwellige Strahlung (IR-Strahlung), also die Abstrahlung von Wärme, ist mit dem Emissionskoeffizienten ε definiert.

Endenergie
Die Endenergie ist Energie in der Form, wie sie beim Verbraucher ankommt, also z.B. Heizöl oder Holzpellets, und auch von diesem bezahlt werden muss. Im Gegensatz zur Primärenergie berücksichtigt Endenergie also keine Aufbereitung oder den Transport von Energie. Je nach Verfahren kann aus der im Rohstoff enthaltenen Primärenergie unterschiedlich viel Endenergie „erzeugt“ werden. Die Umwandlung hat also einen Wirkungsgrad, Umwandlungsverluste sind nicht zu vermeiden.

Endenergiebedarf
Der Endenergiebedarf ist die Energiemenge, die zur Deckung des Heizenergiebedarfs und des Trinkwasserwärmebedarfs einschließlich der Verluste der Anlagentechnik für Pumpen oder Regelung benötigt wird. Die Endenergie entspricht dabei im Allgemeinen der vom Energieerzeuger berechneten Menge Heizöl [Liter], Erdgas [m³ oder kWh] oder Strom [kWh]. Der Endenergiebedarf muss im Energiebedarfsausweis getrennt nach den verwendeten Energieträgern angegeben werden.

Energie
Energie ist die Summe aus verrichteter mechanischer Arbeit und Abwärme. Energie kann weder gewonnen noch verloren werden, sie wird lediglich von einer in die andere Form umgewandelt. Sie wird in Joules (J) oder Kilowattstunden (kWh) angegeben. Energie setzt sich aus Exergie und Anergie zusammen. Innerhalb der Energiekette unterscheidet man Primärenergie, Sekundärenergie, Endenergie und Nutzenergie.

Energie, erneuerbar
Erneuerbare oder regenerative Energie stammt aus Quellen, deren Nutzung die Ressourcen des Ökosystems Erde nicht langfristig belasten. Erneuerbare Energien sind z.B. Solarenergie, Windkraft, Erdwärme und die Nutzung nachwachsender Biomasse; im Gegensatz zu fossiler und nuklearer Energie. Sie stehen nach menschlichen Zeitmaßstäben unendlich lange zur Verfügung.

Energie, grau
Graue Energie ist jene Energie, die für Herstellung, Transport und Entsorgung eines Produktes (oder auch einer Dienstleistung) benötigt wird. Diese Energie belastet die Umwelt, ohne dass es sofort erkennbar ist. Graue Energie steckt z.B. in Nahrung (Herstellung und Transport) und auch im Verpackungsmaterial. In Elektrogeräten steckt manchmal mehr graue Energie, als zum Betrieb benötigt wird!

Energie, regenerativ
Siehe Energie, erneuerbar

Energieausweis
Der Energieausweis soll zu einer einfacheren Vergleichbarkeit des Energieverbrauchs von Gebäuden beitragen. Er wurde mit der Europäischen Richtlinie „Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“ (EPBD) verpflichtend eingeführt. Im Zuge einer verbraucherfreundlichen Bewertung der Gebäude werden im Energieausweis entsprechend der Energieeinsparverordnung (EnEV) Aspekte wie Energiebedarf bzw. Energieverbrauch, Gebäudetyp, Einsatz alternativer Energieversorgungssysteme und Modernisierungsempfehlungen zusammengefasst und grafisch aufbereitet.

Energiebedarf
Als Energiebedarf wird die Energiemenge bezeichnet, die unter genormten Bedingungen (z. B. mittlere Klimadaten, definiertes Nutzerverhalten, zu erreichende Innentemperatur) für die Beheizung, die Lüftung und die Warmwasserbereitung in einem Gebäude zu erwarten ist. Er dient der ingenieurmäßigen Auslegung des baulichen Wärmeschutzes von Gebäuden und ihrer technischen Anlagen sowie dem Vergleich der energetischen Qualität von Gebäuden.

Energiebezugsfläche (EBF)
Die Energiebezugsfläche (EBF) ist die Summe aller ober- und unterirdischen Geschossflächen, für deren Nutzung ein Beheizen oder Klimatisieren notwendig ist. Die Energiebezugsfläche kann netto (aus Innenmaßen) oder brutto (aus den Außenabmessungen einschließlich begrenzender Wände und Brüstungen) berechnet werden.

Energiebilanz
Die Energiebilanz für ein Gebäude erfasst typischerweise auf monatlicher oder jährlicher Basis den Zufluss von Energie zum Gebäude (z.B. Heizenergie, Kühlenergie, Strom, solare Gewinne, interne Gewinne), die Umwandlung von Endenergie in Nutzenergie und Verluste im Gebäude (z.B. Heizenergie in Heizwärme und Verluste der Heizungsanlage) und den Abfluss von Energie vom Gebäude (z.B. Transmissionswärmeverluste, Lüftungswärmeverluste).

Energieeffizienz
Die Energieeffizienz gibt an, wie wirksam Gerät die zugeführte Energie umwandelt. Besonders effizient ist, was jeden unnützen Verbrauch vermeidet. Herkömmliche Glühlampen beispielsweise sind wenig effizient, da sie den Großteil der Energie in Wärme und nicht in Licht umwandeln. Ein Maß für die Energieffizienz ist der Wirkungsgrad, der das Verhältnis aus aufgewendeter und nutzbarer Energie angibt. Sein Wert liegt zwischen 0 (schlecht) und 100% (gut).

Energieeinsparverordnung (EnEV)
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) zur Reduzierung des Energieverbrauchs in Gebäuden ist seit 2002 die Fortführung der Wärmeschutzverordnung (WSchV) unter Einbeziehung der Heizanlagenverordnung (HeizAnlV). Wesentliche Neuerung der EnEV war die Begrenzung des Primärenergiebedarfs für Heizung und Warmwasser anstelle des Heizwärmebedarfs wie in der WSchV. Damit wurden erstmalig bei der Erstellung der Energiebilanz die primärenergetische Effizienz der Energieträger und die Effizienz der Anlagentechnik mit berücksichtigt.

Energiekennzahl
Die Energiekennzahl gibt den Jahresheizwärmebedarf an und damit ist ein Energiekennwert zur Beurteilung von Gebäuden. Sie berücksichtigt die über ein Jahr verbrauchte Endenergie in Kilowattstunden (kWh) oder Megajoule (MJ) an, dividiert durch die Energiebezugsfläche EBF des Gebäudes in m² (kWh/m²a). Die flächenbezogenen Verbrauchswerte erlauben die Vergleichbarkeit verschiedener Gebäude.

Energiepass
Der Begriff Energiepass wurde inzwischen vom Energieausweis abgelöst, informiert aber wie dieser über den Energiebedarf eines Gebäudes und ermöglicht den Vergleich mit anderen Gebäuden. Es existierte eine Reihe unterschiedlicher Energiepässe, vom Energiepass der Deutschen Energie Agentur (DENA) über regionale Energiepässe bis hin zum Pass der Energiepass Initiative Deutschland.

Energiesparlampe
Energiesparlampen sind Kompaktleuchtstofflampen mit integriertem Vorschaltgerät – also eigentlich besonders kleine Neonröhren – und einem Schraubsockel, um sie anstelle von Glühlampen einsetzen zu können. Die Röhre, in der die Gasentladung stattfindet, ist bei diesen Lampen gegenüber anderen Leuchtstofflampen kleiner und gebogen oder mehrfach gefaltet, um sie platzsparender unterzubringen. Energiesparlampen sind um ein Vielfaches energieeffizienter als herkömmliche Glühlampen. Weitere Informationen gibt es in den Blog-Beiträgen Neue Lampen braucht das Land und Energiesparen für Jedermann (Teil 4).

Energiespeicher
In einem Energiespeicher wird Energie gespeichert, um sie zu einem späteren Zeitpunkt je nach Bedarf wieder einsetzen zu können. Die Speicherung kann in der Form von mechanischer Energie (Schwungrad, Stausee), chemischer Energie (fossile Brennstoffe, Wasserstoff, Batterie), Wärme (Warmwasserbehälter, Erdboden, Massivwände, Latentwärmespeicher) oder elektrischer Energie (Supraleiterspulen) erfolgen.

Energieträger
Energieträger können nutzbare Energie beinhalten und weitergeben. Dabei wird zwischen primären und sekundären Energieträgern unterschieden. Als primäre Energieträger gelten regenerative Energieträger wie Wind, Sonne, Wasser oder auch die Erdwärme, fossile Energieträger wie Rohöl, Kohle und Erdgas sowie die nuklearen Energieträger wie Uran und Plutonium. Als sekundäre Energieträger werden zum Beispiel die Elektrizität oder auch die Druckluft bezeichnet.

Energieverbrauch
Der Verbrauch von Energieträgern (Brennstoffen, Fernwärme, Elektrizität) wird als Energieverbrauch bezeichnet. Im Bereich des Wohnungsbaus erzeugt die erforderliche Raumwärme den weitaus größten Energieverbrauch im Vergleich zu anderen Faktoren. Dieser lässt sich jedoch durch verbesserte Heiztechnik und Wärmedämmung sowie ein verändertes Nutzerverhalten deutlich senken. Im Gegensatz zum Energiebedarf ist der Energieverbrauch im Allgemeinen eine gemessene und keine berechnete Größe.

Enthalpie
Die Enthalpie ist ein Maß für die Energie eines Systems. Sie setzt sich aus der inneren Energie und der Arbeit zusammen, die verrichtet werden muss, um das Volumen des Systems mit dem konstanten Druck zu erzeugen. Will man die Änderung der Enthalpie eines Systems messen, misst man in der Regel die Änderung der Temperatur und die des Volumens bei konstantem Druck.
Sorry, weniger wissenschaftlich ging’s nicht…

EPDM
EPDM (Ethylen-Propylen-Terpolymer Type M) ist ein Kautschuk, der als Zwischenmaterial zwischen Glas und harten Werkstoffen sowie als Dichtungsmaterial verwendet wird. In der Regel ist das Material schwarz eingefärbt, wegen seiner hohen Beständigkeit und Dauerhaftigkeit wird es häufig im Glasbau verwendet. Viele Silikondichtstoffe weisen allerdings Unverträglichkeiten mit EPDM auf.

Epoxidharz
Epoxidharze sind durch Polykondensation gewonnene Kunstharze. Die Aushärtung erfolgt nach Mischen von Harz- und Härterkomponente unter Freisetzung von Wärme. Abbinde- und Aushärtungsgeschwindigkeit hängen im wesentlichen von der Umgebungstemperatur ab. Der Vorteil von Epoxidharz liegt in der nahezu schwundfreien Aushärtung, der hohen Beständigkeit gegen Chemikalien und den sehr hohen Haftfestigkeitswerten.

EPS
Siehe Dämmstoffe > Polystyrol, expandiert (EPS)

Erdsonde
Das Erdreich bietet aufgrund seiner großen Masse ein erhebliches Energiepotential zur Beheizung und Kühlung von Gebäuden. Hierfür werden wassergeführte Wärmetauscher als horizontale Rohrregister, Erdsonden oder Erdpfähle im Bereich des Gebäudes im Erdreich verlegt. Die Leistungsfähigkeit von Erdwärmetauschern ist besser je größer die Wärmeleitfähigkeit des Bodens ist. Erdsonden werden als Tiefenbohrung etwa 30 bis 150 Meter in die Tiefe gebohrt und eignen sich auch für den nachträglichen Einbau.

Erdwärmetauscher
Mit einem Erdwärmetauscher kann nahezu konstante Temperatur des Erdreichs im Winter zur Vorwärmung der Zuluft und im Sommer zur Kühlung genutzt werden. Als Medium zum Energietransport kommen Luft oder Sole zum Einsatz, wobei letzteres zu bevorzugen ist.

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
Das deutsche Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) soll den Ausbau von Energieversorgungsanlagen vorantreiben, die aus regenerativen Quellen gespeist werden und bei der Erzeugung keine Treibhausgase ausstoßen. Die Energieeinsparverordnung EnEV hat ihren Ursprung im EEG.

Erntefaktor
Der Erntefaktor gibt an, wie oft ein Solarsystem die zu seiner Herstellung benötigte Energie während seiner Lebensdauer wieder einspielt. Bei einer Lebensdauer von 30 Jahren liegt der Erntefaktor für monokristalline Siliziummodule bei 5 bis 8, für polykristalline Siliziummodule bei 7 bis 14 und für Dünnschichtmodule bei 9 bis 21.

Estrich
Estrich ist nach DIN 18560 ein auf einem tragenden Untergrund oder auf einer zwischenliegenden Trenn- oder Dämmschicht hergestelltes Bauteil, das unmittelbar als Boden nutzfähig ist oder mit einem Belag versehen werden kann. Estriche gleichen Unebenheiten der Rohbaukonstruktion aus und können Funktionen wie Feuchtigkeits, Wärme- oder Schallschutz übernehmen. Der Estrichtyp wird abhängig von der Art des Bindemittels definiert: Anhydrit, Magnesia, Bitumen, Zement.

Exergie
Exergie ist ein Ausdruck für Arbeitsvermögen. Exergie bezeichnet den Teil der Energie, welcher umgewandelt werden kann und mechanische Arbeit zu leisten vermag. Strom besteht zu 100% aus Exergie, Wärmeenergie nur zu einem Teil.

Extensivbegrünung
Bei der extensiven Begrünung von Bauteilen geht es um die Anpflanzung naturnah angelegter Vegetationsformen, die sich weitgehend selbst erhalten und weiterentwickeln. Es werden Pflanzen mit besonderer Anpassung an die extremen Standortbedingungen und hoher Regenerationsfähigkeit wie niedrigwüchsige Moose, Sukkulenten, Kräutern und Gräsern verwendet.

F

Fachwerkhaus
Fachwerkhäuser sind gekennzeichnet durch ihre Mischkonstruktion aus tragendem Holzfachwerk und einer Ausfachung aus Lehm oder Mauerwerk. Sie bilden eine eigene Baualtersstufe. Eine Sanierung von Fachwerkhäusern bedarf einer großen Erfahrung und Baufehler sind nur allzu leicht auszuführen.

Fachwerkträger
Ein Tragwerkskonstruktion aus einzelnen Stäben, an deren Knotenpunkten die Kräfte nur in Längsrichtung übertragen und die daher hauptsächlich durch Druck und Zug beansprucht werden, heißt Fachwerkträger. In verschiedenen Formen kommen Fachwerkträger besonders im Hallen- und Brückenbau zum Einsatz: Mit parallelen Ober- und Untergurten, als Dreieck oder auch parabelförmig.

Facility Management
Facility Management umfasst die Aufgaben zur kontinuierlichen Bereitstellung von Systemen und Inhalten, der Aufrechterhaltung der Funktion und der Anpassung an wechselnde organisatorische Bedürfnisse eines Gebäudes. Damit wird deren höchste Gebrauchsqualität und Werthaltigkeit erreicht.

Falz
Falz bezeichnet den Bereich des Profils von Fenster und Türen, bei dem Rahmen und Flügel in ihrer Profilierung entsprechend aufeinander abgestimmt sind bzw. sich beim Schließen dicht in einander fügen.

Farbtemperatur
Die Kennzeichnung der Lichtfarbe einer Lichtquelle wird als Farbtemperatur bezeichnet. Die Farbtemperatur ist definiert als die Temperatur eines schwarzen Körpers in Kelvin (K), eines planckschen Strahlers, die zu einer bestimmten Lichtfarbe dieser Strahlungsquelle gehört.

Fasche
Eine Fasche ist ein Streifen oder eine Umrandung um Fenster, Tore oder Türen, die sich farblich oder strukturell absetzt. Sie ist entweder Teil der Wandfläche oder dieser vorgesetzt. Meist besteht sie aus Holz, Stein oder Putz (Putzfasche).

Faserbeton
Faserbeton enthält Stahl-, Glas-, Textil- oder Kunststofffasern, damit definierte mechanische Eigenschaften für spezielle Anforderungen erreicht werden können. Als Faserbetonen sind jene Betone zu verstehen, bei denen die Fasern eine statische Funktion übernehmen, während Betone mit Fasern als Betonzusatzstoff ohne statische Funktion die Gruppe der fasermodifizierten Betone bilden.

Faserzement
Faserzementtafeln sind ein Verbundwerkstoff, der aus Zement und Armierungsfasern besteht. Als Fasern werden synthetische, organische Fasern aus Polyvinylalkohol oder Polyacrylnitril und Prozessfasern (Zellstoff) verwendet. Die Fasern übernehmen eine ähnliche Funktion wie der Stahl im Stahlbeton. Mikroskopisch kleine Luftporen in den Tafeln machen das Material frostbeständig. Es ist dennoch wasserdicht, UV-beständig, fäulnissicher und nicht brennbar (Baustoffklasse A2).

Fassade, hinterlüftet
Die hinterlüftete Fassade ist eine Konstruktionsform von Kaltfassaden, bei denen ein durchlüfteter Spalt zwischen der Fassadenbekleidung (z.B. Glasscheiben) und der Dämmung angeordnet ist. Ziel dieser Hinterlüftung ist die konsequente Trennung der Funktionen Wärmeschutz und Witterungsschutz. Dies bietet häufig Vorteile bezüglich der Schadensanfälligkeit, da jede Funktion für sich geplant und konstruiert werden kann.

Fäulnis
Der Befall von Holzteilen mit pflanzlichen Schädlingen, z.B. Braunfäulepilzen oder Weißfäulepilzen ist ein typisches Schadensbild bei Altbauten. Besonders gefährlich ist der Befall durch Hausschwamm.

Feinstaub
Feinstaub gelangt bei natürlich belüfteten Gebäuden durch das Fensterlüften von außen in die Innenraumluft. Er ist vor allem für Allergiker ein großes Problem. Ungeachtet der Art des eingeatmeten Staubes sind die Partikel, wenn sie in die Atemwege gelangen, reizend.

Fensterladen
Fensterladen sind Drehflügel auf der Außenseite von Fenstern, die nachts geschlossen werden. Sie sind aus Holz oder Aluminium gefertigt und dienen dem Sicht- und Wärmeschutz. Sie sind Vorläufer der Lamellen-Rolladen. Im geöffneten Zustand liegen sie neben der Fensterlaibung, im geschlossenen Zustand verschließen sie die Laibung vollständig.

Fensterprofil, Aluminium
Aluminium-Fensterprofile weisen gute Festigkeitswerte auf und sind oft leichter als Stahl– und Holzfenster. Aluminium gilt als nahezu wartungsfrei, so dass aus diesem Material gefertigte Fenster eine lange Lebenserwartung haben. Wegen der erhöhten Wärmeleitfähigkeit von Aluminium sind für Fenster und Außentüren wärmegedämmte und thermisch getrennte Profile (Außen- und Innenschalen) für eine gute Wärmedämmung notwendig.

Fensterprofil, Aluminium-Holz
Aluminium-Holz-Fenster verbinden die gute Wärmedämmung von Holz (innen liegend) mit der Witterungsbeständigkeit von Aluminium (außen liegend). Die statischen Aufgaben werden beim Aluminium-Holz-Fenster (im Gegensatz zum Holz-Aluminium-Fenster) vom Aluminium übernommen.

Fensterprofil, Kunststoff
Der am häufigsten bei Kunststofffenstern verwendete Werkstoff ist PVC (Polyvinylchlorid). Die Fensterprofile entstehen üblicherweise im Spritzguss- oder im Strangpressverfahren (Extrusion). Kunststoffprofile sind gegen Korrosion, viele Säuren, Laugen sowie Abgase und Reinigungsmittel beständig. Sie sind licht- und farbbeständig und ohne Anstrich lange Jahre haltbar.

Fernheizung
Fernheizungen sind zentrale Heizungsanlagen, bei denen die Wärme in einem reinen Heizwerk oder Heizkraftwerk erzeugt wird. Über ein Rohrleitungsnetz wird die Wärme in Form von Dampf oder Heißwasser zu den einzelnen Verbrauchern transportiert.

Fernkälte
Fernkälte wird, wie die Fernwärme, zentral erzeugt und über ein Leitungsnetz zum Endnutzer gebracht. Dort wird die Kälte über einen Wärmetauscher in Klimaanlagen eingespeist. Kälteträgermittel ist generell Wasser mit einer Temperatur von 5 bis 6 °C. Die Kälteerzeugung kann mittels Kompressoren (wie beim Kühlschrank), Absorptionskältemaschinen oder durch natürliche Kältequellen (Schmelzwasser) erfolgen.

Fernwärme
Fernwärme ist die Bezeichnung für eine Wärmelieferung zur Versorgung von Gebäuden mit Heizung und Warmwasser. Der Transport der thermischen Energie erfolgt in einem wärmegedämmten Rohrsystem, das überwiegend erdverlegt ist. Fernwärme versorgt vor allem Wohngebäude neben Heizung auch mit Warmwasser, indem die Wärme vom Erzeuger oder der Sammelstelle zu den Verbrauchern geleitet wird.

Festigkeitsklasse
Die Wahl einer Festigkeitsklasse beruht – neben bauphysikalischen Aspekten – auf der erforderlichen, rechnerisch zulässigen Druckspannung aus statischen Berechnungen. Ein Beton C30/37 besitzt beispielsweise mindestens eine Zylinderdruckfestigkeit nach 28 Tagen von 30 N/mm² und eine Würfeldruckfestigkeit von 37 N/mm². Mauerwerk der Festigkeitsklasse 12 weist eine Druckfestigkeit von 12 N/mm² auf.

Feuchteschaden
Feuchteschäden zählen bei Altbauten zu der am meisten vertretenen Schadensgruppe. Besonders häufig sind Feuchteschäden an Außenwänden.

Feuchtigkeit
Unter Feuchtigkeit wird der Anteil von Wasser in einem Medium (z.B. Luftfeuchtigkeit) verstanden. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Wasser gasförmig oder als Kondensat auftritt. Bei einigen Baumaterialien ist zudem die Restfeuchtigkeit nach dem Einbau zu beachten, da erst bei Erreichen einer spezifischen Untergrenze eine Weiterverarbeitung möglich ist (z.B. Beton, Estriche, Fugenmörtel).

Feuchtigkeitsmessung
Für die Feuchtigkeitsmessung werden elektronische Messgeräte verwendet, deren Aussagefähigkeit jedoch meist begrenzt ist. Die Messprinzipien sind unterschiedlich, einerseits geben elektronische Messgeräte durch einfaches Auflegen auf die Oberfläche eines Untergrundes Messwerte an und andererseits durch Elektroden, die in die Konstruktion eingeschlagen oder in Bohrlöchern versenkt werden.

Feuerbeständigkeit
Feuerbeständigkeit ist nach DIN 4102-2 die Eigenschaft von Bauteilen, eine Feuerwiderstandsdauer von mindestens 90 bzw. 120 Minuten aufzuweisen. In dieser Zeit sind sie weder brennbar noch verlieren sie ihre statischen Eigenschaften.

feuerhemmend
Mit diesem Begriff werden Bauteile bauaufsichtlich benannt, die mindestens der Feuerwiderstandsklasse F30B entsprechen.

Feuerverzinkung
Feuerverzinken ist eine Art der metallischen Beschichtung von Stahlteilen, die vor Korrosion schützen soll. Durch Eintauchen von Stahlteilen in ein Zinkschmelzbad von ca. 450°C entstehen glänzende bis matte Schichten aus Reinzink und/oder Eisen-Zinklegierung. Die Schichten sind 50 – 150 µm dick. Feuerverzinken ist eine sehr wirtschaftliche Lösung Stahl langfristig gegen Korrosion zu schützen.

Feuerwiderstandsklasse
Eine Zuordnung von Bauteilen in Feuerwiderstandsklassen erfolgt nach der Zeitdauer, während der das Bauteil bzw. die Konstruktion beim Norm-Brandversuch nach DIN 4102 einem Feuer Widerstand bietet. Bei der Klassifizierung von Bauteilen wird überwiegend von den Feuerwiderstandsklassen F30, F60 (bauaufsichtliche Benennung „feuerhemmend„) und F90 (bauaufsichtliche Benennung „feuerbeständig“) ausgegangen.

Filigrandecke
Solche Elementdecken vereinen als Halbfertigteile die Vorteile der Vorproduktion im Werk mit der flexiblen Anpassungsfähigkeit auf der Baustelle in sich. Das Halbfertigteil besteht aus einer 4 bis 6 cm dicken Stahlbetonplatte sowie Armierungsstahl. Das Halbfertigteil wird au der Baustelle mit Ortbeton ausgegossen.

First
Siehe Dachfirst

Flachdach
Flachdächer werden unterteilt in die Dachneigungsgruppen I (bis 3°) und II (3° bis 5°). Die Dachneigungsgruppe beeinflusst Art und Ausführung der Dachabdichtung. Gemäß den Flachdachrichtlinien werden Flachdächer nach konstruktivem Aufbau, Nutzung und Lage der Dämmschicht unterschieden.

Flächenheizung
Eine Flächenheizung gibt auf einer großen Fläche Wärme ab. Üblich sind Fußbodenheizungen, aber auch Wand- oder Deckenheizungen sind möglich. Durch die Wärmeabgabe über eine große Fläche ist es möglich, die erforderliche Heizleistung bei geringen Heizwassertemperaturen zu übertragen. Das ist vorteilhaft bei Heizungsanlagen mit Wärmepumpen.

Flachkollektor
Dieser Typ des Solarkollektors besteht im wesentlichen aus einer Rahmenkonstruktion, die nach unten gut wärmegedämmt ist. Im Inneren liegen Rohre mit dem Wärmeträger, die mit dem Absorber (schwarz beschichtete Metallplatte) abgedeckt sind. Darüber ist das Gehäuse mit einer Glasschicht abgedeckt. Die einfallende Sonnenstrahlung wird im Absorber in Wärme umgewandelt, die vom Wärmeträger zur Heizanlage transportiert wird. Verwendet werden Flachkollektoren für die Warmwasserbereitung und die Heizungsunterstützung in der Übergangszeit.

Flachs
Siehe Dämmstoffe > Flachs

Flammschutzmittel
Als Flammschutzmittel werden Stoffe bezeichnet, die Holzwerkstoffe, Kunststoffe und Textilien flammfest machen (flammhemmend ausrüsten) sollen. Sie erreichen dies, indem sie die Entflammung der zu schützenden Stoffe verhindern, die Entzündung behindern und die Verbrennung erschweren.

Fließbettkleber
Jede Fliese einzeln mit Kleber zu versehen, wäre – gerade bei großen Flächen – zu aufwändig. Stattdessen werden zementöse Fließbettkleber erst großflächig mit einer dem Fliesenformat entsprechenden Zahnkelle auf dem Untergrund ausgestrichen und durchkämmt und dann die Fliesen in dieses Fließbett eingedrückt. Dabei ist jeoch zu beachten, dass viele Kleber nur kurze Zeit frisch bleiben. Das Fließbett sollte somit nicht zu groß angelegt werden.

Fliese
Durch Brenntechnik künstlich hergestellte keramische Wand- und Bodenplatten aus mineralischen Rohstoffen (Ton, Sand, Mineralien) werden unter dem Sammelbegriff „Fliese“ zusammengefasst. Zur farblichen Gestaltung können diese noch mit einer Glasur oder Engobe versehen werden. Je nach Einsatzgebiet müssen Fliesen dabei bestimmten Ansprüchen wie Abriebfestigkeit, Rutschfestigkeit, Druckfestigkeit, Biegefestigkeit oder Wärmeleitfähigkeit genügen.

Fliesenkleber
Bei der Dünnbettverlegung werden Fliesen mit geeigneten Fliesenklebern fixiert. Unterschieden wird dabei zwischen Klebern auf Zementbasis (Klebemörtel) und Klebern auf organischer Basis (Dispersionskleber, Epoxidharzkleber). Welcher Kleber zu wählen ist, hängt vom Untergrundmaterial ab sowie der späteren Nutzung bzw. Belastung des Belages.

Fließestrich
Fließestriche bieten eine einfache und schnelle Möglichkeit der Estrichverlegung. Dabei wird ein vorgefertigert Trockenmörtel an der Baustelle durch Mischpumpen mit Wasser vermengt, über einen Schlauch ins Gebäudeinnere geleitet und der zähflüssige Estrich dort ausgebreitet. Das Abziehen der Oberfläche und die Verdichtung durch Stampfen oder Klopfen können hier entfallen. Das Gemisch ist flüssig genug, um sich selbst zu nivellieren.

Fließmittel
Fließmittel sind Betonzusatzmittel mit der speziellen Funktion als Betonverflüssiger. Sie nehmen Einfluss auf die Erstarrung des Betons, die verzögert oder beschleunigt werden kann. Fließmittel können die Wirkungsweise von Luftporenbildnern beeinflussen.

Floatglas
Als Basisglas für verschiedenste Glasarten – auch für Fenster und Türen – wird heute überwiegend Floatglas verwendet. Es wird in einem speziellen Herstellverfahren auf einem Zinnbad fließend („float“) hergestellt. Floatglas weist jedoch keine besonderen sicherheitstechnischen Eigenschaften auf und darf nicht an bewegten Bauteilen von automatischen Türen verwendet werden.

Fluchttür
Rettungs- und Fluchtwege in Gebäuden sind für Not- und Paniksituationen bestimmt. Zu den Rettungswegen gehören alle Wege, die zu einem sicheren Bereich außerhalb des Gebäudes führen (z.B. Korridore, Treppenaufgänge). Alle Türen im Verlauf von Rettungswegen sind als Fluchttüren zu konstruieren. Sie sind dementsprechend zu kennzeichnen und mit Fluchttürverschlüssen auszustatten.

Fluchtweg
Entsprechend gesetzlichen Forderungen müssen öffentliche Gebäude jederzeit und ohne Hilfsmittel verlassen werden können. Der Betreiber öffentlicher Gebäude muss mit Fluchtwegen und Notausgängen dieser Forderung gerecht werden. Fluchtwege und Notausgänge sind zu kennzeichnen und die Kennzeichnung muss an geeigneter Stelle angebracht und dauerhaft sein.

Formaldehyd
Formaldehyd kommt in Spanplatten und Holzwerkstoffen vor, wird hier aber schon seit mehreren Jahrzehnten in der Produktion vermieden. Dispersionskleber, Lacke, Desinfektionsmittel oder Tabakrauch führen ebenfalls zu Formaldehydbelastung. Bei Menschen können Reizung der Schleimhäute (v.a. Augen, Nase), Hustenreiz, Unwohlsein, Atembeschwerden oder Kopfschmerzen auftreten.

Frequenz
Die Frequenz bezeichnet die Anzahl der Schwingungen je Sekunde. Je schneller die Schwingung, desto höher wird die Frequenz. Die Einheit ist Hertz (Hz).

Fresnel-Linse
Eine Fresnel-Linse ist eine Stufenlinse, bei der die Wirkung durch eine flache Anordnung von Linsensegmenten erreicht wird. Sie werden vor allem bei Bühnenscheinwerfern und Strahlern mit verstellbarem Ausstrahlungswinkel verwendet.

Fries
Der klassische Fries ist der obere, mit Ornamenten verzierte Rand einer Wandfläche. Aber auch waagerechte und senkrechte Schmuckstreifen – im einfachsten Fall schmale, farblich abgesetzte Linien – werden als Fries bezeichnet. Mit einem Fries wird eine Gliederung der Wand vorgenommen.

Frischbeton
Bevor Beton erhärtet, ist er je nach Zusammensetzung unterschiedlich weich. Von Frischbeton spricht man, solange er noch verarbeitet werden kann. Frischbetoneigenschaften lassen sich durch Zusatzmittel wie Fließmittel oder Betonverflüssiger gezielt für die verschiedensten Anwendungsfälle einstellen.

Fuge
Fugen stellen den Raum zwischen zwei benachbarten Bauteilen oder im Zusammenhang mit der Verbandsausführung zwischen zwei Steinen dar. Bei letzterem wird zwischen Stoßfugen (stirnseitig) und Lagerfugen (an Steinober- und Unterseite) unterschieden.

Fugendurchlasskoeffizient
Der Fugendurchlasskoeffizient beschreibt die Luftdichtheit von Fensterfugen. Zur Verringerung der Lüftungswärmeverluste bei geschlossenen Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen wird in der Energieeinsparverordnung (EnEV) ein Wert für die Dichtheit von Fensterfugen festgelegt.

Fugenmörtel
Fugenmörtel werden zum nachträglichen Ausfugen von Verblendern und Sichtmauerwerk oder von Fliesen verwendet. Statisch tragender Mörtel wird als Mauermörtel bezeichent.

Fungizid
Fungizid heißt übersetzt so viel wie pilzvernichtend. Grundsätzlich wirken sämtliche derartigen Mittel auf der Oberfläche von Hölzern gegen Pilze wie z.B. Schimmelpilze und weitere Mikroorganismen, die das Holz schädigen könnten.
Vor dem Einsatz von Fungiziden sollte aus gesundheitlichen Gründen immer sorgfältig geprüft werden, ob die Mittel für den Außen- oder Innengebrauch zugelassen sind.

Furnierschichtholz
Furnierschichtholz wird durch paralleles Anordnen und Verleimen von Schälfurnieren hergestellt. Oberflächen können glatt, sägerau oder gebürstet sein. Als Fassadenmaterial sollten nur Sperrholzplatten FSH-Q eingesetzt werden, die für eine Anwendung im Außenbereich von den Herstellern empfohlen sind.

Fußbodenheizung
Eine Fußbodenheizung besteht aus im Fußboden verlegten Heizrohren, Flächenelementen oder anderen Hohlprofilen, die von in der Regel Wasser (mit oder ohne Zusätze) als Heizmedium durchströmt werden. Eine andere Ausführungsmöglichkeit besteht in der Nutzung von Strom als Wärmequelle, der durch Leitungen im Fußboden im Gebäude verteilt wird. Fußbodenheizungen werden im Allgemeinen auf einen trockenen, ebenen und tragenden Untergrund aufgebracht.

G

Gaube
Gauben werden neben der Belüftung und Beleuchtung von Dachräumen zum Flächen- und Raumgewinn bzw. zur Gestaltung von Dächern herangezogen. Gaubenformen sind: Fledermausgaube, Schleppgaube, Giebel- und Walmgaube sowie Dreieckgaube. Varianten dieser Grundformen sind in vielfältiger Zahl vorhanden. In einer weiteren Schreibweise ist das Bauteil in manchen Gegenden auch als Gaupe bekannt.

Gebäudeautomation
Gebäudeautomation ist der Sammelbegriff für die Vernetzung der Feld- (Raum-), Automations-und Managementebene zum Messen, Steuern, Regeln und Leiten von gebäudetechnischen Anlagen.

Gebäudehülle
Die Gebäudehülle umfasst alle Bauteile eines Gebäudes, die dieses nach außen oder an Erdreich abschließen, z.B. Wände, Fenster, Dächer und Böden. Für die Niedrigenergiebauweise und Solararchitektur ist vor allem die thermische Gebäudehülle von Bedeutung. Die Wärmedämmung der thermischen Gebäudehülle ist ausschlaggebend für den Transmissionswärmebedarf eines Gebäudes.

Gebäudenutzfläche
Die Gebäudenutzfläche AN wird in Deutschland als Größe für die Energiebezugsfläche bei Wohngebäuden im Zusammenhang mit der Energieeinsparverordnung verwendet. Bei Raumhöhen zwischen 2,5 und 3 m ergibt sie sich nach folgender Formel, mit Ve als beheiztem, eingeschlossenem Volumen:
AN = Ve • 0,32 m

Gebäuderichtlinie, europäisch (EPBD)
Zum Erreichen der Ziele des Kyoto-Protokolls ist auf EU-Ebene 2002 die europäische Gebäuderichtlinie erlassen worden. Die Umsetzung auf nationaler Ebene erfolgte in Deutschland durch die Energieeinsparverordnung (EnEV). Sie soll einerseits die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden verbessern und andererseits die Anforderungen an das Innenraumklima und der Kostenwirksamkeit energetischer Sanierungen sichern.

Gebäudetechnik
Unter dem Begriff Gebäudetechnik fasst man alle technischen Maßnahmen zusammen, die in Gebäuden der energetischen (Heizung, Beleuchtung) und stofflichen (Wasser, Luft) Versorgung bzw. der Entsorgung aller Abfallprodukte (Abwasser, Müll) dienen. Der Zweck dieser Maßnahmen ist, das Gebäude nutzbar zu machen. Die Begriffe Haustechnik, Technische Gebäudeausrüstung (TGA), Gebäudetechnik oder Versorgungstechnik beschreiben hierbei das selbe Themengebiet, wobei letzterer insbesondere für Maßnahmen in größeren Gebäduden wie Nichtwohngebäude und Industrieanlagen steht.

Gebäudevolumen, beheizt
Das beheizte Gebäudevolumen Ve ist das der wärmeübertragenden Hüllfläche eines Gebäudes umschlossene Volumen. Es wird über die Außenmaße ermittelte. Dieses Volumen schließt mindestens alle Räume eines Gebäudes ein, die direkt oder indirekt durch Raumverbund beheizt werden.

Gebrauchstauglichkeit
Bei statischen Bemessungen von Bauteilen wird zwischen der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit unterschieden. Der Begriff Gebrauchstauglichkeit beschreibt die Funktionsfähigkeit einer Konstruktion trotz Durchbiegung infolge äußerer Einwirkungen.

Gefach
Das Gefach ist im ursprünglichen Sinn Teil einer Fachwerkhauswand. Der Begriff wird heute vornehmlich im Holzrahmenbau verwendet und beschreibt den Raum in einem Holzrahmen (früher das Feld zwischen den Balken des Fachwerks). Die Gefachfüllung wird Ausfachung genannt, die Gefachdämmung ist die Ausfachung mit Wärmedämmstoffen.

Gefälleestrich
Um den flächigen Abfluss von Regenwasser von Balkonen, Terrassen, Auffahrten, in Duschen oder im Schwimmbeckenumgangsbereich. zu gewährleisten, muss der Estrich (in der Regel Zementestrich) in diesen Bereichen mit einem Gefälle konstruiert werden. Der Neigungswinkel sollte dabei zwischen 1 und 2% liegen.

Geothermie
Als Geothermie wird die thermische Nutzung des Untergrundes zu Heiz- und Kühlzwecken bezeichnet. Zunehmend finden zu dieser thermischen Nutzung folgende Systeme Verwendung: Erdkollektor, Bodenplattenkühler oder Fundamentspeicher, Energiepfahl und Erdsonden.

Gerüst
Gerüste sind Baukonstruktionen, die mit Gerüstlagen veränderlicher Länge und Breite an der Verwendungsstelle zusammengesetzt, ihrer Bestimmung entsprechend verwendet und dann wieder auseinandergenommen werden können.

Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert)
Unter dem g-Wert versteht man jenen Anteil des Sonnenlichts, der durch eine Verglasung dringt. Ein g-Wert von 0,6 bedeutet, dass 60% der eingestrahlten Energie (also des Lichts) ins Innere des Raumes gelangen. Der Rest der eingestrahlten Energie wird reflektiert (zurückgestrahlt) oder von der Scheibe absorbiert (aufgenommen). In der Heizsaison ist ein hoher g-Werte somit vorteilhaft, weil mehr solare Energie das Haus erwärmt. Im Sommer sind niedrige g-Werte anzustreben.

Gesteinskörnung
Gesteinskörnungen sind ein körniges Material meist für die Verwendung als Zuschlagstoff im Bauwesen (z.B. in Beton). Gesteinskörnungen können natürlich, industriell hergestellt oder rezykliert sein. Normale Gesteinskörnungen werden in Kategorien (Klassen) eingeteilt. Kategorien geben das charakteristische Niveau für eine Eigenschaft vor.

Getreidegranulat
Siehe Dämmstoffe > Getreidegranulat

Gewährleistung
Unterschieden werden die Gewährleistung und entsprechende Fristen in eine Gewährleistungsfrist nach dem BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) und nach dem VOB (Verdingungsordnung für Bauleistungen). Es kommt dabei immer darauf an, welchen Vertrag der Bauherr abgeschlossen hat. Aber bei beiden Varianten ist nicht der Bauherr in der Beweispflicht, sondern immer das Bauunternehmen oder der Handwerker, der am Bau des Hauses beteiligt war. Die Gewährleistungspflicht schließt neben dem Rohbau auch den Innenausbau eins Hauses mit ein.

Gewinne, intern
Alleine durch das Bewohnen eines Hauses erzielt man Beiträge zur Beheizung, die nicht vom Heizsystem kommen. Beispielsweise heizt jeder Mensch bedingt durch den Stoffwechsel das Haus mit. Die Heizleistung ist dabei ganz beträchtlich: in etwa 60W im Schlaf, 80 bis 120W bei sehr leichter Tätigkeit bis hin zu über 300 W bei anstrengender körperlicher Arbeit. Darüber hinaus zählt auch die Abwärme elektrischer Geräte zu den internen Gewinnen.

Gewinne, solar
Die durch die Verglasung einfallende Sonnenenergie wird im Haus in Wärme umgewandelt. Diese Energie ist gratis und sollte gut genutzt werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Fensterflächen eines Haus nach Süden zu orientieren, d.h. die Wohnräume in den Süden zu legen. Um eine sommerliche Überhitzung zu vermeiden, sind hier insbesondere Möglichkeiten der Verschattung einzuplanen.

Gewölbe
Statische Systeme in Form eines Gewölbes können durch ihre Krümmung auch Lasten senkrecht zur Bauteiloberfläche über die sog. Gewölbetragwirkung ableiten. An den Auflagern treten entsprechend der Geometrie des Gewölbes und der Belastung teilweise hohe Abstützkräfte – der sogenannte Gewölbeschub – auf. Die Aufnahme dieser Auflagerreaktion mit nur geringen zulässigen Verformungen ist entscheidend für die Tragfähigkeit des Gewölbes.

Gießharz
Gießharz ist ein Kunststoff, der als Verbindungsmittel in Verbundglas eingesetzt wird. Verbundgläser mit Gießharz werden sowohl im konstruktiven Glasbau als auch in Schallschutzgläsern eingesetzt. Die weiche Verbindung zwischen zwei Floatglasscheiben gewährleistet eine hohe Scheibenmasse mit geringer Biegesteifigkeit, die für einen hohen Schalldämmwert des Glases genutzt wird.

Gips
Gips ist ein farbloses bis weißes feuchtes Kalzium-Mineral, das sehr gut Wasser bindet und extrem schwer löslich ist. Aus der Einlagerung von Feuchtigkeit im Mineral (Kristallwasser) resultiert eine sehr niedrige Härte: Gips kann mit dem Fingernagel geritzt werden. Im Estrichbau wird Gips aufgrund einer geschmeidigen Eigenschaft trotzdem als Bindemittel verwendet, da er in Verbindung mit Gesteinskörnungen an Härte gewinnt.

Gipskartonplatte
Gipskarton ist ein Baustoff aus Gips, meistens verwendet als Gipskartonplatten oder Gipskartonbauplatte, der beidseitig mit Karton kaschiert ist. Verwendung finden Gipskartonplatten im Trocken- oder Akustikbau. Ihre Stabilität erhalten die Platten durch die beidseitige Kartonage, welche die Zugkräfte aufnimmt.

Glas, photochrom
Photochrome Gläser können ihr Lichtdurchlässigkeit selbst regeln. Der hohen Herstellungskosten wegen finden sie bisher jedoch hauptsächlich bei Sonnenbrillen und vereinzelt im Automobilbau Anwendung. Bei Einsatz photochromer Gläser in Gebäuden kann deren Kühlbedarf im Sommer gesenkt werden.

Glaser-Verfahren
Mit dem Glaser-Verfahren zur Diffusionsberechnung kann der Verlauf des Sättigungsdampfdrucks und des Wasserdampfteildrucks in Bauteilen,
sowohl im Kondensationsfall (Winter) wie im Verdunstungsfall (Sommer) beschrieben werden. Aus dem Glaser-Diagramm lässt sich ablesen, unter welchen Bedingungen in welchen Schichten eines Bauteiles Kondensation, also Tauwasser, vorkommen kann, und wie viel angefallenes Tauwasser während der Verdunstungsperiode wieder abgeführt wird.

Glasstein
Bei Glassteinen (oder Glasbausteinen) handelt es sich um Hohlglaskörper, welche aus zwei schalenförmigen Glasteilen bestehen, die durch Erhitzen aneinander fixiert werden. Sie können eingefärbt sein oder eine Oberflächenstruktur aufweisen. Außerdem sind sie feuerbeständig und bis zur Anforderungsklasse G120 erhältlich. Glassteine werden häufig als transluzentes Mauerwerk verwendet.

Gleichstrom
Als Gleichstrom wird ein elektrischer Strom bezeichnet, dessen Stärke und Richtung sich nicht ändert. Die englische Bezeichnung ist „direct current“ mit der Abkürzung „DC“, die synonym auch für Gleichspannung verwendet wird (vgl. „AC“ für Wechselstrom). Gleichstrom wird z.B. in Solarzellen erzeugt oder in Batterien gespeichert.

Globalstrahlung
Unter der Globalstrahlung versteht man die gesamte Menge der Sonnenenergie, die auf eine horizontale Fläche auftrifft. In Deutschland liegt dieser Wert je nach Standort bei etwa 1000 kWh/m² im Jahr. Die Globalstrahlung setzt sich aus der diffusen diffusen Strahlung (ungerichtet) und der Direktstrahlung (der Sonne) zusammen.

Grat
Der Grat stellt den äußeren Übergang zwischen gleich oder unterschiedlich geneigten Dachflächen dar. Die baukonstruktiven Anforderungen entsprechen denen des Dachfirstes. Der Luftaustausch kann demnach über die entsprechende Konstruktion oder auch über Formteile erreicht werden.

Grauwasser
Als Grauwasser wird häusliches Abwasser ohne fäkale Feststoffe, z.B. Abwasser von Bade- und Duschwannen, Handwaschbecken und gegebenenfalls Waschmaschinen bezeichnet. Durch Regenwassergewinnung und -nutzung wurden Konzepte entwickelt, wie Grauwasser für eine Weiternutzung verwendet und in Klarwasser umgewandelt werden kann.

Gründach
Siehe Dachbegrünung

Gründerzeit
Die Gebäude der Gründerzeit und der Jahrhundertwende bilden eine eigene Baualtersstufe. Entstanden in der Zeit von 1870 bis 1910 bilden sie eine eigenständige Gruppe von Gebäuden, die sich durch gleichartige Konstruktionsmerkmale auszeichnen. Stadtquartiere mit Gründerzeithäusern zählen zu den bevorzugten innerstädtischen Wohnlagen. Die Ausstattung der Häuser mit Stuck und ihre großzügigen Raumzuschnitte machen sie besonders begehrt.

H

Hackschnitzel
Siehe Holzhackschnitzel

Hall
Siehe Nachhall

Handtuchheizkörper
Heizkörper werden zunehmend zum Trocknen von Handtüchern genutzt. Die in vielen Varianten erhältlichen Modelle besitzen allerdings eine geringe Wärmeleistung. Zudem kann der Heizkörper, wenn er mit Handtüchern verdeckt ist, kaum Wärme an den Raum abgeben.

Handwerk
Als Handwerk bezeichnet man gewerbliche Tätigkeiten. Handwerker fertigen Produkte meist auf Bestellung an oder erbringen Dienstleistungen auf Nachfrage. Die handwerkliche Tätigkeit steht der industriellen Massenproduktion gegenüber. Das handwerkliche Gewerbe wird in Deutschland durch die Handwerksordnung geregelt.

Hängewerk
Hängewerke werden im Tragwerksbau zur Überwindung großer Spannweiten eingesetzt. Beim geneigten Dach kommen Hängewerke bei Pfettendächern zum Einsatz, wenn eine Überspannung der gesamten Gebäudebreite ohne Stützen erreicht werden soll. Die Stiele des Dachstuhls sind dabei nur auf Zug mit der Unterkonstruktion (in der Regel dem Streckbalken) verbundenen.

Hanf
Siehe Dämmstoffe > Hanf

Hausanschluss
Der Hausanschluss ist die Verbindungsstelle des öffentlichen Niederspannungsnetzes mit der Verbraucheranlage des Gebäudes. Der Hausanschlusskasten ist gleichzeitig die Übergabestelle des Verteilungsnetzbetreibers. Im Hausanschlussraum gehen die Leitungen für die Elektroenergieversorgung und des Hausanschlusskastens ein, aber auch der anderen Medien, an die das Gebäude angeschlossen wird (Gas, Wasser, Fernwärme).

Hausbock
Der Hausbock (Hylotrupes bajulus) zählt zu den gefährlichsten Schadinsekten, die Holzbauteile in Gebäuden befallen. Die Sanierung befallener Bereiche muss mit großer Sorgfalt erfolgen. Der Befall durch Hausbock ist meldepflichtig.

Hausinstallation
Der Begriff umfasst die Gesamtheit aller elektrischen Anlagen mit Nennspannungen bis 250 V in Wohn- oder Gewerbegebäuden. Neben den klassischen Anlagen zählen dazu auch die Anlagen für die Gebäudeautomatisierung, Fernmeldeanlagen, Wechselsprechanlagen usw.

Hausschwamm
Der Echte Hausschwamm (Serpula Lacrimans) zählt zu den gefährlichsten pflanzlichen Schädlingen, die Holzbauteile in Gebäuden befallen. Die Sanierung der von Hausschwamm betroffenen Bereiche muss mit großer Sorgfalt erfolgen. Der Befall durch Hausschwamm ist meldepflichtig.

Heat-Pipe
Das Heat-Pipe-Prinzip wird bei Vakuumröhrenkollektoren eingesetzt. Bereits bei geringer Sonneneinstrahlung verdampft das Wärmeträgermedium. Am oberen Ende der Röhre wird die durch Kondensation frei werdende Wärme an die vorbeiströmende Wärmeträgerflüssigkeit übertragen. Die gekühlte und kondensierte Flüssigkeit fließt zur neuen Wärmeaufnahme zurück.

Heizenergiebedarf
Der Heizenergiebedarf beschreibt diejenige Energiemenge, die der Heizungsanlage eines Gebäudes zugeführt werden muss, damit sie den Heizwärmebedarf des Gebäudes decken kann. Die Heizenergie ist gleich der Heizwärme zuzüglich der Verluste in der Heizungsanlage und in der Verteilung.

Heizestrich
Fußbodenheizungen werden meist als Heizestrich verlegt. Die Basis ist dabei der schwimmende Estrich. Die Heizwasser führenden Rohre können dabei auf dreierlei Weise verlegt werden: innerhalb des Estrichs, innerhalb der Dämmung oder in einer eigenen Estrichausgleichschicht.

Heizgradtage
Die Heizgradtage (Heating Degree Days, HGT oder HDD) bezeichnen die Summe der Unterschiede zwischen Innen- und Außentemperatur. Es wird also an jedem Tag, an dem die mittlere Tagesaußentemperatur kleiner als die Heizgrenze ist, die Differenz „Raumlufttemperatur minus mittlere Tagesaußentemperatur“ gebildet. Diese Differenzen werden dann für jeden Tag der Heizperiode aufsummiert. Legt man die Energieeinsparverordnung (EnEV) zugrunde, liegt dieser Wert in Deutschland im Mittel bei 2900 Kd (Kelvintagen).

Heizgrenze
Die Heizgrenze beschreibt die mittlere Tagesaußentemperatur, unterhalb der mit dem Heizen begonnen werden sollte. Sie liegt bei ca. 15°C Außentemperatur, ist jedoch abhängig vom Dämmstandard des Gebäudes. Die Heizgrenze für Neubauten mit einem höheren Dämmstandard (Passivhäuser)kann zum Beispiel bei 12°C liegen. Die Heizgrenze eines Gebäudes wird zur Berechnung der Heizgradtage verwendet.

Heizkessel
Im Heizkessel wird Brennstoff in nutzbare Wärme umgesetzt. In einer Zentralheizung dient der Kessel als Wärmeerzeuger und kann in verschiedenen Bauformen und Ausführungen konstruiert sein. Der eigentliche Kesselkörper erwärmt das umlaufende Heizwasser durch die Brennerflamme und das hindurchströmende Abgas im Inneren des Kessels. Moderne Kessel sind eine Funktionseinheit, bestehend aus dem Kesselkörper mit Wärmetauscherflächen, Brennraum und Wasserfüllung, dem Öl- oder Gasbrenner sowie der regeltechnischen Ausstattung. Brennwertkessel weisen zur Zeit die beste Effektivität auf.

Heizkörper
Ein Heizkörper ist ein Wärmeaustauscher, der Wärme von einem Transportmedium (meist Heizungswasser, aber auch Strom) an die ihn umgebende Raumluft abgibt. Heizkörper können als Konvektoren oder als Radiatoren ausgebildet sein.

Heizkreis
Ein Heizkreis beschreibt den Kreislauf, den das Heizungswasser vom Heizkessel über die Heizkörper (Vorlauf) und zurück nimmt (Rücklauf). Eine Umwälzung des Heizungswassers übernimmt eine Pumpe, die in die Vorlaufleitung eingebaut wird. Bei guter Dämmung der Rohrleitungen werden alle Heizkörper mit der gleichen Temperatur versorgt.

Heizkurve
Die Heizkurve einer Heizanlage beschreibt den Zusammenhang zwischen der Vorlauftemperatur in der Anlage und der Außenlufttemperatur zur Gewährleistung einer gleich bleibenden Raumtemperatur. Heizkurven sind von Gebäude zu Gebäude unterschiedlich, da sie von verschiedenen Einflüssen abhängen. Eine richtig eingestellte Heizkurve sorgt für verminderte Wärmeverluste, eine verbesserte Regelung der Raumtemperaturen und spart dadurch Energie. Einstellparameter sind Steilheit (Anstieg der Vorlauftemperatur durch Änderung der Außentemperatur) und Parallelverschiebung (Niveau der Vorlauftemperatur über den Verlauf der Heizkurve).

Heizlast
Die Heizlast beschreibt die Wärmezufuhr in ein Gebäude, die zur Aufrechterhalt einer bestimmten Raumtemperatur notwendig ist. Sie wird in Kilowatt (kW) angegeben und richtet sich nach der Lage des Gebäudes, der Bauweise der wärmeübertragenden Gebäudehüllflächen und dem Bestimmungszweck der einzelnen Räume. Sie bestimmt die Qualität der Wärmeschutzmaßnahmen und die Auslegung der Heizungsanlage.

Heizperiode
Die Heizperiode ist die Zeit der Beheizung eines Gebäudes, während der die mittleren Außenlufttemperaturen kleiner als die Heizgrenztemperatur sind. Die Heizperiode hängt von der Lage des Gebäudes und von den wärmetechnischen Gebäudeeigenschaften ab.

Heizrohr
In der Heizungstechnik werden zum Transport von Wasser hauptsächlich Kupferrohre verwendet. Für Fußbodenheizflächen werden sehr häufig Kunststoffrohre eingesetzt. Rohre sind genormt. Grundlage deren Normung sind die Begriffe Nennweite sowie Nenndruck und Betriebsdruck.

Heizstrahler
Heizstrahler sind Geräte, die ihre Wärme mittels Wärmestrahlung abgeben und somit für eine unmittelbare Aufheizung der Umgebung sorgen. Sie eignen sich sowohl für den stationären als auch den mobilen Einsatz. In der Regel heizen Heizstrahler mit Gas. Es gibt aber auch Infrarotstrahler, die häufig mit Strom betrieben werden. Heizstrahler eignen sich für Räume, die kurzfristig und relativ schnell aufgeheizt werden sollen wie z.B. Industriehallen, Museen oder Kirchen.

Heizsystem, bivalent
Bivalent heizen heißt, zwei verschiedene Energieträger nutzen. So werden häufig Pellets-Wohnraumheizsysteme ergänzend zur vorhandenen Zentralheizung betrieben. Auch kann ein Gas-Brennwertkessels mit einer Solarthermie-Anlage kombiniert werden. Dabei wird für die Warmwasserbereitung ein bivalenter Warmwasserspeicher eingesetzt.

Heizsystem, monovalent
Zur Wärmeerzeugung wird bei monovalenter Betriebsweise nur ein Heizsystem bzw. eine Energieart eingesetzt. Dies ist der Fall, wenn ein Wärmeerzeuger den gesamten Wärmebedarf allein decken kann und wenn keine weitere Energieart (z.B. Solar) zusätzlich eingesetzt wird. Bestimmte Heizsysteme benötigen die Unterstützung durch einen zweiten Wärmeerzeuger, um so als bivalentes System auch bei sehr kalten Außentemperaturen noch für behagliche Raumtemperaturen sorgen zu können.

Heizwärmebedarf
Der Heizwärmebedarf ist diejenige Energiemenge, die für die Erwärmung eines Gebäudes auf die gewünschte Soll-Temperatur nötig ist, um Transmissionswärmeverluste und Lüftungswärmeverluste auszugleichen. Neben der Heizwärme tragen solare und interne Gewinne zur Erwärmung von Räumen bei.

Heizwärmeverlust
Als Heizwärmeverlust wird derjenige Energieanteil bezeichnet, der bei Gebäuden entweder als Transmissionswärmeverlust oder als Lüftungswärmeverlust verloren geht.

Heizwert
Unter dem Heizwert eines Brennstoffs (auch unterer Heizwert oder Hu genannt) versteht man die Energiemenge, die bei einer vollständigen Verbrennung frei wird. Der Heizwert sagt nicht alles über die nutzbare Energie aus, die in der Heizungsanlage aus dem Brennstoff erzielt werden kann. Je nach Heizanlage ergibt sich ein unterschiedlicher Wirkungsgrad bzw. Nutzungsgrad der Anlage. Heizwerte verschiedener Brennstoffe: Erdgas 9,5 bis 10,28 kWh/m³, Heizöl (leicht) 10,5 kWh/l, Steinkohle 7 kWh/kg, Holz 1500 – 1900 kWh/rm, Holzpellets 4,9 kWh/kg

Heizwert, oberer
Siehe Brennwert

Helmholtzresonator
Helmholtzresonatoren sind Resonanzabsorber für tiefe Frequenzen. Sie lassen sich in vorhandenen Hohlräumen, z.B. in Wand- oder Deckensimsen, unter Treppenstufen, in Wandverkleidungen, hinter Brüstungen, im Inneren von Stützen oder im Gestühl, unterbringen. In ihrer Wirkungsweise sind sie vergleichbar mit den Einzelelementen eines Lochplattenabsorbers.

Hilfsenergie
Hilfsenergie wie z.B. Strom wird für den Antrieb von Systemkomponenten (z.B. für Umwälzpumpen oder Regelung) benötigt, nicht zur unmittelbaren Deckung des Heizenergiebedarfs.

Hinterlüftung
Eine Hinterlüftung soll sicherstellen, dass Feuchtigkeit vor sperrenden Bauteilschichten effizient abgeführt wird. Dazu wird (von außen gesehen) hinter der sperrenden Schicht ein Luftspalt ausgeführt, der von der Außenluft durchströmt wird. Die anrechenbare Dämmschicht endet immer bei der Hinterlüftung.

Hinterschnittanker
Die Hinterschnittverankerung ist eine unsichtbare Befestigungsart von vorgehängten, hinterlüfteten Fassadenbekleidungen. Sie besteht aus einem Dübel oder Ankerhülse, einer Schraube und der Fassadenhalterung. Der Dübel wird in eine Bohrung mit konischer Aufweitung in die Rückseite der Fassadenbekleidung eingebracht und durch die eingedrehte Schraube in dem Fassadenmaterial gespreizt. Über die Agraffe oder ein durchgehendes Profil wird die Fassadenbekleidung an der Unterkonstruktion befestigt.

Hochlochziegel (HLz)
Hochlochziegel sind Ziegelsteine mit vertikalen, durchgehenden Hohlräumen senkrecht zur Lagerfuge. Die Anzahl der Hohlräume, ihre Anordnung, die Stegdicken, die Steinabmessungen und die Rohdichte führen in den normativen Vorgaben zu weiteren Unterklassifizierungen.

Holm
Im Unterschied zu den Wangen liegen die Holme als tragende Konstruktion unter den Treppenstufen. Man spricht bei Holmtreppen auch von aufgesattelten Treppen, da die Trittstufen wie der Reiter auf dem Pferd aufsitzen. Als Baustoffe kommen Holz, Metall oder Beton zum Einsatz.

Holzbalkendecke
Holzbalkendecken sind bis in die Baualtersstufe der 50er Jahre eine typische Ausbildung der Tragkonstruktion von Decken. Brand- und Schallschutzeigenschaften von Holzbalkendecken sind zu prüfen.

Holzfaser
Siehe Dämmstoffe > Holzfaser

Holzfaserplatte
Holzfaserplatten sind ein Holzwerkstoff, bei dem der Zusammenhalt der Holzfasern entweder durch eine mechanischen Halt zwischen den Holzfasern oder durch Zugabe künstlicher Bindemittel erzielt wird. Holzfaserplatten werden als Ein- und Mehrschichtplatten erzeugt und verhalten sich wie Spanplatten in der Plattenebene in allen Richtungen gleichmäßig. Sie werden je nach Rohdichte und Herstellungsverfahren unterschieden in Holzfaserdämmplatten (HFD, 230-350 kg/m³), mittelharte Faserplatten (MB, 350-800 kg/m³), Hartfaserplatten (HB oder HFH, ab 800 kg/m³), mitteldichte Faserplatten (MDF) und hochdichte Faserplatten (HDF).

Holzfäule
Als Holzfäule wird der Befall mit pflanzlichen Schädlingen bezeichnet.

Holzhackschnitzel
Holzhackschnitzel sind zerkleinertes Holz (Hackgut), z.B aus Waldholz, Sägerestholzen oder Holz aus der Ver- und Bearbeitung. Holzhackschnitzel können aufgrund ihrer Schüttfähigkeit wie Holzpellets in vollautomatischen Heizungsanlagen verfeuert werden.

Holzpellet
Holzpellets werden aus Sägemehl hergestellt, indem das Sägemehl bei höherer Temperatur durch eine Lochmatrize gepresst wird. Durch den niedrigen Wassergehalt weisen sie einen hohen Energieinhalt (auf 4,9 kWh/kg) und benötigen nicht mehr Lagerraum als eine Ölheizung (Lagerraum in m³ = Heizlast in kW). Durch die Homogenität errreicht man eine sehr gleichmäßige Verbrennung mit minimaler Schadstoffbelastung. Als Biomasseprodukt sind Pellets CO2-neutral, tragen also nicht zum Treibhauseffekt bei. Die Asche kann als Dünger verwendet oder kompostiert werden. Pellets sind zur Zeit kostengünstiger als herkömmliche Brennstoffe.

Holzschädling
Bestimmte Holzbauteile von Altbauten sind besonders gefährdet durch den Befall mit tierischen und pflanzlichen Schädlingen.

Holzrahmenbau
Die Holzrahmenbauweise ist eine klassische Bauweise für Holzhäuser. Wände bestehen aus einem Rahmen aus Vollholz oder anderen tragenden Holzbauteilen (z.B. Doppelstegträger), der in Wandmitte durch Holzstützen getragen wird und die Wärmedämmung aufnimmt. Dieses Holzgerüst wird von beiden Seiten beplankt. Der wesentliche Unterschied zum Holztafelbau besteht im geringeren Vorfertigungsgrad.

Holztafelbau
Die Holztafelbauweise eine Weiterführung der Holzrahmenbauweise und die mit Abstand gebräuchlichste Konstruktionstechnik im Holzrahmenbau. Die Holzrahmen, die durch Querstreben stabilisiert werden, sind mit Wärmedämmstoffen ausgefüllt. Auf dem Rahmen liegen innen meistens Gipswerkstoff-, außen Holzplatten. Davor wird meist eine Fassade aus Holz oder Mauerwerk gesetzt. Die Holzkonstruktion wird damit zu einer selbst tragenden Tafel. Diese Bauart erlaubt eine weitgehende industrielle Vorfertigung der Bauelemente und ist deshalb schnell und preisgünstig.

Holztragwerk
Im Gegensatz zu zimmermannsmäßigen Holzkonstruktionen können mit Holztragwerken wesentlich größere Spannweiten überbrückt werden. Weitere Vorteile sind eine wirtschaftliche Vorfertigung, die Herstellung hochbelastbarer Systeme und die Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Materialien. Zum Einsatz kommen Brettschichthölzer (BSH), Kastenträger, vorgefertigte Gitterträger, Leimbinder, Fachwerkbinder und in neuester Zeit auch Knotenstabwerkkonstruktionen.

Holzverbindung
Traditionelle Holzverbindungen sind der Versatz (schräger Anschluss eines Holzes an ein anderes), die Verblattung (zwei Hölzer werden in einer Ebene miteinander verbunden zur Verlängerung oder zur Bildung einer Ecke) und der Zapfen (zwei Hölzer werden gegenseitig mittels eines Lochs und eines Zapfens verbunden, z.B. für eine seitliche Fixierung eines Pfostens).

Holzwolle-Leichtbauplatten
Siehe Dämmstoffe > Holzwolle-Leichtbauplatten und -Mehrschichtplatten

Holzwolle-Mehrschichtplatten
Siehe Dämmstoffe > Holzwolle-Leichtbauplatten und -Mehrschichtplatten

Holzwurm
Ein Holzwurm ist eigentlich die Larve des gewöhnlichen Nagekäfers (Anobium Punctatum). Sie durchfrisst das Holz in allen Richtungen. Stecknadelkopfgroße Fluglöcher an der Holzoberfläche sind typisches Kennzeichen für Holzwurmbefall. Bauschäden durch tierische Schädlinge sind sorgfältig zu analysieren.

Hörsamkeit
Die Hörsamkeit ist ein Oberbegriff, der die Wirkungen der akustischen Eigenschaften eines Raums für Schalldarbietungen, etwa Musik oder Sprache, am Ort des Hörenden beschreibt.

Hülle, thermisch
Die thermische Hülle ist jene Hülle, die durch die wärmeübertragende – und hoffentlich auch wärmegesämmte – Bauteile gebildet wird. Häufig wird in diesem Zusammenhang auch von der „wärmeübertragenden Umschließungsfläche“ geredet. Diese stimmt aber nicht immer mit der tatsächlichen Gebäudehülle überein, da zum Beispiel Keller oder Dachböden unbeheizt sind und somit außerhalb der thermischen Hülle liegen.

Hybridsystem
Werden zwei oder mehr verschiedene Energiequellen miteinander kombiniert, um Strom oder Wärme für den gleichen Bedarf zu erzeugen, spricht man von einem Hybridsystem. Da das Angebot erneuerbarer Energien nicht ständig im gleichen Umfang zur Verfügung steht, ermöglicht ein Hybridsystem, beispielsweise aus Sonne oder Wind, Schwankungen untereinander auszugleichen und eine relativ stabile, regenerativ erzeugte Energieversorgung zu gewährleisten.

Hydratation
Unter Hydratation – häufig auch als Hydratisierung oder Hydration bezeichnet – versteht man die Anlagerung von Wassermolekülen an gelöste Ionen. Dadurch entsteht eine Hydrathülle (auch Hydrat-Sphäre bezeichnet). Der Begriff wird insbesondere bei der Produktion von Beton verwendet.

Hydrolyse
Hydrolyse bezeichnet die Zerlegung eines Stoffes durch Reaktion mit Wasser. Dabei können sich Bestandteile mit toxischer Wirkung abspalten, die zur Belastung von Abwasser und Natur führen und sogar Trinkwasser verunreinigen können.

hydrophil
Der Begriff hydrophil kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Wasser liebend“. Es bedeutet in der Regel, dass ein Stoff wasseranziehende Eigenschaften besitzt.

hydrophob
Der Begriff hat seinen Ursprung im Griechischen. Hydrophob kann demzufolge mit „wassermeidend“ übersetzt werden. Mit diesem Fachausdruck werden Substanzen charakterisiert, die sich nicht mit Wasser mischen.

Hydrophobierung
Bei der Hydrophobierung eines Baustoffes wird dessen Wasseraufnahme reduziert. Dabei werden seine Poren und Kapillaren jedoch nicht verschlossen. Die Diffusionsfähigkeit des Baustoffes wird so gut wie nicht verändert. Zur Hydrophobierung kommen vorwiegend Silikonharze zum Einsatz.

hygroskopisch
Baustoffe werden als hygroskopisch bezeichnet, wenn sie Feuchtigkeit aus der Umgebung (meist in Form von Wasserdampf aus der Luft) aufnehmen und wieder abgeben können.

I

Immission
Immission ist der Eintrag eines Stoffes in ein System. Der Begriff wird hauptsächlich im Bereich des Umweltschutzes benutzt und bedeutet hier den Eintrag von Schadstoffen, aber auch von Lärm, Licht, Strahlung oder Erschütterungen, in ein Umweltmedium. Sie ist damit in der Regel das Ergebnis einer Emission.

Imprägnierung
Der Wirkmechanismus einer Imprägnierung beruht darauf, dass die Oberflächenspannung der jeweiligen Flüssigkeit auf dem Baustoff beeinflusst wird. Der jeweilige Wirkstoff lagert sich an den Porenwandungen des Materials an, ohne dessen Wasserdampfdurchlässigkeit zu beeinflussen. Folgende Imprägnierungen werden unterschieden: hydrophobierende, oleophobierende, verfestigende und biozide. Häufig kommen Imprägniermittel auf Silikatbasis zur Anwendung.

Industrieboden
Als Industrieböden werden alle Bodenbeläge, Estriche und Betonplatten bezeichnet, die sich für den Einsatz im Bereich sehr hoher Belastungen eignen. Komponenten von Industrieböden müssen entsprechend widerstandfähig (Abriebfestigkeit, Druckfestigkeit, Biegefestigkeit usw.) sein. Geeignete Estriche sind z.B. Kunstharz-Estriche, Magnesia-Estriche aber auch Zementestriche.

Infiltration
Unter dem Begriff Infiltration versteht man den Luftvolumenstrom, der durch Undichtheiten in der Gebäudehülle dazu beiträgt, dass kalte Außenluft unkontrolliert in das Innere eines Gebäudes gelangt und so höhere Heizkosten verursacht. Infilatration wird beeinflusst durch das Raumvolumen, den Luftwechsel beim Blower-Door-Test, einem Abschirmungskoeffizienten für verschiedene Gebäudestandorte sowie einem Höhenkorrekturfaktor.

Infrarotstrahler
Infrarotstrahler sind eine spezielle Form der Heizstrahler. Im Gegensatz zu herkömmlichen Heizstrahlern erwärmen sie jedoch nicht die Umgebungsluft sondern nur die angestrahlten Oberflächen mit infraroter Strahlung. Als Energiequelle verwenden sie Gas oder elektrischen Strom.

Innenausbau
Innenausbau ist die Sammelbezeichnung für Gewerke des Tischlers, Zimmermanns oder Trockenbauers, die im Innern eines Gebäudes vorgenommen werden. Für den Innenausbau sollte nur Holz gewählt werden, da es mit den klimatischen Verhältnissen im Gebäude korrespondiert. Der Innenarchitekt ist für die Planung des Innenausbaus zuständig.

Innendämmung
Innendämmung ist neben Aussendämmung und Kerndämmung die dritte Möglichkeit einer Fassadendämmung. Durch die Innendämmung ist es möglich, auch Kellerwände oder Fassaden denkmalgeschützter Gebäude wie bei Fachwerkhäusern zu dämmen. Hierbei ist es in den allermeisten Fällen notwendig, dem Tauwasseraspekt und den Wärmebrücken erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Ohne gründliche Vorplanung sind hier Bauschäden vorprogrammiert.

Inneneinheit
Viele Split-Klimageräte sind in eine Innen- und eine Außeneinheit aufgeteilt, um zu klimatisierende Wohn- oder Arbeitsräume mit kühler und gefilterter Luft zu versorgen. Beide Einheiten sind über einen Kältekreislauf miteinander verbunden. Das Kältemittel fließt von der Außeneinheit, wo es die Wärme an die Außenluft abgegeben hat, wieder zur Inneneinheit zurück. Dort nimmt es Raumwärme auf, verdampft dabei und transportiert die Wärme wieder zur Außeneinheit.

Innenleitung
Innenleitungen umfassen im Gebäude verlegte Leitungen für Gas und Wasser. Innenleitungen bestehen aus Verteilungsleitungen, Steigleitungen, Verbrauchsleitungen, Abzweigleitungen und Geräteanschlussleitungen.

Inselsystem
Inselsysteme sind unabhängig vom Stromnetz und garantieren eine ganzjährige autarke Stromversorgung. Sie sind auch unter dem Namen „Off-Grid“-Systeme bekannt. Sie benötigen Energiespeicher zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit bei schwankendem Energieertrag. Geeignete Speichersysteme sind Akkumulatoren, Batterien oder ein Generator inklusive Zubehör wie Laderegler zur Spannungsüberwachung der Batterien.

Installationsdose
Installationsdosen dienen zur Aufnahme von Verbindungsklemmen, Leitern und/oder Steckdosen, Schaltern, Taster usw. und zur Herstellung elektrische Verbindungen an Verzweigungspunkten der Installation. Unterbricht eine Installationsdose eine luftdichte Schicht, so sollte die Dose luftdicht ausgeführt sein und luftdicht an die Schicht angeschlossen werden.

Installationsebene
Beim Leichtbau, z.B. im Holzbau, wird zur Herstellung einer luftdichten Schicht raumseitig eine Dampfbremse oder Dampfsperre verlegt. Diese kann aber nur funktionieren, wenn sie wirklich luftdicht verlegt wird. Schwachstellen sind hierbei alle Anschlüsse und Rohrdurchführungen. Besonders Elektroinstallationen sind problematisch, da an vielen Stellen die luftdichte Ebene durchstoßen werden muss, um Steckdosen, Schalter oder Deckenspots zu platzieren. Es ist daher empfehlenswert, zwischen der raumseitigen Beplankung und der Dampfbremse eine Schicht vorzusehen, in der diese Installationen geführt werden können.

Instandhaltung
Der Begriff Instandhaltung beinhaltet die kontinuierliche Pflege und Wartung eines Bauteils, einer Anlage oder eines Systems zum Erhalt von dessen Funktion, seinem Schutz und Aussehen durch vorbeugende Maßnahmen. So sollen Abnutzungs- und Alterungserscheinungen entgegengewirkt werden.

Instandsetzung
Maßnahmen, die die Gebrauchsfähigkeit von Gebäuden oder Gebäudeteilen wiederherstellen und den physischen Verschleiß einzelner Bauteile beseitigen sind als Instandsetzung zu verstehen. Bei Instandsetzungsarbeiten, die Veränderungen am äußeren Erscheinungsbild vorsehen, sind gegebenenfalls vorhandene, örtlich geltende Vorschriften zu beachten bzw. die zuständigen Behörden zu konsultieren.

Intensivbegrünung
Intensivbegrünungen auf Flachdächer weisen – im Gegensatz zu Dächern mit extensiver Dachbegrünung – anspruchsvolleren und pflegeintensiveren Bewuchs auf (z.B. Gräser, Stauden, Sträucher und Bäume). Sie müssen über einen entsprechenden Aufbau der Vegetationsschicht verfügen. In den Möglichkeiten der Nutzungs- und Gestaltungsvielfalt sind sie bei entsprechender Ausstattung mit bodengebundenen Freiräumen vergleichbar.

Isolierglas
Isolierglas besteht aus mindestens zwei Scheiben, die über einen Randverbund gekoppelt sind. Zwischen den Scheiben entsteht so ein luftdicht abgeschlossener Hohlraum, der mit einer Füllung aus trockener Luft als Wärmepuffer wirkt und Wärmeverluste mindert. Durch Füllungen dieses Scheibenzwischenraums mit Edelgasen wie Argon oder Krypton kann die Wärmeschutzwirkung noch weiter gesteigert werden.

Isolierstück
Isolierstücke sind ein Bauteil zur Unterbrechung der elektrischen Längsleitfähigkeit einer metallischen Gas- oder Wasserrohrleitung.

Isolierung
Eine Isolierung im Baubereich beschreibt die vollflächige Isolierung von Bauteilen wie Kellerwänden oder Rohren, bei denen das Ein- oder Ausdringen von Wasser vermieden werden muss. Im Bereich der Elektrizität spricht man von Isolierung, wenn Strom führende Teile durch entsprechende Isoliermaterialien gegen Berührung geschützt sind. Häufig wird der Begriff „Isolierung“ auch gleichbedeutend mit „Wärmedämmung“ verwendet, was jedoch grundlegend verkehrt ist.

Isotherme
Isothermen sind allgemein Linien mit gleicher Temperatur, z.B. in der Heizkurve einer Heizanlage. Hier sind sie zwar faktorisiert, aber sie beschreiben gleich bleibende Raumtemperaturen über den Zusammenhang von Vorlauftemperatur und Außenlufttemperatur.

J

Jahresarbeitszahl (JAZ)
Die Jahresarbeitszahl wird zur Beschreibung der Energieeffizienz von Wärmepumpen verwendet. In der üblichen Definition wird die Jahresarbeitszahl als Quotient aus Wärmeabgabe und aufgenommener elektrischer Energie bei Betrieb über ein ganzes Jahr (bzw. über die Heizperiode) angegeben:
JAZ = Qab / Qel = (abgegebene Wärme) / (zugeführte elektrische Energie)

Jahresheizwärmebedarf
Der Jahresheizwärmebedarf ist ein Begriff aus der Energieeinsparverordnung (EnEV) und beschreibt die maßgebliche Kenngröße des jährlichen Wärmebedarfs eines Gebäudes. Dem Heizwärmebedarf, bestehend aus den Wärmeverlusten über Transmission und Lüftung, werden die interne und solare Gewinne gegengerechnet. Die Kenngröße, die sich daraus ergibt, ist für den Energienachweis eines Gebäudes erforderlich.

Jahresprimärenergiebedarf
Als Jahresprimärenergiebedarf wird die Energiemenge in Kilowattstunden (kWh) bezeichnet, die zur Deckung des Jahresheizenergiebedarfs und des Trinkwasserenergiebedarfs aufgewendet werden muss. Er schließt als primärenergetische Größe den Aufwand für die Anlage und die verschiedenen Prozessketten im Vorfeld der Nutzug mit ein. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) enthält hierfür definierte Höchstwerte.

Jalousie
Jalousien können außen vor dem Fenster bzw. einer Glasfassade oder auf der Innenseite angebracht werden. Sie dienen dem Sonnen- und dem Sichtschutz. Jalousien bestehen meist aus horizontal angeordneten Lamellen aus Aluminium oder Kunststoff. Drehbare Lamellen dienen der Regulierung des Lichteinfalls. Generell ist die Reinigung der Lamellen aufwändig, insbesondere bei Außenjalousien. Hier ist auch darauf zu achten, dass diese Wind und Wetter ausgesetzt sind und diesem standhalten müssen.

K

k-Wert
Siehe U-Wert

Kabelkanal
Unter Kabelkanälen versteht man konstruktive Leerräume für die spätere Verlegung von Kabeln. Sie können prinzipiell in allen Bauteilen vorgesehen werden. Es handelt sich dabei meist um Leerrohre. Kabelkanäle gibt es in unterschiedlichen Abmessungen und Querschnittsgeometrien. Sie können mit Trennstegen ausgestattet sein, die eine übersichtlichere Verlegung ohne gegenseitige Beeinflussung gewährleisten. Es gibt Kabelkanäle aus PVC, Aluminium und Stahl.

Kachelofen
Kachelöfen gibt es seit der Bronzezeit und sie sind moderner denn je. Das liegt einmal an der wohligen und gesunden Strahlungswärme, die sie abgeben, dann am ökologisch besonders interessanten Brennstoff, und schließlich an der Vielfalt, in der ein Kachelofen gestaltet werden kann. Beliebt ist in diesem Zusammenhang die Ofenbank. Am weitesten verbreitet ist der Kachelofen mit gemauertem Sockel. Die Kacheln dienen als Speichermedium, die Wärme nach und nach abstrahlen.

Kalk, hydraulisch
Hydraulische Kalke können auch unter Wasser abbinden und erhärten. Es wird dazu – im Gegensatz zu Luftkalk – kein Kohlendioxid aus der Atmosphäre für die Festigkeitsbildung benötigt.

Kalkputz
Kalkputze zählen zu den Mineralputzen. Sie werden in der Denkmalpflege zur Sanierung historischer und denkmalgeschützter Fassaden eingesetzt. Bestandteile des Kalkputzes sind meistens gelöschter Kalk und Sand. Der wesentliche Vorteil des Kalkputze besteht in der ausgesprochen guten Wasserdampfdiffusionsfähigkeit. Kalkputze erhärten chemisch, das bedeutet, dass sie sich durch Karbonatisierung verfestigen. Um chemisch zu reagieren braucht Kalk Wasser, mit dem er angemischt wird.

Kalksandstein
Kalksandsteine bestehen aus Kalk und kieselsäurehaltigen Zuschlägen als Bindemittel. Die Mischung wird verdichtet und unter Dampfdruck gehärtet. Produziert werden alle Mauerstein-Formate. Kalksandsteine werden im Rohbau für Innen- und Außenwände verwendet. Sie sind vergleichsweise schwer und daher gut schalldämmend und wärmespeichernd, jedoch haben sie keine guten Wärmedämmeigenschaften.

Kaltdach
Das Kaltdach ist eine Dachkonstruktion, bei der zwischen dem wärmegedämmten Tragwerk und der Dachhaut (beim Flachdach) bzw. dem Dachtragwerk einschließlich Eindeckung (beim Steildach) „kalte“ Luft zirkulieren kann. Dadurch wird ermöglicht, dass durch die Wärmedämmung diffundierte Feuchtigkeit entweichen bzw. abtrocknen kann. Kaltdächer bieten einen höheren sommerlichen Hitzeschutz als Warmdächer, sind hingegen etwas teurer. Siehe Dach, belüftet.

Kältemittel
Kältemittel nehmen durch Verdampfen bei niedriger Temperatur und niedrigem Druck Wärme auf und geben sie durch Verflüssigen bei höherer Temperatur und höherem Druck wieder ab. Als Kältemittel werden leicht siedende Flüssigkeiten mit großer Verdampfungswärme verwendet. Natürliche Kältemittel sind z.B. Ammoniak und Kohlendioxid. Kältemittel werden z.B. in Wärmepumpen oder Klimageräten verwendet.

Kaltfassade
Mehrschalige Außenwandkonstruktionen (z. B. vorgehängte, hinterlüftete Konstruktionen) werden auch als Kaltfassaden bezeichnet. Die einzelnen Schalen übernehmen unterschiedliche konstruktive und bauphysikalische Funktionen. Der Witterungsschutz wird von der vorgehängten Bekleidung gewährleistet, die dahinter liegende Luftschicht ist kalt. Die wärmedämmende Funktion übernimmt die innere Schale aus Wärmedämmung, Dichtung und Konstruktion.

Kaltklebung
Kaltklebung ist das Verbinden von flächigen Erzeugnissen mit Klebstoffen, die bei normalen Umwelttemperaturen verarbeitet werden. Weitere Klebeverfahren, z.B. für Abdichtungen, sind das Gießverfahren und das Schweißverfahren.

Kalziumsilikat
Siehe Dämmstoffe > Kalziumsilikat

Kämpfer
Im Bereich der Fenster und Türen bezeichnet der Begriff Kämpfer meist die waagerechte Unterteilung eines Fensters entweder aus Holz oder aus Stein, über der ein Bogen oder ein Gewölbe ansetzt.

Kapillarität
Ein kapillar aktiver Stoff hat die Eigenschaft, Wasser aufzusaugen. Wasser breitet sich in dem kapillar aktiven Stoff aus und steigt dabei auch gegen die Erdanziehung nach oben. Durch Kapillartransport werden in der Regel wesentlich größere Wassermengen bewegt als durch die Diffusion. Eine hohe Kapillarität weisen z.B. Mauern aus leichtgebrannten Ziegelsteinen, Porenbeton und Kalksandsteine auf.

Karbonatisierung
Im Bereich von karbonatisiertem Beton ist die Bewehrung im Stahlbeton durch die geringe Alkalität (geringer pH-Wert) des Betons nicht mehr wirksam vor Korrosion geschützt. Bei hoher Feuchtigkeit (z.B. bei Außenbauteilen, die dem Schlagregen ausgesetzt sind oder bei häufig wiederkehrender hoher Luftfeuchtigkeit) kann die Bewehrung oberflächlich rosten, was eine Volumenvergrößerung und ein Absprengen der Betonüberdeckung zur Folge haben kann.

Kautschuk
Kautschuk wird in natürlichen und synthetisch hergestellten Kautschuk unterschieden. Der Naturkautschuk besteht aus Latex (Saft des Kautschukbaumes, Hevea Brasiliensis). Synthetische Kautschuke bestehen aus Styrol und Butadien, weitere Rohstoffbasen sind Styrolacrylat, Reinacrylat und Vinylacetat. Aus Kautschuk werden Abdichtungsbahnen hergestellt.

Kehlbalken
Kehlbalken, auch Kehlriegel genannt, sind waagrechte Hölzer, die Dachsparren miteinander verbinden. Die Kehlbalkenlage dient also hauptsächlich der Versteifung des Dachstuhles und dessen Statik.

Kehlbalkendach
Kehlbalkendächer ermöglichen die Konstruktion von Sparrendächern über größere Gebäudetiefen, da zur Abminderung der Durchbiegung der einzelnen Sparrenpaare Kehlbalken als Querriegel eingesetzt werden. Durch die zusätzlich angeordneten Druckriegel wird die Normalkraft im Sparren und die horizontale Auflagerkraft größer als beim einfachen Sparrendach.

Kehle
Die Kehle stellt den inneren Übergang zwischen gleich oder unterschiedlich geneigten Dachflächen dar. Unterschieden werden je nach Deckungsmaterialien und entsprechender Ausführung untergelegte Kehlen, eingebundene Kehlen und Metallkehlen. Kehlen müssen im geneigten Dach eine ausreichende Neigung aufweisen, um das Regenwasser ohne Staugefahr ableiten zu können.

Kellerwand
Kellerwände werden meist als einschaliges Mauerwerk erstellt. Empfehlenswert ist in jedem Fall eine Perimeterdämmung, da diese nicht nur den Wärmeschutz erhöht, sondern diese Abdichtung der Kellerwände auch schützend wirkt. Kellermauerwerk hat folgende Funktionen zu übernehmen: Abtragung der vertikalen Gebäudelasten, Abtragung von horizontalem Erd- und Wasserdruck, Wärmeschutz.

Kellerschwamm
Der Kellerschwamm (Coniofora Puteana) zählt zur Gruppe der pflanzlichen Schädlinge. Er ist ein holzzerstörender Pilz. Neben dem Echten Hausschwamm ist er in unseren Breiten einer der am häufigsten vorkommenden Gebäudepilze, und das nicht nur im Keller.

Kelvin
Mit Kelvin (K) werden Temperaturen oder Temperaturdifferenzen beschrieben. Die Einheit wurde nach Lord Kelvin benannt, der mit 24 Jahren die thermodynamische Temperaturskala einführte. Der Nullpunkt der Kelvinskala liegt am absoluten Nullpunkt bei -273,15°C. Viel kälter geht es wohl nicht mehr…

Kerndämmung
Für eine Kerndämmung wird der gesamte Zwischenraum von zweischaligen Wandkonstruktionen ganz mit Dämmstoff ausgefüllt. Kerndämmung kann aus Platten, Matten, Granulaten, Schüttungen oder auch aus Ortschäumen bestehen. Sie muss jedoch dauerhaft hydrophobierend, also wasserabweisend, wirken.

Kiesbett
Die Verlegung von Trittplatten im Kiesbett wird häufig bei Terrassenbelägen angewandt. Voraussetzung ist, dass die lose verlegten Platten über ein ausreichendes Eigengewicht verfügen, damit sie nicht verrutschen. Wasserführung und Abdichtung kommen dabei eine zentrale Bedeutung zu.

Kieselsäure, pyrogen
Siehe Dämmstoffe > Pyrogene Kieselsäure

Kimmstein
Als Kimmsteine bezeichnet man Steine zum Höhenausgleich, die üblicherweise in der ersten Schicht (Kimmschicht) einer Wand eingesetzt werden. Als Mörtel wird unter der Kimmschicht Normal- oder Leichtmörtel verwendet. Die resultierende Lagerfuge über der Kimmschicht hat hohe Ebenheitsanforderungen für Dünnbettmauerwerk zu erfüllen. Einer geringen Wärmeleitfähigkeit von Kimmsteinen kommt in modernen Gebäuden schwerer Bauweise zur Vermeidung von Wärmebrücken eine besondere Bedeutung zu.

Kitt
Unter Kitt versteht man das selbstaushärtende Verglasungs- und Dichtmaterial zum Einbau von Fensterscheiben, z.B. in Holzrahmen. Er besteht allgemein aus einer Mischung aus Schlämmkreide und Leinölfirnis und ist nicht ausgehärtet eine geschmeidige knetbare Paste. Kitt wird im Laufe der Zeit spröde und muss ausgetauscht werden.

KfW Bankengruppe
Die KfW („Kreditanstalt für Wiederaufbau“) ist eine staatlich kontrollierte Bank, deren Aufgabe in der Realisierung von öffentlichen Aufträgen wie der Förderung von Mittelstand und Existenzgründern, der Gewährung von Investitionskrediten sowie der Finanzierung von Wohnungsbau oder der Finanzierung von Energiespartechniken liegt. Sie wurde 1948 gegründet, um den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft zu finanzieren.

Klemmfilz
Ein Klemmfilz ist ein elastischer Dämmstoff aus Mineralwolle (Glas- oder Steinwolle), der zwischen zwei Bauteile gesteckt wird. Üblicherweise wird er für die Zwischensparrendämmung verwendet. Klemmfilze werden in verschiedenen Dicken angeboten. Da sie leicht zuzuschneiden sind, sind sie für Dächer mit unterschiedlichen Sparrenabständen und deshalb auch gut für die Modernisierung von Altbauten einsetzbar.

Klinker
Klinker sind eine besondere Ziegelart. Sie werden wie alle Mauerziegel aus Lehm, Ton, tonigen Massen mit oder ohne Zuschlagstoffen hergestellt. Durch den Brennvorgang werden die Baustoffe wasserfest und erreichen eine hohe Druckfestigkeit. Beim Brennen auf 1400° C erhitzt, sintert der Ziegel, wodurch er sich noch mehr verdichtet und eine sehr hohe Festigkeit erreicht.

Kniestock
Siehe Drempel

Koinzidenzeffekt
Luftschall erzeugt beim Einfall auf plattenartige Bauteile Biegewellen. Unter Koinzidenz oder Spuranpassung wird der Zustand eines Bauteiles verstanden, bei dem die Wellenlänge von Biegewellen mit der auf die Bauteiloberfläche projezierten Wellenlänge des einfallenden Luftschalles übereinstimmt. In diesem Frequenzbereich wird das Bauteil „hellhörig“.

Kokos
Siehe Dämmstoffe > Kokos

Kombispeicher
Bei so genannten Kombispeichern handelt es sich um Pufferspeicher mit integrierter Trinkwassererwärmung (Tank-in-Tank-Lösung). Erfolgt die Trinkwassererwärmung im Durchflussprinzip, spricht man auch von einem Frischwasserspeicher.

Kompaktheit
Siehe A/V-Verhältnis

Kompaktstation
Eine Kompaktstation ist ein Bindeglied zwischen einem Fern- oder Nahwärmenetz und dem Heizkreis eines Gebäudes. Sie besteht im Wesentlichen aus einem Wärmetauscher, einer Heizkreispumpe, Sicherheits- und Regelkomponenten und einer Regelung.

Kompressions-Wärmepumpe
Die Kompressions-Wärmepumpe ist eine spezielle Variante der Wärmepumpe, bei der die Druckerhöhung des Kältemitteldampfes durch eine mechanische Verdichtung erfolgt. Der Antrieb des Kompressors erfolgt meist elektrisch.

Kompriband
Kompribänder werden zum Abdichten von Fugen und Anschlüssen verwendet. Bei Gebäuden bis 20 Meter Höhe bietet ein Kompriband eine schlagregensichere Abdichtung bis Windstärke 9 und kann zusätzlich als Entkoppelungsband dienen. Ein Kompriband für die Fugen und Anschüsse bei Gebäuden bis 100 Metern Höhe muss dagegen eine schlagregensichere Abdichtung bis Windstärke 11 bieten.

Kondensation
Luft kann bei einer bestimmten Temperatur nur eine gewisse Menge Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf speichern. Mit Wasserdampf gesättigte Luft hat eine relative Luftfeuchte von 100%. Die absolute Menge der maximal aufnehmbaren Feuchtigkeit hängt von der Temperatur der Luft ab. Warme Luft kann dabei mehr Feuchte aufnehmen als kalte. Luft enthält zB. bei 20°C und 50% relativer Luftfeuchtigkeit eine Wassermenge von 7,3 Gramm pro kg trockener Luft. Wird die Luft nun abgekühlt, so steigt die relative Feuchte – bei gleich bleibender absoluter Feuchte – an und erreicht irgendwann 100%. Dann fällt Tauwasser aus (Kondensation).

Kondensationspunkt
Die Temperatur, ab der ein Stoff von einem gasförmigen in einen flüssigen Aggregatzustand übergeht, nennt sich Kondensationstemperatur. Sie ist stoffspezifisch und auch vom Druck abhängig, wobei Druck- und Temperaturbedingungen zusammen als Kondensationspunkt bezeichnet werden. Der Kondensationspunkt von Wasser ist der Taupunkt.

Kondensator
Ein Kondensator ist im Bauwese u.a. ein Bauteil einer Wärmepumpe, in dem der verdichtete Dampf wieder kondensiert wird. Die Wärme, die dabei frei wird, wird an einen Heizkreis übertragen.

Konformitätserklärung
Der Hersteller eines Bauproduktes bestätigt mit der Konformitätserklärung, dass die zum Nachweis der Konformität vorgeschriebenen Produktionsverfahren eingehalten sind und die Konformität des Bauprodukts gegeben ist. Die Konformitätserklärung muss schriftlich abgegeben werden und ist vom Hersteller aufzubewahren. Sie muss auf Verlangen dem Beauftragten der zuständigen Behörde vorgelegt werden.

Konstruktionsband
Konstruktionsbänder stellen die bewegliche Verbindung von dem Türblatt bzw. Torflügel und Rahmen her und werden eingebaut wenn besonders schwere Tür- oder Torflügel anzuschlagen sind oder der Flügel mit einfachen Mitteln einfach gegen Ausheben gesichert werden soll.

Konvektion
Konvektion (Luftströmung) entsteht dort, wo Luft- oder Wassermengen mit unterschiedlicher Temperatur (Dichte) versuchen sich neu zu schichten. Dies wird besonders an kalten Fensteroberflächen deutlich, wo kalte Luft nach unten fällt und als Luftzug empfunden wird. Konvektion kann aber auch durch Undichtigkeiten in einem Bauteil entstehen. Hierdurch können wesentlich höhere Feuchtemengen in die Konstruktion transportiert werden als durch Diffusion. Dringt so warme Innenraumluft in das Außenbauteil ein und kühlt ab, besteht die Gefahr von Tauwasserausfall oder Frostsprengungen im Winter.

Konvektor
Ein Heizkörper, der die Raumluft fast ausschließlich durch Konvektion erwärmt und praktisch keine Heizwärme in Form von Strahlung abgibt, wird als Konvektor bezeichnet. Die Luft wird meist durch Rippenrohre erwärmt.

Konversion
Siehe Umnutzung

Kork
Siehe Dämmstoffe > Kork

Körperschall
Bei der Körperschallübertragung werden die Bauteile durch direkten physischen Kontakt in Biegeschwingungen versetzt, die wieder zu entsprechenden Schwingungen der Luftteilchen in den benachbarten Aufenthaltsräumen, also zu Luftschall führen. Im praktischen Wohnbetrieb können viele Formen der Körperschallanregung auftreten, z.B. das Schaltgeräusch eines Lichtschalters, das Schließgeräusch einer Tür, das Aufsetzen eines Zahnbechers am Waschbecken. Besonders große praktische Bedeutung haben Körperschallanregungen von Decken, die unter dem Sammelbegriff Trittschall zusammengefasst werden.

Korrosion
Korrosionist im Bauwesen ist die Reaktion eines metallischen Werkstoffes mit seiner Umgebung, die eine messbare Veränderung des Werkstoffes bewirkt und zu einer Beinträchtigung der Funktion eines metallischen Bauteils oder eines Systems führen kann. Wenn unterschiedliche Metalle miteinander Kontakt haben, kann dies bei entsprechender Feuchtigkeit auch zur Korrosion des unedleren Metalls führen (Galvanische Korrosion).

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
Das Grundprinzip von KWK-Anlagen ist die gleichzeitige Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme. Die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme wird entweder in ein Fernwärmenetz eingespeist oder direkt als Prozesswärme in Industrieanlagen verwendet. Auf diese Weise kann der Gesamtwirkungsgrad der Anlage erhöht werden. Große KWK-Anlagen, wie sie zur öffentlichen Fernwärmeversorgung eingesetzt werden, arbeiten in der Regel auf Basis eines Dampfturbinenprozesses. Mit modernen Anlagen kann eine Brennstoffausnutzung von fast 90% erreicht werden.

Kreuzschaltung
Kreuzschaltungen werden eingesetzt, wenn man z.B. in einem Raum mit mehreren Türen das Licht von jedem Schalter aus ein- und ausschalten möchte. Ein Kreuzschalter (auch Polwender genannt) ist ein Schalter mit vier elektrischen Anschlüssen, der einen Stromkreis unabhängig von beliebig vielen weiteren Kreuzschaltern öffnen bzw. schließen kann. Kreuzschalter werden dann verwendet, wenn der Verbraucher von mehr als zwei Stellen geschaltet werden soll.

Kreuzverband
Beim Kreuzverband wechseln sich die Binder- und Läuferschichten ab. Im Gegensatz zum BlockverbandBlockverband sind jedoch auch die Läuferschichten zueinander versetzt. Somit sind die Stoßfugen der Binderschichten übereinander angeordnet, während die Stoßfugen der Läuferschichten um eine halbe Steinlänge versetzt sind.

Krüppelwalmdach
Bei Krüppelwalmdächern sind – wie bei Walmdächern – die Seitenwände des Hauses durch die abgeschrägte Dachfläche bestimmt. Der Giebel bleibt jedoch – wie beim Satteldach – erkennbar und kann zur Beleuchtung des Dachraumes mit Tageslicht herangezogen werden. In der Literatur findet man auch die Bezeichnung eines „Satteldachs mit Krüppelwalm“.

Krypton
Krypton ist ein Edelgas, das neben Argon in Scheibenzwischenräumen von Isolierverglasungen oder in Fluoreszenzlampen eingesetzt wird. Krypton enthält jedoch das leicht radioaktive Isotop Krypton 85, weshalb viele Hersteller auf Argon als Zwischenraumfüllung zurückgreifen.

Kühlbedarf
Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen. Die Kühlenergie ist als Endenergie gleich dem Kühlbedarf zuzüglich der Verluste in der Kühlanlage und in der Verteilung.

Kühlung, adiabat
Bei adiabater Kühlung werden mit Verdunstungskälte Räume klimatisiert. Zur Kälteerzeugung wird nur die Verdunstungskälte von Luft und Wasser als unerschöpfliche, natürliche Quelle genutzt. Abluft (26°C) wird großflächig mit Wasser in Verbindung gebracht. Dabei nimmt die ohnehin vorhandene Wärmerückgewinnung die Verdunstungskälte (20°C) auf und kühlt damit die benötigte Frischluft (32°C) des Raumes. Dagegen gelangt die befeuchtete, verbrauchte Luft (30°C) ohne Umluftanteile schwadenfrei direkt ins Freie und erhöht nicht den Wassergehalt der Raumluft. Selbst im Hochsommer lässt sich so die Frischluft auf angenehme 22°C kühlen.

Kunstlicht
Im Gegensatz zum Tageslicht, also dem sichtbaren Licht der Sonne, werden künstliche Lichtquellen mit dem Begriff Kunstlicht bezeichnet. Es dient zur Beleuchtung in der Nacht oder von Innenräumen, z.B. mit Kerzenflammen, Gaslicht oder elektrischem Licht. Lampen mit einer Farbtemperatur von ca. 5400 bis 6400 K (Kelvin) nähern sich dem Farbspektrum des Tageslichts an. Für Aspekte des Energieeffizienz ist das Zusammenwirken von Tageslicht, Sonnenschutz und Kunstlicht wichtig. Photometrische Einheiten sind Lumen, Lux, Kelvin und Candela.

Kunststoff
Kunststoff ist ein synthetisch hergestellter, hochmolekularer Werkstoff, der bei seiner Herstellung oder Verarbeitung mehrfach (Thermoplaste) oder einmalig (Duroplaste) einen plastischen Zustand annimmt und dadurch formbar ist.

Kunststoffbahn
Unter einer Kunststoffbahn versteht man im Bauwesen in der Regel eine Dach- oder Dichtungsbahn aus thermoplastischem Kunststoff.

Kurzschluss
Wird eine leitende Verbindung zwischen aktiven elektrischen Teilen hergestellt ohne dass sich im Fehlerkreis ein Widerstand befindet, entsteht ein Kurzschlussstrom. Leitungsschutzschalter begrenzt diesen und führt zum Abschalten des fehlerhaften Kreises.

L

Lamelle
Lamellen zum Sonnenschutz an Fenstern bestehen meist aus Aluminium, Holz oder Glas. Bei Jalousien bestehen sie in der Regel aus einem schwach gewölbten Aluminiumband. Bei Raffstoren werden die Lamellen zur Verstärkung auch randgebördelt. Auch bei Vertikal-Jalousien wird von Lamellen gesprochen. Diese gibt es aus Stoff, PVC oder Aluminium.

Laminat
Laminat ist ein mehrschichtiger Werkstoff, der sich aus einer Deckschicht und einer Trägerplatte zusammensetzt. Die Deckschichten bestehen aus einer oder mehreren Lagen und werden mit wärmegehärteten Melaminharz verpresst. Als Trägerplatten kommen Trägerwerkstoffs Holz-, Span-, MDF- oder HDF-Platten zum Einsatz.

Lärm
Lärm ist ein äußerst subjektiv geprägter Begriff und zahlreichen Einflussfaktoren abhängig. Grundlegend sollte Lärm als schädigender oder störender Schall definiert sein.

Latentwärmespeicher
Latentwärmespeicher können thermische Energie latent, verlustarm, reversibel und über lange Zeit speichern. Bei der Einspeicherung von Wärme in das Speichermaterial beginnt das Material bei Erreichen der Temperatur des Phasenübergangs zu schmelzen und erhöht dann trotz weiterer Einspeicherung von Wärme seine Temperatur nicht, bis das Material komplett geschmolzen ist. Sogenannte Phasenwechselmaterialien (PCM, phase changing materials) werden im Bauwesen zur Wärmespeicherung eingesetzt.

Läuferschicht
Bei der Läuferschicht liegen die Mauersteine mit ihrer Länge parallel zur Wandfläche. Beim Läuferverband werden alle Schichten aus Läufern gebildet. Die Steine sind um jeweils einen halben Stein versetzt.

Lautstärkepegel
Der Lautstärkepegel (Phon) ist die subjektiv wahrgenommene Vergleichsgröße für die Lautstärke. Der Lautstärkepegel unterliegt starken individuellen Schwankungen. Zwar eignet er sich gut zur Kennzeichnung der wahrgenommenen Lautstärke eines Geräusches, doch sind Lautstärkeunterschiede damit nur unbefriedigend zu beschreiben.

Lebenszykluskosten
Der Lebenszyklus eines Gebäudes beschreibt die Spanne zwischen seinem Bau bis zur Entsorgung. Entsprechende Kosten für den gesamten Lebenszyklus beinhalten Planung, Erstellung, Unterhalts- und Betriebskosten, Abbruch und Entsorgung. Unsichere Parameter dabei sind die zukünftigen Preis- und Zinsentwicklungen. Dennoch ermöglicht eine Berechnung der Lebenszykluskosten (Life Cycle Costing, LCC) den effizienten Vergleich konkurrierender Lösungen.

Legionellen
Legionellen sind eine Bakterienart, die sich in warmem Wasser vermehrt und ab ca. 55-60°C abstirbt. Beim Einatmen von Wasser mit Legionellen Wasser können Krankheiten hervorgerufen werden, die einer Lungenentzündung ähneln (speziell bei geschwächten oder vorerkrankten Menschen). Beim Trinken von legionellenhaltigem Wasser entsteht für gesunde Personen mit intaktem Immunsystem keine Gefahr. Gefahren bestehen vornehmlich in großen Trinkwasseranlagen.

Lehmziegel
Aus Lehm geformte, im Handstrichverfahren gefertigte Ziegel werden nicht gebrannt, sondern lediglich luftgetrocknet. Lehmziegel können z.B. mit Sand oder Stroh gefüllt sind. Im Vergleich zu den reinen Lehmziegeln erhalten diese ein geringeres Gewicht bei zugleich höherer Stabilität.

Leichtbeton
Leichtbeton unterscheidet sich vom normalen Beton dadurch, dass er durch Lufteinschlüsse ein besonders geringes Gewicht erhält. Lufteinschlüsse können hier durch Zugabe von Bims, Blähton, Blähschiefer oder Lavaschlacke erzielt werden. Die Wärmedämmfähigkeit ist höher als bei Normalbeton.

Leistung
Es ist wichtig, zwischen den Begriffen „Leistung“ und „Energie“ zu unterscheiden: Mit Leistung bezeichnet man die aktuelle Energieerzeugungsfähigkeit einer Anlage. Leistung ist also eine Energiemenge pro Zeiteinheit, die in Watt (W) gemessen wird.

Leistungszahl (COP)
Im Unterschied zur Jahresarbeitszahl sagt die Leistungszahl (Coeffizient of Performance, COP) aus, wie gut die Wärmepumpe im optimalen Betriebspunkt arbeitet. Dieser Wert wird also nicht über das ganze Jahr gemessen. Die Leistungszahl ist eher ein Qualiltätsmerkmal für eine Pumpe und hat aber nur begrenzte Aussagekraft über den zu erwarteten Energiebedarf. Eine Leistungszahl von z.B. 5 heißt also nicht, dass Sie nur ein Fünftel des Heizwärmebedarfs in Form von elektrischer Energie zuführen müssen (da die Wärmepumpe ja nur selten im optimalen Betriebspunkt arbeitet). Die erreichbare Jahresarbeitszahl wird also immer niedriger sein als die Leistungszahl.

Leuchtdiode, organisch (OLED)
OLED (Organic Light Emitting Diode bzw. organische Leuchtdiode) ist der Oberbegriff für unterschiedliche Kunststoffe, die unter Stromzufuhr leuchten. Im Aufbau ähneln sie dem einer anorganischen Leuchtdiode (LED). Sie lassen sich in dünnen Schichten auf prinzipiell beliebig großen Flächen auftragen. So entstehen leuchtende Flächen, die z.B. für die Bildschirmanwendung oder als Displaybeleuchtung für Mobiltelefone eingesetzt werden. Ein weiteres Einsatzgebiet stellt die großflächige Raumbeleuchtung dar. OLEDs befinden sich derzeit noch in der Entwicklung, könnten jedoch in vielen Anwendungen die heute gebräuchlichen LCDs ersetzen.

Leuchte
Der gesamte Beleuchtungskörper inklusive aller für Befestigung, Betrieb und Schutz der Lampe (= Birne) notwendigen Komponenten ist die „Leuchte“. Die Leuchte schützt die Lampe, verteilt und lenkt deren Licht und verhindert eine Blendung. Generell zu unterscheiden sind Außenleuchten und nicht für den Einsatz im Freien konstruierte Innenleuchten.

Leuchtstofflampe
Leuchtstofflampen liefern etwa fünfmal soviel Licht wie Glühlampen bei gleichem Energieverbrauch. Sie enthalten jedoch Quecksilber zur Erzeugung ultravioletter Strahlung, die in einer Leuchtschicht an der Innenwand der Glasröhre in sichtbares Licht umgewandelt wird. Die Zerstörung einer Leuchtstofflampe in einem geschlossenen Raum kann daher zu unzulässig hohen Quecksilberkonzentrationen führen.

Lichtlenksystem
Lichtlenksysteme haben die Aufgabe, die Tageslichtnutzung zu optimieren und die Raumausleuchtung in großen Raumtiefen zu verbessern.

Lichtstrom
Der Lichtstrom beschreibt die photometrisch bewertete Strahlungsleistung, also die von einer Lichtquelle abgegebene Lichtmenge. Alle weiteren photometrischen Größen lassen sich vom Lichtstrom ableiten. Er wird in Lumen (lm) angegeben.

Light emitting diode (LED)
LEDs (Light emitting diode) sind seit vielen Jahren als Signallampen, um Schaltzustände elektrischer Geräte zu visualisieren, bekannt. Durch neue technische Entwicklungen haben LEDs nun auch in der Beleuchtungstechnik eine interessante neue Anwendung gefunden. LEDs haben eine sehr lange Lebensdauer (bis zu 100.000 Stunden), können an kleinen Spannungen betrieben werden und sind dimmbar. Es wird kein UV-Licht abgestrahlt und die Leuchtmittel haben nur eine geringe Betriebstemperatur.

Lochplattenabsorber
Anstelle der festen, luftundurchlässigen Bauplatten können auch solche mit möglichst regelmäßig verteilten Öffnungen (Kreise, Quadrate, Schlitze) zum Aufbau von Resonanzabsorbern verwendet werden. Diese werden Lochplattenschwinger genannt. Gelochte Platten erlauben den Aufbau von Schallabsorbern, die eine höhere Resonanzfrequenz als die von Plattenabsorbern aufweisen, weil sich geringere wirksame Massen realisieren lassen.

Low-e Glas
„Low-e“ kommt aus dem englischen und ist die Abkürzung für „Low-emissivity“. Im Zusammenhang mit Glas werden hier durch hauchdünne metallische Beschichtung Strahlungsverluste an einer Glasoberfläche stark herabgesetzt. Der Effekt ist weitaus größer als der des Austausches von Luft in Scheibenzwischenraum durch Edelgase.

Luftdichtheit
Die Notwendigkeit einer dichten Gebäudehülle wird oft unterschätzt, weil angenommen wird, dass die Wände „atmen“ müssen, also irgendwie luftdurchlässig sein sollen. Das darf aber gerade nicht der Fall sein. Undichtheiten der Gebäudehülle erhöhen den Heizenergieverbrauch, beeinträchtigen unter Umständen die Gesundheit und können zu ernsten Bauschäden führen. Die Luftdichtheit wird mit einem Blower-Door-Test bestimmt.

Luftfeuchte, relativ
Die relative Luftfeuchte wird in Relation zur maximal möglichen Luftfeuchtigkeit (100%) der Luft mit Wasserdampf angegeben. Der Wert gibt an, wieviel Prozent der maximal in der Luft möglichen Feuchte die Luft tatsächlich enthält. Da in warmer Luft mehr Wasserdampf enthalten sein kann als in kalter, sinkt bei einer Lufterwärmung und gleichbleibender absoluter Feuchte der Wert der relativen Feuchte. Luft mit einer relativen Luftfeuchte von beispielsweise 50% kann mehr Wasserdampf aufnehmen als eine Luft mit einer relativen Luftfeuchte von 60%.

Luftfeuchtigkeit
Die Luftfeuchtigkeit beschreibt den Wasserdampfgehalt in der Luft. Wie viel Wasserdampf Luft aufnehmen kann, hängt auch von der Lufttemperatur ab. Je höher die Lufttemperatur ist, desto mehr Feuchtigkeit kann aufgenommen werden. Menschen nehmen Luftfeuchtigkeit nicht unmittelbar wahr, nur eine sehr hohe (über 70% relative Feuchte) oder eine sehr niedrige (unter 30% relative Feuchte) Luftfeuchtigkeit wird als unangenehm empfunden.

Luftschall
Im Gegensatz zu Körperschall besteht Luftschall aus Schallwellen, die sich, wie der Name sagt, nur über die Luft ausbreiten. Luftschall beschränkt sich auf den Frequenzbereich des menschlichen Gehörs, der bei 16 Hz beginnt und bis höchstens 20 kHz reicht. Luftschall kann durch Sprechen, Musik, Maschinengeräusche, Fahrzeuge oder auch Fluglärm entstehen.

Luftschalldämmung
Zur Beschreibung der Reduktion von Schallübertragung zwischen zwei benachbarten Räumen wird für die Luftschalldämmung das Schalldämmmaß R (logarithmisches Verhältnis der Schallleistungen auf beiden Seiten der Wand) in dB angegeben. Üblicherweise wird bei Messungen die Schallübertragung der Trennwand und flankierender Bauteile, das so genannte Bauschalldämmmaß R´, berücksichtigt. Zur Berücksichtigung der Frequenzabhängigkeit von Schalleindrücken beim Menschen wird das bewertete Schalldämmmaß Rw verwendet, das bei einer Frequenz von 500 Hertz ermittelt wird.

Lüftung, frei
Bei freier Lüftung erfolgt im Gegensatz zu mechanischer Lüftungoder kontrollierter Lüftung mit einer Lüftungsanlage der Luftaustausch zur Lüftung eines Gebäudes ohne mechanischen Antrieb aufgrund von natürlichen Druckdifferenzen im Gebäude. Diese entstehen durch Wind oder Temperaturunterschiede. Formen der freien Lüftung sind Fenster-, Fugen- und Schachtlüftung.

Lüftung, kontrolliert
Kontrollierte Lüftung bedeutet den geregelten Luftaustausch in Gebäuden mit Hilfe technischer Anlagen. Sie bietet die Möglichkeit der Wärmerückgewinnung zur Reduzierung des Lüftungswärmebedarfs. Wichtig für die Einsetzbarkeit von Anlagen zur kontrollierten Lüftung ist eine gute Dichtheit der Gebäudehülle. Luftströme durch Undichtheiten vermindern die Wirksamkeit der Lüftungsanlage. Moderne oder modernisierte Gebäude sollten immer kontrolliert belüftet werden, um zum einen Bauschäden zu verhindern und zum anderen Energie zu sparen.

Lüftung, mechanisch
Bei erzwungener oder mechanischer Lüftung sorgen im Gegensatz zu freier Lüftung technische Anlagen für den Luftaustausch im Gebäude. Das Abführen und ggf. auch Zuführen von Luft erfolgt unter kontrollierten Bedingungen. Der zur Luftbewegung notwendige Druckunterschied wird durch Ventilatoren erzeugt.

Lüftungsanlage
Bei einer kontrollierten Wohnraumlüftung wird eine Verrohrung für Zu- und Abluft vorgesehen. Meist kühlt auch ein Wärmetauscher die Abluft und wärmt damit die Zuluft vor (Wärmerückgewinnung). Eine solche Anlage stellt hygienische Luftverhältnisse im Haus her und reduziert gleichzeitig den Energieverbrauch für die Heizung.

Lüftungselement
Lüftungselemente sind manuell oder elektromotorisch zu öffnende Fassadenelemente, die einen Luftaustausch zwischen Innen- und Außenraum zulassen. Dazu gehören sowohl Fenster, Türen und Lüftungsklappen als auch dezentral, gesteuerte Lüftungsgeräte, sowie zentrale Zu- und Abluftöffnungen.

Lüftungswärmebedarf
Durch Luftaustausch aufgrund von Undichtigkeiten in der Gebäudehülle oder Lüftung wird warme Raumluft durch kalte Außenluft ersetzt. Die Wärmemenge, die zur Erwärmung der zugeführten Frischluft erforderlich ist, heißt Lüftungswärmebedarf. Die abfließende Wärme heißt Lüftungswärmeverlust. Der Lüftungswärmebedarf lässt sich durch kontrollierte Lüftung in Verbindung mit Wärmerückgewinnung verringern.

Lüftungswärmeverlust
Der notwendige Luftwechsel eines Gebäudes bedingt Wärmeverluste. Diese werden für einen bestimmten Zeitabschnitt (Heizperiode, Monat, Jahr) als Lüftungswärmeverlust bezeichnet. Entsprechend der Energieeinsparverordnung (EnEV) wird dieser für die Erstellung einer Wärmebilanz eines Gebäudes zusammen mit Transmissionsverlusten internen und solaren Gewinnen gegenüber gestellt.

Luftvolumen, beheiztes
In der Energieeinsparverordnung wird das beheizte Luftvolumen V wie folgt berechnet: Bei Gebäuden bis zu drei Vollgeschossen V = 0,76 · Ve, in den übrigen Fällen V = 0,80 · Ve. Ve bezeichnet dabei das beheizte Gebäudevolumen.

Luftwechsel
Aus Gründen der Hygiene und des Komforts ist es notwendig, die Luft in Gebäuden regelmäßig auszutauschen. Dadurch werden z.B. die Konzentrationen von Kohlendioxid, Wasserdampf, Geruchsstoffen und Schadstoffen niedrig gehalten.

Luftwechselrate
Ein Maß für den Luftwechsel eines Gebäudes ist die Luftwechselrate n. Sie gibt an, wie oft das Luftvolumen eines Gebäudes im Durchschnitt erneuert wird. Ein Maß für die Dichtheit eines Gebäudes ist die Luftwechselrate n50, die den Luftwechsel des Gebäudes bei einer Druckdifferenz von 50 Pa zwischen innen und außen beschreibt. Dieser Wert wird mit einem Blower-Door-Test ermittelt.

Lumen
Siehe Lichtstrom

Lux
Siehe Beleuchtungsstärke

M

Mansarddach
Ein Mansarddach ist eine Dachform mit unterschiedlich geneigten Dachflächen. Es kommt als Giebeldach und auch als Walmdach vor. Die Dachschrägen werden kürzer, die Abseiten des Dachraumes höher und als Stellfläche besser nutzbar. Mit dieser Dachform lässt sich folglich die größtmögliche Flächenausnutzung eines Vollgeschosses unter einem Dach erreichen.

Markise
Eine Markise ist eine Vorrichtung, mit der eine Öffnung oder eine Fläche durch einen aufrollbaren, faltbaren oder feststehenden meist horizontalen Behang gegen Sonneneinstrahlung geschützt werden kann.

Maßordnung
In der Normung ist die Maßordnung mit einem Modul von 12,5 cm beschrieben. Geradzahlige Vielfache dieses Modulmaßes sind die Baurichtmaße, die für die Planung entscheidend sind, da mit ihnen die Abmessungen der verschiedenen Bauteile, z.B. Wände, Türen oder Vorsprünge aufeinander abgestimmt werden. Vorteile der Maßordnung sind neben der Minimierung von Verschnitt auch die besseren Gestaltungsmöglichkeiten des Mauerwerks.

Massivbau
Unter Massivbauweise versteht man das Bauen mit Betonfertigteilen, Transportbeton und Mauerwerksbau. Gebäude in Massivbauweise zeichnen sich durch lange Lebensdauer, ein behagliches Raumklima und lange Wertbeständigkeit aus. Die massive Betonbauweise ist überlegen, wenn es um hohe Anforderungen an Brandschutz, Schallschutz und Wärmespeicherung geht.

Massivdach
Statt eines herkömmlichen hölzernen Dachstuhls werden beim sogenannten Massivdach Fertigteilelemente (z.B. aus Porenbeton) eingesetzt. Oberhalb der Elemente werden die unterschiedlichen Dacheindeckungen verlegt. Im Allgemeinen sind mit einer Massivdachkonstruktion bessere Schalldämmwerte zu erreichen als mit konventionellen Dachaufbauten.

Mauerwerk, bewehrt
Durch den Einbau von zugfesten Materialien – üblicherweise Stahl, selten auch Kunstfasern – wird beim bewehrten Mauerwerk die Zugfestigkeit, die Rissneigung sowie bereichsweise auch die Tragfähigkeit deutlich verbessert.

MAK-Wert
Der MAK-Wert steht für eine „maximale Arbeitsplatzkonzentration“ beschreibt, welche maximale Konzentration eines Schadstoffs in der Atemluft an einem Arbeitsplatz zulässig ist. Durch geeignete Maßnahmen der Lüftung ist sicherzustellen, dass ein MAK-Wert nicht überschritten wird.

Melaminharzschaum
Siehe Dämmstoffe > Melaminharzschaum

Membran
Der Begriff Membran bezeichnete ursprünglich im Bereich der Biologie eine dünne Haut. Im Laufe der Zeit verbreitete er sich in den Fachgebieten Technik und Konstruktion. Bei Fassaden oder Dächern beispielsweise werden dünne flächige Schichten als Membran bezeichnet. Sie dienen häufig als Filter oder Schleier beim Sonnen- und Blendschutz. Sie bestehen aus verschiedenen Materialien, z.B. Textilien, Papier, Kunststoff oder Metallblechen.

Methan (CH4)
Methan (CH4) ist ein farb- und geruchloses Gas. Ähnlich dem Kohlenmonoxid und Kohlendioxid trägt es in der freien Atmosphäre zum Treibhauseffekt bei. Methanquellen sind fossile Brennstoffe und die Gärung z.B. in Faulbehältern von Kläranlagen.

Mindestluftwechsel
Der Mindestluftwechsel gibt an, wie oft ein Raumvolumen pro Stunde durch frische Luft ersetzt werden muss, damit sich hygienische Raumluftbedingungen einstellen (d.h. bezogen auf Kohlendioxydgehalt, Feuchte, Spurengase/Geruch). Er ist abhängig von der Personenbelegung, Feuchteproduktion und der Art der Nutzung eines Raumes.

Mineralschaum
Siehe Dämmstoffe > Mineralschaum

Mineralwolle
Siehe Dämmstoffe > Mineralwolle

Minergie
Der Minergie-Standard wurde in der Schweiz definiert und beschreibt ein Haus, bei dem der Endenergiebedarf für Heizung, Warmwasser und Lüftung unter 45 kWh/m² liegt. Elektrischer Strom wird mit einem Primärenergiefaktor 2 gewichtet. Die Berechnung des Energiebedarfs weicht dabei leicht von dem ansonsten häufig verwendeten Ansatz für Passivhäuser ab. Ein noch ambitionierterer Ansatz ist der Minergie-P Standard, der seit 2002 definiert ist. Gebäude in diesem Baustandard entsprechen in etwa dem Passivhausstandard.

Mischarmatur
Mischarmaturen mischen Kalt- und Warmwasser im „Wasserhahn“. Sie werden auch Mischbatterien genannt. Dementsprechend sind fast alle heute verwendeten Armaturen sind Mischarmaturen. Es wird zwischen drei Hauptarten der Mischarmaturen unterschieden: Einhebelmischarmatur, Zweigriffmischarmatur und Thermostatarmatur.

Mischluft
Als Mischluft wird diejenige Luft bezeichnet, die sich aus zwei oder mehr Luftströmen zusammensetzt.

Modernisierung
Unter der Modernisierung eines Gebäudes versteht man die Anpassung der Gebrauchseigenschaften an einen zeitgemäßen Standard, unabhängig von der Nutzungsart. Modernisierungsmaßnahmen im Wohnungsbau sind Wohnwert verbessernde Maßnahmen.

Mörtel
Mauermörtel bestehen aus Sand, Bindemitteln (Luftkalk, hydraulischer Kalk oder Zement), Zuschlagstoffen und Wasser. Der verwendete Mörtel beeinflusst die Festigkeit des Mauerwerks. Die Mörtelarten sind entsprechend der Druckfestigkeit und Wasserbeständigkeit in verschiedene Mörtelgruppen eingeteilt.

Mörtelanker
Der Mörtelanker ist eine bewährte Befestigungsart von Natur- und Betonwerksteinplatten an massiven Rohbaukonstruktionen. Der aus nichtrostendem Stahl bestehende Anker wird kraftschlüssig durch Zementmörtel im Ankerbohrloch mit dem Rohbau verbunden. Sein Vorteil liegt in den großen Ausgleichsmöglichkeiten von Rohbautoleranzen, der Nachteil in den entsehenden Wärmebrücken.

Musterbauordnung (MBO)
Die Musterbauordnung (MBO) ist von den Sachverständigen der Arbeitsgemeinschaft für Städtebau, Bau- und Wohnungswesen zuständigen Minister und Senatoren der 16 Länder (ARGEBAU) ausgearbeitet und Grundlage der Landesbauordnungen. Sie dient auch als rechtliches Fundament für die Bauregellisten.

N

Nachhall
Unter Nachhall versteht man die Folge wiederholter, statistisch verteilter später Schallreflexionen, die den Abklingvorgang eines Schallereignisses bestimmen. Im Volksmund auch „Echo“ genannt. Für die Wahrnehmung eines Klanges ist nur der Anfangsteil des Nachhalls entscheidend.

Nachhallzeit
Die Nachhallzeit T (Reverberation Time RT) ist diejenige Zeit, in der in einem Raum nach Beenden der Schallabstrahlung der Schalldruck auf ein Tausendstel seines Ausgangswertes, d.h. der Schalldruckpegel um 60 dB, gesunken ist.

Nachhaltigkeit
Seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 ist Nachhaltigkeit als ein harmonischer Dreiklang aus Ökologie, Ökonomie und Sozialverträglichkeit definiert. Nachhaltigkeit bedeutet, ein System so zu nutzen, dass es sich selbst regenerieren kann und in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt. Die Ziele des nachhaltigen Bauens liegen in der Minimierung des Verbrauchs von Energie und Ressourcen. Berücksichtigt werden dabei alle Lebenszyklusphasen eines Gebäudes.

Nachtlüftung
Nachtlüftung ist, wenn man nachts lüftet – wie der Name schon sagt. Eine erhöhte Nachtlüftung liegt dann vor, wenn während der zweiten Nachthälfte der Luftwechsel mindestens 1,5/h oder mehr beträgt. Bei einer freien Lüftung über die Fenster kann dies meist schon durch Ankippen der Fenster erreicht werden. Das ist aber nicht sehr energieeffizient.

Nassestrich
Einen Estrich, der unter Zusatz von Wasser und Zuschlagstoffen hergestellt und in nassem Zustand mit glatter, fugenloser Oberfläche verarbeitet wird, nennt man Nassestrich. Er kann als Baustellenestrich, Werktrocken- oder Transportestrich eingebracht werden.

Nassraum
Als Nassraum werden alle Bereiche verstanden, in denen regelmäßig große Mengen Wasser sowohl in Gas- (Wasserdampf) als auch Flüssigform auftreten, z.B. in Badezimmer, Hallenbad, Sauna, Laboratorien, Großküchen, Lebensmittelbetrieben. Hier müssen Boden und Wände entsprechend sorgfältig abgedichtet sein und es muss für einen zügigen Ablauf, z.B. durch Gefälleestrich, gesorgt werden.

Naturfaser
Naturfasern werden unterteilt in pflanzliche und tierische Faser. Zu den Pflanzenfasern gehören Kokos, Sisal, Jute, Hanf, Baumwolle und Leinen, zu den tierischen Fasern Schafwolle, Ziegenhaar und Seide.

Natursteinplatte
Diese Platten bestehen aus natürlichen Gesteinen wie Buntsandstein, Granit, Marmor u.a. Je nach Beschaffenheit werden sie an ihrer Oberfläche naturbelassen verbaut (z.B. Sandstein), oder sie erhalten durch Schliff und/oder Politur eine Veredelung (z.B. Granit und Marmor).

Nennbeleuchtungsstärke
Die Nennbeleuchtungsstärke eines Raumes wird von der speziell in diesem Raum zu leistenden Sehaufgabe bestimmt. Sie bezieht sich im Allgemeinen auf die horizontale Arbeitsfläche in 0,85 m Höhe über Fußboden. Alle gesetzlichen Vorschriften, z.B. über die Beleuchtung von Arbeitsplätzen oder anderen Aufenthaltsorten, beziehen sich im Wesentlichen auf sie. Sie wird in Lux (lx) gemessen.

Nennleistung
Als Nennleistung wird die vom Hersteller angegebene Leistung eines Gerätes, einer Anlage, eines elektrischen Verbrauchers oder eines anderen Energiewandlers bezeichnet, die aufgenommen oder abgegeben werden kann. Meist wird als Nennleistung die maximal im Dauerbetrieb erreichbare Leistung angegeben.

Nettoenergiebilanz
Die Nettoenergiebilanz ist die Summe aller Energiemengen, die für den Bau, den Betrieb und die Beseitigung eines Energiesystems benötigt werden, abzüglich der Energie, die von dem System im Laufe seiner Lebensdauer bereitgestellt werden. Ein Energiewandler mit negativer Energiebilanz produziert mehr Energie, als er verbraucht.

Niedertemperaturkessel (NT-Kessel)
Niedertemperaturkessel sind mit Gas oder Öl mit niedrigen Rücklauftemperaturen und einer kontinuierlichen Eintrittstemperatur von 35 bis 40°C betriebene Wärmeerzeuger, bei denen es im normalen Betrieb aber nicht zu Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes kommt. Durch die geringen Rücklauftemperatur ergeben sich relativ geringe Wärmeverluste und niedrige Abgastemperaturen.

Niedrigenergiehaus (NEH)
Der Begriff des Niedrigenergiehauses ist leider häufig verwendet aber nicht eindeutig definiert. In Deutschland wurde das Niedrigenergiehaus ursprünglich als Haus definiert, das 30% weniger Energie verbraucht als in der Wärmeschutzverordnung von 1995 festgelegt. Dies ergibt dann einen Heizwärmebedarf von unter 70kWh/m². Aber das ist nun schon so lange her, dass heute andere Grenzen für diesen übergeordneten Begriff, der auch heute noch für Neubauten herangezogen wird, gelten müssten.

Niedrigstenergiehaus
Als Steigerung zum Niedrigenergiehaus wurde kürzlich das Niedrigstenergiehaus von der EU als zukünftig einzuhaltender Standard für Neubauten eingeführt. Weitere Informationen gibt es im Blog-Beitrag zum Niedrigstenergiehaus.

Norm-Trittschallpegel
Der Norm-Trittschallpegel bezeichnet ein Geräusch aufgrund einer Körperschallübertragung, das in einem benachbarten Raum zu hören ist. Im Gegensatz zum Schalldämmmaß sind hier niedrige Werte die Besseren, da es sich um einen Schallpegel also die Angabe einer Lautstärke handelt. Im Zusammenhang von Rohdecke und Fußbodenbelag spricht man vom „äquivalenten bewerteten Norm-Trittschallpegel“ Ln,w,eq.

Notausgang
Der Begriff definiert einen zur Gewährleistung der Evakuierung notwendigen Evakuierungsausgang, der aufgrund seiner Lage nicht als hauptsächlich bevorzugte Personenverkehrsfläche benutzt wird. Notausgänge müssen ständig funktionstüchtig, d.h. nicht verschlossen oder verbarrikadiert, und entsprechend gekennzeichnet sein. Karusselltüren und Schiebetüren dürfen nicht in Notausgängen eingesetzt werden.

Nullenergiehaus
Als Nullenergiehaus wird meist ein Haus bezeichnet, das über ein Jahr gesehen weniger Energie verbraucht als es bereit stellt. Dies gilt nicht nur für die Beheizung, sondern auch elektrische Energie und Energie für die Warmwasserbereitstellung. Vom echten energieautarken Haus unterscheidet es sich aber im Zeitverhalten, da bei einem wirklich energieautarken Haus zu jedem Zeitpunkt die benötigte Energie selbst erzeugt wird (Off-Grid). Beim Nullenergiehaus wird aber die Energieunabhängigkeit nur in der Jahresbilanz erreicht.

Null-Heizenergiehaus
Das Null-Heizenergiehaus benötigt keine von außen zugeführte Energie zum Heizen. Möglich ist dies in unserem Klima nur durch aktive Systeme (große Solaranlage mit Saisonspeicher). Manchmal wird auch eine große Photovoltaikanlage installiert, die im Sommer so viel Strom ins Netz einspeist, wie die im Winter zur Beheizung verwendete Wärmepumpen benötigt. Das macht das Konzept jedoch nicht klimaneutral. Auch sind die Kosten bei allen diesen Ansätzen recht hoch, so dass solche Häuser aus wirtschaftlichen Gründen nur selten realisiert werden.

Nurdachhaus
Dieser meist mit einem Satteldach ausgeführte Gebäudetyp hat unterhalb der Traufe keine sichtbaren Seitenwände, da das Dach bis zum Boden reicht. Dadurch werden die Giebelseiten zur einzigen vertikalen Außenstruktur. Besonders bei Ferienhäusern ist dieser Konstruktionsweise häufig vertreten.

Nutzenergie
Die Nutzenergie wird tatsächlich vom Verbraucher verwendet. Als Nutzenergieformen kommen Wärme, Licht, mechanische Energie, chemisch gebundene Energie und Signalenergie in Frage. Die Nutzenergie wird als Teil der Endenergie beim Verbraucher umgewandelt. Für die Heizung bedeutet dies z.B. die Umwandlung des Heizöls (Endenergieform) in Wärme (Nutzenergieform). Das Gerät zur Umwandlung ist der Heizkessel. Wie auch schon bei der Umwandlung von Primärenergie in Endenergie kommt es hier zu Verlusten, die als Wärmeverluste in Rohrleitung auftreten können.

Nutzestrich
Magnesia-, Gussasphalt- aber auch kunstharzhaltige und reine Zementestriche, die in industriellen Produktions- oder Lagerhallen ohne Fußbodenbelag verbaut werden, werden als Nutzestrich bezeichnet. Sie zeichnen sich durch eine hohe Druckfestigkeit, Abriebsfestigkeit, Biegezugfestigkeit und hohen Verschleißwiderstand aus (vgl. Estrichklassifizierung).

Nutzfläche (NF)
Unter Nutzfläche versteht man den Anteil der Grundfläche, der der Nutzung entsprechend der Zweckbestimmung dient. Nicht zur Nutzfläche gehören Verkehrsflächen (zum Beispiel Eingänge, Treppenräume, Aufzüge, Flure) und Funktionsflächen (Heizungsraum, Maschinenräume, technische Betriebsräume). Die Nutzfläche wird in Hauptnutzflächen (HNF) und Nebennutzflächen (NNF) unterteilt.

Nutzungsdauer
Die Nutzungsdauer eines Gebäudes ist der Zeitraum, in dem ein Gebäude bei ordnungsgemäßer Instandhaltung, aber ohne Modernisierung seiner Zweckbestimmung entsprechend genutzt werden kann. Die Lebensdauer eines Wohngebäudes wird im Allgemeinen zwischen 80 und 100 Jahren angesetzt. Typische Nutzungszeiträume von Bauteilen bei guter Pflege sind (in Jahren): Gründung 80, gemauerte Außenwand 80, Außenputz 50, Holzfenster 40, massive Decken 80, Holzschrägdächer 80, Dachziegel 40-80, gemauerte Innenwand 80.

Nutzungsgrad
Der Nutzungsgrad von Raumwärmeversorgungsanlagen (Jahresnutzungsgrad ηRW) gibt an, wie viel von der im Energieträger gespeicherten Energie auch tatsächlich in einer kompletten Heizperiode genutzt werden kann. Im Unterschied zum Wirkungsgrad des Kessels, der nur in einem (optimalen) Betriebspunkt gemessen wird, wird der Nutzungsgrad über einen längeren Zeitraum ermittelt. Der Wirkungsgrad des Kessels ist also immer höher als der Nutzungsgrad der Anlage. Richtwerte für verschiedene Heizsysteme: Holzkessel 0,5 – Ölkessel 0,77 – Brennwertkessel 0,89 bis 0,96 – Fernwärme 0,88 – Nachtspeicherheizung 0,89 – Wärmepumpen 3 bis 3,5.

O

Oberflächenverlust
Heizkessel strahlen über die Außenfläche Wärme an die umgebende Luft ab. Diese Wärmestrahlung steht nicht als nutzbare Heizwärme zur Verfügung und wird deshalb als Oberflächenverlust bezeichnet. Jedoch wird dadurch der Raum mitbeheizt, in dem das Heizgerät aufgestellt ist.

Oberlicht
Ein Oberlicht bezeichnet allgemein eine hoch liegende Fensteröffnung. Ein Oberlicht kann sowohl eine horizontale Öffnung in einem Dach- oder Deckenfeld sein als auch eine vertikale Öffnung oberhalb von weiteren Fenstern.

Öffnungsmaß
Die Abmessungen einer Öffnungen bestimmen sich aus den Steinformaten und der Maßordnung zu X mal 12,5 cm + 1 cm (Nennmaß) bzw. zu X mal 12,5 cm (Baurichtmaß).

Ökobilanz
Die Ökobilanz protokolliert die Wirkung eines Produktes oder Prozesses auf die Umwelt über die gesamte Dauer seiner Existenz. Bilanziert werden sämtliche Wirkungen auf die Umwelt (Entnahmen, Emissionen) während der Produktion, der Nutzungsphase und der Entsorgung. Ebenso betrachtet werden damit verbundenen vor- und nachgeschalteten Prozesse beispielsweise zur Herstellung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe.

Oktave
Wie in der Musik werden Oktaven zur Einteilung des Hörbereiches in Frequenzintervalle verwendet. Der Oktave entspricht eine Verdoppelung bzw. Halbierung der Frequenz (Frequenzverhältnis 1:2). Für Frequenzanalysen eingesetzte Messgeräte enthalten meist Oktav- und Terzfilter, die es erlauben, den Schallvorgang in seinen einzelnen Oktav- bzw. Terzbereichen zu erfassen und als Schallspektrum darzustellen. Der gesamte Hörbereich des Menschen umfasst 10 bis 11 Oktaven.

Ölradiator
Der Ölradiator ist ein elektrisch betriebener, mobiler Glieder-Heizkörper. Kennzeichnend für ihn ist die gerippte Bauform, durch die große Oberflächen mit entsprechend effektiver Wärmeabgabe erzielt wird. Wegen des hohen Stromverbrauchs sind Elektroheizkörper wie der Ölradiator im Betrieb teuer und klimaschädlich.

Ortbeton
Ortbeton wird, im Gegensatz zu Betonfertigteilen, erst auf der Baustelle als Frischbeton in seiner endgültigen Lage eingebaut und erhärtet dort. Ortbeton ist zum Beispiel dort notwendig, wo große Teile oder Flächen erzeugt werden sollen.

Ortgang
Außer beim Walmdach werden bei den meisten Dachformen Ortgänge benötigt. Sie bilden den seitlichen Abschluss des Daches an der Giebelwand. Ortgangziegel machen häufig die Verbretterung des Ortganges überflüssig, der in jedem Fall geschlossen werden muss. Ortgangziegel sind zu einer Seite hin abgewinkelt und ermöglichen so einen sauberen Abschluss.

OSB-Platte
OSB-Platten sind Holzwerkstoffplatten mit ausgerichteten Flachspänen, die in drei Schichten aufgeschüttet, mit Wachs und Phenolharz ummantelt und unter Druck und Wärme zu einer Platte verpresst werden. OSB (Oriented Strand Boards) tragen wegen ihres geringen Gehaltes an den Leimstoffen sehr oft das Umweltzeichen „Blauer Engel“. Sie sind in ihrer Stabilität gleichdicken normalen Spanplatten deutlich überlegen. Die Bedeutung der Kennzeichnungen: OSB 2 = Platte für tragende Anwendung im Innenbereich, OSB 3 = feuchtebeständig verleimte, konstruktive Platte für tragende Zwecke, OSB Z = Platte für hohe Tragfähigkeit in trockenen und feuchten Bereichen.

Ozon
Ozon ist Teil der Schicht in der Atmosphäre (Stratosphäre), die unseren Planeten vor ultravioletten (UV-) Sonnenstrahlen schützt. Da oben hilft es uns also. Aber auch beim erdnahen Betrieb von Kopierern, Laserdruckern oder UV-Lampen wird Ozon freigesetzt. Doch hier kann es beim Menschen Schleimhautreizungen, Beeinträchtigung der Atemfunktion und Effekte auf das Immunsystem hervorrufen.

P

Passivhaus
Ein Passivhaus weist einen Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/m² pro Jahr auf. Bei so guten thermischen Eigenschaften ist ein konventionelles Heizsystem nicht mehr zwingend nötig und das Haus kann überwiegend durch interne (Personen, Elektrogeräte) sowie solare Gewinne geheizt werden. Der Restwärmebedarf wird durch Erwärmung der Zuluft abgedeckt. Ohne kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist dies jedoch nicht möglich. Über diese Anforderung hinaus sind für Passivhäuser aber auch die Heizlast auf 10 W/m² und der Primärenergiebedarf auf 120 kWh/m²a begrenzt, um die guten thermischen Eigenschaften nicht durch ineffiziente Bereitstellung der notwendigen Restenergie zunichte zu machen. Zwei grundlegende Prinzipien kommen hier zum Tragen:
1. Spare das Heizsystem ein. Nutze das Geld für besser Dämmung und Luftdichtheit.
2. Vermeide Wärmeverluste und maximiere die kostenlose Wärmegewinne.

Pellets
Siehe Holzpellets

Pergola
Der Begriff Pergola bezeichnet einen raumbildenden Säulen- oder Pfeilergang, der ursprünglich zwischen Haus und Terrasse angeordnet war und mehr zur Zierde denn als Sicht-, Sonnen- oder Windschutz diente. Sein charakteristisches Merkmal ist die nach oben und zu den Seiten hin offene Konstruktion.

Perimeterdämmung
Die Dämmung erdberührter Außenbauteile, also z.B. Bodenplatten oder Kellerwänden, wird als Perimeterdämmung bezeichnet. Durch den Einbau in das Erdreich müssen Dämmstoffe für die Perimeterdämmung besondere Anforderungen an Feuchte- und Fäulnisresistenz sowie an ihre Druckbeständigkeit erfüllen. Daher werden für Perimeterdämmungen überwiegend geschlossenzellige Schaumstoffe wie EPS, XPS oder Schaumglas eingesetzt.

Perlite
Siehe Dämmstoffe > Perlite

Pfeilermaß
Die Abmessungen von Pfeilern bestimmen sich aus den Steinformaten und der Maßordnung zu X mal 12,5 cm.

Pfettendach
Pfettendächer bestehen aus Sparren, die auf Lagerhölzern, den Pfetten, aufliegen. Diese Pfetten sind integraler Bestandteil des Dachstuhls, der das tragende statische System dieser Dachkonstruktion bildet. Ein Auswechseln der Sparren und somit der Einbau beliebig vieler Dachaufbauten ist bei dieser Dachkonstruktion möglich, da die Sparren nur auf Biegung beansprucht werden.

Pfosten
Bei Fenstern und Türen ist der Pfosten ein vertikales Teil des Rahmens, das den Blendrahmen u.a. in statischer Hinsicht unterteilt. Der Pfosten ist mit dem Blendrahmen fest verbunden. Bei Fensterwand-Konstruktionen ist daher auch von Pfosten-Riegel-Konstruktionen die Rede. Bestehen Pfosten und Riegel z.B. bei historischen Fenstern aus Stein, nennt man sie auch Kämpfer.

Pfosten-Riegel-Fassade
Die Pfosten-Riegel-Fassade ist ein Konstruktionsprinzip, das auf der Baustelle aus Einzelkomponenten zusammen montiert wird. Sie besteht aus Fassadenpfosten, Fassadenriegeln, Verglasungen, Press- und Deckleisten und Einsatzelementen mit unterschiedlichen Funktionen. Da die Einzelkomponenten auf der Baustelle angepasst werden, ist die Konstruktion flexibel auf die Bedingungen vor Ort anzugleichen.

Phasenverschiebung
Stimmen Temperaturspitzen von Außenluft und Raumluft zeitlich nicht überein, wenn z.B. die Nachmittagssommerhitze erst am späten Abend im Raum zu einem Temperaturrekord führt, entspricht der zeitliche Unterschied der sogenannten Phasenverschiebung. Lange Verschiebungszeiten können erreicht werden, wenn Außen- und Raumluft durch Bauteile mit schweren Baustoffen bzw. solchen mit hoher Wärmespeicherfähigkeit abgegrenzt werden.

Phasenwechselmaterial (PCM)
Siehe Latentwärmespeicher

Phenolharzschaum
Siehe Dämmstoffe > Phenolharzschaum

Photovoltaik
Mit einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) wird Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom umgewandelt. Üblicherweise wird der erzeugte Strom ins Netz eingespeist und entsprechend dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet. In Sonderfällen sind aber auch Inselanlagen mit Batteriespeicher sinnvoll.

Piezoelektrizität
Die Änderung der elektrischen Polarisation und das damit verbundene Auftreten einer elektrischen Spannung wird als Piezoelektrizität bezeichnet. Das Auftreten einer piezoelektrischen Ladung bei mechanischer Verformung wird u.a. bei Kraft-, Druck- und Beschleunigungssensoren genutzt.

Plattenabsorber
Plattenabsorber bestehen aus dünnen Platten, die in einem bestimmten Abstand vor einer Wand oder unter einer Decke montiert sind. Die Platte wirkt als Masse, die dahinter eingeschlossene Luft als Feder. Dort wo dieses Masse-Feder-System seine Resonanzfrequenz besitzt, entzieht es dem Schallfeld besonders viel Energie, die in Bewegungsenergie umgesetzt wird. Dadurch kommt eine hohe Schallabsorption zustande.

Plattenbau
In den 70er Jahren gewann das industrialisierte Bauen zusehends an Bedeutung. Vor allem in der DDR war es die Großtafelbauweise, die wegen ihres typischen Erscheinungsbildes letztlich zu der Bezeichnung Plattenbauten geführt hat.

Plattenwärmetauscher
Ein Plattenwärmetauscher (oder korrekt: Plattenwärmeübertrager) ist eine spezielle Bauform eines Wärmeübertragers. In ihm wird einem Fluid, meist Wasser, durch Wärmeübertragung Wärme zugefügt oder entzogen. Das Gerät besteht aus wellenförmig profilierten Platten, durch die Z.B. zu erwärmendes Wasser und Heizwasser in getrennten Kammern fließt. Plattenwärmeübertrager verfügen über eine hohe Wärmeübertragungsleistung bei kleinem Bauvolumen.

Plexiglas
Siehe Acrylglas

Plusenergiehaus
Als nächster logischer Schritt nach dem Passivhaus oder dem Nullenergiehaus wird oft das Plusenergiehaus gesehen. Es unterscheidet sich im Wesentlichen darin, dass durch aktive Komponenten ,z.B. eine große Photovoltaikanlage, der Energieverbrauch im Jahresschnitt sogar überkompensiert wird. Aber auch für die Realisierung dieses Konzeptes sind die Kosten meist noch so hoch, dass die meisten Bauherren davon Abstand nehmen.

Polyamid (PA)
Der Kunststoff Polyamid, oft auch als Nylon oder Perlon bezeichnet, erlaubt es, sowohl den Werkstoff als auch das Erzeugnis in einem Arbeitsgang herzustellen.
Polyamid lässt sich einfärben und mit hochglänzenden Oberflächen herstellen. Polyamidfasern haben eine hohe Zugfestigkeit.

Polycarbonat (PC)
Polycarbonat (PC) ist ein technischer Kunststoff (Thermoplast). Er ist sehr schlagzäh und kältebeständig. Seine amorphe Struktur gibt ihm eine hohe Transparenz und eine relativ hohe Wärmeformbeständigkeit.

Polyesterfaser
Siehe Dämmstoffe > Polyesterfaser

Polyethylen (PE)
Die Kurzbezeichnung PE steht für Polyethylen, einen thermoplastischen Kunststoff aus der Gruppe der Polyoefine, der thermisch schweißbar, aber nur schwer klebbar ist. Folien aus Polyethylen werden häufig zur flächigen Abdichtung von Dächern eingesetzt.

Polymerbitumenbahn
Um den Plastizitätsbereich von Bitumenbahnen zu erhöhen, wird Bitumen mit bestimmten Polymerarten (künstlichem Kautschuk) modifiziert. Je nach Art des beigefügten Polymers unterscheidet man zwischen Elastomerbitumen (PYE) und Plastomerbitumen (PYP). Nur Polymerbitumenbahnen sind heute als Oberbelagsbahn von Bitumenabdichtungen zu verwenden.

Polypropylen (PP)
Polypropylen (PP) ist ein thermoplastisch schweißbarer Kunststoff, der sich durch große Härte, Steifigkeit und Wärmebeständigkeit auszeichnet. Er wird u.a. zu Folien, Eimern, Leitungen und Fußbodenheizungsrohren verarbeitet und lässt sich durch Verbrennung mit Vorteil entsorgen.

Polystyrol, expandiert (EPS)
Siehe Dämmstoffe > Polystyrol, expandiert (EPS)

Polystyrol, extrudiert (XPS)
Siehe Dämmstoffe > Polystyrol, expandiert (XPS)

Polyurethan (PUR)
Siehe Dämmstoffe > Polyurethan

Polyvinylchlorid (PVC)
Polyvinylchlorid (PVC) ist ein thermoplastisches Polymerisat von Vinylchlorid, das weichmacherfrei als hartes PVC bzw. weichmacherhaltig als weiches PVC verwendet wird. PVC wird z.B. zum Bau von Fensterrahmen, Kabeln, Rohren oder Bodenbelägen eingesetzt. Hartes PVC ist witterungsbeständig, schlagfest und zeigt glatte Oberflächen. Weiches PVC ist flexibel und elastisch. PVC wird jedoch im Brandfall gefährlich, da stark ätzender gasförmiger Chlorwasserstoff (HCl) entsteht, aus dem mit Wasser Salzsäure wird.

Porenbeton
Relativ neu sind Wärmedämverbundsysteme aus Porenbeton. Als Ziegel dieses Material allerdings schon lange bekannt (Markenname „Ytong„). Bei Verwendung als Wärmedämverbundsystem im Einfamlienhausbereich braucht es aber nicht gedübelt zu werden. In Ziegelform wird Porenbeton häufig für die erste Ziegelreihe im Sockelbereich oder unter der Decke verwendet, um Wärmebrücken zu reduzieren. Porenbeton ist hoch belastbar, diffusionsoffen und nicht brennbar.

Porenschwamm
Der weiße Porenschwamm (z.B. Fiproporea vailantii) zählt zur Gruppe der pflanzlichen Schädlinge.

Porosität
Die Porosität eines Stoffes ist ein technischer Kennwert, der sich aus dem Verhältnis der Rohdichte zur Reindichte ergibt. Die im Material enthaltenen Poren sind meist mit Luft gefüllte Hohlräume, deren Gestalt und Volumen wesentlich das Verhalten des gesamten Materials im Hinblick auf Wasseraufnahme, Speicherfähigkeit, Festigkeit und Frostbeständigkeit bestimmt.

Predicted Mean Vote (PMV)
Die Predicted Mean Vote (PMV, also die voraussichtliche mittlere Bewertung) beschreibt das Komfortempfinden von Personen in Abhängigkeit von u.a. Temperatur, Strahlung, Kleidung und Tätigkeit auf einer Skala von -3 (kalt) bis +3 (heiß). Üblicherweise gelten Werte zwischen -0,5 und +0,5 als komfortabel.

Predicted Percentage of Dissatisfied (PPD)
Die Predicted Percentage of Dissatisfied (PPD, also der voraussichtliche Anteil Unzufriedener) beschreibt die (Un-)Zufriedenheit von Personen aufgrund des thermischen (Dis-)Komforts, den sie empfinden. Die PPD folgt aus der voraussichtlichen mittleren Bewertung (PMV) des Komforts. Da nie alle Personen eine thermische Situation gleich beurteilen, sinkt die PPD nie unter einen Anteil von 5%. Bei einer PMV von ±0,5 beträgt die PPD 12%.

Primärenergie
In der Energiekette steht die Primärenergie an erster Stelle. Nutzenergie ist per Definition der Anteil der Primärenergie der tatsächlich einem Nutzen dient, z.B. der Beheizung eines Gebäudes. Endenergie ist der Energieanteil der Primärenergie den der Verbraucher geliefert bekommt und bezahlen muss. Die Primärenergie selber beinhaltet darüber hinaus auch noch Energiemengen, die für Förderungen, Umwandlung oder Transport der Endenergie aufgebracht werden müssen. Je nach Energieträger sind diese Verlustanteile unterschiedlich hoch.

Primärenergiebedarf
Der Primärenergiebedarf beschreibt die Energiemenge, die zur Deckung des Endenergiebedarfs benötigt wird. Dabei ist auch die zusätzliche Energiemenge zu berücksichtigen, die durch zeitlich oder örtlich vorgelagerte Prozessketten außerhalb eines Gebäudes bei Gewinnung, Umwandlung und Verteilung der eingesetzten Brennstoffe entsteht. Üblicherweise wird die Primärenergie als Kriterium für die CO2-Emmision herangezogen.

Primärenergieinhalt (PEI)
Der Primärenergieinhalt (PEI) beschreibt den zur Herstellung des Produktes notwendigen Energieverbrauch. Er weist die graue Energie eines Baustoffes aus, beschreibt also die zur Herstellung verbrauchte Energie. Dabei wird zwischen erneuerbarer und nicht erneuerbarer Energie unterschieden. Die Einheit ist Joule (J). 100 Megajoule entsprechen einem Heizwert von 2,8 Litern Heizöl.

Primärfassade
Bei einer Doppelfassade wird die wärmedämmende Fassade (in der Regel die innenliegende Fassade) auch Primärfassade genannt. Sie ist die ursprüngliche, erste Fassade zu der eine zweite Fassade (Zweite-Haut) im Konzept der Doppelfassaden hinzu kam. Bei Abluftfassaden liegt die Primärfassade außenseitig und wird innenliegend durch eine einfach verglaste Schale ergänzt.

Produkthaftung
Nach dem Produkthaftungsgesetz haftet der Hersteller oder der Händler für das vom ihm in den Verkehr gebrachte Erzeugnis. Ansprüche sind nur dann möglich, wenn das Erzeugnis bestimmungsgemäß verwendet wird und kein Fehlgebrauch vorliegt. Dem Hersteller bzw. Händler obliegt eine Informationspflicht.

Pufferspeicher
Ein Pufferspeicher ist ein Behälter, der nicht vom Wasser durchflossen wird, sondern „stehendes“ Wasser als Wärmespeicher für Heizung oder Solaranlage aufnimmt (drucklos). Die von Heizkessel oder Solaranlage erzeugte Wärme wird über Wärmetauscher in den Pufferspeicher eingebracht und zur Warmwasserbereitung oder Gebäudeheizung wieder entnommen werden. Pufferspeicher sollten hoch und schmal sein, damit eine gute Temperaturschichtung des Wassers entstehen kann. Des weiteren muss der Pufferspeicher sehr gut isoliert sein, um Wärmeverluste gering halten zu können. Häufig werden Pufferspeicher als sogenannte Saisonspeicher ausgelegt, um Sommerwärme bis in den Winter hinein lagern zu können.

Pultdach
Das Pultdach ist ein geneigtes Dach mit nur einer Dachfläche. Seine Form ähnelt einem Schreibpult. Eine hohe Wand bildet den Dachfirst, eine niedrigere die Traufe und zu beiden Seiten liegt ein Ortgang.

Putzmörtel
Putzmörtel ist ein Gemisch aus einem oder mehreren Bindemitteln, Wasser, Gesteinskörnung zwischen 0,25 und 4 mm und ggf. Zusätzen. Das Gemisch wird an Wänden und Decken ein- oder mehrlagig aufgetragen.

Puzzolan
Puzzolane sind kieselsäurehaltige oder kieselsäure- und tonerdehaltige natürliche oder künstliche Gesteine ohne selbstständiges Bindevermögen, die als Zusatzstoffe für die Herstellung von Mörtel oder Beton verwendet werden. Durch ihre Anteile an Kieselsäure und Kalkhydrat werden sie in Verbindung mit Wasser bindefähig.

Q

Quarzsand
Quarzsand ist ein natürlicher Baustoff mit bestimmter Körnung. Das Größtkorn liegt hier bei 4 mm. Er besteht zum überwiegenden Teil aus reinem Quarz und wird z.B. al Betonzuschlag verwendet.

Quellen
Mit dem Begriff Quellen wird die Vergrößerung der Abmessung von Holz infolge Feuchtigkeitsaufnahme beschrieben. Quellen und Schwinden können sich je nach erneuter Befeuchtung oder Trocknung wiederholen.

Querlüftung
Umgangssprachlich wird Querlüftung auch Durchzug genannt. Das Prinzip ist einfach: Fenster auf beiden Seiten eines Gebäudes werden geöffnet. Durch Öffnen von Innentüren wird sichergestellt, dass die Luft das Gebäude zwischen den beiden Fenster frei durchströmen kann. Der Vorteil dieser preiswerten Art der Lüftung ist der schnelle Austausch von verbrauchter Luft ohne nennenswerte Abkühlung der Bausubstanz. Nachteilig wirkt sich die fehlende Möglichkeit der Wärmerückgewinnung aus.

R

Radiator
Ein Heizkörper, der Wärme durch freie Konvektion und Strahlung abgibt, wird Radiator genannt. Sie können aus unterschiedlichen Werkstoffen, wie Stahl, Aluminium, Gusseisen, und in verschiedenen Ausführungen (Platte, Säulen- oder Rohrbauart) hergestellt werden.

Radon
Dieses radioaktive Gas aus den Tiefen der Erde ist ein Edelgas und unter Normalbedingungen farb- und geruchlos. Es kann in verschiedenen Baustoffen wie Beton, Mauerwerk oder Zement in geringen Mengen vorkommen. Durch undichte Stellen im Fundament dringt es in Kellerräume und Wohnungen und kann dort bedrohliche Konzentrationen erreichen, ohne dass davon Notiz genommen wird. Radon kann Lungenkrebs hervorrufen und jährlich erkranken in Deutschland etwa 2500 Menschen daran. Vor allem in Mittelgebirgsregionen und kleineren Teilen Schleswig-Holsteins strömt Radon aus dem Untergrund.

RAL
RAL steht für „Reichsausschuss für Lieferbedingungen“. Das RAL-Siegel wird heute als Gütekennzeichnung vom „Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V.“ vergeben. Bekannt ist der Begriff RAL vor allem in Zusammenhang mit Farben, von denen heute 213 in einem vierstelligen System genormt sind. In verschiedenen Farbreihen sind darüber hinaus noch 2325 Farbtöne definiert.

Randdämmstreifen
Um die Schallübertragung vom Boden auf Wände zu vermeiden, werden Estriche im Randbereich umlaufend von Randdämmstreifen eingefasst. Die Höhe richtet sich nach der Aufbauhöhe der Belagskonstruktion. Nach oben sollten sie durch eine Bewegungsfuge abgeschlossen sein, um sie vor Schmutzeinwanderung zu schützen.

Randverbund
Der Randverbund ist Teil einer modernen Verglasung, bei der die Scheiben im Randbereich mit einem speziellen Abstandhalter und Kleb- bzw. Dichtstoffen zusammengefügt werden. Die Abstandhalter bestehen aus Aluminium, Edelstahl oder Kunststoff. Die Kleb- und Dichtstoffe werden normalerweise in zwei Stufen aufgebracht: Der Abstandhalter wird stirnseitig mit Polyisobutylen mit der Scheibe verklebt und dann wird der Außenbereich des Abstandhalters zwischen den Scheiben von außen mit Polysulfidpolymer oder Silikon abgedichtet.

Rauch- und Wärmeabzugsanlage (RWA)
Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) stellen im Brandfall die sichere Ableitung von Rauch und heißen Brandgasen sicher und helfen somit, Menschenleben zu retten. Eine komplette Rauch- und Wärmeabzugsanlage besteht aus den einzelnen Rauch- und Wärmeabzugsgeräten (RWG), den Auslöse- und Bedienelementen, der Energieversorgung, den Leitungen, der Zuluftversorgung und Rauchschürzen bei größeren Räumen.

Rauch- und Wärmeabzugsgerät (RWG)
Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (RWG) leiten im Brandfall heiße Rauchgase ab, um einen rauchfreien Bereich in Bodennähe und auf Fluchtwegen sicherzustellen. Sie bestehen meistens aus Lichtkuppeln, Jalousieelementen oder Brandgasventilatoren in Dach oder Wand.

Rauchmelder
Rauchmelder sprechen auf in der Luft enthaltene Verbrennungs- und/oder Pyrolyseprodukte (Schwebstoffe) an. Optische Rauchmelder reagieren auf Verbrennungsprodukte, welche die Dämpfung oder die Streuung von Licht beeinflussen können.

Raumakustik
Die Raumakustik beschäftigt sich mit Schallreflexion in Innenräumen. Als Haupteinflussfaktoren gelten die baulichen Rahmenbedingungen wie Decke, Boden, Wände und das Mobiliar. Die Kernaufgabe der Raumakustik ist, die Größen in der Raumgestaltung so zu beeinflussen, dass die akustischen Eigenschaften des Raumes möglichst gut zu seinem Bestimmungszweck passen. Ein Kriterium für eine gute Raumakustik ist Verständlichkeit, die u.a. über die Nachhallzeit bestimmt werden kann.

Raumfachwerk
Raumfachwerke stellen eine Weiterentwicklung der ebenen Fachwerke dar. Die Verwendung standardisierter Elemente in großer Stückzahl sowie eine gute Montierbarkeit zählen zu den Vorteilen von Raumfachwerken. Das einfachste Raumfachwerk ist der Dreibock, bei dem drei Stäbe, die sich nicht in einer Ebene befinden, in einem Knotenpunkt zusammenlaufen.

Raumlufttechnik
Raumlufttechnik bezeichnet jede Art der Luftkonditionierung für Räume mittels natürlicher oder mechanischer Luftförderung. Folgende Luftbehandlungsfunktionen sind möglich: Luftfilterung, Luftförderung, Heizen, Kühlen, Befeuchten und Entfeuchten.

Raumtemperaturregler
Ein Raumtemperaturregler ist ein elektrisches oder hydraulisches Bauglied, das durch selbsttätiges Beeinflussen der Wärmezufuhr (z.B. an Radiatoren) die Raumtemperatur in bestimmten Grenzen (Regelabweichung) auf den Sollwert regelt.

Recycling
Mit dem englischen Ausdruck „Recycling“ wird eine Wiederverwendung von Baustoffen bezeichnet, und zwar im ökologischen Sinne eines Sparens von Ressourcen und Energie.

Referenzgebäude
Der nach Energieeinsparverordnung EnEV maximal zulässige Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung und Kühlung wird mit Hilfe eines Referenzgebäudes ermittelt. Dieses ist in Geometrie, Gebäudenutzfläche und Ausrichtung identisch zum nachzuweisenden Gebäude. Allerdings werden für die Berechnung festgelegte Referenzwerte als Randbedingungen angenommen.

Reflexion
Der Begriff Reflexion kann mit „zurückwerfen“ übersetzt werden. Der Vorgang darf nicht mit der Beugung und Brechung verwechselt werden. Im Allgemeinen spricht man von Reflexion, wenn eine Welle (Schallwelle, Lichtstrahl) von einer Oberfläche zurückgeworfen wird. Der Eintrittswinkel des einfallenden Strahls ist gleich dem Austrittswinkel. Strahlung und Wellen, die nicht reflektiert werden, können akustisch oder optisch absorbiert (in Wärme umgewandelt) oder transmittiert werden.

Reichsformat
Mit der industriellen Herstellung von Ziegelsteinen und der Notwendigkeit ihres reibungslosen und effektiven Transports zur Baustelle wurde 1872 in Deutschland per Gesetz das so genannte „Reichsformat“ für Ziegel eingeführt. Abmessungen: 25 cm x 12 cm x 6,5 cm.

Reinraum
In Rein- und Reinsträume muss die Konzentration luftgetragener Partikel möglichst gering gehalten werden. Je nach Reinraumklasse darf eine vorgeschriebene Anzahl an Teilchen einer definierten Größe pro Kubikmeter Raumluft nicht überschritten werden, um beispielsweise hoch empfindliche elektronische Bauteile nicht zu beschädigen. So können in der Halbleiterfertigung bereits Partikel in der Größe eines Bruchteils eines Mikrometers die Schaltkreise stören.

Rekonstruktion
Unter Rekonstruktion versteht man die Wiedererrichtung eines nicht mehr vorhandenen Gebäudes oder Bauteils an der gleichen Stelle wie sein Vorgängerbau. Sie orientiert sich an exakten Vorlagen, Fragmenten oder auch nur Indizien.

Resonanz
Resonanz ist ein allgemeiner Begriff für das Phänomen der Schwingungsaufschaukelung bei Anregung erzwungener Schwingungen mit einer Frequenz, die gleich oder nahezu gleich einer Eigenfrequenz des angeregten Systems ist. Wird ein Raum durch Schall angeregt, so entstehen Resonanzen bei der Eigenfrequenz, bei denen sich im Raum stehende Wellen bilden können.

Resonator
Resonatoren werden in der Bau- und Raumakustik sowie in der Lärmbekämpfung als Schallabsorber eingesetzt. Sie werden auch Resonanzabsorber genannt und kommen vor allem in Form von Plattenresonatoren (Plattenschwingern), Lochplattenresonatoren (Lochplattenschwingern) und Helmholtzresonatoren vor. Resonatoren absorbieren vorzugsweise in einem schmalen Frequenzbereich, der bei mittleren oder tiefen Frequenzen liegt.

Retentionsmittel
Retentionsmittel werden in der Putzsanierung eingesetzt und dienen zur Regelung der Wasserabgabe des Putzes. Altes Mauerwerk ist häufig trocken und auch hydrophil. Das Abbindewasser des neu aufgebrachten Putzes kann mit einem Retentionsmittel trotz saugendem Untergrund länger im Putz gehalten werden.

Rettungsweg
Der Rettungsweg in Gebäuden ist ein baurechtlich notwendiger Teil der baulichen Anlage, über den Personen die Anlage verlassen oder gerettet werden können. Als Rettungswege gelten u.a. Flure, Treppenräume, Ausgänge, Rettungsbalkone, Laubengänge, Rettungstunnel.

Revisionsöffnung
Eine Revisionsöffnung ist eine Klappe/Luke in der Wand, die dahinterliegende Installationen wie z.B. Rohrleitungen oder Verteilerkästen zur Kontrolle zugänglich macht.

RFID
RFID steht für Radiofrequenz-Identifikation, mit der Daten mittels Radiowellen berührungslos und ohne Sichtkontakt zu übertragen. Herzstück der Technologie ist der Transponder, ein winziger Computerchip mit Antenne. Er ist in ein Trägerobjekt integriert, beispielsweise in ein Klebeetikett oder eine Plastikkarte. Auf dem Chip ist in der Regel ein Nummerncode gespeichert. Dieser verschlüsselt Informationen, die in einer Datenbank hinterlegt sind.

Richtcharakteristik
Die Richtcharakteristik von Schallquellen lässt sich am besten in Polarkoordinaten darstellen. Man trägt den Schalldruck in einer Ebene um die Quelle abhängig vom Winkel im Verhältnis zum Schalldruck in einer Bezugsachse auf. Die Richtcharakteristik von Schallquellen wird meistens durch den Richtungsfaktor, den Richtungsgrad und das Richtungsmaß gekennzeichnet.

Richtfest
Ein Richtfest wird traditionell gefeiert, wenn der Rohbau eines Gebäudes fertiggestellt und der Dachstuhl errichtet ist. Ein Richtfest findet immer auf der Baustelle und zur Arbeitszeit statt, und zwar nach Mittag, damit alle den Richtspruch und den Umtrunk miterleben können. Hierbei wird auf dem Dach ein Richtkranz aufgestellt und Polier oder Zimmermann „weihen“ das Gebäude mit einem Richtspruch, wonach er sein geleertes Schnapsglas vom Dach schmeißt. Abschließend muss der Bauherr noch den letzten Nagel einschlagen.

Riegel
Bei Fenstern und Türen ist der Riegel ein horizontales Teil des Rahmens, das den Blendrahmen u.a. in statischer Hinsicht unterteilt. Der Riegel ist mit dem Blendrahmen fest verbunden. Bei Fensterwand-Konstruktionen ist daher auch von Pfosten-Riegel-Konstruktionen die Rede. Bestehen Pfosten und Riegel z.B. bei historischen Fenstern aus Stein, nennt man sie auch Kämpfer.

Riemchen
Als Riemchen werden dünne, kleinformatige Steine bezeichnet die als Wandbekleidung eingesetzt werden. Die Befestigung erfolgt üblicherweise durch Ankleben an die Tragstruktur. Durch den Einsatz von Riemchen können an Fassaden beispielsweise mehrere Zentimeter Bauteildicke gespart werden, wenn man einen Vergleich mit „normalen“ Vormauerzieglen heranzieht.

Ringanker
Ein Ringanker ist ein horizontal in der Wandebene liegendes Bauteil zur Aufnahme von Zugkräften, die in der Wand durch Horizontallasten oder Verformungsunterschiede hervorgerufen werden. Ein Ringanker ist unter Gebrauchslasten für eine Zugkraft von 30 kN zu dimensionieren. Als Material wird üblicherweise Stahlbeton verwendet.

Rohbau
Der Rohbau eines Gebäudes ist prinzipiell durch zwei Aspekte geprägt: Die äußeren (tragenden) Konturen des Gebäudes sind erkennbar, doch bewohnbar ist das Gebäude in diesem Zustand noch nicht. Die Planung des Rohbaus obliegt dem Architekten im Rahmen der Hochbauplanung. Weitere am Rohbau Beteiligte sind Maurer, Zimmerer, Stahlbauer und/oder (Stahl-)Betonbauer. Nach Abschluss der Rohbauarbeiten wird die Aufstellung des Dachstuhls häufig mit dem Richtfest gefeiert.

Rohdichte
Die Rohdichte eines Stoffes gibt seine Masse bezogen auf das Volumen an. Sie wird in kg/m³ angegeben. Zu berücksichtigen ist dabei der Feuchtigkeitsgehalt des Stoffs. Die Rohdichte von Mauersteinen liegt zwischen 350 kg/m³ und 2500 kg/m³. Faustregel: Je schwerer der Stein desto höher die Druckfestigkeit, desto höher der Schalldämmwert, desto niedriger die Wärmeleitfähigkeit.

Rollladen
Ein Rollladen wird in der Regel als zusätzlicher Abschluss vor einem Fenster oder einer Fenstertür montiert. Neben einer Abdunklung werden damit Verbesserungen bei der Wärmedämmung und dem Einbruchschutz erreicht. Hauptsächlich werden Kunststoff– und Aluminiumpanzer unterschieden.

Rollladenkasten
Der Rollladenkasten nimmt die Rolllade auf, wenn sie nicht benutzt wird. Er kann aus örtlich hergestelltem Beton oder als Fertigteil in die Außenwand integriert oder davor angebracht sein. Rollladenkästen sind in modernen Gebäuden ein wichtiger Punkt, auf den bei der wärmedämmtechnischen Auslegung des Gebäudes zur Vermeidung von Wärmebrücken geachtet werden sollte.

Rücklauftemperatur
Mit dem Rücklauf kommt das Heizwasser nach der Abkühlung an einem Heizkörper zum Kessel zurück. Die Rücklauftemperatur hängt also direkt mit der Vorlauftemperatur zusammen, zusätzlich hat die Art der Wärmeabgabe und der aktuelle Wärmebedarf des Hauses einen Einfluss.

S

Salzbelastung
Viele Mauerwerksbereiche im Altbau sind nicht ausreichend gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt. Unter bestimmten Umgebungsbedingungen verdunstet das in die Wand eingedrungene Wasser an der Oberfläche und hinterlässt mittransportierte Salze an der Wandoberfläche als weißlichen bisweilen flaumartigen Belag.

Sandwichelement
Sandwichelemente sind industriell vorgefertigte Fassadenelemente, werden vorrangig in Gewerbegebäuden als einschalige Wandkonstruktion eingesetzt und bestehen aus Deckschalen verschiedener Materialien (meist Metalle) und einem Kern aus Hartschaum (Polyurethanschaum oder Polystyrol) bzw. mineralischem Faserdämmstoff. Der Kern kann eine Verbundwirkung mit den Schalen herstellen. Die Sandwichelemente können plan, gekantet oder gerundet hergestellt werden.

Sanierputz
Sanierputze sind werkgemischte Trockenmörtel, die besondere Anforderungen hinsichtlich Festigkeit, Zusammensetzung, Luftporengehalt, Salzaufnahmefähigkeit und Wasserdampfdiffusionsfähigkeit erfüllen. Sie lassen die in der Wand enthaltene Feuchtigkeit hindurch diffundieren und können wasserlösliche Salze, die mit dem Wasser transportiert werden, schadensfrei im Putzgefüge anlagern.

Sanierung
Unter einer Sanierung versteht man die baulich technische Wiederherstellung oder Modernisierung eines Bauwerks, um Schäden oder einen Mangel zu beseitigen oder den Wohn- und Lebensstandard zu erhöhen. Um vorhandene Mängel festzustellen, muss eine Voruntersuchung in Form eines Gutachtens durchgeführt werden, aus der die Schadensursache, das Schadensbild sowie die vorgesehenen Sanierungsmaßnahmen hervorgehen. Ziel ist die Wiederherstellung des standsicheren und zweckbestimmt nutzbaren Zustands. Eine Sanierung geht über die Instandhaltung hinaus und schließt oft die Modernisierung ein, die auch Nutzungsanpassungen und erhebliche Eingriffe in die Bausubstanz erforderlich machen können.

Satteldach
Das Satteldach besteht aus zwei gegeneinander geneigten Dachflächen, die durch den First miteinander verbunden sind. Diese Dachform ist weit verbreitet und wird als Sparrendach oder Pfettendach ausgebildet.

Schädling, pflanzlich
Vor allem Holzbauteile aber auch Putz und Mauerwerk von Altbauten sind durch Schädlingsbefall gefährdet. Hierbei wird zwischen pflanzlichen und tierischen Schädlingen unterschieden.

Schädling, tierisch
Vor allem Holzbauteile aber auch Putz und Mauerwerk von Altbauten sind durch Schädlingsbefall gefährdet. Hierbei wird zwischen pflanzlichen und tierischen Schädlingen unterschieden.

Schafwolle
Siehe Dämmstoffe > Schafwolle

Schall
Mechanische Schwingungen in Gasen, Flüssigkeiten oder Feststoffen werden als Schall bezeichnet. In der Bau- und Raumakustik haben Schallvorgänge in der Luft, die uns als Medium umgibt und über die unser Ohr den Schall wahrnimmt, primäre Bedeutung. Neben dem Luftschall sind in Gebäuden auch Probleme des Körperschalls bei Übertragungen über die Bauteile wichtig.

Schallabsorptionsgrad
Die Qualität einer Schallabsorption wird durch den Schallabsorptionsgrad beschrieben, der Werte zwischen 0 (vollständige Reflexion) und 1 (vollständige Absorption) annehmen kann. In der Raumakustik werden alle Schallenergieanteile als „absorbiert“ betrachtet, die nicht reflektiert werden. Einem offenen Fenster, durch das die gesamte auffallende Schallenergie transmittiert wird, wird ein Schallabsorptionsgrad von 1,0 zugeordnet.

Schallbrücke
Über Schallbrücken wird Körperschall unter Umgehung von Dämmschichten in andere Bauteile übertragen. Als Schallbrücken wirken schon kleinste starre Verbindungen. Beispielsweise können punktförmige Randverbindungen vom Estrich zu einer Wand den Trittschallpegel um mehrere Dezibel erhöhen. Hiergegen können Randdämmstreifen eingesetzt werden.

Schalldämmmaß, bewertet
Die Schalldämmung eines Bauteils ist meist stark frequenzabhängig. Um die Schalldämmung dennoch durch eine Einzahlangabe hinreichend genau charakterisieren zu können, wird das bewertete Schalldämm-Maß Rw gebildet. Eine Verbesserung der Schalldämmung um 10 dB bewirkt dabei eine Halbierung der abgegeben Schallleistung, d.h. des Lärms.

Schalldämmung
Zur Minderung von Lärmbelästigung gibt es verschiedene geeignete bauliche Maßnahmen, je nach Schallübertragungsweg, wobei zwischen Luft-, Körper- und Trittschall differenziert wird. Die Behinderung ihrer Ausbreitung wird als Schalldämmung bezeichnet. Insbesondere beim Körperschall ist dabei auf die Vermeidung von Schallbrücken zu achten.

Schalldämpfer
Zur akustischen Entkoppelung von Luftschallübertragung werden Schalldämpfer verwendet. Je nach Auslegungsart werden bestimmte Frequenzbereiche des Schallspektrums gut gedämpft, andere hingegen schlechter. Darum ist für jeden Anwendungsfall eine detaillierte Schalldämpferauslegung nötig.

Schalldruck
Schallwellen in der Luft rufen in unserem Ohr aufgrund von Druckunterschieden die Schallempfindung hervor. Neben der Frequenz ist der Schalldruck eine wichtige Kenngröße von Schallschwingungen. Er stellt die Amplitude der Schwingung dar. Er ist im Vergleich zu dem statischen atmosphärischen Druck (Ruhedruck) von etwa 100 kPa ein sehr kleiner Wechseldruck in der Größenordnung von 20 µPa (Hörschwelle) bis 20 Pa (Schmerzgrenze), der diesen überlagert.

Schalldruckpegel
Da sich die Empfindlichkeit des Gehörs nicht an absoluten sondern an relativen Schalldruckänderungen orientieren, ist es in der Akustik üblich, nicht mit Schalldrücken sondern mit einer daraus abgeleiteten logarithmischen Größe, dem Schalldruckpegel, zu arbeiten. Die Einheit des Schalldruckpegels ist Dezibel (dB). Die Hörschwelle liegt bei 0 dB und die Schmerzgrenze bei 130 dB. Änderungen des Schalldruckpegels von ca. 1 dB sind eine gerade wahrnehmbare Größenordnung.

Schallleistung
Es ist allgemein üblich, Schallquellen durch die abgestrahlte Schallleistung in Watt zu kennzeichnen. Bei Maschinen als Geräuschquellen werden im Allgemeinen weniger als 0,01% ihrer Leistung in Schall umgesetzt. Bei Musikinstrumenten ist es etwa 1%, bei Lautsprechern sind es maximal etwa 10% und bei Sirenen können es bis 50% sein. Schallleistungspegel lassen sich wie Schalldruckpegel nach den Gesetzen der Pegeladdition zusammenfassen.

Schallpegeladdition
Das Rechnen mit Schalldruckpegeln basiert auf logarithmischen Rechenregeln. Ein spezieller Fall ist das Addieren von n gleichen Schallpegeln. Hier resultiert der Gesamtschallpegel aus der Summe des Grundpegels und 10 lg n. Eine Verdopplung der Anzahl der Schallpegel erhöht den Gesamtpegel also um 3 dB. Eine Verdreifachung gibt 5 dB mehr.

Schallschutz
Als Schallschutz werden sowohl Maßnahmen gegen die Schallentstehung als auch gegen die Schallübertragung bezeichnet. Ein guter Schallschutz wird durch hohe Baustoffgewichte und Entkopplung schwingender Massen erreicht. Ein Beispiel hierfür ist die Beplankung bei Leichtbauwänden. Sie wird akustisch durch zwischenliegende Dämmplatten entkoppelt. Dadurch wird eine Körperschallübertragung reduziert.

Schallschutzglas
Schallschutzglas soll Innenräume vor Außenlärm schützen. Neben den äußeren Gegebenheiten sind die schalldämmenden Eigenschaften des verwendeten Glases für den Schallschutz ausschlaggebend. Sie werden im Wesentlichen von Scheibengewicht, -steifigkeit und -aufbau, der Anordnung von Zwischenschichten, sowie der Breite und Füllung des Scheibenzwischenraumes beeinflusst.

Schalung
Eine Schalung ist notwendig, um dem Beton seine endgültige Form zu geben. Sie muss so lange unverrückbar stehen, bis der Beton seine Festigkeit und damit seine eigene Tragfähigkeit erreicht hat.

Schaumglas
Siehe Dämmstoffe > Schaumglas

Scheibenzwischenraum (SZR)
Der luft- oder gasgefüllte Zwischenraum Verglasungen wird Scheibenzwischenraum (SZR) genannt. Er ist üblicherweise zwischen 12 mm und 20 mm breit und kann sowohl mit Luft als auch mit Edelgasen (Argon, Krypton) gefüllt sein. Eine ältere Bezeichnung ist Luftzwischenraum (LZR). Im SZR können z.B. Jalousien oder Rollos für den Blend-, Sicht- oder Sonnenschutz angeordnet werden.

Scherkraft
Durch unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten kommt es bei Temperaturänderungen zur gegenseitigen Verschiebung zweier miteinander verbundener Werkstoffe. Die Kraft, die dabei parallel zur Kontaktfläche auf den sich relativ stärker „beweglichen“ Teil wirkt, wird als Scherkraft bezeichnet.

Schichtenspeicher
Mehr Warmwasserleistung bei gleichzeitig weniger Platzbedarf ist ein wesentliches Merkmal der Schichtenspeicher-Technologie. Gegenüber Speicherwassererwärmern mit Wärmeübertragung über Rohrschlangen ist die Aufheizzeit kürzer. Erwärmtes Wasser wird von oben in den Speicher geladen. So steht sofort nach Beginn der Speicherladung warmes Wasser zur Verfügung.

Schiefer
Schiefer ist ein metamorphes Gestein, das vor ca. 345 – 500 Millionen Jahren aus feinstkörnigen Ton-Schlamm-Massen, die sich am Meeresboden abgelagert haben, hervorgegangen ist. Hoher Druck und die spätere Gebirgsfaltung bewirkten die Ausrichtung der Glimmerlagen, auf denen die Spaltbarkeit des Schiefers beruht. Von den verschiedenen Schieferarten eignet sich besonders Tonschiefer für Bauanwendungen.

Schiefernagel
Schiefernägel oder -stifte werden für die Befestigung von Schiefer verwendet. Sie müssen mindestens feuerverzinkt sein. Da Schiefernägel konisch zugeschnitten sind, muss die Lochung im Schiefer bei der Verwendung von Schiefernägeln von unten nach oben erfolgen. Schiefernägel sollten über einen aufgerauten Schaft verfügen.

Schilfrohr
Siehe Dämmstoffe > Schilfrohr

Schimmelpilz
Schimmelpilze benötigen zum Wachsen organische Substanzen als Nährboden, die richtige Temperatur (> 18°) und Feuchtigkeit. Sind diese Bedingungen gegeben, sind durch Pilze durch blaugrüne, bräunliche, weiße oder schwarze Flecken zu erkennen. Der sichtbare Teil der Pilze ist vergleichsweise harmlos und leicht zu entfernen. Die Mycel, das Pilzgewebe, dagegen dringen tief in das Bauteil ein, außerdem werden Pilzsporen abgesondert und belasten die Raumluft.

Schlagdübel
Schlagdübel setzen sich aus zwei Bestandteilen zusammen: dem eigentlichen Dübel und einem speziellen Nagel. Sie werden z.B. als Befestigung von Dämmplatten verwendet, etwa bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) oder auch bei vorgehängten, hinterlüfteten Fassaden (VHF) zum Einsatz. Der Dübel wird in ein bereits vorhandenes Bohrloch geschoben und anschließend mit dem Spezialnagel arretiert.

Schloss
Ein Schloss ist eine Verschlusseinrichtung zum Absperren von Verschlüssen gegen unbefugtes Eindringen. Man unterscheidet bei einer Verschlusseinrichtung zwischen dem eigentlichen Schloss (Schlossart) und seinen Eingerichten (Schließsystem). Nach der äußeren Form werden Vorhängeschlösser, Kastenschlösser und Einsteckschlösser unterschieden.

Schmiedeeisen
Schmiedeeisen ist historisch einer der ältesten Werkstoffe und war bis in das 19. Jahrhundert der häufigste Werkstoff für Beschläge, speziell für Bänder und Schlösser. Schmiedeeisen hat eine hohe Festigkeit, gute Verform- und Zerspanbarkeit, einen niedrigen Preis und kalkulierbare Lebensdauer bei annehmbaren Korrosionsschutz.

Schornstein
Ein Schornstein ist technisch gesehen eine feuerfeste Abgasanlage zum Transport von Abgasen über das Dach ins Freie, insbesondere für die Abgase von Feuerstätten für feste Brennstoffe. Der Transport der Abgase erfolgt meist über den natürlichen Zug des Schornsteins. Bei geneigten Dächern soll die Schornsteinmündung möglichst nah am First liegen und die höchste Dachkante bei Dachneigungen über 20° um mindestens 40 cm überragen.

Schottenbauweise
Die parallele Anordnung mehrerer belasteter Wände unter Bildung einer größeren Anzahl von Räumen mit gleichen Bedingungen nennt man Schottenbauweise. Konstruktiv handelt es sich um ein System tragender Wände quer zur Längsachse eines Gebäudekomplexes. Das System wird mittels aussteifender Längswände über den Deckenverbund stabilisiert.

Schrumpfen
Das Schrumpfen wird auch als Früh- oder Kapillarschwinden bezeichnet. Der Vorgang setzt bei einem zementgebundenen Baustoff in der plastischen Phase sofort nach der Wasserzugabe ein und hängt ganz besonders vom Wasserzementwert und auch von der Nachbehandlungsart und der Nachbehandlungsdauer des Betons ab.

Schubmodul (G-Modul)
Der Schubmodul (auch G-Modul oder Schermodul) gibt die lineare elastische Verformung eines Baustoffes infolge einer Scherkraft an. Er errechnet sich aus dem Elastizitätsmodul (E-Modul) und der Querkontraktionszahl des Baustoffes. Der Schubmodul von Glas liegt bei 28690 MPa.

Schüttung
Schüttungen sind lose oder gebundene Materialkongolmerate, die z.B. als Ausgleichschichten zum Einsatz kommen. Je nach Materialwahl (z.B. Korkschrot, Blähperlite, Blähglas) können sie dabei nicht nur ausgleichende, sondern auch schall- und wärmedämmende Funktionen übernehmen. Schüttungen gibt es in loser Form, gebunden oder in Form gefasst.

Schutzleiter
Eine wesentliche Komponente einer elektrischen Installation ist der Schutzleiter (PE-Leiter). Er dient der Sicherheit des Menschen vor elektrischem Schlag und muss deshalb besonders sorgfältig verlegt werden. Er ist mit grün-gelber Isolierung gekennzeichnet.

Schwarzwasser
Schwarzwasser bezeichnet Abwasser, das im Gegensatz zu Grauwasser Fäkalien enthält. Es kann weiter in Braun- und Gelbwasser unterteilt werden.

Schweißverfahren
Das Schweißverfahren ist eine Verfahrenstechnik für Bitumen-Schweißbahnen, bei der die Deckschichten durch Wärmeeinwirkung (meist mit einem Brenner) angeschmolzen und so die Bahnen mit dem Untergrund verbunden werden.

Schwerbeton
Schwerbeton ist ein Beton mit besonders schweren Gesteinskörnungen wie Schwerspat, Eisenerz, Baryt, Stahlgranulat. Die Trockendichte ist größer als 2600 kg/m³.

Schwinden
Schwinden hat im Baubereich mehrere Bedeutungen. Zunächst steht es für die Verringerung der Abmessung des Holzes infolge Feuchtigkeitsabnahme. Weiterhin wird auch bei der Volumenverminderung des Zementsteins bei Austrocknung von Schwinden gesprochen. Sowohl beim Arbeiten mit Holz als auch mit Beton müssen diese Schwindvorgänge mit berücksichtigt und wenn möglich unterbunden werden.

Seegras
Siehe Dämmstoffe > Seegras

Seiltragwerk
Seiltragwerke sind gegenüber anderen Konstruktionen besonders wirtschaftlich, wenn mittlere bis große Flächen stützenfrei zu überbrücken sind. Bei geringer Eigenmasse und hoher Zugbeanspruchung besitzen sie große Flexibilität und eine lange Lebensdauer.

Sekundärenergie
Sekundärenergie ist der Energiegehalt von Umwandlungsprodukten (Elektrizität, Fernwärme, Stadtgas, Benzin) der Primärenergieträger (Sonnenlicht, Erdöl, Erdgas, Kohle, Uran). Die Sekundärenergie ergibt sich aus der Primärenergie abzüglich der Umwandlungsverluste.

Sicherheitsglas
Sicherheitsgläser werden in Verbundsicherheitsglas (VSG, zwei oder mehrere Floatglasscheiben (Normalglas), die durch PVB-Folien fest miteinander verbunden sind) und Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG, thermisch vorgespannt mit höherer Belastbarkeit und dadurch mehr Sicherheit) unterschieden.

Sichtbeton
Beim Sichtbeton übernehmen die Ansichtflächen gestalterische Funktion. Die Oberflächen werden durch die Schalungshaut bestimmt. Prinzipiell sind alle Betonoberflächen als Sichtbeton zu sehen. Um den Begriff klarer zu fassen, haben der Deutsche Beton-Verein E.V. und der Bundesverband der Deutschen Zementindustrie e.V. das „Merkblatt Sichtbeton“ herausgegeben, welches vier verschiedene Klassen von Sichtbeton beschreibt.

Silikagel
Silikagel ist eine poröse Form von Siliziumdioxid, also amorphe Kieselsäure in festem Zustand, mit einer großen inneren Oberfläche. Es wird als Filter-, Absorptionsmaterial und Trockenmittel verwendet, da es sehr hygroskopisch wirkt.

Silikon
Chemisch gesehen handelt es sich bei Silikon um langkettige Silizium-Sauerstoff-Verbindungen, die sich untereinander vernetzen können. Dadurch ergeben sich neben der Dauerelastizität auch wasser-, farb- und klebstoffabweisende Eigenschaften, weshalb mit Silikon abgedichtete Fugen nicht überstrichen werden können. Seine Elastizität ist jedoch auf ein Maximum beschränkt (ca. 20% Dehnfähigkeit). Eine 1 cm breite Dehnungsfuge darf sich also gerade um 2 mm erweitern, bevor das Silikon in der Fuge abreißt.

Silizium, kristallin
Bei der Produktion von Solarzellen auf der Grundlage von Silizium gibt es zwei unterschiedliche Zelltypen: monokristalline und polykristalline Zellen. Letzere weisen dabei ein unruhigeres Erscheinungsbild auf als bei monokristallinen Zellen. Die Energie für die Herstellung ist bei polykristallinen Zellen geringer, jedoch gilt das auch für deren Wirkungsgrad.

Solararchitektur
Nach dem Prinzip der Solararchitektur wird einfallende Sonnenstrahlung als direkte Energiequelle zum Beheizen und Belichten genutzt. Planerisch wichtig sind dabei Südfassadenausbildungen, die die flach einfallende Wintersonne ungehindert eindringen lassen und die hochstehende Sommersonne z.B. durch auskragende Dächer oder Balkone ausblendenüber.

Solarenergie
Solarenergie wird aus der Sonne gewonnen. Grundsätzlich unterschieden werden zwei Arten der Energiegewinnung: Solarthermie und Photovoltaik. Bei der Solarthermie wird mit Solarkollektoren Wärme erzeugt, bei der Photovoltaik mit Solarzellen Strom. Die Nachrüstung eines Gebäudes mit beiden Arten solarer Energiegewinnung ist möglich.

Solarkollektor
Solarkollektoren dienen der Nutzung der Sonnenwärme für Warmwasserbereitung und Unterstützung der Heizung. Solarkollektoren sind auf Dächern oder an Fassaden installiert und sollen die Sonnenwärme aufnehmen. Über den Absorber gibt der Solarkollektor die Wärme an den Solarkreislauf ab. Kollektoren können als Flachkollektoren oder Vakuum-Röhrenkollektoren konstruiert sein. Je nach Ausführung ist eine Montage oberhalb der Dacheindeckung oder auch „Indach“ möglich.

Solarkonstante
Die Solarkonstante ist die Energiemenge, die von der Sonne pro Sekunde auf eine senkrecht zur Strahlung stehende Fläche in mittlerer Entfernung an der oberen Grenze der Erdatmosphäre trifft. Ihr Wert beträgt 1,353 kW/m². Mit der einstrahlenden Sonnenenergie könnte der gesamte Energieverbrauch der Erde theoretisch um ein Vielfaches gedeckt werden.

Solarspeicher
Ob die Sonnenwärme für die Warmwasserbereitung oder zur solaren Heizungsunterstützung genutzt wird: In beiden Fällen wird sie in einem Solarspeicher zwischengespeichert, damit die Wärme auch dann verfügbar ist, wenn die Sonne gerade nicht scheint. Für die solare Trinkwassererwärmung werden überwiegend bivalente Warmwasserspeicher verwendet, an die zusätzlich ein zweiter Wärmeerzeuger angeschlossen werden kann. Bei solarer Heizungsunterstützung wird die Wärme in einem Pufferspeicher bevorratet. Für die Kombination von Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung eignen sich Kombispeicher.

Solarspeicher, bivalent
Solarspeicher sind häufig bivalent ausgelegt. Sie besitzen zusätzlich zum Wärmetauscher des Solarkreises eine Einrichtung zum Nachheizen mittels einer anderen Energiequelle, beispielsweise einen zweiten Wärmetauscher im oberen Speicherbereich zum Anschluss an einen Heizkessel. Ein Nachheizen wird immer dann notwendig, wenn die Sonne nicht genügend Energie liefert, um den Warmwasserbedarf zu decken.

Solarthermie
Solarwärmeanlagen nutzen die Strahlungswärme der Sonne, um Wasser zu erwärmen. Über einen Solarkreislauf wird die Sonnenwärme vom Kollektor zum Solarspeicher transportiert. Die Nutzung der Sonnenenergie zur Erwärmung von Wasser wird als Solarthermie bezeichnet. Für die Erzeugung von Solarstrom steht der Begriff Photovoltaik.

Solarzelle
Eine Solarzelle ist ein elektrisches Bauelement, das kurzwellige Strahlungsenergie, in der Regel Sonnenlicht, in elektrische Energie (Gleichstrom) wandelt. Die Anwendung der Solarzelle ist die Photovoltaik. Solarzellen werden häufig entsprechend ihrer Materialdicke in Dickschicht- und Dünnschichtzellen unterteilt. Ein weiteres Kriterium kann das verwendete Material sein. Es werden z.B. die Halbleitermaterialien CdTe, GaAs oder Kupfer-Indium-Selen-Verbindungen eingesetzt, weltweit am häufigsten jedoch Silizium. Die Kristallstruktur kann kristallin (mono-/polykristallin) oder amorph sein.

Sonnenenergienutzung
Die aktive Nutzung von Sonnenenergie umfasst Systeme, die Sonnenenergie mittels Sonnenkollektoren in Wärme oder durch Solarzellen in Strom umwandeln. Passiv nennt man die Nutzung der Sonnenenergie, wenn keine beweglichen Elemente erforderlich sind. Jedes Haus nutzt passiv Sonnenenergie durch Fenster oder Wintergärten.

Sonnenenergienutzung, passiv
Mit passiver Sonnenenergienutzung kann durch die Gestaltung von Gebäuden (Ausrichtung, Raumanordnung, Anordnung von Glasflächen und Speichermassen) deren Energiebedarf zu senken. Solare Gewinne tragen z.B. zur Erwärmung von Räumen bei und reduzieren den Heizwärmebedarf. Tageslichtnutzung senkt den Bedarf an künstlicher Beleuchtung. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass der Kühlbedarf im Sommer nicht steigt. Aktive Sonnenenergienutzung trägt hingegen dazu bei, entstandenen Energiebedarf zu decken.

Sonnenschutz
Sonnenschutz ist eine technische Maßnahme auf der Basis von Absorption, Reflexion und Refraktion (Brechung) zur Kontrolle des direkten Sonnenlichts. Das Ziel ist die Erhöhung des Sehkomforts (Blendschutz) sowie die Reduzierung der Wärmebelastung in einem Raum.

Sonnenschutz, integriert
Sonnenschutz kann in den Scheibenzwischenraum von Isoliergläsern integriert werden, um nicht der Witterung ausgesetzt zu sein. Ein weiterer Vorteil besteht im geringen Reinigungs- und Wartungsaufwand. Regelbare System können mit entsprechenden Elektromotoren zum Öffnen und Schließen des Sonnenschutzes ausgestattet werden. Auch Gestaltungsmöglichkeiten mit Lamellen, Rollos oder Reflexionsfolien sind vorhanden.

Sonnenschutz, natürlich
Diese Art der Beschattung wird auf natürliche Art durch Bäume, Bepflanzung oder angrenzende Gebäude geboten. Es werden einem Gebäude keine technischen Bauteile hinzugefügt. Diese Art des Sonnenschutzes kann auch saisonabhängig geplant werden, wenn die Verschattung im Winter z.B. durch das gefallene Laub von Laubbäumen nicht mehr gegeben ist.

Sonnenschutz, primär
Zum primären Sonnenschutz gehört neben der Ausrichtung des Gebäudes der statische, unbewegliche Sonnenschutz, z.B. Mauerwerk, Seitenwände, Bäume oder Nachbargebäude.

Sonnenschutz, sekundär
In Erweiterung zum starren primären Sonnenschutz ist der sekundäre Sonnenschutz als regelbarer Sonnenschutz definiert, der vor der Fassade befestigt ist, z.B. als Raffstoren, Fassadenmarkisen etc.

Sonnenschutzglas
Sonnenschutzgläser sollen vor allem im Sommer das Aufheizen der Räume hinter verglasten Flächen verhindern oder zumindest verzögern. Sie haben eine relativ hohe Durchlässigkeit der Verglasung für den sichtbaren Bereich des Lichtes bei gleichzeitiger Reduktion der wärmewirksamen Sonnenstrahlung. In der Praxis ist die Forderung nach Sonnenschutz in der Regel mit einer Wärme- oder Schallschutzfunktion verbunden. Dies führt zu einem Mehrfachscheibenaufbau.

Sorption
Sorption ist die Sammelbezeichnung für die Anlagerung z.B. von Wassermolekülen an die innere Oberfläche eines Stoffes. Die Anreicherung innerhalb einer Phase heißt Absorption, die an der Grenzfläche Adsorption. Für Prozesse, bei denen nicht eindeutig zwischen Ad- und Absorption unterschieden werden kann, wird der Oberbegriff Sorption verwendet. Die Umkehrung der Sorption heißt Desorption.

Spachtelmasse
Spachtelmassen dienen dem Verschluss offener Poren und werden auf der Basis von Bindemitteln hergestellt. Im Wesentlichen kommen heute zementöse Spachtelmassen zum Einsatz, sie sind aber auch als Dispersions- oder Reaktionsharzspachtelmassen erhältlich. Außer nach dem Bindemittel werden sie nach der Anwendung in Feinspachtelmassen zum Glätten, Ausgleichsmassen und als Füll- und Niveliermassen unterschieden.

Spannbeton
Die Bewehrung dieses Betons besteht aus Betonstahl und Spannstahl. Mit Hilfe des vorgespannten Spannstahls bleibt der Beton bei Zug- und Biegekräften ohne schädliche Risse.

Sparren
Als Sparren oder Dachsparren bezeichnet man in Dachkonstruktionen einen Träger, der von der Traufe zum First verläuft und die Dachhaut trägt. In der Aufsicht sind sie üblicherweise rechtwinklig zum First angeordnet. Der Dachsparren kommt entweder als geneigter Einfeldträger, oder geneigter Mehrfeldträger, jeweils mit oder ohne Kragarm vor.

Sparrendach
Sparrendächer bilden – im Gegensatz zu den Pfettendächern – einen stützenfreien Dachraum. Sie bestehen aus Sparrenpaaren, die mit dem dazugehörigen Deckenbalken oder dem entsprechenden Teil der Massivdecke ein unverschiebliches Dreieck bilden. Die Decke bzw. der Deckenbalken wird nur auf Zug beansprucht, und die gesamte Dachlast wird auf die Außenwände übertragen. Diese Dachkonstruktion eignet sich für Dachneigungen zwischen 25° und 60°.

Sparrenvolldämmung
Bei der Sparrenvolldämmung wird der gesamte zur Verfügung stehende Sparrenzwischenraum mit Dämmstoffen ausgefüllt. Auf eine Belüftung im Dämmstoffbereich wird verzichtet. Dies stellt besondere Anforderungen an die Diffusionseigenschaften von Unterspannbahnen.

Sperrschicht
Außenwände in direktem Kontakt mit Erdreich können durch eindringende Feuchtigkeit gefährdet sein. Als Feuchteschutz gegen horizontalen Wassertransport werden vertikale Sperrschichten aufgebracht. Gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Sockelbereich werden horizontale Sperrschichten ausgebildet.

Splitgerät
Splitgeräte sind kleine Klimaanlagen, in deren kompakten Gehäusen Verdichter, Expansionsventil und Verdampfer zusammengefasst sind. Sie sind in eine Innen– und eine Außeneinheit aufgeteilt. Beide Komponenten teilen sich die Arbeit, den zu klimatisierenden Wohn- oder Arbeitsraum mit kühler und gefilterter Luft zu versorgen. Sie sind über einen Kältekreislauf miteinander verbunden.

Sprengwerk
Das Sprengwerk als Dachkonstruktion dient wie das Hängewerk der stützenfreien Überbrückung größerer Flächen und kommt in der Regel bei Pfettendachstühlen zum Einsatz. Beim Sprengwerk werden die Stiele (Stuhlsäulen) des Dachstuhls jedoch durch die Streben unterstützt, die die Lasten auf die Auflager übertragen. Anwendung findet dieses System dann, wenn Decken- oder Binderbalken nicht zur Lastübertragung zur Verfügung stehen.

Sprinkler
Sprinkler sind Löschwasserdüsen, die im Normalfall mit thermischen Auslöseelementen verschlossen sind. Im Brandfalle öffnet das von den Brandgasen erhitzte Auslöseelement, und das ausströmende Löschwasser wird gleichmäßig auf den Brandherd verteilt. Die Nennöffnungstemperatur wird durch Farben gekennzeichnet.

Sprinkleranlage
Sprinkleranlagen sind stationäre Feuerlöschanlagen mit dem Löschmedium Wasser. Das Löschwasser wird über ein im Deckenbereich verlegtes Rohrnetz geführt und über Sprinklerdüsen direkt auf den Brandherd in definierter Tröpfchengröße verteilt. Die Sprinklerdüsen sind im Normfall geschlossen und öffnen erst bei Übersteigen einer vorgegebenen Auslösetemperatur.

Spritzbeton
Spritzbeton ist einem Trocken- oder Nassgemisch, das in geschlossenen Rohr- oder Schlauchleitungen bis zur Einbaustelle transportiert, dort auf die vorgesehenen Stellen gespritzt und dabei gleichzeitig verdichtet wird.

Sprosse
In der Fenstertechnik bezeichnet man mit dem Begriff Sprosse eine Leiste, die das Glasfeld des Flügelrahmens unterteilt. Sprossen bestehen üblicherweise aus demselben Material wie der Flügelrahmen. Es werden „echte“ Sprossen unterschieden, die tatsächlich im Sinne der historisch bedingten Funktion von Sprossen das Glasfeld unterteilen, und aufgeklebte sowie innerhalb von Isolierglas eingebaute Sprossen.

Stahl
In der Werkstoffwissenschaft wird alles ohne Nachbehandlung schmeidbare Eisen als Stahl bezeichnet. Er zeichnet sich aus durch hohe Festigkeit, gute Bearbeitbarkeit durch Gesenkschmieden und Umformen und vor allem durch geringe Werkstoffkosten. Nachteilig bei Stahl ist die Oxidbildung, d.h. Bauteile aus Stahl müssen einen dauerhaften Korrosionsschutz erhalten, sonst rosten sie. Für Außenbauteile hat sich Verzinken mit einer Lebensdauer bis ca. 20 Jahre bewährt, im Innenbereich sind Grund- und Deckbeschichtungen üblich.

Stahlbeton
Wird Beton mit Stahleinlagen in Form von Drähten, Stäben oder Matten bewehrt, nennt man dies Stahlbeton. Er ist für Konstruktionen notwendig, bei denen hohe Zugkräfte auftreten. Im Eigenheimbau können das beispielsweise Decken mit großen Spannweiten, freitragenden Treppen und Balkone sein.

Standardheizkessel
Der Standardheizkessel ist ein Heizkessel, bei dem die durchschnittliche Betriebstemperatur durch seine Auslegung begrenzt sein kann.

Stapelverband
Beim Stapelverband werden die üblichen Regeln für Mauerwerke missachtet. Diese besagen unter anderem, dass Steine immer überlappend gemauert werden müssen. Stattdessen werden beim Stapelverband, einer Verblendtechnik, die Mauersteine so übereinander angeordnet, dass die Stoßfugen vertikal durchlaufen. Stapelverband darf nur mit einer zusätzlichen Fugenbewehrung ausgeführt werden darf.

Steigleitung
n der häuslichen Trinkwasseranlage heißen alle Leitungen, die nach dem Verteiler abgezweigt werden und senkrecht zu den Stockwerken führen, Steigleitung. Steigleitungen sind eine meist für den Wassertransport vorgesehen. Sie müssen einzeln absperrbar und entleerbar sein. Steigleitung im Brandschutz werden in die Kategorien „trocken“, „trocken-nass“ und „nass“ unterteilt.

Stoßfuge
Als Stoßfuge wird die an der Stirnseite, d.h. in Wandlängsrichtung, der Steine liegende Fläche bezeichnet. Stoßfugen wurden in der früheren Vergangenheit grundsätzlich immer vermörtelt – heute wird dies aus Rationalisierungs- und Wärmeschutzgründen fast nicht mehr, nur noch bei Sichtmauerwerk und Mauerwerk in der Druckzone von Stürzen.

Strahlung
Der Begriff Strahlung beschreibt die Ausbreitung von Teilchen oder Wellen. Trifft die Strahlung auf ein Hindernis, wird sie entweder absorbiert (umgewandelt), transmittiert (hindurch gelassen), gestreut oder reflektiert (zurückgeworfen). Schall wird zwar nicht als Strahlung angesehen, verhält sich aber ähnlich. Strahlung ist im Bauwesen neben der Leitung und der Konvektion einer der maßgeblichen Wärmeübertragungsmechanismen.

Strahlungstemperatur
Die Strahlungstemperatur ist die mittlere Temperatur der einen Menschen umgebenden Flächen, einschließlich der Heizflächen in einem Raum. Sie wird gebildet aus der Summe der Temperaturen der einzelnen Flächen, gewichtet mit dem Flächenanteil.

Stroh
Siehe Dämmstoffe > Stroh

Systemwirkungsgrad
Der Systemwirkungsgrad bezeichnet das prozentuale Verhältnis zwischen der gewonnenen und der tatsächlich genutzten Sonnenenergie in einer Solarthermie-Anlage. Je mehr Solarwärme durch Solarspeicher und tatsächlichen Bedarf genutzt werden kann, desto besser ist der Gesamtwirkungsgrad.

T

Tageslichtnutzung
Tageslicht ist der sichtbare Teil der Globalstrahlung im Wellenlängenbereich von 380-780 nm. Optimierte Tageslichtnutzung wird eingesetzt, um in überwiegend tagsüber genutzten Gebäuden den Einsatz künstlicher Beleuchtung zu reduzieren. Es handelt sich hier um einen integralen Entwurfsbestandteil aus dem Aufgabenbereich der Architekten.

Tageslichtquotient
Der Tageslichtquotient beschreibt die Effizienz der natürlichen Beleuchtung von Räumen als Verhältnis der Lichtintensität auf eine innenliegende Fläche (z.B. Schreibtisch) im Vergleich zur Lichtintensität auf eine außen liegende Fläche bei hauptsächlich diffuser Strahlung. Je höher der Tageslichtquotient, desto besser kann Tageslicht zur Beleuchtung verwendet werden und desto weniger künstliche Beleuchtung ist erforderlich.

Tageslichtsystem
Tageslichtsysteme stellen eine technische Maßnahme auf der Basis von Reflexion und Refraktion (Brechung der Lichtstrahlen) im Fenster- und Oberlichtbereich dar, um die Versorgung eines Raumes mit Tageslicht zu verbessern und um damit den elektrischen Energieverbrauch zu reduzieren.

Taupunkt
Luft kann mit zunehmender Temperatur mehr Wasserdampf aufnehmen. Bei sinkender Temperatur der Luft, bei der die relative Luftfeuchtigkeit von 100% erreicht wird, fällt der dann überschüssige Wasserdampf in Form von Tauwasser aus. Dieser Grenzbereich wird Taupunkt genannt.

Taupunkttemperatur
Die Taupunkttemperatur ist die Temperatur, bei der die relative Luftfeuchtigkeit 100% erreicht, die Luft also gesättigt ist. Sobald die Lufttemperatur bei unverändertem Feuchtegehalt weiter sinkt, fällt Tauwasser an.

Tauwasser
Siehe Kondensation

Temperaturleitzahl
Die Temperaturleitzahl ist eine Materialkonstante, die die zeitliche Veränderung der räumlichen Temperaturverteilung durch Wärmeleitung als Folge eines Temperaturgefälles beschreibt. Sie ist u.a. abhängig von der Wärmeleitfähigkeit des betrachteten Stoffes.

Terracotta
Terracotta ist eine unglasierte Steingutfliese in natürlichen erdigen braungelben bis -roten Farbvarianten. Das Herstellungszentrum liegt in der Toskana. Dort werden Terracottafliesen auch heute noch per Hand geformt, so dass die einzelnen Fliesen ungleichmäßige Maße haben. Der Reiz von Terracotta liegt darin, dass der Belag mit zunehmendem Alter reift, wobei er eine Patina erhält.

Terrasse
Im Unterschied zum Balkon ist eine Terrasse ein ebenerdiger Freisitz, während eine Dachterrasse ein unterbauter Freisitz ist. Beide Arten sind auf einem Gefälleestrich zu verlegen, um auftretendes Wasser vom Gebäude (Dach bzw. Mauerwerk) weg zu führen. Als Flachdachaufbau müssen Dachterrassen ferner neben einer ausreichenden Wärme- und Trittschalldämmung immer zunächst mit einer Bauwerksabdichtung versehen werden.

Terrazzo
Terrazzo ist ein zweischichtiger Zementestrich, der mit Zuschlag aus Naturstein hergestellt wird. Die geschliffene Oberfläche dient als Nutzfläche. Durch Mischung aus dem ggf. eingefärbten Bindemittel und verschieden farbigen Zuschlägen kann die Färbung des Bodens beeinflusst werden.

Terz
Die feinere Unterteilung einer Oktave ist eine Terz. Sie entsprechen einer 1/3-Oktaven (Frequenzverhältnis 1:1,28). Für Frequenzanalysen eingesetzte Messgeräte enthalten meist Oktav- und Terzfilter, die es erlauben, den Schallvorgang in seinen einzelnen Oktav- bzw. Terzbereichen zu erfassen und als Schallspektrum darzustellen.

Thermografie
Bei einer Thermografie wird ein Wärmebild (Infrarotbild) eines Hauses erstellt. Anders als eine konventionelle Kamera unterscheidet eine Wärmebildkamera nicht hell und dunkel, sonder warm und kalt. Auf diese Art können kalte Stellen (z.B. Wärmebrücken) eines Bauteils aufgespürt werden. In Verbindung mit einer Dichtheitsmessung (Blower-Door-Test) können undichte Stellen aufgespürt werden, da hier kalte Luft einströmt und die Infrarotkamera diese Stellen anzeigt.

Thermoplast
Thermoplaste sind hochpolymere Werkstoffe aus Kunststoff, der bei Erwärmung in einem breiten Temperaturbereich erst weich und plastisch, also unter Druck verformbar wird, und bei weiterer Temperaturerhöhung schmilzt bzw. sich vorher schon zersetzt. Nach der Abkühlung aus dem plastischen Zustand wird er wieder fest und stabil.

Thermostatarmatur
Thermostatarmaturen sind insbesondere für den Einsatz in Duschen und an Badewannen geeignet. Sie halten die gewählte Wassertemperatur auch bei Schwankungen der Vorlauftemperatur oder des Leitungsdrucks konstant. Thermostate haben bei 38°C eine Sperre.

Toleranz
Genaue Abmessungen sind weder bei der Produktion von Baustoffen noch bei der Ausführung von Bauwerken zu sichern. Aus diesem Grund handelt es sich bei den angegebenen Maßen in Plänen und Zeichnungen um Nennmaße, die eine gewisse Bandbreite an Toleranzen aufweisen dürfen. Diese Bandweite ist notwendig, um die Erstellung eines Bauwerkes unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu ermöglichen.

Totmannschaltung
Bei der Totmannschaltung handelt es sich um einen Antrieb eines Tors, das über einen Taster in Auf- oder Zu-Richtung angesteuert wird. Der Ausführende hat Sichtkontakt zur Tür. Lässt er den Taster los, stoppt der Antrieb.

Transluzenz
Mit Transluzenz wird die Lichtdurchlässigkeit eines Materials definiert. Transluzente Materialien (z.B. Wachs, die menschliche Haut, Blätter) können teilweise Licht durchlassen, sind aber nicht unbedingt transparent. Transluzenz ist also nicht mit dem Begriff Transparenz zu verwechseln, mit dem die Durchsichtigkeit eines Materials beschrieben wird.

Transmission
Die Durchlässigkeit von Materialien für Strahlung wird Transmission bezeichnet. Bei transparenten oder transluzenten Bauteilen (insbesondere Fenstern) beschreibt der Transmissionsgrad, wieviel Strahlung (Sonnenlicht) vom Bauteil durchgelassen wird. Neben Transmission treten an Oberflächen und in Bauteilen Reflexion und Absorption auf. Transmission ist entscheidend für die Ermittlung des Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) eines Bauteils.

Transmissionsgrad
Der Transmissionsgrad beschreibt das Verhältnis der durchgehenden Strahlungsleistung zur einfallenden Strahlungsleistung.

Transmissionswärmeverlust
Darunter versteht man die Wärmeverluste, die sich durch die Wärmeleitfähigkeit der Gebäudehülle ergeben. Auch bei sehr gut gedämmten Gebäuden können die Transmissionsverluste nicht verhindert, sondern nur verringert werden. Die Transmissionsverluste eines Bauteils sind proportional der Fläche und dem U-Wert des Bauteils sowie der Temperaturdifferenz zwischen innen und außen.

Transparenz
Der Begriff Transparenz bezeichnet in Zusammenhang mit Glas, dass die Glasmoleküle keine Kristalle bilden und so die Lichtstrahlen ohne Streuung durch das Material durchgelassen werden. Im Allgemeinen wird ein Material transparent genannt, wenn man Dahinterliegendes relativ klar erkennen kann, beispielsweise bei durchsichtigem Fensterglas.

Transportbeton
Transportbeton wird in einem Betonwerk entsprechend den Anforderungen gemischt und mit einem Betonmischfahrzeug zur Baustelle transportiert. Dort wird er in eine vorher aufgestellte Schalung eingebracht, in der er erhärtet. Transportbeton eignet sich für praktisch alle Anwendungen im Rohbaubereich.

Traufe
Die Traufe stellt den untersten Punkt eines Daches und somit die Entwässerungs- und Belüftungsebene dar. Nach konstruktiver Ausführung unterscheidet man zwischen weit überstehenden Traufen, Traufen ohne Überstand und in das Gebäude einbezogene Traufen. Lüftungsbleche gewährleisten die Zuführung von Außenluft in den Dachraum und verhindern das Eindringen von Kleintieren.

Treibhauseffekt
Der Treibhauseffekt beruht darauf, dass bestimmte Stoffe unterschiedliche Transmissionseigenschaften für kurzwellige und langwellige Strahlung aufweisen. Bei Gebäuden fällt z.B. kurzwelliges Sonnenlicht durch großflächige Verglasungen in das Gebäude, wird dort absorbiert und als langwellige Strahlung wieder emittiert. Die langwellige Strahlung wird von der Verglasung zurückgehalten und trägt zu den solaren Gewinnen oder zur Überhitzung des Gebäudes bei.

Treibhausgas
Gasförmige Stoffe in der Luft, die zum sogenannten Treibhauseffekt also zur globalen Erwärmung führen, werden als Treibhausgase bezeichnet. Sie absorbieren einen Teil der vom Boden abgegebenen Infrarotstrahlung und emittieren langwellige Wärmestrahlung, die die Erdoberfläche zusätzlich zum Sonnenlicht erwärmt. Es gibt natürliche Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2), Ozon, Methan und Stickoxid, aber auch vom Menschen gemachte wie FKW (vollfluorierte Kohlenwasserstoffe) oder HFKW (teilfluorierte Kohlenwasserstoffe).

Treppenlauf
Ein Treppenlauf die ununterbrochene Folge von Stufen. Ist die Verbindung zwischen zwei Geschossen durch ein Podest unterbrochen, wird die Treppe in zwei Läufe unterteilt.

Trinkwarmwasserspeicher
Ein Trinkwarmwasserspeicher ist Behälter zur Bevorratung von warmen Trinkwasser mit einer maximalen Temperatur von 90°C. Der Speicher ist üblicherweise wärmegedämmt und wird direkt oder indirekt durch einen Wärmeerzeuger erwärmt.

Trinkwasser
Trinkwasser ist ein Lebensmittel und erfordert im Umgang und Gebrauch besondere Sorgfalt. Welche Eigenschaften Trinkwasser haben muss, welche Stoffe darin nicht oder nur in bestimmten Konzentrationen enthalten sein dürfen, ist in der Trinkwasserverordnung geregelt. In Deutschland wird Trinkwasser nicht nur als Lebensmittel, sondern auch für sanitäre Zwecke, als Reinigungs- und Transportmittel und als Feuerlöschmittel benutzt.

Trittschalldämmung
Trittschall entsteht durch Gehen oder das Rücken von Gegenständen auf dem Boden. Er kann über die Decke übertragen werden und an anderer Stelle als Luftschall abstrahlen. Er lässt sich durch schwimmende Fußbodenkonstruktionen oder spezielle Dämmplatten reduzieren. Die gebräuchlichsten Dämmstoffe sind Weichfaserplattem, Schaumfolien oder Polystyrolplatten, durch die der schallbeanspruchte Oberboden von einer tragenden Decke getrennt wird.

Trittschallpegel, äquivalenter
Der äquivalente bewertete Norm-Trittschallpegel kennzeichnet die Trittschalldämmung einer Rohdecke unter Berücksichtigung ihrer mit einer üblichen Deckenauflage zu erwartenden Eignung als Fertigdecke.

Trittschallverbesserungsmaß
Bei Massivdecken kann durch Auflagen (z.B. schwimmender Estrich, Teppich etc.) der Trittschall vermindert werden. Das Trittschallverbesserungsmaß gibt an, um wieviel dB sich die Trittschalldämmung durch die Deckenauflage gegenüber der Rohdecke verbessert. Bei Teppichen sind dies bei sehr dünnen Produkten noch etwa 20 dB. Handelsübliche Qualitätsware liegt zwischen 25 und 30 dB, besonders dichte Teppiche können auch Trittschallverbesserungsmaße von 40 dB erreichen.

Trockenestrich
Trockenestrich, auch Fertigteilestrich genannt, besteht aus vorgefertigten, kraftübertragend miteinander verbundenen Platten, die trocken und meist schwimmend eingebaut werden. Zum Einsatz kommt er vorwiegend bei Sanierungsmaßnahmen und im Fertigbau. Auf dem Markt sind Kunstharz- oder zementgebundene Spanplatten, gipsgebundene Trockenestrichplatten oder reine Gipsplatten.

Trockenfäule
Als Trockenfäule wird der Befall mit pflanzlichen Holzschädlingen bezeichnet. Durch den Schädlingsbefall werden dem Holz wichtige Inhaltsstoffe entzogen, so dass es trocken und brüchig wirkt.

Tyvek
Das 1955 von Dupont als Material für Schutzkleidung entwickelte Tyvek ist ein papierartiges Spinnvlies aus hochverdichteten Polyethylenfasern. Bei einem Gewicht von etwa 110 g/m² ist das weiße, fein knitternde Material halt- und belastbar. Es ist außerdem witterungsbeständig, reißfest, UV-beständig und damit für den Außeneinsatz geeignet.

U

U-Wert
Der U-Wert (oder in Langfassung „Wärmedurchgangskoeffizient“, früher k-Wert) ist ein Maß für den Wärmedurchgang durch einen Bauteil und wird in W/(m²K) angegeben. Er beschreibt, wie viel Wärmeenergie pro m² eines Bauteils durch dieses bei einer Temperaturdifferenz von 1 Kelvin verloren geht. Je kleiner der U-Wert ist, desto besser, weil weniger Wärme durch den Bauteil geleitet wird. Anteile des U-Wertes sind Wärmeübergangswiderstände an Bauteiloberflächen sowie Wärmeleitfähigkeiten von Baustoffen, die im Bauteil vorhanden sind. Der U-Wert kann also nur die Wärmeleitung beschreiben, und dies auch nur im stationären Fall. Instationäre Vorgänge, Speicherung oder Wärmestrahlung werden nicht berücksichtigt.

Überbindemaß
Als Überbindemaß wird der kleinste Abstand zwischen Stoßfugen (vertikale Fugen) zweier übereinander liegender Steinreihen bezeichnet. Üblicherweise wird das Überbindemaß auf die Steinhöhe bezogen.

Überdeckung
Steine oder Membranen einer Dachdeckung werden nicht nebeneinander gesetzt, sondern müssen sich zumindest in Teilen gegenseitig überdecken. Die Grenze, bis zu der sich solche Bauteile überdecken muss, wird Überdeckungslinie genannt.

Übereinstimmungskennzeichen (Ü-Zeichen)
In der Bauregelliste des Deutschen Institutes für Bautechnik (DIBt) sind Bauprodukte mit ihren technischen Regeln aufgeführt. In Deutschland dürfen nur noch Bauprodukte verwendet werden, die in der Bauregelliste veröffentlicht sind und den darin enthaltenen Regeln entsprechen. Dieser Nachweis erfolgt durch Kennzeichnung des Bauproduktes mit dem Übereinstimmungszeichen, dem sogenannten Ü-Zeichen.

Überhitzung
Bei großflächiger Verglasung von Gebäuden besteht im Sommer durch das Zusammenwirken solarer und interner Gewinne die Gefahr der Überhitzung, also des Ansteigens der Gebäudetemperatur über die Komfortgrenze. Besonders West- und Ostfassaden sind gefährdet, da hier die Sonnenstrahlen abends bzw. morgens nahezu senkrecht auf die Fassade fallen. Die Überwärmung und damit der Kühlbedarf eines Gebäudes lassen sich z.B. verringern, indem Glasflächen verschattet werden, um solare Gewinne zu verringern).

Überströmöffnung
Damit Anlagen zur kontrollierten Wohnungslüftung die richtige Luftwechselrate erreichen, muss die Luftströmung von Raum zu Raum auch bei geschlossenen Türen gewährleistet sein. Dazu werden zwischen den Räumen Überströmöffnungen vorgesehen, beispielsweise durch Lüftungsgitter in Innentüren oder Wänden, oder durch gekürzte Türblätter der Innentüren.

Umbau
Unter Umbau sind Baumaßnahmen zu verstehen, die an bestehenden Gebäuden oder baulichen Anlagen zur Veränderung der Gebrauchseigenschaften führen. Kennzeichnend sind Umgestaltung oder Ersatz bestimmter Gebäudeteile. Der Begriff Umbau trifft keine Aussage über Umfang und Art der Veränderung.

Umgebungswärme
Umgebungswärme (oder Umweltwärme) ist Energie aus Boden, Gewässern oder Luft bei Umgebungstemperatur. Sie ist erneuerbar und überall verfügbar. Ihr Nachteil besteht darin, dass sie eine niederwertige Energieform darstellt, die nur über geringe Temperaturen verfügt und extrem witterungsabhängig ist. Umgebungswärme ist als Wärmequelle für Wärmepumpen nutzbar.

Umkehrdach
Mit Umkehrdach wird ein unbelüfteter Flachdachaufbau bezeichnet, bei dem die Wärmedämmung oberhalb der Dachhaut angeordnet ist. Zunächst wird beim Umkehrdach so vorgegangen, wie beim Warmdach. Die Abdichtung bei Umkehrdächern wird vorzugsweise mit zwei Lagen Polymerbitumenbahnen ausgeführt. Erst danach wird die Wärmedämmung aufgelegt. Da die Dämmung oberhalb der Dachhaut liegt, ist sie dem Regen stärker ausgesetzt. Man verwendet daher nur wasserunempfindliche Dämmungen, wie Schaumglas, Polyurethan oder extrudiertes Polystyrol (XPS). Auf der Dämmung muss eine Beschwerung angeordnet werden, um der Windsogbeanspruchung entgegen zu wirken.

Umnutzung
Ändert sich der Nutzungsschwerpunkt eines Gebäudes, wird dies als Umnutzung bezeichnet. Baurechtlich muss durch eine Umnutzung oft eine neue formelle Baugenehmigung beantragt werden, da durch die Veränderung der Nutzung in der Regel auch der Bestandsschutz erlischt.

Umwälzpumpe
Eine Umwälzpumpe befördert heißes Wasser vom Heizkessel zum Heizkörper. Umwälzpumpen finden sich auch in anderen Bereichen, aber alle halten eine Flüssigkeit in Umlauf. Die wenigsten Immobilienbesitzer wissen, dass diese Heizungspumpen, oftmals überdimensioniert, bis zu 800 kWh im Jahr verbrauchen. Da gibt man schnell 150 Euro völlig unnötig aus. So genannte Hocheffizienzpumpen schieben dieser Geldverschwendung einen Riegel vor.

Umweltdeklaration (EPD)
Seit einigen Jahren gibt es in verschiedenen europäischen Ländern die Umweltdeklaration für Bauprodukte (EPD, englisch: Environmental Product Declaration). Die Deklaration enthält ökobilanzierte Indikatoren u.a. zum Treibhauseffekt, zur Ressourcennutzung und zu toxischen Wirkungen auf Menschen und Ökosysteme. Die Umweltproduktdeklaration ist Bestandteil des Konzepts nachhaltiges Bauen.

Unterdach
Unterdächer sind eigenständige Dichtschichten unter der eigentlichen Dachdeckung. Sie werden eingesetzt, wenn eine höhere Dichtheit der Gesamteindeckung nötig ist oder bei geringer Dachneigung. Mit Hilfe des Unterdaches wird eine zweite Entwässerungsebene angeordnet, die durch die Haupteindeckung eindringende Feuchtigkeit (Tauwasser, Stauwasser, Treibwasser…) sicher abführt.

Unterdeckbahn
Bei Unterdeckbahnen handelt es sich um diffusionsoffene Kunststofffolien, die den Wassereintritt in Bauteile verhindern sollen. Bei Steildächern werden sie auf der Schalung befestigt.

Unterdeckplatte
Bei Unterdeckplatten handelt es sich in der Regel um diffusionsoffene Holzfaserplatten. Wie die Unterdeckbahn verhindern sie den Wassereintritt in den Dachraum und sorgen für Winddichtigkeit. Außerdem verbessern sie den Schall- und Wärmeschutz. Auf dem Sparren zu befestigende Unterdeckplatten eignen sich sowohl für Sanierungsmaßnahmen als auch im Neubaubereich.

Unterflurkonvektor
Unterflurkonvektoren, auch Estrichkonvektor genannt, sind Heizelemente die meistens vor großen Fensterflächen unterhalb der Oberkante des Fußbodens angeordnet und mit Rollgittern abgedeckt sind. Die Wärmeleistung kann durch ein Elektrogebläse unterstützt werden.

Unterkonstruktion
Unterkonstruktionen werden in der Regel in zweischaligen Fassadenkonstruktionen verwendet (z.B. vorgehängte hinterlüftete Fassaden) um Eigenlasten und Windlasten in den Untergrund zu übertragen. Sie sollten Toleranzen in allen Richtungen im Rohbau ausgleichen können. Unterkonstruktion sind meistens in Aluminium, Stahl, Edelstahl oder Holz ausgeführt.

Unterspannbahn
Dachunterspannbahnen werden zwischen Wärmedämmung und Traglattung der Dachdeckung befestigt. Sie muss wasserundurchlässig von außen, jedoch diffusionsoffen von innen sein. Wurden früher gitterverstärkte PE Folien verwendet, so finden heute moderne diffusionsoffene Materialien Verwendung, die direkt auf Sparren und Dämmung verlegt werden.

Upcycling
Im Gegensatz zum Downcycling werden beim Upcycling hochwertigere Produkte aus einem niederwertigen Ausgangsstoff hergestellt, z.B. Zahnbürstenhalter aus Tennisbällen.

Uplight
Ein Deckenfluter oder neu-deutsch auch „Uplight“ ist die Bezeichnung für eine Pendel-, Wand-, Boden- oder Standleuchte, die ihr Licht nach oben abstrahlt.

Urinal
Ein Urinal ist ein wandhängendes Sanitärobjekt das zum Urinieren im Stehen dient. Es wird auch Pissoir genannt. Urinale sind sparsamer im Wasserverbrauch als WCs und benötigt statt der sechs Liter Wasser pro Spülung beim WC nur ca. zwei Liter. Dabei spülen sie so gründlich, dass Geruchsbildung und Ablagerungen vermieden werden. Mittlerweile werden Urinale auch wasserfrei angeboten.

Uw-Wert
Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) für Fenster wird Uw-Wert genannt, mit dem Index „w“ für „window“. Der Uw-Wert beschreibt den gesamten Energieverlust eines Fensters, einschließlich Rahmen, Glas und Glas-Randverbund. Dementsprechend wird die Berechnung mit drei Komponenten durchgeführt: Rahmen Uf („frame“), Verglasung Ug („glazing“) und der Wärmebrücke psi am Glasrand.

V

Vacuum Insulation Sandwiches (VIS)
Siehe Dämmstoffe > Vacuum Insulation Sandwiches (VIS)

Vakuumdämmung
Vakuumdämmsysteme stellen eine relativ junge Entwicklung in der Dämmstoffbranche dar. Durch die überragend niedrigen Wärmeleitfähigkeiten kann Vakuumdämmung bei gleicher Dämmwirkung erheblich dünner produziert werden als herkömmliche Dämmstoffe. Dementsprechend können auch Bauteile wie Außenwände, Böden oder Decken mit Vakuumdämmung wesentlich dünner geplant werden als bisher. Ein Nachteil der Vakuumisolationspaneele liegt in ihrer empfindlichen luftdichten Hülle. Wird diese beschädigt, verliert die Paneele ihre ausgezeichneten Wärmedämmeigenschaften. Vakuumisolationspaneel (VIP) sind heute gebräuchlicher als Vacuum Insulation Sandwiches (VIS).

Vakuumisolationspaneel (VIP)
Siehe Dämmstoffe > Vakuumisolationspaneel (VIP)

Vakuumkollektor
Konstruktiv bedingt ist dieser meist als Röhrenkollektor ausgeführt. Die Verluste werden durch Evakuierung des Raumes zwischen Glasabdeckung und Absorber stark verringert. Dadurch ist das erreichbare Temperaturniveau höher als beim Flachkollektor. Einsatzbereiche sind die solare Raumheizung und die Herstellung von Prozeßwärme.

Vakuumverglasung
Das Prinzip von Vakuumgläsern besteht darin, den Scheibenzwischenraum zu evakuieren, um damit eine größtmögliche Wärmedämmwirkung zu erreichen. Vakuumgläser befinden sich noch im Prototypenstadium, ihre Entwicklung bis zur kostengünstigen Serienproduktion wird voraussichtlich noch einige Zeit dauern.

Vegetation
Die Vegetation bezeichnet die Gesamtheit der ein Gebiet bedeckenden Pflanzen. Bei Flachdächern ist die Bepflanzung der Abdichtungsoberfläche ein optisch und ökologisch sehr guter Oberflächenschutz. In Abhängigkeit von den Pflanzenarten sind Vegetationssubstrate, Filter- und Dränageschichten in unterschiedlichen Dicken notwendig.

Verband
In gemauerten Bauteilen dürfen Stoßfugen (vertikale Fugen zwischen den Steinen) nie über einander angeordnet sein, alle Steine müssen im Verband erstellt werden, d.h. mit versetzten Stoßfugen. So können sich einwirkende Lasten seitwärts nach unten ausbreiten. Es werden Läuferschichten (Längsseite parallel zur Wandfläche) und Binderschichten (Längsseite rechtwinklig zur Wand) unterschieden.

Verbindung, flüchtig organisch
Flüchtige organische Verbindungen (VOC, Volatile Organic Compound) sind organische Verbindung mit hohem Dampfdruck und niedriger Siedetemperatur, z.B. Lösemittel oder Bestandteile von Reinigungs- und Konservierungsstoffen. VOCs können die Raumluft in Gebäuden belasten und zu Gesundheitsschäden führen.

Verbundsicherheitsglas (VSG)
Verbundsicherheitsglas (VSG) besteht aus mindestens zwei Glasscheiben, die mit einer elastischen, reißfesten Hochpolymerfolie, meist Poly-Vinyl-Butyral (PVB), so miteinander verbunden sind, dass beim Bruch der Scheiben die Bruchstücke an der Folie haften bleiben. VSG muss bei Überkopfverglasungen aus Gründen der Resttragfähigkeit in Deutschland Bestandteil des Scheibenaufbaus sein.

Verbundestrich
Liegt der Estrich unmittelbar auf dem tragenden Betonuntergrund auf und verbindet sich mit diesem, so spricht man von einem Verbundestrich. Hierbei ist weder eine Dämmung noch eine Trennschicht eingebaut. Es gibt zwei Nutzungsarten: Nutzestrich (in Kellern, Abstellräumen oder Garagen) und Gefälleestrich (z.B. auf einer Flachdachkonstruktion).

Verbundfenster
Analog zum Kastenfenster hat das Verbundfenster zwei hintereinander konstruierte Flügel. Beim Verbundfenster ist der innere mit dem äußeren Flügel jedoch mechanisch verbunden und lässt sich wie ein Flügel öffnen. Im Flügelzwischenraum können Sonnen- und Blendschutz integriert werden. Verbundfenster werden heute vor allem in Bereichen eingesetzt in denen ein hoher Schallschutz gefordert wird.

Verdampfer
Der Verdampfer ist Bauteil einer Wärmepumpe, in dem ein Kältemittel durch Wärmezufuhr verdampft wird. Die Verdampfung erfolgt meist bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, wobei die Wärme der Umgebung entzogen werden kann.

Verdichter
Der Verdichter ist Bauteil einer Kompressions-Wärmepumpe, in dem der Dampf aus dem Verdampfer auf einen höheren Druck verdichtet wird. Dadurch erwärmt sich der Dampf und kondensiert bei eine höheren Temperatur, die zu Heizzwecken nutzbar ist.

Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB)
Die Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB) ist neben dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) die gesetzliche Grundlage aller Rechtsbeziehungen am Bau. Die VOB wurde erstmals 1923 eingeführt. Sie ist weder Verordnung noch Gesetz, wird aber von allen am Bau Beteiligten akzeptiert, wenn sie vereinbart wurde. Bei öffentlichen Auftraggebern muss sie, bei privaten Auftraggebern kann sie vereinbart werden.

Verdrängungslüftung
Verdrängungslüftung wird vor allen Dingen in Reinräumen, Operationsräumen oder Labors eingesetzt. Ziel ist es, dass die eingebrachte Frischluft möglichst gleichmäßig ohne nennenswerte Mischung mit der vorhandenen Raumluft den Raum durchströmt.

Vermikulite
Siehe Dämmstoffe > Vermiculite

Verschattung
Verschattung von Gebäuden verringert solare Gewinne und kann dazu beitragen, Überhitzung zu vermeiden. Neben natürlicher Verschattung z.B. durch umliegende Gebäude, Vegetation oder Horizontprofile kann Verschattung durch festen oder variablen Sonnenschutz erreicht werden

Vorhangfassade
Vorhangfassaden (oder „Curtain Walls“) werden unabhängig von der Tragstruktur vor die Deckenköpfe eines Gebäudes montiert. Die geschossübergreifende Gebäudehülle besteht je nach Anforderungen in der Regel aus Stahl– oder Aluminiumprofilen, die mit nicht tragenden Glas oder Funktionselementen ausgefacht sind. Vorhangfassaden können sowohl als PfostenRiegel-Fassaden, als auch als Element-Fassaden konstruiert sein.

Vorlauf
Als Vorlauf wird der Leitungsabschnitt des Heizkreises bezeichnet, in dem das im Wärmeerzeuger erwärmte Heizungswasser zu den Wärmeabnehmern (z.B. Radiatoren) strömt.

Vorlauftemperatur
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, auf den der Heizwärmeerzeuger das Heizwasser bringen muss. Mit dieser Temperatur wird das Wärmeverteilnetz gespeist. Früher wurde mit hohen Temperaturen gearbeitet (z.B. 90°C), in modernen Heizungen kommt man aber mit ca. 50°C aus. Flächenheizungen (Fußbodenheizung, Wandheizung) werden mit noch niedrigeren Temperaturen betrieben (unter 35°C). Durch Absenkung der Vorlauftemperatur kann Energie gespart werden. Nach thermischen Sanierungen kann übrigens praktisch immer die Vorlauftemperatur gesenkt werden, ohne dass es im Haus kalt bleibt.

Vormauerziegel (VMz)
Vormauerziegel sind frostbeständige Mauerziegel, die z.B. die äußere Schale einer Kerndämmung bilden. Zur Kennzeichnung erhalten sie den Buchstaben VMz.

Vor-Ort-Beratung
Um die energetische Sanierung von Wohngebäuden zu fördern, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) das Programm „Energiesparberatung vor Ort“ ins Leben gerufen. Bei der Vor-Ort-Beratung wird das Gebäude zunächst untersucht und darauf aufbauend Vorschläge für sinnvolle Sanierungsmaßnahmen unterbreitet. Durchgeführt wird die Beratung durch speziell vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zugelassene Energieberater.

Vorsatzfenster
Ein Vorsatzfenster wird nachträglich auf vorhandene Fensterrahmen aufgebracht. Neben der mechanischen Aufrüstung von Glasflächen gegen Einbruch und Vandalismus wird gleichzeitig ein verbesserter U-Wert sowie eine verbesserte Schalldämmung erreicht.

Vorschaltgerät
Ein Vorschaltgerät ist ein strombegrenzendes Betriebsgerät für Entladungslampen. Die Strombegrenzung erfolgt entweder induktiv durch eine Drosselspule oder elektronisch. Induktive Vorschaltgeräte sind in konventioneller (KVG) oder verlustarmer Bauform (VVG) erhältlich.

Vorwandinstallation
Bei dieser Art der Sanitärinstallation werden alle Rohrleitungen, Anschlüsse und sonstigen technischen Einrichtungen in einer Vorwand verlegt, ohne dass Teile des Mauerwerks aufgestemmt werden müssen. Dadurch lassen sich Sanitärelemente (WCs, Spülkästen, Bidets, Urinale, Waschbecken) platzsparend, flexibel und vor allem stabil unterbringen.

Voute
Eine Voute ist eine dreieckförmige Abschrägung eines Auflagers, die Verbreiterung einer sonst gleichmäßig breiten Stütze unter dem Auflager am Übergang einer Säule oder eines Pfeilers in eine Decke oder eine Wand. Durch eine Voute wird der Kraftfluss gleichmäßiger, was statisch und wirtschaftlich von Vorteil sein kann und auch ästhetischer ist.

Vulkanisation
Die Vulkanisation bewirkt die Umwandlung einer plastischen in eine elastische Masse. Bei diesem Verfahren wird Kautschuk unter Beigabe von Schwefel erhitzt. Das so entstandene Gummi ist dauerelastisch, reißfester, dehnbarer und beständiger als der Rohstoff Kautschuk. Autoreifen sind ein Beispiel für vulkanisierten Kautschuk.

W

Wafer
Ein Wafer ist eine dünne Scheibe aus Halbleitermaterial wie beispielsweise Silizium. Er wird als Basismaterial zur Herstellung von elektronischen Bauelementen und kristallinen Solarzellen verwendet.

Walmdach
Bei einem Walmdach ist das Verhältnis von Dach- zu Wandfläche ein anderes als beim Satteldach, da hier das „beherrschende Moment“ das Dach ist. Der Giebel ist geneigt und damit abgelöst von der gewalmten Dachfläche. First, Anfallspunkt, Walm und Traufe stellen die spezifischen Bezeichnungen dieser Dachform dar.

Wand, aussteifend
Aussteifende Wände sind für die Aufnahme von Horizontallasten z.B. aus Wind im Gesamtgebäude notwendige Bauteile. Oft auch als Schubwände bezeichnet, stellen sie immer ein tragendes Element dar und dürfen aus dem Baukörper grundsätzlich nicht entfernt werden, da ansonsten die Standsicherheit gefährdet wird.

Wand, tragend
Als tragende Wände werden Bauteile bezeichnet, die für die Standsicherheit der gesamten Konstruktion notwendig sind. Deren nachträglicher Ausbau bzw. Schwächung kann zum Bauwerksversagen führen.

Wandheizung
Die für die Wandheizung verwendeten Lösungen ähneln in Aufbau und Materialien der Fußbodenheizung. Grundsätzlich ist bei Wandheizungen der für die Behaglichkeit wichtige Strahlungsaustausch zwischen Wand und Nutzern noch vorteilhafter als bei der Fußbodenheizung. Bei der Planung ist zu berücksichtigen, dass die beheizten Flächen nicht für die Anordnung von Möbeln etc. zur Verfügung stehen.

Wange
Die mit dem Treppenverlauf ansteigenden, seitlichen Hochkant-Profile, die die dazwischen liegenden Trittstufen tragen, werden in Analogie zum menschlichen Gesicht Wangen genannt. Dabei wird zwischen den längs von Wänden laufenden Wandwangen und insbesondere bei gewendelten Treppen den frei im Auge laufenden Freiwangen unterschieden.

Warmdach
Grundsätzlich ist ein Warmdach eine einschalige, unbelüftete Dachkonstruktion. Beim Flachdach wird die Tragkonstruktion direkt mit der Dämmung und der Dachbahn verbunden, ohne dass dabei wie beim Kaltdach Luft oder gar Feuchtigkeit zwischen die Schichten gelangen darf. Beim Steildach wird unterhalb der üblichen Vollsparrendämmung durch eine Dampf- und Windsperre dafür gesorgt, dass keine Feuchtigkeit in die Dämmlage und in die Dachkonstruktion dringt. Genaues Arbeiten ist hier Voraussetzung, um Bauschäden durch Dampfdiffusion zu vermeiden. Siehe Dach, nicht belüftet.

Wärme, latent
Latente Wärme ist Wärmeenergie, die durch Phasenwechsel eines Stoffs bei konstanter Temperatur frei wird bzw. von ihm aufgenommen werden kann, z.B. Kondensation von Wasserdampf im Abgas oder in der feuchten Luft. Ein konkretes Anwendungsbeispiel sind Phasenwechselmaterialien aus Paraffinen, Salzen oder ähnlichen Stoffen, die eine hohe Wärmespeicherfähigkeit aufweisen.

Wärmeausdehnungskoeffizient
Der Wärmeausdehnungskoeffizient beschreibt das Verhalten eines Stoffes bezüglich Veränderungen seiner Abmessungen bei Temperaturveränderungen. Es handelt sich hier um eine stoffspezifische Materialkonstante. Er hat die Einheit K-1 (pro Kelvin). Der Längenausdehnungskoeffizient von Beton und Stahl beträgt etwa 10 bis 15•10-6 K-1, der von Gummi 220•10-6 K-1.

Wärmebild
Siehe Thermografie

Wärmebrücke
Eine Wärmebrücke liegt an einem Bereich eines Bauteil vor, wo Wärme deutlich schneller nach außen abfließen kann als im ungestörten Bauteil. Es ergeben sich somit lokal niedrigere Temperaturen der Innenseite des betroffenen Bauteils. Typischerweise treten Wärmebrücken bei Bauteilübergängen, z.B. Ecken oder Balkonen, oder bei aneinander grenzenden Materialien mit unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeiten auf. Wärmebrücken können zu höherem Energieverbrauch, Feuchtigkeitsproblemen (Tauwasser– oder sogar Schimmelbildung) und der Gefährdung der Bausubstanz führen.

Wärmedämmung, transparent (TWD)
Siehe Dämmstoffe > Transparente Wärmedämmung

Wärmedämmputz
Wärmedämmputze sind mineralische, kunstharzvergütete Außenputze, die durch die Einlagerung von hochwärmedämmenden Partikeln (z.B. Schaumstoff oder porosierten Ton) gute wärmedämmende Eigenschaften erhalten. Gerade im Bereich von denkmalgeschützten Altbauten ist der Wärmedämmputz ein gut geeignetes Mittel zur Verbesserung der Wärmedämmfähigkeit einer Außenwand.

Wärmedämmschicht
Als Wärmedämmschicht bezeichnet man die Schicht eines Bauteiles, die das Innere eines Gebäudes gegen Temperaturschwankungen schützt. Diese Schicht besteht aus einem Wärmedämmstoff. Bei der Planung von Bauteilen muss auf die Vermeidung von Wärmebrücken und die Gefährdung der Durchfeuchtung von Wärmedämmschichten durch Diffusion geachtet werden.

Wärmedämmstoff
Als Wärmedämmstoffe werden Baustoffe bezeichnet, die eine niedrige Wärmeleitfähigkeit besitzen. Als Dämmstoffe kommen Mineralwolle, Polystyrol, PUR-Hartschaum, Holzfaserplatten, Hanfwolle, Schaumglas oder Perlite zum Einsatz. Nicht jeder Wärmedämmstoff ist für jede Anwendung geeignet. Bei einer Außendämmung dürfen die Stoffe z.B. kein Wasser aufnehmen, da sonst die Dämmwirkung herabgesetzt wird. Speziell für die Fassadendämmung werden sogenannte Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) angeboten.

Wärmedämmung
Wärmedämmung von Bauteilen trägt dazu bei, den Wärmedurchgang durch die Gebäudehülle zu verringern und dadurch den Transmissionswärmebedarf zu senken. Wärmedämmstoffe zeichnen sich durch geringe Wärmeleitung und deshalb niedrige U-Werte bei geringen Schichtdicken aus.

Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
Die Bezeichnung Wärmedämmverbundsystem steht für eine Wärmedämmung, bei der Dämmstoffplatten auf eine Wand geklebt bzw. gedübelt und anschließend auf der Oberfläche dünn verputzt werden. Teilweise werden für dieses System auch die Begriffe Vollwärmeschutz oder Thermohaut verwendet. Weitere Informationen gibt es im Blog-Beitrag zu Trends bei Wärmedämmverbundsystemen.

Wärmedurchgang
Durch jeden Körper, zwischen dessen Oberflächen eine Temperaturdifferenz anliegt, findet eine Wärmebewegung immer von der wärmeren zur kälteren Seite statt. Bei Gebäuden fließt so z.B. Wärme durch die Gebäudehülle (im Winter von innen nach außen, an heißen Sommertagen von außen nach innen). Ein Maß für den Wärmedurchgang ist der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert). Je besser die Wärmedämmung eines Bauteils ist, desto geringer ist der Wärmedurchgang.

Wärmedurchgangskoeffizient
Siehe U-Wert

Wärmedurchlasswiderstand
Der Wärmedurchlasswiderstand R bezeichnet den Widerstand, den ein Bauteil einem Wärmestrom entgegensetzt. Bei mehrschichtigen Wandaufbauten wird der Wärmedurchlasswiderstand jeder einzelnen Schicht ermittelt. Die Maßeinheit für Wärmedurchgangswiderstände ist m²K/W. Der Wärmedurchgangswiderstand (Kehrwert des U-Wertes) setzt sich wiederum aus Wärmedurchlasswiderständen und Wärmeübergangswiderständen zusammen.

Wärmeertrag
Wärmeertrag ist die von einem Solarkollektor bereit gestellte Wärmemenge. Der Nettowärmeertrag ist der Anteil am Bruttowärmeertrag, der effektiv genutzt werden kann. Der Bruttowärmeertrag ist die am Kollektorausgang gelieferte Wärmemenge.

Wärmeerzeuger
Wärmeerzeuger ist der Sammelbegriff für alle Arten von Heizgeräten, die Wärme für Heizungsanlagen und zur Trinkwassererwärmung erzeugen. Je nach Konstruktion, Größe und Einsatzbereich werden Wärmeerzeuger allgemein beispielsweise unterteilt in Heizkessel, Wandheizgeräte oder Kombigeräte. Spezielle Bezeichnungen unterscheiden z.B. Gas-Brennwertkessel, Öl-Heizkessel oder Gas-Wandkombigeräte.

Wärmekapazität
Siehe Wärmespeicherfähigkeit

Wärmeleistung
Als Wärmeleistung wird die Wärmemenge bezeichnet, die von einem Brenner in der Zeiteinheit für den Betriebszweck nutzbar abgegeben wird.

Wärmeleitfähigkeit
Die Wärmeleitfähigkeit ist eine Stoffeigenschaft. Sie gibt die Wärmemenge an, die bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin (K) durch eine 1 m² große und 1 m dicke Schicht eines Stoffs geht. Die Einheit ist demnach W/(mK). Anstelle des Begriffes Wärmeleitfähigkeit wird auch durch der griechische Buchstabe „Lambda“ (λ) verwendet. Je kleiner die Wärmeleitfähigkeit ist, umso besser ist das Dämmvermögen. Da Wasser ein guter Wärmeleiter ist, ist die Wärmeleitfähigkeit von Dämmstoffen vom Feuchtegehalt abhängig.

Wärmeleitfähigkeit, Bemessungswert
In Deutschland gibt es für die Bestimmung der zu verwendenden Wärmeleitfähigkeit von Dämmstoffen zwei Kategorien. In Kategorie I ist der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit 20% höher – also ungünstiger – als der europäisch deklarierte Nennwert λD. Dies trifft für alle Wärmedämmstoffe zu, die nur das in Europa geforderte CE-Zeichen tragen. Für Dämmstoffe mit zusätzlicher Ü-Kennzeichnung liegt der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit lediglich um einen Sicherheitsfaktor von 5% über dem Grenzwert (λgrenz) nach DIN 4108-4.

Wärmeleitfähigkeit, Nennwert
Der Nennwert der Wärmeleitfähigkeit eines Baustoffes λD – auch deklarierter Wert der Wärmeleitfähigkeit genannt – wird in Europa im Zuge einer CE-Kennzeichnung festgelegt. Um ein CE-Zeichen für Dämmstoffe zu erlangen, werden diese abhängig von unterschiedlichen europäischen Produktnormen (DIN EN 13162 ff.) in Leistungsklassen eingeordnet und müssen diese einhalten. Eine dieser Leistungsklassen ist dabei die Wärmeleitfähigkeit. Der Nennwert der Wärmeleitfähigkeit wird dabei von 90% der Produktion eingehalten.

Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG)
Wärmeleitfähigkeiten von Baustoffen werden auch in Wärmeleitfähigkeitsgruppen (WLG) (oder kürzer Wärmeleitgruppe) eingeteilt. Mit einer Wärmeleitfähigkeitsgruppe werden die ersten drei Ziffern einer Wärmeleitfähigkeit nach dem Komma angegeben. Ein Baustoff der WLG 032 hat demnach eine Wärmeleitfähigkeit von 0,032 W/(mK). Es gilt auch hier, dass eine bessere Dämmwirkung mit kleineren WLGs erreicht werden kann. Früher wurden WLGs in 5er-Schritten unterteilt (z.B. 030, 035, 040). Im Zeitalter des Kampfes um jedes Milliwatt ist man jedoch wie im restlichen Europa dazu übergegangen, die Gruppen feiner zu unterteilen (z.B. 031, 032, 033).

Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe ist ein Wärmeerzeuger, der unter Zufuhr von Energie (meist Strom) zusätzlich Umweltenergie bei niedriger Temperatur aufnehmen kann und beide Energien zu Heizzwecken nutzbar macht. Zur Gewinnung der Energie aus der Umwelt wird als Wärmequelle häufig das Erdreich oder die Außenluft verwendet. Für eine hohe Jahres-
Arbeitszahl einer Wärmepumpe ist ein kleiner Temperaturhub (Temperaturdifferenz zwischen der Temperatur der Umweltenergie und der des Heizkreises) entscheidend.

Wärmequelle, intern
Interne Wärmequellen bestehen – neben der Körperwärme der Bewohner – im Wesentlichen aus der Abwärme elektrischer Geräten wie Computer, Fernsehgeräte, Kühlschränke oder auch Kochherden. Entsprechend den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind sie energetisch als interne Gewinne anzurechnen.

Wärmerückgewinnung (WRG)
Beim Einsatz von Anlagen zur kontrollierten Lüftung lässt sich der Heizwärmebedarf eines Gebäudes durch Wärmerückgewinnung deutlich reduzieren. In einem Wärmetauscher wird von der warmen Abluft Energie an die kalte Frischluft übertragen und diese damit vorgewärmt. Dadurch sinkt der Lüftungswärmebedarf für die Temperierung der Zuluft.

Wärmeschutz, sommerlich
Der sommerliche Wärmeschutz soll verhindern, dass durch direkte und indirekte Sonneneinstrahlung eine unzumutbare Überhitzung für die Nutzung im Innern eines Gebäudes entsteht. Im Gegensatz zum winterlichen Wärmeschutz ist der sommerlich keine baurechtliche Anforderung, sondern bisher nur eine Empfehlung.

Wärmeschutzverordnung (WSVO)
Die Wärmeschutzverordnung (WSVO) sollte den Energiebedarf von Gebäuden zur Heizung begrenzen. Die WSVO stellte dazu Anforderungen an den Heizwärmebedarf von Gebäuden, an deren Luftdichtheit, an die Wärmedämmung von Bauteilen, an den Gesamtenergiedurchlassgrad bzw. die Verschattung von Fenstern und an die Ausführung von Lüftungsanlagen. Die WSVO wurde im Jahre 2002 durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) abgelöst.

Wärmeschutziegel
Wärmeschutziegel sind Leichthochlochziegel, die auf minimierten Wärmedurchgang optimiert sind.

Wärmespeicherfähigkeit
Die Wärmespeicherfähigkeit gibt an, wieviel Wärme(-energie) ein Bauteil speichern kann, wenn sich die umgebende Temperatur ändert. Dabei ist aber zwischen Wärmespeicherfähigkeit und Wärmeleitfähigkeit („Dämmwirkung“) zu unterscheiden. Meist haben Materialien mit hohem Dämmwert eine geringere Speicherfähigkeit als Materialien mit schlechtem Dämmwert. Somit sagt die Wärmespeicherfähigkeit nicht sehr viel über den zu erwartenden Energieverbrauch aus. Materialien mit hoher Wärmespeicherfähigkeit sollten auf der Innenseite von Bauteilen angeordnet werden, wobei außenseitig gedämmt werden sollte.

Wärmetauscher
Ein Wärmetauscher ist ein Gerät, mit dem Wärmeenergie von einem Medium (flüssig oder gasförmig) an ein anderes übertragen werden kann. Bei solarthermischen Anlagen wird die Wärme an die in den Absorbern befindliche Solarflüssigkeit an einen Wärmetauscher weitergegeben. Dieser wiederum überträgt die Wärme in den Trinkwasserspeicher. Auch in Anlagen zur Wärmerückgewinnung werden Wärmetauscher eingesetzt.

Wärmeträger
Als Wärmeträger bezeichnet man ein Medium, welches (in einem Kühl- bzw. Heizkreislauf) Wärme von einem Ort höherer Temperatur zu einem Ort niedrigerer Temperatur transportiert. Wärmeträger werden je nach Anwendungszweck und Temperaturbereich auch als Heiz- oder als Kühlmittel bezeichnet.

Wärmeübergangswiderstand
Der Wärmeübergangswiderstand bezeichnet im Bauwesen den Widerstand, der dem Wärmestrom eines wärmeübertragenden Mediums (Luft, Flüssigkeit) beim Übergang an einer Bauteiloberflläche entgegensetzt wird. Er setzt sich aus den Kompontenten Strahlung und Konvektion zusammen. Es wird zwischen inneren und äußeren Wärmeübergangswiderständen unterschieden, wobei verschiedene Einflußfaktoren wie die Windgeschwindigkeit und die Richtung des Wärmestromes berücksichtigt werden. Zusammen mit Wärmedurchlasswiderständen bildet er den Wärmedurchgangswiderstand (Kehrwert des U-Wertes).

Wärmeverteilung
Eine Wärmeverteilung ist ein Rohr- oder Kanalsystem mit einem strömenden Medium, mit dessen Hilfe zentral erzeugte Wärme eines Wärmeerzeugers an verschiedene Räume eines Gebäudes verteilt wird. Als Medium wird üblicherweise Heizungswasser eingesetzt, bei geringen Heizleistungen kann auch Luft verwendet werden.

Warmfassade
Einschalige Fassaden, deren Schichtenaufbau aus einem oder aus mehreren Materialien bestehen, werden auch Warmfassaden genannt. Sowohl der äußere Witterungsschutz als auch der Wärmeschutz sind von der einschaligen Fassadenkonstruktion (z.B. WDVS, Sandwichpaneel) zu erfüllen.

Warmluftheizung
Wesentliches Merkmal einer Warmluftheizung ist der Transport von Heizwärme mit zirkulierender Raumluft. Diese wird aus allen Räumen gesammelt, im Lufterhitzer erwärmt und dann den einzelnen Räumen wieder zugeführt. Der Transport erfolgt mit Hilfe von Ventilatoren oder der Schwerkraft.

Warmwasserbereitung
Der Begriff Warmwasserbereitung beschreibt die Erwärmung von Trinkwasser in einem Wassererwärmer. Diese werden nach ihrer Bauform und Art der Beheizung unterschieden. Als Beispiele sind zu nennen: Durchlauferhitzer, indirekt beheizte Speicherwassererwärmer, Solar-Kombispeicher oder Warmwasser-Schichtenspeicher.

Warmwasserspeicher
Direkt beheizte Warmwasserspeicher versorgen eine oder mehrere Entnahmestellen unabhängig von einem Heizsystem mit Warmwasser. Die Speichergrößen reichen von 5 bis 500 Liter. Kleinere Speicher werden generell mit Strom beheizt, größere Geräte zur Versorgung mehrerer Wohneinheiten werden auch mit Gas befeuert.

Warmwasserwärmebedarf
Der Warmwasserwärmebedarf ist die Nutzwärme, die zur Erwärmung von Trinkwasser benötgt wird. In der Energieinsparverordnung (EnEV) wird für Wohngebäude als fester, flächenbezogener Wert 12,5 kWh/m²a angenommen. Der Warmwasserenergiebedarf umfasst zusätzlich die Verluste der Warmwasserbereitung und -speicherung.

Wartung
Bei einer Wartung eines Systems einer gebäudetechnischen Anlage werden Maßnahmen zur Bewahrung ihres Sollzustandes druchgeführt.

Wasseraufnahmefähigkeit
Jeder Stoff kann mehr oder minder gut Wasser aufnehmen. Dieses Wasser drinkt meist über Poren in Baustoffe ein. Die maximale Menge wird als Wasseraufnahmekapazität bezeichnet und in Volumenprozent (Vol-%) angegeben.

Wasserdampf-Diffusionswiderstand (sd-Wert)
Der Wasserdampfdiffusionswiderstand sd eines Materials ist im Bereich von Dichtungen und Dämmungen von Bedeutung. Er beschreibt den Widerstand, den ein Material dem Diffusionstransport von Wasserdampf entgegensetzt. Der sd-Wert findet z.B. bei Unterspannbahnen in Dächern Anwendung. Diese sollen einerseits kein Wasser in die darunter liegende Dämmung dringen lassen, umgekehrt soll aber durch die Dämmung nach außen diffundierende Feuchtigkeit durch diese Schicht entweichen können.

Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl
Diffusion ist definiert als der Ausgleich von unterschiedlichen Gaskonzentrationen. Bezogen auf gasförmige Flüssigkeiten, ist sie der Antrieb für die Trocknung feuchter Bauteile, gleichzeitig aber auch Ursache für die Durchfeuchtung von Stoffen. Dabei setzen Stoffe den Wassermolekülen einen unterschiedlich großen Widerstand entgegen. Setzt man diesen in Bezug zum Widerstand von Luft, ergibt sich die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl μ des betreffenden Stoffes. Luft hat also eine Wasserdampf-Diffusionswiderstandzahl von 1. In Holz dauern Diffusionsvorgänge 40 mal länger, wodurch Holz also einen Diffusionswiderstand von 40 hat.

Watt Peak (WP)
Watt Peak (WP) ist das Maß für die Leistungsfähigkeit von Solarzellen und Modulen. Dabei wird die maximale abgegebene elektrische Leistung bei senkrechter Einstrahlung gemessen.

Wechselrichter
Solarmodule erzeugen Gleichstrom, der sich nur für bestimmte Anwendungen eignet. Für die Verwendung des Stroms in konventionellen Verbrauchsgeräten, wie Haushaltsgeräten, wird allerdings Wechselstrom benötigt. Deshalb muss der Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt werden, wofür ein Wechselrichter benötigt wird. Wechselrichter werden auch Inverter oder Converter genannt.

Wechselstrom
Wechselstrom, also „Strom aus der Steckdose“, ändern im Vergleich zum Gleichstrom Stärke und Richtung. Er kann mit Hilfe von Transformatoren auf hohe Spannungen umgeformt werden. Wechselstrom gibt es in verschiedenen Arten, meistens werden in der Elektrotechnik Wechselspannungen mit sinusförmigem Verlauf eingesetzt, da hier weniger Verluste auftreten.

Weißbeton
Die Hauptkomponenten, die die Farbe von Weißbeton bestimmen, sind Zement und feine Bestandteile, z.B. Marmorstaub. Es ist darauf zu achten, dass die bei Weißbetonmischungen zu verwendenden Zusatzstoffe für Beton und Mörtel farblos (transparent) sind.

Weißfäulepilz
Weißfäulepilze zählen zur Gruppe der pflanzlichen Schädlinge, die insbesondere Holzbauteile befallen können.

Wellenlänge
Die Wellenlänge ist in einer sich ausbreitenden Welle der Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden Punkten des gleichen Schwingungszustandes, also z.B. zwischen zwei Maxima oder zwei Minima. Sie bestimmt sich aus der Periodendauer bzw. der Frequenz in Abhängigkeit von der Schall- oder Lichtgeschwindigkeit.

Winddichtheit
Die winddichte Ausführung der Gebäudehülle schützt das Gebäude und seine konstruktiven Elemente vor Witterungseinflüssen. Die Winddichtheit ist ein wichtiger Aspekt der Dichtheit von Gebäuden neben Fugendichtheit und Luftdichtheit.

Windenergie
Windenergie ist der Anteil der Energie in der Luftbewegung in der Atmosphäre (Wind), der sich durch Windrotoren in elektrischen Strom umwandeln lässt. Wind stellt eine regenerative Energiequelle dar. Leider ist die Versorgungssicherheit der Windenergie recht gering.

Windrispe
Windrispen dienen zur Aussteifung in Längsrichtung bei Sparrendächern. Diese Aussteifung liegt immer in der Dachfläche. Herkömmlicherweise geschieht dies über diagonal unter die Sparren genagelte Bretter. Durch den verstärkten Ausbau der Dächer werden heutzutage vermehrt Rispenbänder aus verzinktem, gelochten Stahl eingesetzt, die kreuzförmig oberhalb der Sparren angebracht sind.

Windsog
Unter Windbelastung entsteht auf der windabgewandten Seite von Dächern und Gebäuden eine aufwärts gerichtete Kraft: der Windsog. Dieser kann durchaus leichte Dachabdichtungsschichten von Dächern abheben.

Wirkungsgrad
Im Unterschied zum Nutungsgrad eines Kessels, der über einen längeren Zeitraum ermittelt wird, wird der Wirkungsgrad nur in einem (optimalen) Betriebspunkt gemessen. Der Wirkungsgrad des Kessels ist also immer höher als der Nutzungsgrad der Anlage. Daraus ergibt sich auch der Vorteil von Brennwertgeräten gegenüber konventionellen Kesseln, da erstere über große Leistungsbereiche einen guten Wirkungsgrad aufweisen. Wenn der Wirkungsgrad eines Kessels im Teillastbereich stark abfällt (z.B. Scheitholzkessel), ist die Verwendung eines Pufferspeichers empfehlenswert.

WU-Beton
WU-Beton ist ein nahezu wasserundurchlässiger Beton mit dichtem Gefüge und begrenzter Wassereindringtiefe. Die Voraussetzung zur Erfüllung dieser Kriterien hängen von der Zusammensetzung und der Verdichtung ab. WU-Beton kommt bei Bauwerken zum Einsatz, die z.B. als Keller im Erdreich liegen und von außen durch drückendes Wasser belastet sind. Bauteile aus WU-Beton nennt man auch „weiße Wannen“.

X

Xenon
Wie auch Argon und Krypton ist Xenon ein Edelgas, das in Scheibenzwischenräumen von Isolierglasscheiben verwendet werden kann, um deren U-Wert zu senken. Wegen seiner aufwändigen Gewinnung wird es aber in der Praxis nicht mehr eingesetzt.

Xylol
Xylol ist Bestandteil von Kraftstoffen und Lösemittel. Es gehört zu den leichtflüchtigen aromatischen Kohlenwasserstoffen. Xylole sind entzündlich und wirken gesundheitsschädigend bei Aufnahme über die Haut und die Atmungswege. Sie können Kopfschmerzen, Gedächtnis- und Orientierungsstörungen hervorrufen.

XPS
Siehe Dämmstoffe > Polystyrol, expandiert (XPS)

Y

Ytong
Ist der Markenname der Firma Xella für Produkte aus Porenbeton.

Z

Zarge
Mit einer Zarge wird im Bereich der Türkonstruktion der Rahmen bezeichnet, der das Türblatt mit der Wand verbindet. Zargen sind meist aus demselben Material gefertigt, aus dem auch das Türblatt besteht, also Holz, Kunststoff oder Metall. Ihre Wahl hängt von der Wandkonstruktion, vom Türmaterial, der Dimension der Tür, gestalterischen Anforderungen, der Nutzung sowie brandschutztechnischen Forderungen ab.

Zellelastomer
Siehe Dämmstoffe > Zellelastomere

Zellulose
Siehe Dämmstoffe > Zellulose

Zeltdach
Ein Zeltdach ist häufig auf Kirchtürmen zu finden und wird bei Wohnhäusern eher selten angewendet. Seine vier meist gleich großen Seiten stehen in der Regel auf einem quadratischen Grundriss. Einen herkömmlichen Dachfirst gibt es nicht, da die Dachseiten sich alle an der Spitze in einem Punkt treffen.

Zement
Zement ist ein hydraulisches Bindemittel, also ein fein gemahlener Stoff, der mit Wasser gemischt Zementleim ergibt, durch Hydratation erstarrt und erhärtet. Zement bleibt nach dem Erhärten auch unter Wasser fest und raumbeständig. Zement ist ein wichtiger Bestandteil von Beton und Mörtel.

Zementestrich
Zementestrich ist ein Estrich, der aus Zement, Zuschlag und Wasser sowie bei Bedarf aus Zusätzen hergestellt wird. Zementestrich wird am häufigsten verlegt, was nicht zuletzt seinen universalen Eigenschaften geschuldet ist: einfache Herstellung, gute Druckfestigkeitswerte, unempfindlich gegen Feuchtigkeit, beste Eignung als Heizestrich.

Zementleim
Zementleim ist ein Gemisch aus Wasser und Zement, von dessen Gewichtsverhältnis (Wasser-Zement-Wert) die Güte von Beton und Mörtel wesentlich beeinflusst wird.

Zementstein
Zementleim umhüllt die Gesteinskörner einer Betonmischung, füllt die Hohlräume und macht den Frischbeton verarbeitbar. Durch das Erhärten des Zementleims entsteht Zementstein. Die Beschaffenheit des Zementsteins ist maßgebend für die Eigenschaften des Festbetons.

Zentralheizung
Als Zentralheizung bezeichnet man eine Heizungsanlage, bei der an einer zentralen Stelle Heizwärme erzeugt wird und diese dann über ein Wärmeverteilsystem an die verschiedenen Räume transportiert wird. Die übliche Zentralheizung in Mitteleuropa ist die Pumpenwarmwasserheizung, bei der Wärme über einen Heizwasserkreis, angetrieben durch eine Umwälzpumpe, verteilt wird.

Ziegel
Als Ziegel wird ein Baustoff mit und ohne Zuschlagstoffen bezeichnet, der aus Ton oder Lehm besteht und üblicherweise durch einen Brennvorgang seine Festigkeit erhält. Für die Herabsetzung der Scherbenrohdichte werden gegebenenfalls Sägemehl oder Polystyrolkügelchen eingemischt. Unter dem Begriff Ziegel werden z.B. Dachziegel und Mauersteine wie wärmedämmende Hochlochziegel (Hlz), frostbeständige Vormauerziegel (VMz) oder Klinker zusammengefasst.

Zirkulationsleitung
Eine Zirkulationsleitung ist eine zusätzliche Warmwasserleitung zur Rückführung des warmen, nicht verwendeten Trinkwassers von der Zapfstelle zurück zum Warmwasserspeicher. Durch diesen Kreislauf kann warmes Trinkwasser zwischen dem Speicher und der Zapfstelle zirkulieren, so dass an der Zapfstelle schnell warmes Wasser zur Verfügung steht. Zur Energieeinsparung werden Zeitsteuerungen eingesetzt.

Zonierung
Es ist sinnvoll, einen Grundriss so zu planen, dass Räume mit ähnlichen Temperaturbedingungen, Lichtverhältnissen und/oder bevorzugten Aufenthaltszeiten in einer gemeinsamen Zone angeordnet sind. Eine Anordnung nach Temperaturverhältnissen heißt thermische Zonierung und kann linear, konzentrisch oder geschossweise erfolgen. Besonders wenn eine passive Sonnenenergienutzung als Maßnahme zur Energieeinsparung im Gebäude zum Einsatz kommen soll, empfiehlt sich die Zonierung.

Zugluft
Zugluft ist eine Bezeichnung für eine Luftbewegung, wobei die Luft eine geringere Temperatur als die Raumtemperatur hat. Zugluft wird als unangenehm empfunden, insbesondere wenn sie in geschlossenen Räumen vornehmlich aus einer Richtung kommt.

Zulassung, allgemeine bauaufsichtliche (AbZ)
Für ungeregelte Bauprodukte erteilt das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen (AbZ). Mit dieser AbZ wird die Verwendbarkeit des Bauproduktes entsprechend den Landesbauordnungen nachgewiesen. Voraussetzung für die Zulassung ist die vorherige Prüfung des Bauproduktes durch eine anerkannte Prüfstelle. Die Prüfstelle prüft die Übereinstimmung eines Bauproduktes mit den anzuwendenden Normen und Richtlinien für den jeweiligen Einsatzbereich.

Zuluft
Die Zuluft ist die Luft, die einem Gebäude zugeführt wird, an der Stelle hinter dem Austritt aus einem Lüftungsgerät. Die Zuluft wird dabei in modernen Gebäuden durch Wärmerückgewinnung erwärmt. Die gleiche Luftmenge die einem Raum zugeführt wird, muss zur selben Zeit abströmen (Abluft).

Zuluftheizung
Zuluftheizungen liefern Heizwärme ausschließlich als frische Außenluft ohne Umluftanteil. Dabei ist der Volumenstrom nach hygienischen und nicht nach heiztechnischen Gesichtspunkten zu bemessen. Die Außenluft wird meist zuerst in einem Wärmetauscher durch Wärmerückgewinnung erwärmt. Anschließend wird die Zuluft weiter bis auf max. 50°C mit einem Lufterhitzer erwärmt und den Zulufträumen zugeführt. Aufgrund der geringen Heizleistung sind Zuluftheizungen nur für Niedrigenergie- und Passivhäuser geeignet.

Zuschlag
Siehe Gesteinskörner

Zuschlagstoff
Unter Zuschlagstoffen versteht man alle organischen sowie anorganischen Materialien, die Mörtel, Estrich oder Beton Stabilität verleihen.

Zustimmung im Einzelfall
Es kommt in der täglichen Praxis immer wieder vor, dass die bauliche Situation eine Realisierung des Bauvorhabens nur dann ermöglicht, wenn von den in einem Zulassungsbescheid angegebenen Ausführungen des Bauproduktes abgewichen wird. Der Antrag auf Zustimmung im Einzelfall ist vor der Änderung bei der obersten Bauaufsicht des Landes zu stellen (Innenministerium). Dem Antrag muss eine detaillierte Beschreibung der beabsichtigten Änderungen beigefügt werden.
Die Begründung sollte rein technischer Natur sein, da wirtschaftliche Aspekte hier kaum anerkannt werden.

Zweirohrsystem
Bei einem Zweirohrsystem werden die Heizkörper parallel zum Wärmeerzeuger angeschlossen, wobei sich im Dachgeschoss (obere Verteilung) oder im Kellergeschoss (untere Verteilung) die Vorlauf-Verteilungsleitungen befinden. Von ihnen aus gelangt das Heizungswasser zu den jeweiligen Heizkörpern und über Rücklauf-Fallleitungen und -Sammelleitungen zurück zum Wärmeerzeuger.

Zwerchhaus
Ein Zwerchhaus ist ein zum Hauptdach rechtwinklig (zwerch = landschaftlich für quer) stehender Dachaufbau, der sich über mehrere Stockwerke erstrecken kann. Sein Giebel schließt, anders als die Gaube, mit der Hauswand ab, sein Dach ist geneigt.

Zwischensparrendämmung
Bei der Dämmung eines Daches zwischen den Sparren wird die Wärmedämmung exakt zwischen den Sparren eingepasst. Verblieb früher eine Lüftungsebene zwischen Wärmedämmung und Eindeckung bzw. Unterspannung, so füllt man heute mehr und mehr den Raum zwischen den Sparren vollständig mit Dämmstoffen aus, um ein Maximum an Wärmedämmwirkung zu erreichen.

2 Kommentare

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