Wärmeleitfähigkeiten alter Baustoffe

Sachverständige und Energieberater kennen das Dilemma: Man steht in einem sanierungsbedürftigen Altbau und denkt nur noch „Oje, was haben die denn hier für ein Zeug verbaut!“. Und dann muss man für Bauteile mit diesem Zeug drin auch noch wärme- oder feuchteschutztechnische Berechnungen durchführen. Leider ist das kein Einzelfall, denn in der Zeit bis zum 2. Weltkrieg und auch noch in den Jahren danach wurden Baustoffe verbaut, die es heute so nicht mehr gibt. Und natürlich sind auch die technischen Angaben solch alter Baustoffe eher spärlich gesät. Wir haben uns einmal hingesetzt und die Wärmeleitfähigkeiten von ein paar der damals typischen Baustoffe aufgelistet. Vielleicht helfen diese Hausnummern dem einen oder anderen Kollegen ja bei der täglichen Arbeit…

Baustoff Rohdichte
[kg/m³]
Wärmeleitfähigkeit
[W/(mK)]
Sandschüttung  0,58 – 0,68
Steinkohlenschlackeschüttung  790  0,16 – 0,23
Hochofenschaumschlacke  0,12 – 0,40
Feuerasche  900  0,29
Ziegelsplitt  0,35
Splitt  1500  0,81
Bimskiesfüllung  600 – 750  0,16 – 0,233
Bimsdielen  700 – 800  0,25 – 0,28
Bimskies  < 1000  0,16 – 0,19
Bims-Schwemmstein-Ausmauerung  500 – 800  0,16 – 0,24
Wandbauplatten aus Naturbims / Hüttenbims  800 – 1000  0,25 – 0,30
Wandbauplatten aus Schlacke  1000 – 1200  0,30 – 0,40
Wandbauplatten aus Sinterbims / Ziegelsplitt   1200 – 1400  0,40 – 0,50
Wandbauplatten aus Gips  1200  0,50
Porengipsplatten  600 – 700  0,25 – 0,28
Gipsdielen  800 – 1200  0,349 – 0,50
Strohlehmwickel  0,040 – 0,47
Strohlehm in Decken und zwischen Sparren   800  0,60 – 0,70
Massivlehm und Lehmformlinge  0,80 – 1,1
Holzlehm  750  0,17
Schwerlehm  2000 – 2400  1,20 – 1,80
Leichtlehm  0,40
Stroh / Reet (grob)  0,047
Stroh / Reet (fein)  0,06
Schilf  0,14
Schilfrohrplatten  200 – 300  0,081 – 0,12
Bauschlackenwolle (lose)  0,06
Bauschlackenwolle (Matten)  60 – 110  0,04 – 0,05
Holzwolle-Leichtbauplatten 25 – 35 mm  0,08
Pflanzliche Faserdämmstoffe  0,047
Naturseide  100 – 135  0,06
Seegras  150  0,040 – 0,047
Strohhäcksel  0,047
Torfoleumplatten  < 250  0,047
Korkplatten  120 – 200  0,035 – 0,04
Korkparkett  450  0,055
Korkstein  0,05
Holzschalung  0,14
Sägespäne / Holzspäne  0,07 – 0,093
Kieselgur  270  0,05
Kieselgurstein  969  0,24
Kies, einkörnig  1500  0,81
Kies, gemischtkörnig  1850  1,40
Naturstein, dicht (Granit)  3,0
Naturstein, porig (Sandstein)  2,0 – 2,7
Ziegelsplittbeton (geschlossenporig)   1600 – 2000   0,65 – 1,10
Ziegelsplittbeton (haufwerksporig)  1200 – 1600  0,40 – 0,65
Blähtonbeton / Bimsbeton  800 – 1200  0,25 – 0,40
Steinholz  550 – 1600  0,174 – 0,698
Holzbeton  800 – 1000  0,35 – 0,45
Holzbetonsteine  800 – 1000  0,38 – 0,48
Hüttensteine  0,60 – 0,75
Hüttenbims  750  0,22
Hüttenbimsbeton  1200 – 1600  0,49 – 0,78
Wellpappe  0,04 – 0,07
Asbestzementplatten  1800  0,30
Gas- und Schaumbetonsteine  600 – 1200  0,30 – 0,60
Tuffstein  1450  0,48
Lehmstein  0,41 – 0,97
Lehmputz  0,60 – 0,80
Korklehmputz  0,05 – 0,085 
Kalkmörtel  0,75
Zementmörtel  1,20
Kalkgipsmörtel  0,6

Quellen:
Wenn noch jemand andere oder abweichende Daten hat, sind diese herzlich willkommen. Und wenn es wirklich mehr Daten werden sollten, werde ich auch bestimmt die Sortierung noch ein wenig anpassen und die Liste übersichtlicher gestalten.

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6 Kommentare

  1. Rudolf Plagge sagt:

    Zur Bewertung von geplanten Sanierungsmaßnahmen ist die Wärmeleitfähigkeit von Baustoffen alleine nicht ausreichend.
    In der Regel sind zumindest noch hygrische Kennwerte notwendig.

  2. Stefan sagt:

    Hallo Herr Dr. Plagge,
    das ist natürlich völlig richtig, denn gute Energieberater sollten nicht nur den Heizölverbrauch eines Gebäudes im Auge haben, sondern auch die Tauglichkeit und Sicherheit der schon bestehenden Baukonstruktion. Und dazu müssen über den Wärmeschutz hinaus u.U. auch alle anderen Disziplinen der Bauphysik sowie die Statik mitspielen. Gute Sachverständige wissen dies sowieso.
    Wenn Sie also für eine ausreichend große Menge heute nicht mehr eingesetzter Baustoffe auch relevante hygrische Kennwerte vorliegen haben (und das ist ob Ihrer langjährigen Arbeit sicherlich der Fall), werden wir gerne eine weitere Übersicht mit den entsprechenden Werten veröffentlichen.

  3. Dr. Ing. Gaebler sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren

    bitte Ihre freundliche Unterstützung:
    in den 70er jahren wurde in den in Schutt gelegten Großstädten aufgeräumt und es entstand der Baustoff Ziegelsplitt-Hohlblockteine.

    An sich kein schlechtes Baumaterial..bzgl therm. Isolierung und Dampfdiff.. Die festigkeit hat sich ja in der Praxis gezeigt: die Häuser stehen noch rissfrei..

    In Ihrer Tabelle http://www.baupraxis-blog.de/waermeleitfaehigkeit-baustoffe/ fehlt leider ein solches material

    wäre es ihnen möglich mir die entsprechenden Werte nach aktuellen kenntnisstand mitzuteilen ( und ggf einzupflegen). Das wäre super

    Danke und Gruß aus berlin
    Wolfgang G

    https://www.energieberaterkurs.de/export/sites/default/de/Dateien_Kennwerte/kennwerte_aussenbauteile.pdf

    https://www.delta-q.de/export/sites/default/de/downloads/bauteilhandbuch.pdf

    http://www.code-knacker.de/mauersteine.htm

  4. Stefan sagt:

    Guten Tag Herr Dr. Gaebler,
    Ich bin mir nicht sicher, wie ich Ihre Anfrage verstehen darf. Wärmeleitfähigkeiten für Hohlblocksteine aus Ziegelsplittbeton sind in den von Ihnen verlinkten Quellen enthalten (z.B. erster Link, Seite 27) und weichen nicht wesentlich von den hier angegebenen „Hausnummern“ für haufwerksporigen Ziegelsplittbeton ab. Von daher…?

    Ich werde mich aber in einer ruhigen Minute sehr gerne hinsetzen und die neuen Daten einpflegen. Vielen Dank also für die Links! Und ich werde auch versuchen, die Wärmeleitfähigkeiten besser mit ihren Quellen zu verknüpfen, um eine zeitliche Zuordnung zu erleichtern. Aber das könnte noch ein wenig dauern…

  5. j. krafzick sagt:

    Ist eine zusätzliche feuerhemmende Platte nötig wenn die Seitenwände in einem Treppenhaus aus den 50er Jahren aus Bimsstein 14er bzw. 11,5er Stärke sind? Die Meinungen gehen da auseinander. Angeblich wird Bimsstein wegen der hohen feuerhemmenden Eigenschaften für Kamine genommen.

  6. Stefan sagt:

    Eine kurze Rückfrage: Warum sollte denn eine Treppenhauswand aus Bimsstein überhaupt mit Platten – feuerhemmend oder nicht – bekleidet werden?

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