Neue Innendämmung aus Kalziumsilikat

Wärmedämmstoff aus Kalziumsilikat mit Kern aus PolyurethanKalziumsilikat wird als kapillaraktiver, d.h. feuchtespeichernder und feuchteleitender, Dämmstoff vorwiegend als Innendämmung bei der Sanierung von Gebäuden eingesetzt. Beim Einsatz von Innendämmung besteht ja bekanntlich die Herausforderung in der Einhaltung bauphysikalischer Grundregeln bezüglich der Vermeidung von Wärmebrücken in Bauteilanschlüssen und von Tauwasser im Bauteil selber. Kalziumsilikat bietet sich hier als Wärmedämmstoff an, diese Herausforderungen zu meistern. Doch hat Kalziumsilikat auch seine Nachteile.

Vorteilhaft ist natürlich die Eigenschaft von Kalziumsilikat, dass es Wasserdampf in vergleichsweise großen Mengen speichern kann und trotz feuchtem Baustoffes keinen Nährboden für Schimmelpilze bietet. Auf eine spezielle Dampfbremse auf der warmen Seite der Dämmung kann/muss bei der Verwendung von Kalziumsilikat verzichtet werden. Nachteilig macht sich jedoch die relativ hohe Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffes von etwa 0,060 W/(mK) unangenehm bemerkbar und führt in schöner Regelmäßigkeit zu einer dicken Dämmschicht auf der Innenseite von Außenwänden und damit zum Verlust von kostbarem Wohnraum.

Diesen Problemen nehmen sich aber Hersteller von Dämmstoffen nun scheinbar langsam an. Erst vor wenigen Tagen stellt die Firma Calsitherm auf der Deubau ein neues Konzept ihrer Kalziumsilikatplatte mit dem Namen Xtra Klimaplatte vor, während Remmers bereits vor zwei Jahren an gleicher Stelle mit iQ-Therm eine kapillaraktive Innendämmung mit vergleichweise niedriger Wärmeleitfähigkeit präsentierte.

Bei erstgenanntem System von Calsitherm wird ein Kern aus effektiven Wärmedämmstoffen wie Polyurethan (PUR), pyrogene Kieselsäure oder Vakuumdämmung von einem Mantel aus Kalziumsilikat umschlossen. Der Kern sorgt dabei wegen seiner geringen Wärmeleitfähigkeit für dünne Schichtdicken und der Mantel bietet die bekannten hygrischen Vorteile von Kalziumsilikat. Dabei werden die beiden Deckschichten des Mantels durch Stege miteinander verbunden, um den Feuchtetransport von einer Seite des Produktes zur anderen nicht zu unterbinden.

Die iQ-Therm von Remmers besteht im Gegensatz dazu fast ausschließlich aus gut dämmendem Polyurethan. Um die Dämmplatte aus PUR kapillaraktiv zu machen, wird diese mit einer regelmäßigen Lochung senkrecht zur Plattenebene versehen. Diese kleinen Löcher werden mit einem mineralischen Material verfüllt, durch dessen Kapillarporen sich die Feuchtigkeit durch den Dämmstoff hindurch bewegen kann. Die Wärmeleitfähigkeit liegt hier immer noch bei guten 0,031 W/(mK).

Es scheint sich also etwas zu tun auf dem Markt der Innendämmungen. Das sollte aber auch nicht verwundern, wo doch die Sanierung von Altbauten einen Großteil der heutigen Bauaktivität in Deutschland ausmacht und Innendämmungen bei solchen Sanierungen immer wichtiger werden. Was der Innendämmung noch fehlt, ist der innovative Durchbruch, bei dem sowohl Wärmedämmeigenschaften als auch Feuchtespeicherung und Einbausicherheit kombiniert werden.

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12 Kommentare

  1. Christian sagt:

    Wichtig wäre dabei zu erwähen, dass diese Kalziumsilikatprodukte zum großen Teil im denkmalgeschützten Bereich eingesetzt werden, wo an Außenwänden aus Denkmalschutzgründen kein WDVS aufgebracht werden darf.

  2. Stefan sagt:

    Ja, völlig richtig. Sonst gäbe es auch wohl keinen guten Grund, den Preis für Kalziumsilikatplatten zu bezahlen.

  3. […] sehr interessante Innendämmsysteme auf den Markt gebracht […]

  4. Koppe Michael sagt:

    Bitte um Angebot
    500,00m2 80mm 0031
    100,00m2 50mm 0031
    150m Eckplatten 15mm 30mm leibungstiefe

  5. Stefan sagt:

    Hmm, als Plattform für Angebote habe ich diesen Blog zwar noch nicht gesehen, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Mal sehen, wer sich meldet.

  6. Markus sagt:

    in welchen preislichen Regionen bewegen wir uns denn bei Kalziumsilikatplatten? Meine ersten Recherchen haben hier eine Spanne von 11,5 – 45 €/m² ergeben.

  7. Stefan sagt:

    Wenn das Quadratmeterpreise für Wärmeschutzplatten und nicht für Brandschutzplatten sein sollen, würde ich sofort zuschlagen. Der Unterschied liegt in der Dicke der Platten. Ab 100 mm wird es für den Wärmeschutz erst interessant.

  8. Dirk sagt:

    Ja, für mich ist vor allem der Fakt wichtig, dass diese Art der Platten bei alten Gebäuden gut die Schimmel-Bildung vermeidet. Hatte schon bei zwei sehr ähnlichen Haussanierungen mitgemacht und zwei Jahre später hat sich gezeigt, dass bei den Silikatplatten kein Schimmel auftrat, während man das vom anderen Objekt leider nicht behauptet konnte.

  9. meyer sagt:

    hi,
    habe 2008 eine souterrainwohnung mit KS platten als sockel/wandverkleidung (ganze platte mit kassetten und abschlussleiste aus hartschaum) saniert. wo die platte ist ist kein schimmel und die wand ist warm und trocken. leider haben die platten bei 5 cm stärke per m² ca. 27€ gekostet. ich meine es bringt aber eine menge bei 5cm auch für die wärmedämmung. 10 cm kosten sicher enorm…zzgl. kleber, spachtel, farbe… oooops.

    gruß aus bremen

    ray

    ps: kennt jemand einen günstigen lieferanten für KS platten
    ??

  10. Becker Hans Joachim sagt:

    Anfrage: Möchte 4 Fensternischen dämmen. Wie dick muss die Calziumsilikatplatte sein? Wer liefert zu welchem Preis?
    Danke für Ihre Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen
    Becker

  11. Stefan sagt:

    Hallo Herr Becker,
    bei der Dicke kann ich Ihnen recht einfach helfen: so dick, wie die Nischen es zulassen.
    Beim Preis inkl. Einbau wird es schwieriger, da dieser regional unterschiedlich sein wird. Von daher würde ich Ihnen empfehlen, mal einen Malermeister oder einen Baustoffhändler in Ihrer Gegend zu kontaktieren. Letzterer wird Ihnen sicher auch Hinweise für gute Handwerker geben können.
    Gruß, Stefan

  12. Jorn sagt:

    Hallo,
    Die Fa Bünder in Euskirchen liefert meiner Meinung nach die günstigsten Platten.

    Gruß
    Jorn

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