Photovoltaik im Altbau

Die Diskussionen um Einspeisevergütung gehen hin und her. Die Solarstromförderung hat in Deutschland zu einem Boom bei der Installation von Solarstromanlagen (Photovoltaik) geführt, der die Technologie nicht nur für Neubauten interessant macht. Auch Altbauten rüstet man mit Solarzellen auf. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, ob die Sonnenenergie zur Unterstützung anderer energetischer Sanierungsmaßnahmen einsetzt wird oder man sich mit dem Solarstrom nur ein wenig unabhängiger von künftigen Energiepreissteigerungen machen will. Beides ist möglich und beides ist gefragt.

Beim Einsatz von Photovoltaik wird Sonnenstrahlung mit Solarzellen in elektrische Energie umgewandelt. Hierzu werden unterschiedlich geladene Schichten von Halbleitermaterialien verwendet, durch die bei Lichteinstrahlung Strom fließt. Da dieser Strom unmittelbar als Gleichstrom zur Verfügung steht, muss er zur Nutzbarmachung in Gebäude über Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt werden. Der Wechselstrom kann dann direkt am Produktionsort verbraucht oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Für letzteres erhält man dann Geld pro eingespeiste Kilowattstunde (kWh).

An die Anwendbarkeit von Photovoltaikanlagen sind jedoch bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die teilweise sowohl bei Neubauten als auch bei Altbauten gelten. Zwei wesentliche Punkte sind hier die effiziente Ausrichtung der Solarmodule zwischen Südosten und Südwesten und in einem Winkel von 30 bis 45° gegen die Horizontale sowie die Verschattungsfreiheit der Module am Standort. Sinnvoll ist die Montage von Solarpanele an Gebäuden daher auf Steildächern entlang der geneigten Dachebene oder schräg aufgeständert auf Flachdächern.

Geht man bei Altbauten von einem vorhandenen Steildach aus, ist die sogenannte Auf-Dach-Montage der Solarmodule bei einer Nachrüstung gut geeignet. Die Module werden ohne Veränderung der Dachhaut nur durch Anheben einiger Dachziegel an der darunter liegenden Dachkonstruktion befestigt. Die Alternative wäre eine In-Dach-Montage, bei der die Solarmodule in der Ebene der Dacheindeckung eingesetzt werden. Dies ist aber häufig nur sinnvoll, wenn die Dacheindeckung ohnehin erneuert werden soll. So kann man dann beim Kaufpreis der Dachziegel die entsprechende Fläche der Solarmodule einsparen. In beiden Fällen ist allerdings auf eine Restlebensdauer der Dacheindeckung von ca. 25 bis 30 Jahren zu achten, da die Solarmodule sonst bei einem Austausch der Dacheindeckung zwischenzeitlich deinstalliert werden müssten.

Vor der Installation von Solaranlagen auf Dächern von Altbauten ist zudem die Statik des Dachstuhls zu untersuchen. Kann die Dachkonstruktion die zusätzlichen Lasten der Solarpanele in einem bestimmten Bereich überhaupt tragen oder müssen die Sparren oder Dachlatten ausgetauscht bzw. verstärkt werden? Ist die alte Dachkonstruktion zu schwach bemessen, lohnt sich die Anschaffung einer Solaranlage in der Regel eigentlich nicht, da durch die gestiegenen Installationskosten die Amortisationszeit zu lang wird. Antworten hierzu liefert in der Regel die mit der Installation einer Solaranlage beauftragte Firma.

Auch im Bereich des Brandschutzes sind einige Aspekte zu beachten, nachdem die Feuerwehr in den letzten Jahren immer mehr schlechte Erfahrungen mit dem Löschen von Gebäuden gemacht hat, an denen Solaranlagen installiert sind/waren. Dies führte unter anderen so weit, dass sich Feuerwehrleute geweigert haben, brennende Gebäude zu betreten, da sie damit ihr eigenes Leben gefährdet sahen. Der Grund: Eine Solaranlage hört im Brandfall nicht immer automatisch auf Strom zu produzieren. Auch war es für die Feuerwehr häufig nicht möglich, den Notausschalter für die Anlage zu lokalisieren. Durch den Einsatz von Löschwasser kann es dann dazu kommen, dass Feuerwehrleute bei Kontakt mit dem Wasser einen tödlichen elektrischen Schlag erhalten. Werden also private Anlagen geplant, sollte ein Notausschalter zentral angebracht werden und eine Kopie der Planungsunterlagen an die lokale Feuerwehr gehen.

Die Anschaffung und der Einbau einer Solaranlage ist in vielen Fällen genehmigungsfrei. Voraussetzung hierfür ist die Installation auf Dächern oder an Fassaden von Gebäuden. Eine Genehmigung zum Einbau muss jedoch eingeholt werden, wenn das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Bei der Planung von Freiflächenanlagen sind zudem Grenzabstände zu Nachbarn einzuhalten, was allerdings am Besten mit der örtlichen Baubehörde abgesprochen wird.

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