Feinsteinzeugfliesen im Einsatz

Benötigt man einen neuen Bodenbelag, dann hat man die Qual der Wahl. Gutes altes Linoleum, traditioneller Wand-zu-Wand Teppich, Parkett oder Laminat, Fliesen… vieles ist möglich. Ein guter Tipp sind hier jedoch Fliesen aus Feinsteinzeug, die sich im Vergleich zu anderen Fliesenarten durch einige Besonderheiten auszeichnen. Zwar gibt es Feinsteinzeug schon seit vielen Jahrhunderten, allerdings werden Fliesen aus dem robusten Material erst seit etwa vierzig Jahren hergestellt.

Feinsteinzeug ist dabei ein Material, das zwar zur Keramik zählt, aber oft bereits durchgefärbt ist. In der Anwendung bedeutet das, dass man Beschädigungen durch herausgebrochene Stücke nicht so deutlich sieht wie bei einer Tonfliese, von der nur die Oberfläche farbig glasiert ist. Fliesen aus Feinsteinzeug weisen durch extrem hohe Temperaturen beim Brennen eine hohe Dichte und kleine Poren auf, so dass sie Wasser kaum aufsaugen können. Das Material ist frostsicher, die Oberfläche ist rutschhemmend und – im Gegensatz zu normalen Tonfliesen – auch abriebfest. Daher eignen sich Feinsteinzeugfliesen optimal für den Einsatz im Garten, auf der Terrasse, in Feuchträumen oder viel genutzten Bereichen.

Feinsteinzeugfliesen sind als geschliffene, glasierte oder auch als völlig unbehandelte Fliesen erhältlich. Während unbehandelte Fliesen sich durch eine fast geschlossene Oberfläche auszeichnen, die kaum nachbehandelt werden muss, neigen polierte bzw. geschliffene Fliesen eher dazu, Schmutz aufzunehmen. Das liegt daran, dass durch die Bearbeitung unbehandelter Fliesen vorher geschlossene Poren angeschliffen und somit geöffnet werden. Dadurch können verschüttete Flüssigkeiten in die Fliese eindringen und eventuell zu Verfärbungen führen.

Eine Imprägnierung des Bodens ist daher bei dieser Fliesenvariante zu empfehlen. Hierbei setzt sich das Imprägniermittel in den offenen Poren ab. Allerdings lagern sich vor allem fettige Schmutzpartikel dort an und erschweren somit die Reinigung. Hier können unterstützend Lösungsmittel verwendet werden. So lassen sich kleine Nachteile durch gute Pflege ausgleichen, und man kann die eigentlichen Vorteile des Materials wieder genießen.

Neben den bereits genannten Vorteilen von Fliesen aus Feinsteinzeug sollte beachtet werden, dass ihre Verarbeitung vergleichsweise nicht so einfach ist wie bei anderen Fliesenarten. In der Regel stellt sie aber auch kein allzu großes Problem dar, wenn man sich an ein paar einfache Tipps hält. Dann benötigt man für die Verlegung auch nicht zwangsläufig einen Fachmann.

So ist zum Beispiel der Zuschnitt mithilfe eines herkömmlichen Fliesenschneiders eher schwierig, da die Fliesen beim Knickvorgang leicht an den falschen Stellen brechen können. Viel besser ist es, einen Winkelschleifer mit einer Diamanttrennscheibe oder eine mit Wasser gekühlte Steinschneidemaschine zu verwenden. Da solche Maschinen nicht ganz günstig sind und beim Heimwerker nach dem Fliesenlegeprojekt nicht mehr tagtäglich zum Einsatz kommen, ist es sicher von Vorteil, dass man sie in Baumärkten mieten bzw. leihen kann.

Möchte man Löcher in Fliesen aus Feinsteinzeug bohren – beispielsweise um eine Übergangsschiene zwischen zwei Räumen befestigen zu können – dann ist dafür nicht nur ein Glasbohrer zum Vorbohren vorteilhaft, sondern auch Geduld und Feingefühl. Denn das Material ist um einiges härter als Fliesen aus Ton. Bohrlöcher in Fliesen aus Feinsteinzeug setzt man stets bei einer sehr niedrigen Drehzahl und mit einer schrittweise ansteigenden Bohrergröße.

Wer sich für Fliesen aus Feinsteinzeug entscheidet und diese selbst verlegen möchte, sollte daher schon zu Beginn die Gerätemiete für einen Spezialbohrer als auch -schneider sowie die Kosten für eine gute Imprägnierung mit einplanen – nur um auf Nummer sicher gehen zu können. Wer diese einfachen Tipps bezüglich Kosten, Verlegung und Pflege befolgt, wird an seinen Feinsteinzeugfliesen und deren praktischen Vorteilen garantiert lange Freude haben.

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Ein Kommentar

  1. Naturstein Imprägnierung sagt:

    Danke für diesen Beitrag. Wir haben uns noch nicht endgültig für einen Bodenbelag entschieden, unter anderem weil wir nicht ständig Zeit in die Feinsteinzeug Reinigung investieren wollen, damit der Boden weiterhin vernünftig aussieht. Deshalb guter Hinweis, dass Naturstein Imprägnierung vorher vorgenommen werden sollte, und man sich damit viel Mühe erspart.

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