Photoaktive Baustoffe

Und wieder einmal ist „nano“ in aller Munde… oder nein, besser nicht! Man weiß ja noch nicht, welche gesundheitliche Auswirkung nanostrukturierte Materialien über lange Zeit gesehen auf den menschlichen Körper haben. Es handelt sich hier also präziser ausgedrückt um Nano-Materialien für den Bau und nicht für den Mund. Diesmal geht es um den Wunderstoff Titandioxid (TiO2), über den ich auch in einem früheren Beitrag schon einmal im Zusammenhang mit der Reinhaltung von Luft geschrieben habe.

Die renommierten Marken Braas, Keimfarben und FC Nüdling (nein, kein Fußballverein aus Bayern! „FC“ steht nur für die Initialen im Vornamen des Firmengründers, Franz Carl) haben sich zur Initiative photoaktive Baustoffe zusammengeschlossen. Die Unternehmen bündeln ihre Aktivitäten für Boden-, Wand- und Dachbaustoffe mit photoaktiver Oberfläche, um die umweltentlastende Wirkung dieser Baustoffe transparenter zu machen. Photoaktive Baustoffe wandeln mit Hilfe von Licht Luftschadstoffe wie Stickstoffdioxid (NO2) in unschädliche Salze um. Dabei werden die photokatalytischen Eigenschaften spezieller Titandioxidtypen genutzt. Titandioxid ist ein mineralischer Stoff, der bereits seit über 100 Jahren in der Farbindustrie als Weißpigment eingesetzt wird. Das Mineral ist unbedenklich und nutzt sich als Katalysator nicht ab.

Die EU gibt Grenzwerte für das gesundheitsschädliche NO2 vor, die von den Kommunen einzuhalten sind. Im Falle der Gefahr der Überschreitung von Immissionsgrenzwerten müssen die Kommunen mit Aktionsplänen die Einhaltung der Grenzwerte sicherstellen. Photoaktive Baustoffe reduzieren schnell und effektiv das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid. Hierdurch kann also ein nicht unwichtiger Beitrag zur Einhaltung der Grenzwerte geleistet werden. Die Wirkung photokatalytisch ausgerüsteter Baustoffe wurde nicht nur in Labortests wissenschaftlicher Fachinstitute bestätigt, sondern auch durch umfangreiche Freilandversuche unter Praxisbedingungen nachgewiesen.

Mit einer Gemeinschaftsaktion werden die beteiligten Unternehmen auf ihren Messeständen anlässlich der BAU 2011 auf die „Initiative photoaktive Baustoffe“ hinweisen. Daneben wird die Initiative mit einem Referat zum Thema „Praxiserfahrungen mit photoaktiven Baustoffen für Dach, Wand und Boden“ auf dem begleitenden Kongress „Nanotechnik und Bionik – Hightech in der Bauwirtschaft“ vertreten sein.

Vielleicht sieht man sich dort ja, wer weiß…


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