Warmwasserspeicher

Schematische Darstellung eines Warmwasserspeichers in einem bivalenten HeizsystemWarmwasserspeicher sind eigentlich keine so dumme Erfindung. In ihnen kann Brauchwasser und Heizungswasser, dass gratis von der Sonne oder anderen natürlichen Wärmequellen erhitzt wurde, gespeichert werden, um es in kälteren Perioden nutzen zu können. Gerade jetzt, wo die kälteren Monate des Jahres vor der Türe stehen, sind Warmwasserspeicher eine große Hilfe, wenn es um die Energieeinsparung in Gebäuden geht. Denn im Sommer steht die Energie der Sonne in Hülle und Fülle zur Verfügung, wohingegen es im Winter bekanntlich zu einigen Engpässen in der Versorgung kommen kann.

Warmwasserspeicher funktionieren also im Prinzip wie Thermoskannen. Man füllt warme Flüssigkeit hinein und kann nach einiger Zeit warme Flüssigkeit wieder entnehmen. Doch das ist nur das Prinzip. Die Realität sieht ein wenig komplizierter aus. Dann geht es unter anderem um Wärmetauscher, Nachheizung, bivalenten Speichern und geschichtete Wassertemperaturen. Zudem kann man diese Brauchwasserspeicher, die auch Pufferspeicher genannt werden, noch in Trinkwasserspeicher, Heizwasserspeicher und Kombispeicher unterteilen. Letztere werden sowohl als Wärmespeicher für eine Solaranlage als auch zur Vorhaltung warmen Trinkwassers sowie als Pufferspeicher für den Heizkessel eingesetzt.

Bevor Wasser in diesen Tanks gespeichert wird, kann es durch die Energie herkömmlicher Heizkessel, durch Solarenergie oder durch Wärmepumpen erhitzt werden. Doch obwohl Warmwasserspeicher sehr gut gegen Wärmeverluste gedämmt sind, fällt die Temperatur in Warmwasserspeichern ohne externe Energiezufuhr mit der Zeit leider genauso wie in Thermoskannen ab. Um eine gleichbleibende Wassertemperatur liefern zu können, wird das Wasser daher oft auch mit elektrischer Energie nachgeheizt. So kann man zu jeder Zeit in ausreichender Menge warmes Wasser zapfen.

Bei einer Beheizung des Speichers durch das Heizsystem entfällt diese Forderung an eine zusätzliche Nachheizung. Bei der Beheizung durch Solarenergie bei monovalenten Anlagen muss jedoch ein solarer Deckungsgrad im Jahresverlauf beachtet werden, der jedenfalls im Winter die Nachheizung unverzichtbar macht. Der Deckungsgrad beschreibt, wie viel der insgesamt benötigten Energie durch die Sonne geliefert werden kann. Für Anlagen zur alleinigen Trinkwasserbereitung ist ein Deckungsgrad von etwa 50 Prozent typisch, für Anlagen mit Heizunterstützung ist dies weniger, da die Heizung die Energie zu Zeiten braucht, zu denen die Sonne weniger davon liefert.

Ein wichtiger Punkt ist bei der Speicherung von warmem Wasser jedoch zu beachten: die Wassertemperatur im Speicher. Wird warmes Wasser über längere Zeit gespeichert, kann dies die Bildung von Keimen – speziell Legionellen – begünstigen. Die Stiftung Warentest rät daher dazu, die Temperatur des Wassers in einem Warmwasserspeicher dauerhaft über 60°C zu halten.

Die Größe eines Warmwasserspeichers ergibt sich prinzipiell aus zwei Faktoren: der Nutzung des Warmwassers und der Anzahl der Nutzer im Haushalt. Der Warmwasserspeicher und die benötigte Warmwassermenge sollten optimal aufeinander abgestimmt sein. Dimensioniert man einen Trinkwasserspeicher, kann man mit einer Wassermenge von 30 bis 40 Litern pro Person rechnen. Wird der Speicher durch einen Wärmeerzeuger mit einer Leistung über 15 kW beheizt, kann man hiervon 5 bis 10 Liter abziehen. Liegt die Leistung des Wärmeerzeugers wegen eines geringen Wärmebedarfs – beispielsweise in einem Passivhaus – unter 10 kW, sollte der Speicher ein wenig größer geplant werden. Plant man einen Kombispeicher, sollte man von einem Fassungsvermögen des Speichers von 60 bis 70 Liter pro installiertem Kilowatt Heizleistung als sinnvollem Verhältnis ausgehen.

Große Vorteile im Sinne einer effektiven Nutzung von Warmwasserspeichern bieten sogenannte Schichtenspeicher. Sie werden meist zusammen mit Solaranlagen zur Heizungsunterstützung eingesetzt. In ihnen wird das von Solarkollektoren erwärmte Wasser in derjenigen Höhe des Speichers eingeleitet, in der die Wassertemperatur der Temperatur der jeweiligen Speicherschicht entspricht. So wird eine Durchmischung des gespeicherten Warmwassers vermieden und im oberen Teil des Speichers steht heißes Wasser immer schnell zur Verfügung. Ebenso kann die Nachheizung in Schichtenspeichern effektiver geregelt werden.

Für den sinnvollen Einsatz von Solarkollektoren sind Warmwasser- oder Pufferspeicher also unerlässlich. Sonnenenergie kann mit gut gedämmten Modellen auch mehrere Tage gespeichert werden. Die Auswahl an Speichern liegt zwar irgendwo zwischen überwältigend und unüberschaubar, doch will man sich eine neue Heizungsanlage zulegen (speziell mit Solarunterstützung), sind passende Warmwasserspeicher schon im System und im Preis integriert.

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4 Kommentare

  1. Werner Görlich sagt:

    Da unser Trink- und Heizungswasserspeicher den letzten Winter im Keller nicht überlebt hat, haben wir nach einem neuen, hochwertigen Speicher gesucht. Nachdem wir in sämtlichen Sanitär-Geschäften waren und das Gefühl nicht los wurden, über den Tisch gezogen zu werden, informierten wir uns im Internet und stießen auf einen Billiganbieter. Wir schauten und das Sortiment an und ließen uns am Telefon individuell beraten. Der Herr an der anderen Leitung beantwortete uns all unsere Fragen.

  2. Hallo,

    ich habe einen beheizten Pool für draussen mit einem Dach drüber und ein wenig Angst vor Legionellen. Was kann ich zur Vorsorge dagegen machen?

    VG
    Norbert

  3. Stefan sagt:

    Hallo Herr Hasenstein,

    Wie warm ist denn das Wasser im Pool?

  4. marko7 sagt:

    Sehr interessanter Artikel

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