Dachbegrünung

Vogelhaus mit DachbegrünungDachbegrünungen – also Gründächer – können eine Lebensdauer erreichen, die der des Gebäudes sehr nahe kommt. In Kombination mit ökologischen und städtebaulichen Vorteilen begrünter Dächer sollte dies Grund genug sein, so viele Dachflächen wie möglich mit einer Begrünung zu versehen. Verschiedene Aspekte wie Statik, Abdichtung, Entwässerung, Wartung oder Pflege sollten jedoch bereits bei der Planung eines Gründaches genau beachtet werden.

Die Voraussetzungen für ein fachgerecht erstelltes Gründach werden also schon während der Planung geschaffen. Ist diese mangelhaft, kann sich die Begrünung eines Daches auch als nachteilig herausstellen, wenn beispielsweise undichte Stellen unter der Grünschicht zu orten oder zu beheben sind. Dies bedeutet immer einigen Mehraufwand im Vergleich zu einem nackten Dach. Im Grunde ist die Anzahl der Faktoren, die bei der Planung eines Gründaches zu berücksichtigen sind, jedoch überschaubar.

Statik
Ein Gründach bringt zunächst einmal eine gewisse Bauhöhe und damit verbunden ein entsprechendes Eigengewicht mit sich. Dies ist bei der statischen Dimensionierung der Dachkonstruktion und der Sicherung von Dachabdichtung und Wärmedämmung gegen Abheben aufgrund von Windsog ein wichtiger Punkt. Für letztgenannte Bemessung ist allerdings das Trockengewicht des Dachaufbaus ausschlaggebend. Die Bauhöhe ist bei der Festlegung der Anschlusshöhen an andere Bauteile zu berücksichtigen. Bei der Dachneigung kann man gerne ein wenig knauserig sein, da bei zu großen Neigungswinkeln Maßnahmen zur Schubsicherung notwendig werden und auch ein Begehen der Flächen erschwert wird.

Abdichtung
Ein begrüntes Dach benötigt natürlich wie alle anderen Dächer auch eine Abdichtung gegen Wasser. Diese sollte aber den mechanischen Belastungen, die während der Begrünungsarbeiten auf die Dachhaut einwirken, standhalten können. Ebenso sollte die Dachabdichtung wurzelfest sein, was mit einer Wurzelschutzprüfung nach dem FLL-Verfahren geprüft werden kann. Nicht zuletzt sind lose verlegte Abdichtungsbahnen so zu anzuordnen, dass kein Wasser dahinter laufen kann. Diffusionssperren sind so zu wählen, dass sie einen möglichst hohen Sperrwert aufweisen. Klimamembranen oder intelligente Dampfbremsen sind bei Gründächern nicht einzusetzen. Wärmedämmstoffe sind der Anwendung entsprechend mit einer ausreichend hohen Druckfestigkeit auszuwählen.

Entwässerung
Wichtig bei Dachbegrünungen ist, dass Entwässerungseinrichtungen kontrolliert und von Bewuchs freigehalten werden können. Hierzu zählen Dachgullys genauso wie Wasserspeier. Um Regenwasser überhaupt bis einen dafür eingesetzten Ablauf leiten zu können, sind Drainschichten erforderlich. Diese sind abhängig vom Dachgefälle, von der erwarteten Wassermenge und von der Auflast zu bemessen. Dort wo sich Wasser stauen kann, ist es wichtig, dass die Substratschicht von einer ausreichend hohen Drainschicht vor einer dauerhaften Bewässerung geschützt ist. Ist dies nicht der Fall, kann es zur Schädigungen von Pflanzen kommen.

Wartung und Pflege
Gründächer, die nicht als Gärten genutzt werden, müssen für Wartungsarbeiten sowie zur Pflege der Bepflanzung zugänglich sein. Hierfür sind bei den meisten Dächern Einrichtungen zur Befestigung von Absturzsicherungen vorzusehen. Alternativ können auch Geländer oder hohen Attiken ausreichen. Die Art der Dachbegrünung sollte mit dem späteren Nutzer und der späteren Nutzung des Gebäudes abgestimmt sein, denn die schönste Bepflanzung sieht nach ein paar Jahren ohne regelmäßige Pflege aus wie ein Urwald. Wo diese Pflege nicht gewährleistet werden kann, sollte anstelle einer intensiven Dachbegrünung mit Stauden und Bäumen eher eine extensive Begrünung mit Bodendeckern und Gräsern vorgesehen werden. Robuste Pflanzen für die extensive Art der Dachbegrünung kommen in der Regel auch ohne zusätzliche Bewässerung gut über die Runden. Und last but not least: Auch der Rasen auf einem Dach muss gemäht werden.

Die Herausforderung bei der Ausführung von Gründächern liegt sicherlich in der Aufteilung der Arbeiten in zwei Gewerke und dem Zeitraum, der zwischen den Arbeiten der beiden Gewerke liegt. Die Arbeiten an der Dachabdichtung werden dabei vom Dachdecker ausgeführt. Für die nachfolgenden Arbeiten an der Grünschicht zeichnet der Landschaftsgärtner verantwortlich. Nach der Abnahme der Abdichtungsarbeiten ist die Dachabdichtung bis zum Beginn der Begrünungsarbeiten vor Witterung und mechanischen Einflüssen zu schützen. Mit den Arbeiten oberhalb der Abdichtung sollte dann auch erst begonnen werden, wenn die Abdichtung selber noch einmal überprüft wurde. Nur so wird das Gründach den gestellten Erwartungen gerecht und erreicht bei fachgerechter Pflege eine lange Lebensdauer.

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