Magic mushrooms, oder: Mit Gasheizpilzen durch das Jahr

Gasheizstrahler in einem AußencaféJa, Heizstrahler sind schon was tolles. Rund um das Jahr sorgen sie bei kühlen Temperaturen für angenehme Wärme auf Terrassen, in Biergärten und vor Nichtraucherkneipen aller Art. Ein schönes Photo dazu habe ich mal in Malmö auf dem Lille Torv geschossen. Insgesamt habe ich dort eine installierte Leistung von etwa 3 MW zusammengerechnet. Das reicht auch für die Beheizung eines kleinen Dorfes.

Wieviele dieser Heizstrahler in Deutschland, in der EU oder gar weltweit betrieben werden, lässt sich kaum beziffern, da deren Betrieb nicht erlaubt oder angemeldet werden muss. Es kann aber wohl davon ausgegangen werden, das europaweit einige Millionen Gasstrahler die Kassenlage der örtlichen Gastronomen aufhübschen. Von den unzähligen Geräten die auf Privatterrassen glühen, mal ganz zu schweigen.

Mal in paar Zahlen zum Nachdenken:
  • Ein Gasstrahler hat eine Nennleistung, die bei etwa 10-15 kW liegt. Das reicht auch für die Versorgung eines Einfamilienhauses.
  • Pro Jahr verbraucht ein Gastronomiestrahler ja nach Einsatzintensität zwischen 2.000 kWh und 5.000 kWh.
  • Pro Jahr emittiert ein Gastronomiestrahler rund zwei Tonnen Kohlendioxid. Dies entspricht etwa den jährlichen Emissionen eines energieeffizienten Einfamilienhauses. Es reicht übrigens auch für ein Jahr Autofahren bei mittlerer Kilometerleistung (Es sei denn, man bevorzugt 911´er, Q7, S-Klasse o.ä.)
Was das alles mit dem Bauen zu tun hat? Eine Gegenfrage: Warum bemühen wir uns um eine energieeffiziente Bauweise eines Restaurants, wenn zugleich 10 Gasstrahler auf der Terrasse mehr Energie verpulvern, als das gesamte Gebäude dahinter.

Es seien hier zwei Fragen erlaubt:
  • Warum wir so was nicht verboten?
  • Warum sind wir eigentlich so bequem, dass wir so einen Unfug brauchen?
Ich ende daher mit dem oft zitierten Einsteinschen:

„Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche
Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.“

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2 Kommentare

  1. […] die Nachhaltigkeit dieses Projektes […]

  2. Max sagt:

    Toller Beitrag. Grüße aus HH

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