Wärmeerzeuger im Zeitraffer

Grafik zur Entwicklung der Absatzzahlen von Wärmeerzeuger in Gebäuden 2001 bis 2011Die Technologie schreitet voran, unaufhörlich, nicht zu bremsen. Auch für die Technologie zur Erzeugung von Wärme in Gebäuden gilt dies. Von Holz und Kohle über Öl und Gas bis hin zu erneuerbaren Energieträgern wie Sonne und Erdwärme wird die Bedeutung fossiler Energien immer geringer. Glaubt man den Verkündern der globalen Erwärmungstheorie, ist dies auch gut so. Hauptsache der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) wird reduziert. Einige Verbraucher scheinen zugehört zu haben, denn der Absatz von Wärmepumpen ist im ersten Quartal 2012 um satte 21% gestiegen.

In absoluten Zahlen, die der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH) vor einem Jahr auf der ISH 2011 in Frankfurt vorlegte, gab es 2009 knapp 18 Millionen Wärmeerzeuger in Deutschland. Davon waren knapp 11 Millionen mit Gas befeuert und 6 Millionen mit Öl. Nur 700.000 waren Biomassekessel und es gab lediglich 400.000 Wärmepumpen. Demnach waren über 3 Viertel aller Wärmeerzeuger ineffizient. Ein Bild der Vergangenheit?

Gasheizungen waren vor 10 Jahren von allen verkauften Wärmeerzeugern mit 70% Marktanteil die meist verkauften. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Immer noch liegt ihr Marktanteil mit knapp 75% weit über dem anderer Energieträger. Umwelttechnisch positiv zu sehen ist hier die Entwicklung von Niedertemperaturkesseln zur sparsameren Brennwerttechnologie. Vor 10 Jahren wurden noch 56% aller verkauften Gasheizungen mit Niedertemperaturkesseln geliefert, im letzten Jahr fiel dieser Anteil auf unter 23% zurück.

Auch Ölheizungen, die 2001 noch einen Marktanteil von über 27% besaßen, werden heute weniger verkauft. Zwar konnten die Brennwertheizungen auch hier wie beim Gas zulegen, doch liegt der gesamte Marktanteil von ölbefeuerten Heizungen 10 Jahre später nur noch bei unter der Hälfte der damaligen Werte.

Insgesamt ist Deutschland im Vergleich anderen europäischen Ländern leider ein wenig ins Hintertreffen geraten, wenn es um den Absatz von Brennwerttechnologie geht. Während in England 97% aller im Jahre 2010 verkauften Wärmeerzeuger mit Brennwerttechnologie arbeiteten und in den Niederlanden 95%, liegt Deutschland mit 66% ziemlich abgeschlagen. Bei den Wärmepumpen sieht dies nicht viel anders aus: die Schweiz führte mit 30% das Feld, Österreich folgte mit 14% und Deutschland musste sich mit 8% zufrieden geben.

Erfreulich ist jedoch die Entwicklung der sogenannten alternativen Energiequellen wie Sonne oder Erdwärme in den letzten Jahren. Entsprechend Zahlen des BDH hatte zwar die Biomasse in den letzten 5 bis 6 Jahren einen Rückgang zu verbuchen, aber die Wärmepumpen konnten sich in 10 Jahren im Konzert der Großen etablieren. Ihr jährlicher Absatz lag 2011 bei 9%. Das kann sich sehen lassen und der Trend wird von den neuesten Zahlen nur untermauert, die im ersten Quartal 2012 ein Absatzplus von 21% ausweisen. Nur die Solarwärme verschattet das Bild ein wenig, da hier nur 7% Plus verzeichnet werden konnten.

2009 sah dies allerdings noch ganz anders aus. Dort ging der Absatz von Festbrennstoffkesseln um 25% und der von Wärmepumpen um 12% zurück. Dies geschah damals noch zugunsten der Öl-Brennwerttechnik (plus 24%) sowie der zentralen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung (plus 29%).

Generell werden von der Industrie jedoch zwei Tatsachen bemängelt. Erstens ist der Gesamtabsatz von Wärmeerzeugern seit 1998 von 920.000 Einheiten auf 639.500 im Jahre 2011 gefallen. Zweitens – und das wird unter anderem als Grund für diesen Absatzrückgang angegeben – stagniert der Verkauf von Wärmeerzeugern bei der Sanierung von Gebäuden. Das Modernisierungstempo in der Bundesrepublik sei zu langsam und damit habe auch der Absatz von Wärmeerzeugern schon bessere Zeiten gesehen. Der BDH sieht dies außerdem als starke Bremse für die Erreichung der energie- und umweltpolitischen Ziele der Bundesregierung. Die steuerliche Förderung energetischer Altbausanierungen sei hier ein Schritt in die richtige Richtung.

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