Zahle ich drauf bei Sanierungen?

Sanierung von Gebäuden mit Plan Mauerwerk OrdnernIch möchte noch einmal auf ein nicht ganz neues, jedoch immer noch häufig diskutiertes Thema eingehen: die Wirtschaftlichkeit energetischer Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden. Zahle ich eigentlich drauf bei einer geplanten Sanierung oder rentiert sich eine Investition in absehbarer Zeit? Wer kann diese Frage beantworten, bevor Planer und Handwerker ihre Rechnungen (oder wenigstens Kostenvoranschläge) auf den Tisch gelegt haben? Welche Fördermaßnahme kann die Investition stützen? Und wie viel Energie spare ich dann am Ende wirklich? Insbesondere bei der letzten Frage, scheiden sich die Geister, auch die der Experten.

Nun gibt es schon seit einiger Zeit eine kleine Hilfe für den tüchtigen Energieberater, der zwar die energetische Seite einer Sanierung glaubhaft abdecken kann aber eventuell Schwierigkeiten hat, seinem Kunden solide Randbedingungen für eine Finanzierung zu präsentieren. Das Expertentool Wirtschaftlichkeit kann man kostenlos auf den Seiten der Deutschen Energieagentur (dena) für eine Bewertung von Ein- und Zweifamilienhäusern in Anspruch nehmen. Immer im Rahmen der angesetzten Randbedingungen können sich Energieberater und Planer so eine Rentabilität von Sanierungsaufgaben berechnen lassen.

Energetische Kennwerte sowie Angaben zu aktuellem Verbrauch und erwartetem Bedarf sind der Ausgangspunkt für durchzuführende Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen. Ohne realistische Energiekennwerte kann auch die Rentabilität energetischer Sanierungsmaßnahmen nicht hinreichend genau bewertet werden. Wie sagt man so passend: Garbage in, garbage out.

Berücksichtigt werden Einzelmaßnahmen sowie Sanierungspakete, um auch Varianten untereinander bewerten zu können. Die Kosten hierfür können entweder auf standardisierten Daten beruhen als auch individuell eingegeben werden. Auch laufende Kosten für den Gebäudebetrieb werden berücksichtigt. Unterschieden wird für die Ausgabenseite zwischen Investitionen, die für eine reine Instandsetzung zu gegebenem Zeitpunkt sowieso notwendig sind, und solchen, die aus Kosten für die Erlangung einer besser Energieeffizienz resultieren.

Nur die letztgenannten Kosten werden zusammen mit Fördermitteln direkt mit einer berechneten Ersparnis verglichen. Zur Bestimmung der Wirtschaftlichkeit wird die Annuitätenmethode verwendet, die als Ergebnis Kapitalwert, jährliche Ersparnis und Kosten pro eingesparter Kilowattstunde ausgibt. All diesen Berechnungen und Bewertungen liegen natürlich Annahmen z.B. bezüglich Energiepreissteigerungen oder Zinsentwicklung zugrunde. Im Vergleich zur notwendigen Korrektheit energetischer Kennwerte sind diese Annahmen jedoch schwer vorherzusagen und können zu deutlichen Fehleinschätzungen in Bezug auf die Rentabilität führen.

Doch die Wirtschaftlichkeit – ausgedrückt in Euro und Cent – ist nur eine Seite der Sanierungsmedaille. Auf der anderen Seite geht es um nicht direkt messbare Faktoren wie die Steigerung von Wohnkomfort oder einen erhöhten Marktwert für die energetisch sanierte Immobilie. Und diese Aspekte sollten trotz aller ‚Geiz-ist-Geil‘-Kampagnen dieser Welt auch nicht völlig missachtet werden.

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