Trends beim Sanieren

Fachwerkgebäude vor SanierungAlles altert. Menschen und Pflanzen genauso wie Bauwerke. Bei Pflanzen tut man nicht unbedingt viel dagegen, wenn nötig, kauft man sich eine neue. Menschen würden gerne viel gegen das Altern tun, aber irgendwie wirken viele Hilfsmittel nicht richtig. Den Verfall von Bauwerken und Gebäuden kann man hingegen recht wirkungsvoll durch Sanierungen aufhalten. Und man sollte das auch tun, wenn man keine Schäden oder gar Versagen befürchten möchte. Die technische Seite ist also klar, doch was erwartet der Bauherr von einer Sanierung? Führt man Sanierungen vielleicht auch aus anderen Gründen durch? Die kurze Antwort: Ja.

Ein Gebäude kann man nicht mit einem Hemd vergleichen; ist es abgenutzt, kauft man sich nicht einfach ein neues. Dafür ist es zu teuer und soll im Idealfall mehreren Generationen ein sicheres Dach über den Kopf bieten. In vielen Fällen kann es sich daher durchaus rechnen, wenn man statt eines Abrisses eine Sanierung durchführt. Ein neuer Anstrich, etwas Wärmedämmung, eventuell die Ausbesserung von Schäden oder eine Erweiterung der Wohnfläche können dazu gehören.

Verbraucher werden aber mit der Zeit kritischer, wenn es um den Sinn einer Sanierung geht. Neben einer funktionellen Verbesserung der Bausubstanz möchten die Auftraggeber einer Sanierung nun auch andere Vorteile in den durchzuführenden Maßnahmen sehen. Das Thema Energieeffizienz ist hier zwar immer sehr aktuell, doch zeichnen sich in den letzten Jahren auch weitere Trends ab, die den Verbraucher beschäftigen.

Gesundheit und Nachhaltigkeit sind zwei der wichtigsten Trends. Rohstoffe und Entsorgung von Baustoffen bzw. Baumaterialien sowie darin möglicherweise enthaltene Schadstoffe werden immer kritischer bewertet. Die Medien unterstützen diese Trends sicherlich durch Meldungen über gesundheitsgefährliche Schadstoffe, die aus Möbeln, Bodenbelägen und Holzbauteilen in die Raumluft ausdünsten. Früher war das ein wesentlich geringeres Problem, kamen Baustoffe doch mit wesentlich weniger Chemie aus und gab es noch Gebäude, deren Luftwechselraten denen einer U-Bahnstation glichen. Die heute geforderte Luftdichtheit von Gebäuden macht es den Schadstoffen nicht mehr so leicht zu entweichen. Da auch Lüftungsanlagen in vielen sanierten Gebäuden noch keinen Einzug halten, sollte man also darauf achten, dass verwendete Baumaterialien unschädlich sind. Naturbaustoffe wie Lehm oder unbehandeltes Holz sind gefragt.

Legt man Wert auf Naturprodukte, kommt automatisch auch deren Nachhaltigkeit ins Spiel. Sind die Produkte regional verfügbar? Sind sie in ausreichender Menge verfügbar? Werden sie aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen? Welche Zusatzstoffe enthalten sie? Wie langlebig ist das Material? Ist eine Wiederverwendbarkeit oder wenigstens eine Wiederverwertbarkeit möglich? Preislich legt man für solche Gedanken zwar in der Regel ein wenig drauf, aber die Investition macht sich auf Sicht oft bezahlt.

Hinzu kommt der Wunsch vieler, dass die ‚Bedienung‘ eines Hauses einfach bleibt (oder noch einfacher wird), obwohl man viel Technologie einbaut. ‚Smarthome‘ oder ‚Smarthouse‘ sind hier die Stichworte. Darin befindet sich ausgereifte und idiotensichere Steuerungstechnologie, die man kinderleicht über Smartphones, Tablets oder eingebaute Bildschirme bedienen kann. So jedenfalls das Versprechen der Hersteller. Und Häuser können neuerdings auch lernen. Lebensgewohnheiten der Bewohner werden analysiert und auf dieser Basis die Heizung geregelt, Licht gedimmt oder Rollläden gesteuert.

Also: Wer an Sanierung denkt, sollte auch ein wenig über den Tellerrand hinweg sehen.

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3 Kommentare

  1. Achim sagt:

    Hallo Stefan!

    Zum Thema Sanierung und Schadstoffen in Gebäuden fällt mir auch noch etwas anderes ein. Wer ein altes Haus (Baujahr bis 1970) saniert, sollte auch Asbest auf dem Radar haben. Manchmal ist einem nicht bewusst, dass dieses lungengängige Material in Wänden und Dächern ist und fängt an die Wände aufzureißen um neu zu dämmen oder ähnliches.

    Ich stimme zu, dass viele Häuser sehr Luftdicht saniert werden. Damit wird Schimmel auch immer öfter zum Problem. Heizkosten sparen einerseits und richtig Lüften andererseits gehört irgendwo zusammen.

  2. Stefan sagt:

    Hallo Achim,
    Völlig richtig. Es wäre auch ein gutes Thema für einen neuen Beitrag… danke für den Tipp 😉

    Gruß, Stefan

  3. Stefan sagt:

    Vielen Dank für die Ideen und Tipps. Ich habe auch bereits saniert und bei mir sind sehr viele Baustoffe auf nicht EUR- Paletten gekommen. Ich war sehr froh, dass ich meine Materialien auf Inka Paletten erhalten habe. Dadurch konnte ich diese einfach entsorgen.

    Dies nur als Anmerkung.

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